Wirtschaft
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ARCHIV - ZUM 10. JAHRESTAG DER INSOLVENZBEANTRAGUNG DER US-INVESTMENTBANK LEHMAN BROTHERS AM 15. SEPTEMBER 2018 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Women carrying boxes leave the Lehman Brothers headquarters, Monday, Sept. 15, 2008, in New York. Lehman Brothers, a 158-year-old investment bank choked by the credit crisis and falling real estate values, filed for Chapter 11 bankruptcy protection from its creditors on Monday and said it was trying to sell off key business units. (KEYSTONE/AP Photo/ Louis Lanzano)

Gefeuerte Angestellte der Investmentbank Lehman Brothers verlassen das Hauptgebäude. Der Kolllaps dieses Finanzinstituts hat im Herbst 2008 die Finanzkrise ausgelöst. Bild: AP

Fünf Dinge, die wir aus der Finanzkrise NICHT gelernt haben

Vor zehn Jahren stand die Welt vor dem Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems. Nur haarscharf konnte eine gigantische Krise verhindert werden. Die Lehren daraus sind nicht gezogen worden.



Am 15. September 2008 deponierte die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers ihre Bilanz. Die Folgen waren verheerend. «Im September und Oktober 2008 durchlebten wir die schlimmste Finanzkrise in der weltweiten Geschichte, die Grosse Depression inbegriffen», stellte Ben Bernanke, der damalige Präsident der US-Notenbank, später fest.

Auch in der Schweiz war die Situation brandgefährlich. «Der Schuss ist haarscharf am Kopf vorbeigegangen», erklärte der damalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand.

FILE - In this Oct. 6, 2015, file photo, former Federal Reserve Chairman Ben Bernanke is interviewed by Maria Bartiromo during her

Retter in höchster Not: Ben Bernanke, Ex-Präsident der US-Notenbank. Bild: AP/AP

Dass Bernanke damals an der Spitze der US-Notenbank stand, sollte sich als Glücksfall für die Welt erweisen. Er hatte die Wirtschaftskrise der Dreissigerjahren detailliert analysiert und die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Dank Bernanke konnte eine globale Wirtschaftskatastrophe verhindert werden. Nach zögerlichem Start wächst die Weltwirtschaft heute wieder kräftig. Ist damit alles im grünen Bereich?

1. Schulden

Am Ursprung der Finanzkrise stand eine Überschuldung. Im Irrglauben, dass Immobilienpreise nur zulegen können, hatten in den USA die Banken mit leichtsinnigen Krediten eine gigantische Blase erzeugt. Als sie platzte, drohte das Bankensystem zu implodieren.

In this photo taken Oct. 11, 2014, an abandoned home in Kenton, Ohio. Long seen as having devastated Sun Belt cities, the subprime mortgage crisis unleashed turmoil on Ohio and other rural areas. Now federal officials are pledging regulatory attention and financial help. Subprime loans were distributed in the rural U.S. at even higher rates on average than in metropolitan counties. Much of it was concentrated in Appalachia and other areas stretching from Ohio, West Virginia and Kentucky to Mississippi, Louisiana, Texas and the Great Plains, according to government data provided to The Associated Press by researchers at the U.S. Department of Agriculture and Middlebury College.  (AP Photo/Jay LaPrete)

Ein verlassenes Haus in Kenton (Bundesstaat Ohio). Millionen von Amerikaner wurden in der Subprime-Krise aus ihren Häusern vertrieben. Bild: AP/FR52593 AP

Die Europäer schieben die Schuld an der Krise gerne den Amerikanern in die Schuhe, übersehen dabei aber zwei Dinge: Erstens haben europäische Banken an der US-Subprime-Krise wacker mit gebastelt – die UBS kann eine ganze Oper davon singen –, und zweitens hat der Euro auf dem alten Kontinent ebenfalls zu einer massiven Überschuldung geführt, vor allem rund ums Mittelmeer. In gewisser Hinsicht war die Subprime-Krise daher die Mutter der Euro-Krise.

Sind die Lehren aus der Überschuldung gezogen worden? Nicht wirklich. «Global gesehen sind die Schulden explodiert», stellt Gillian Tett in der «Financial Times» fest. «Letztes Jahr lagen die Schulden bei 217 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts, rund 40 Prozent höher als 2007.»

2. Too big to fail

Im Nachgang der Finanzkrise ist der Begriff «too big to fail» in die Alltagssprache eingeflossen. Gemeint ist damit folgendes: Grosse Banken können zu einer Gefahr für das gesamte Finanzsystem werden, wenn sie unterkapitalisiert sind. Brechen sie zusammen, kollabiert das gesamte System.

Die Finanzkrise hat gezeigt, dass einige Grossbanken tatsächlich «too big to fail» waren. In der Schweiz traf dies etwa für die UBS zu. Die SNB musste ihre faulen Kredite übernehmen, der Bund ihr sechs Milliarden Franken leihen, sonst wäre sie pleite gegangen und hätte dabei einen unvorstellbaren Schaden verursacht. Um dies künftig zu verhindern, sind Massnahmen getroffen worden.

ZUM 20. JAHRESTAG DES RECHTLICHEN VOLLZUGS DER FUSION DES BANKVEREINS UND DER BANKGESELLSCHAFT ZUR UBS AM 27./28. JUNI 2018  STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der neue Praesident der United Bank of Switzerland (UBS), Marcel Ospel, links, und Matthias Cabiallavetta, Mitte, Vorsitzender des Verwaltungsrates der UBS, steigen am 8. Dezember 1997 gemeinsam die Treppe zum Presseraum hinauf, um die Fusion von Schweizerischer Bankgesellschaft (UBS) und Schweizerischem Bankverein (SBV) bekanntzugeben. Durch den Zusammenschluss entsteht das weltweit zweitgroesste Bankinstitut. Mit der Kamera folgt ihnen Urs Leuthard vom Schweizer Fernsehen. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Hat die UBS in den Abgrund geführt: Marcel Ospel (links). Bild: KEYSTONE

Banken, die als «too big to fail» eingestuft werden, müssen bestimmten, von der Finanzaufsicht Finma festgelegten Kriterien genügen. In der Schweiz betrifft dies die UBS, die CS, die ZKB und die Raiffeisenkasse. Insbesondere sind die Vorschriften bezüglich des Eigenkapitals der Banken verschärft worden. Dabei handelt es sich jedoch um kosmetische Massnahmen. Gegen die Konzentration im Bankensektor ist nichts unternommen worden. Das Systemrisiko von Grossbanken besteht nach wie vor.

3. Die Schattenbanken

Banken sind anfällig für so genannte Bankruns. Wollen alle Kunden gleichzeitig ihr Geld abheben, kracht eine Bank unweigerlich zusammen. Die Depression der Dreissigerjahre war eine Folge solcher Bankruns. In der Krise 2008/2009 gab es keine – aber  nur scheinbar.

Es gibt zwei Bankensysteme: Eines mit uns allen bekannten Instituten wie UBS, CS, Kantonalbanken, etc., und ein sogenanntes Schattenbanken-System, das die wenigsten von uns kennen. Es handelt sich dabei etwa um den Geldmarkt, wo Unternehmen und Institutionelle Anleger kurzfristig Geld anlegen oder ausleihen, oder um das Repo-System der Banken (fragt nicht!).

ARCHIVBILD ZUR EINIGUNG DER ZKB MIT DEN USA IM STEUERSTREIT, AM DIENSTAG, 14. AUGUST 2018 ---- The logo of the Zuercher Kantonalbank (ZKB) at the bank's premise

Geschäftsbanken wie die ZKB wurden von einem Bankrun verschont. Bild: KEYSTONE

2008 ist es im Schattenbanken System tatsächlich zu einem Bankrun gekommen. Die Folge war eine weltweite Kreditklemme, will heissen: Banken haben schlagartig aufgehört, sich gegenseitig Geld zu verleihen. Ohne rasches Eingreifen der Notenbanken hätte dies wie in den Dreissigerjahren zu einem Kollaps der Weltwirtschaft geführt.

Ist das Schattenbanken System mittlerweile gezähmt? Nochmals Gillian Tett: «Konservative Schätzungen kommen zum Schluss, dass im Schattenbanken System rund 45 Billionen Dollar zirkulieren, das entspricht etwa 13 Prozent aller finanziellen Vermögenswerte. 2010 betrug diese Summe 28 Billionen Dollar. Die Regulierung der Geschäftsbanken hat damit noch mehr Aktivitäten in den Schattenbereich gedrängt.»

4. Die Politik

Die Notenbanken haben die Lehren aus der Grossen Depression begriffen, die Politik nicht. Zur Ankurbelung der Wirtschaft wurden zwar rund um den Globus sogenannte Fiskalmassnahmen ergriffen – der Staat investierte und gewährte Steuernachlässe –, doch insgesamt war es zu wenig und zu spät.

epa05011090 The economist and former Greek Finance Minister, Yanis Varoufakis speaks to the audience as he takes part in a panel discussion entitled 'Money and Power, Flooding Europe with Democracy', in Vienna, Austria, 04 November 2015.  EPA/ROBERT JAEGER

Leistete Widerstand gegen die Austeritätspolitik: Yanis Varoufakis, Ex-Finanzminister von Griechenland. Bild: EPA/APA

Vor allem in Europa setzte sich bald wieder die deutsche «Geiz-ist-geil»-Mentalität durch. Berlin drückte Europa eine Austeritätspolitik aufs Auge, die das Heil einzig im Sparen sieht. Die Folgen dieser Politik sind verheerend: Die Ungleichheit hat sich verschärft, ebenso die Massenarbeitslosigkeit, vor allem in den Staaten rund um das Mittelmeer. Griechenland liegt am Boden, Italien und Spanien sind schwer angeschlagen. In der Eurokrise wird weitergewurstelt. Derweil geht der Vormarsch der faschistoiden Rechtspopulisten ungebremst weiter.

5. Die Reformen

Anfänglich hat die Finanzkrise hektische Aktivitäten ausgelöst. Neue Regeln für das Eigenkapital und Massnahmen gegen die «Too-big-to-fail»-Gefahr wurden ergriffen. Die Banken selbst wurden Stresstests unterworfen. Inzwischen hat sich der Reformeifer gelegt. In den USA ist Präsident Trump gar dabei, viele der Auflagen wieder rückgängig zu machen.

Radikale Ideen hatten nie eine Chance. So ist in der Schweiz die Vollgeld-Initiative wuchtig verworfen worden. Auch das Strohfeuer der Kryptowährungen scheint bereits erloschen zu sein. Für durchgreifende Reformen steht offenbar zu viel auf dem Spiel. Oder wie es Martin Wolf, der «grand old man» des Wirtschaftsjournalismus, resigniert in der «Financial Times» formuliert: «Die heutige, auf Renten ausgerichtete Wirtschaft, die so tut, als sei sie eine freie Marktwirtschaft, belohnt jedoch letztlich politisch bestens vernetzte Insider sehr grosszügig.»

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48
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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Señor Fistus Maximus 09.09.2018 21:50
    Highlight Highlight Währe es nicht viel besser gewesen, die 6Mrd die der Bund an die UBS gegeben hat einfach von dem vermögen ihrer CEOs zu nehmen...
    0 0 Melden
  • joshy 08.09.2018 17:16
    Highlight Highlight Ich glaube nicht das es bereits überstanden ist, es wird nur später eintreffen dafür heftiger.
    16 2 Melden
  • TheGoon 08.09.2018 15:02
    Highlight Highlight Das Strohfeuer von Bernanke wird uns noch tiefer in die "Scheisse" reiten.

    Den Teil mit (fragt nicht) nennt sich commingling und rehypothecation und kurz auf den Punkt: keiner an Wall St. weiss gerade wer was besitzt. Ein Haus wird in mehreren Balancesheets als Sicherheit geführt 1 Aktie gehört gleichzeitig 3 Parteien etc.

    Die Lösung ist ein "trustless distributed ledger" und bis wir auf breiter Ebene verstehen was das mit sich bringt haben wir tatsächlich noch nicht die richtigen Lehren aus dem 2008 Vorgeplänkel gezogen.

    20 1 Melden
  • luelle 08.09.2018 14:03
    Highlight Highlight "Retter in höchster Not: Ben Bernanke"

    "Dass Bernanke damals an der Spitze der US-Notenbank stand, sollte sich als Glücksfall für die Welt erweisen. Er hatte die Wirtschaftskrise der Dreissigerjahren detailliert analysiert und die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Dank Bernanke konnte eine globale Wirtschaftskatastrophe verhindert werden."

    Finde diese Beurteilung äusserst fragwürdig. Es gibt einige Berichte, die aufzeigen, dass Bernanke, Paulson und co. in höchstem Ausmass fahrlässig gehandelt haben. Und zwar vor dem Knall. Filmtipp: Inside Job auf Netflix
    28 1 Melden
  • plaga versus 08.09.2018 12:14
    Highlight Highlight Mir stört das "Wir" im Titel massiv. Was hätte ich den tun sollen oder was kann ich noch tun?

    Voschläge?
    70 9 Melden
    • schuldig 08.09.2018 12:28
      Highlight Highlight @plaga versus
      Wir hätten z.B. der Vollgeldinitiative
      annehmen können, nicht der einzige Vorstoss, das bisherige System zu überdenken und zu ändern
      50 35 Melden
    • Anonymous222 08.09.2018 12:29
      Highlight Highlight Vollgeld JA
      25 21 Melden
    • Threadripper 08.09.2018 13:43
      Highlight Highlight Stattdessen wurde das GSG angenommen...
      7 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jungle Head 08.09.2018 12:11
    Highlight Highlight Finde folgenden Artikel dazu spannend:

    http://www.megamaschine.org/2018/04/11/die-moderne-tributoekonomie-und-die-illusion-der-freien-maerkte/

    Unglaublich wie immens die nötigen systemerhaltenden Subventionen sind
    20 0 Melden
  • Redly 08.09.2018 12:04
    Highlight Highlight Lehre 1: man hätte die Banken/Firmen 2008 pleite gehen lassen sollen. Der Markt wäre bereinigt, es wären nur (virtuelle) Werte korrigiert und verschoben worden.
    Lehre 2: die Verschiebung der unvermeidlichen Marktzyklen geht zulasten Geldmengen-Ausweitung, die nicht ewig gehen kann und zulasten Allgemeinheit ist.
    Lehre 3: die Geldmengen-Ausweitung hat entgegen früheren Zeiten nicht innert 10 Jahre zu Inflation geführt. Das ist erstaunlich und entgegen vielen Prognose (aber keine Garantie, dass dies noch folgt).
    31 8 Melden
    • Phrosch 08.09.2018 16:13
      Highlight Highlight Lehre 4: Banken sollten nicht nur Boni für gute Leistungen zahlen, sondern Verantwortliche (= Bonibezüger) mit einem Malus bestrafen, wenn es falsch läuft.
      19 3 Melden
  • Skeptischer Optimist 08.09.2018 11:59
    Highlight Highlight Die Darstellung, dass die Lehmann Pleite die Finanzkrise ausgelöst hätte, ist falsch. Lehmann ist wegen der Finanzkrise Pleite gegangen.

    Ebenso fragwürdig ist die Darstellung, dass ein Schuldenüberhang zur Krise geführt hätte. Die Krise war eine Folge der Deregulierung, die soweit gegangen ist, dass die Zocker selber wussten, dass dem Konstrukt nicht zu trauen ist.

    Ein Anstieg von Schulden ist unvermeidlich, wenn Finanzvermögen angehäuft werden. Des Finanzvermögen des Einen ist die Schuld des Anderen. Wer Schulden für gefährlich hält, muss die Anhäufung von Finanzvermögen erschweren.
    33 5 Melden
    • Philipp Löpfe 08.09.2018 14:02
      Highlight Highlight Die Pleite von Lehman war der Auslöser der Finanzkrise. Ursache war die absurde Kreditschöpfung der Banken mit komplexen Finanzinstrumenten wie CDO und CDO square.
      18 16 Melden
    • Skeptischer Optimist 08.09.2018 16:14
      Highlight Highlight Nur schon in Blick auf den Wikipedia Eintrag "Finanzkrise ab 2007" würde Sie eines besseren belehren, Herr Löpfe. Schon am 9. August 2007 stiegen die Zinsen für Interbankfinanzkredite sprunghaft an. Im Frühjahr 2008 geriet Bear Stearns ins Schlingern und musste auf Anweisung und mit Geld der Fed notfallmässig von JPMorgan Chase übernommen werden. Da war der Kollaps des Schneeballsystems schon im Gange. Es nur als "absurde Kreditschöpfung" zu bezeichnen verniedlicht die Dinge. Es war ein betrügerisches Konstrukt, das von korrupten Rating Agenturen mit einem wertlosen Gütesiegel versehen wurde.
      26 4 Melden
  • swisskiss 08.09.2018 11:48
    Highlight Highlight Die europäischen Banken haben NICHT geastelt, sondern die durch die US Banken zusammegeschusterten Hypokonstrukte und durch Ratingagenturen zu hoch bewerteten Subprimes in diesen Paketen, gekauft und massive Verluste durch die Neubewertung dieser Pakete (CMO, CDO) eingefahren. Auslagerung in durch staatlich geführte Bad Banks.

    Trump ist nicht dabei die Gesetze, die Obama im Rahmen der subprime Krise verschärft hat, rückgängig zu machen. Diese Aufweichung des Dodd Frank Act ist schon geschehen! Die nächste Blase ist absehbar, da US Banken wieder mit ihrem Eigenkapital spekulieren dürfen.
    27 1 Melden
  • Gubbe 08.09.2018 11:29
    Highlight Highlight Mich stört nur ein Satz. 'Derweil geht der Vormarsch der faschistoiden Rechtspopulisten ungebremst weiter.' Faschistoid bedeutet u.A. eine Diktatur. Ich glaube nicht, dass sogenannte Rechte dies wollen. Die Meisten, so glaube ich, möchten die Scheinasylanten loswerden. Natürlich ist der Aufschrei in der Sozialindustrie gut hör- und lesbar. Gingen doch ihre Arbeitsplätze verloren, die allerdings vor der Einwanderung nicht da waren.
    Die Banken sind so weit, dass sie wieder Geld ausleihen auch im Wissen, dass der Antragsteller im AHV-Alter arm sein wird. Pension weggebaut.
    27 54 Melden
  • Miikee 08.09.2018 11:26
    Highlight Highlight Kann das Buch "Die ganze Geschichte" von Yanis Varoufakis nur weiterempfehlen. Wenn man dort liest was in der EU abging bzw. los ist, stehen einem die Haare zu Berge.
    34 3 Melden
  • geissenpetrov 08.09.2018 11:23
    Highlight Highlight Im folgenden, ein aktuellet Vortrag von Ernst Wolff zu diesem Thema.

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    8 15 Melden
    • Philipp Löpfe 08.09.2018 11:30
      Highlight Highlight Aber Vorsicht: Wolff ist ein Putin-Troll
      29 20 Melden
    • smoking gun 08.09.2018 11:43
      Highlight Highlight @Philipp Löpfe: Ob er ein Putin- oder Nato-Troll ist, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Ich hab sein Buch "Finanz Tsunami" gelesen und ich kann sagen, es ist klasse.


      13 16 Melden
    • swisskiss 08.09.2018 12:04
      Highlight Highlight geissenpetrov: Würde nicht alles für bare Münze nehmen, was der fröhliche Herr Wolff so erzählt. Erstens hat er weder eine adäquate Ausbildung im volkswirtschaftlichen Bereich, noch besitzt erdie substanziellen Kenntnisse ökonomischer Grundsätze. Ein ganz kruder VT Autor! Wenn Du wirklich die Zusammenhänge erkennen willst, reicht es nicht Videos zu schauen. Da braucht es schon etwas mehr!
      31 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 08.09.2018 11:06
    Highlight Highlight Eine gigantische Krise konnte verhindert werden? Wirklich?

    Dass das Finanzsystem mit Too-Big-to-Fail Instituten nie im Leben effizient funktionieren kann, ist leider wahr. Als Grossbank geht man da munter Risiken ein, im Schadensfall bezahlen andere.
    Die extrem komplizierten "Reformen" nach der Finanzkrise haben aber die Position der Grossbanken nur noch gestärkt und jene der Kleinbanken geschwächt. Sich an die umfassenden und komplexen Gesetze zu halten erfordert heute ein Heer von Anwälten und teure Technologien, die sich kleine Banken einfach nicht leisten können.
    22 5 Melden
    • Skeptischer Optimist 08.09.2018 12:18
      Highlight Highlight Putin-Troll ist ein Begriff, den ein seriöser Journalist nicht verwenden sollte.
      7 14 Melden
  • LeChef 08.09.2018 10:45
    Highlight Highlight Philipp, ist es nicht ein Widerspruch, in Punkt 2 Angst vor einer Überschuldung zu haben, und dann in Punkt 4 die Austeritätspolitik zu kritisieren?
    11 4 Melden
    • Philipp Löpfe 08.09.2018 11:31
      Highlight Highlight Nein, ist es nicht, aber das ist eine längere Geschichte.
      10 7 Melden
    • Philipp Löpfe 08.09.2018 11:39
      Highlight Highlight Oder in der Kurzversion: Die Schulden der Subprimekrise waren die Folgen eine unverantwortlichen Kreditschöpfung der Banken. Der Staat musste danach eine Nachfragelücke stoppen, um eine Depression zu vermeiden. Zufrieden?
      21 7 Melden
    • LeChef 08.09.2018 11:45
      Highlight Highlight Also private Schulden werden zu öffentlichen Schulden, und alles ist wieder im Butter? ;)
      8 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeigefingerlutscher 08.09.2018 10:44
    Highlight Highlight Wegen knapp 200 Billionen USD (200'000'000'000) Schulden weltweit, macht doch noch niemand ein Büro auf, hier auf dem Planet der Affen. 🙃

    Habe auch noch 3 offene Rechnungen auf dem Tisch. 😁
    61 3 Melden
    • Zeigefingerlutscher 08.09.2018 12:09
      Highlight Highlight Sorry, es fehlen oben noch 3 Nullen zur korrekten Anzeige von 200 Billionen.

      Die Amis sagen ja 200 Trillionen und meinen zu den Billionen.

      200'000'000'000'000 USD Schulden
      17 0 Melden
    • qolume 08.09.2018 17:28
      Highlight Highlight Da fehlen noch 3 Nullen 😅
      3 0 Melden
    • Zeigefingerlutscher 08.09.2018 18:13
      Highlight Highlight @qolume
      Das verrückte an der Nullen Geschichte auf dem Planet der Affen ist ja, dass die gesamten Schulden in etwa dem gesamten Reichtum der Marktkapitalisierung aller Börsenwerte entspricht. Es ist schon strub, wie wir, die effektiv echten Nullen, da über den Tisch gezogen werden und es noch als Nestwärme empfinden. Zum Unglück kommt, dass die weltweiten Notenbanken schon so am Limit sind, dass es keine weitere gröbere Finanzkrise erträgt, um so "sanft" wie vor 10 Jahren abgefangen zu werden. Wer springt über die Klinge falls doch? Die Nullen.
      7 0 Melden
  • meerblau 08.09.2018 10:35
    Highlight Highlight Herr Löpfe, ich schätze Ihre Wirtschaftsartikel sehr. Ich lerne viel, insbesondere Befrifflichkeiten aus der ökonomischen Welt und erhalte viele weitere Literaturverweise, seien es Bücher oder andere Artikel. Herzlichen Dank :)
    99 26 Melden
    • LeChef 08.09.2018 11:16
      Highlight Highlight Es ist ja schön dass du interessiert bist. Aber wenn du dein ökonomisches Wissen nur von Philipp Löpfe (und Texten die er empfielt) nimmst, verpasst du einen grossen Teil des Bildes.
      23 17 Melden
    • The oder ich 08.09.2018 13:50
      Highlight Highlight @LeChef: Du hast recht, ist immer gut, mehrere Quellen zu lesen, insbesondere bei einem so unexakten Forschungsgebiet wie den Wirtschaftswissenschaften. Die Wirtschaftstheologische Faktultät der Uni St. Gallen hat - entgegen ihrer eigenen Ansicht - die Wahrheit da auch nicht gepachtet.
      8 0 Melden
    • LeChef 08.09.2018 14:14
      Highlight Highlight The oder ich: Richtig. Ich glaube aber nicht, dass an der HSG diese Ansicht vorherrscht.
      9 1 Melden

«Wir haben es in der Hand, ein Massensterben zu verhindern»

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