Der Medaillenspiegel, der wirklich zählt: Der interne unserer Sportredaktion
Schweizer Sportfans haben aufregende zwei Wochen hinter sich. Was mit Abfahrts-Gold von Franjo von Allmen begann, endete am Schlusstag mit den drei letzten Medaillen durch Nadja Kälin, den Viererbob von Michael Vogt und die Curlerinnen. Nie gewann die Schweiz an Olympischen Winterspielen mehr Medaillen als die 23, die soeben im Norden Italiens errungen wurden.
watson schickte Eismeister Klaus Zaugg nach Mailand, konnte auf die Kollegen der Zeitungsredaktionen von CH Media zählen und auf die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die watson-Sportredaktion in Zürich beackerte Olympia in allen Facetten täglich pausen- und atemlos von morgens früh bis abends spät jeweils zu dritt im Büro.
Der interne Medaillenspiegel
Viele Entscheidungen betreuten wir zu zweit, weswegen beispielsweise zwölf statt sechs Schweizer Goldmedaillen in der Bilanz erscheinen:
Keiner war bei mehr Medaillen dabei als der Sportchef. Ralf Meile arbeitete bei 14 der 23 Schweizer Erfolge. Von seinen Kollegen wurde ihm angekreidet, dass er sich als Gestalter der Einsatzplanung bewusst die aussichtsreichsten Wettkämpfe zuschanzte. «Ich merke mir eure wertvollen Inputs gerne für die anstehenden Mitarbeitergespräche», zeigte sich Meile offen für diese Kritik.
Dicht auf den Fersen war ihm mit elf Medaillen Niklas Helbling. Familiär bedingt ein glühender Anhänger sämtlicher Eiskanal-Entscheidungen, war er untröstlich, dass er bei der Schweizer Viererbob-Bronzemedaille frei hatte. «Dass das IOC meinen Antrag, die deutschen Goldmedaillen ebenfalls auf meinen Helm zu lackieren, ablehnte, ist eine Frechheit sondergleichen», ärgerte sich der Doppelbürger.
Äusserst eng gestaltete sich in diesem internen Medaillenspiegel das Rennen um Bronze. Olympia-Neuling Timo Rizzi behielt dank einer Bronzemedaille ganz knapp die Oberhand gegen Eishockey-Guru Adrian Bürgler. «Als Rookie gleich eine Medaille zu gewinnen und den Wintersportexperten Adrian Bürgler hinter mir zu lassen, ist surreal», freute er sich.
Sein Rückstand zu Meile und Helbling bereite ihm allerdings Kummer, zeigte sich Rizzi besorgt. «Natürlich hat es für mich einen faden Beigeschmack, dass ausgerechnet die Person gewinnt, welche für den Arbeitsplan zuständig ist. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.»
Kein böses Wort hingegen von Kollege Bürgler. Er trug seine Niederlage mit staatsmännischer Fassung:
