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Schweizer Medaillenregen: So erfolgreich war Olympia 2026 im Vergleich

Die Schweizer Medaillen an den Olympischen Spielen 2026:

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Die Schweizer Medaillen an den Olympischen Spielen 2026

Franjo von Allmen, Ski alpin: Gold Abfahrt, Gold Super-G, Gold Team-Kombination.

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Schweizer Medaillenregen: So erfolgreich waren die Spiele im Vergleich

Nie hat die Schweiz mehr Medaillen an Olympischen Winterspielen gewonnen als in den letzten zwei Wochen in Italien. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.
23.02.2026, 04:4723.02.2026, 04:47

An manchen Tagen kam die Sport-Schweiz fast nicht aus dem Feiern heraus. 23 Mal durfte sich eine Athletin, ein Athlet oder ein Team eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille umhängen lassen. Die Schweiz triumphierte dank ihrer Skirennfahrer, jubelte im Curling, überraschte im Skispringen, Langlauf und Eishockey und sie holte den ersten Olympiasieg im Skibergsteigen.

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Die Langläuferinnen Nadine Fähndrich (links) und Nadja Kälin feiern Silber im Teamsprint.Bild: keystone

Nie kehrte eine Schweizer Delegation mit mehr Medaillen von Olympischen Winterspielen zurück. Allerdings wird in diesem Zusammenhang richtigerweise darauf hingewiesen, dass es heute wesentlich mehr Entscheidungen gibt als früher.

In Mailand-Cortina wurden dieser Tage 116 Medaillensätze vergeben. Das sind 32 mehr als bei den letzten Spielen in Italien, 2006 in Turin – ein Anstieg von 38 Prozent in zwanzig Jahren.

Wie erfolgreich waren die Olympischen Spiele 2026 aus Schweizer Sicht also wirklich? Entscheidend ist nicht die Grösse der Delegation, sondern die Ausbeute pro Start.

Das ist wichtig, weil 25 Eishockeyspieler aufgeboten wurden, die aber gemeinsam nur eine Medaillenchance hatten. Dies im Gegensatz zu Skifahrer Marco Odermatt, der zu vier Wettkämpfen antrat. Derweil durfte Niels Hintermann Olympiakleidung fassen und im Training antreten, aber nicht im Rennen.

Gold medalist Franjo von Allmen of Switzerland, left, and bronce medalist Marco Odermatt of Switzerland, pose with team after the men's alpine skiing Super-G race at the 2026 Olympic Winter Games ...
Franjo von Allmen (links) und Marco Odermatt gewannen beide je drei Medaillen.Bild: keystone

Zur Beurteilung der Frage, wie erfolgreich Mailand-Cortina im Vergleich war, ist also massgebend: In wie vielen Prozent der Einsätze, in denen Schweizer am Start waren, gewannen sie eine Medaille? Als Einsatz gilt jede Teilnahme an einem olympischen Wettbewerb – unabhängig davon, ob das Ausscheiden in der Vorrunde, in einer Qualifikation oder im Final erfolgte. Die Eishockey-Nati der Männer hatte eine Turnierteilnahme, Odermatt hatte vier Starts, Hintermann keinen.

Dieser Vergleich zeigt: So erfolgreich wie 2026 war die Schweizer Delegation schon lange nicht mehr. 12,3 Prozent aller Einsätze endeten mit einer Medaille. Noch besser war diese Quote zuletzt 2006.

Vor zwanzig Jahren in Turin betrug die Medaillenquote 14,4 Prozent. Oder in anderen Worten: Pro 6,9 Schweizer Einsätze gab es eine Medaille zu feiern. Die Kennzahl ist nicht perfekt, erlaubt aber einen faireren Vergleich als die reine Medaillenzahl.

Unerreicht bleibt womöglich der Wert der «Goldenen Tage von Sapporo», als die Schweiz 1972 im Schnitt alle 5,1 Einsätze jubeln durfte. «Ogis Leute siegen heute» wurde zum geflügelten Wort; der spätere Bundesrat Adolf Ogi führte den Schweizerischen Skiverband.

In der reinen Anzahl Medaillen – auch dank der Aufstockung der Spiele – übertrifft Mailand-Cortina jedoch jede frühere Ausgabe deutlich. 23 Schweizer Medaillen sind ein einsamer Bestwert. Zuvor lag er bei 15 Mal Edelmetall, aufgestellt 1988, 2018 und 2022.

Klar ist: Sportarten mit mehreren Einzelstarts erhöhen die statistische Medaillenchance gegenüber Teamwettbewerben. Marco Odermatt hatte vier Skirennen (und gewann drei Medaillen), die Eishockey-Nati der Männer hatte zwar fünf Spiele, aber nur eine Medaillenchance. Die Anzahl der Gegner wurde ausser Acht gelassen: Das Schweizer Mixed-Aerials-Team gewann Silber in einem Wettkampf mit sieben Teilnehmern, während Loïc Meillard für Slalom-Gold 95 Konkurrenten schlagen musste.

Und klar ist auch: Die Quote misst die Effizienz. Es geht um die harte Olympia-Währung, um Gold, Silber und Bronze – und nicht um vierte Plätze. Ein paar Hundertselsekunden in die eine oder andere Richtung können grossen Einfluss auf die Medaillenausbeute haben.

In Bormio, in Cortina d'Ampezzo oder im Val di Fiemme hatte die Schweiz nicht nur überragende Athleten am Start. Sie profitierte auch vom Wettkampfglück, das auf höchstem Niveau oft über Triumph oder Enttäuschung entscheidet. In der Kombination führte dies zu Olympischen Spielen, die als grosser Erfolg in die nationale Sportgeschichte eingehen.

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Die Schweizer Medaillen an den Olympischen Spielen 2026
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Franjo von Allmen, Ski alpin: Gold Abfahrt, Gold Super-G, Gold Team-Kombination.

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Mailand-Cortina war ein Vorgeschmack auf Olympia in der Schweiz
Die Dezentralisierung prägte die Olympischen Winterspiele 2026 – aber nur vor Ort. Am Fernseher änderte sie an der Magie der nur alle vier Jahre stattfindenden Wettkämpfe nichts.
Marco Odermatt brachte es schon früh auf den Punkt. Von einer besonderen Olympia-Stimmung spüre er nichts, sagte der Schweizer Ski-Star. Die Männer-Rennen fanden in Bormio statt, mehrere Stunden von Mailand oder von den Frauen-Rennen in Cortina entfernt.
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