Wirtschaft
China

Chinas Exporte sind unerwartet stark

Der Boom der chinesischen Exporte lässt nicht nach

13.10.2021, 07:45
Mehr «Wirtschaft»
This photo shows an aerial view of a new automated container port in Rizhao in eastern China's Shandong province on Oct. 9, 2021. China
Chinas Exporte sind unerwartet stark.Bild: keystone

Der Boom der chinesischen Exporte lässt nicht nach. Im September stiegen die Ausfuhren der zweitgrössten Volkswirtschaft in US-Dollar berechnet um 28.1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Zoll am Mittwoch in Peking berichtete.

Die Steigerung war noch höher als im Vormonat, wo die Erwartungen von Experten mit einem Plus von 25.6 Prozent bereits übertroffen worden waren. Die Importe wuchsen hingegen langsamer als vorhergesagt mit nur noch 17.6 Prozent, nachdem sie im August um 33.1 Prozent zugelegt hatten.

Chinas Handelsüberschuss stieg auf 66.76 Milliarden US-Dollar (Vormonat: 58.3 Milliarden US-Dollar). Der starke Zuwachs der chinesischen Exporte muss allerdings auch vor dem Hintergrund der niedrigen Vergleichsbasis im Vorjahr gesehen werden, als die Auswirkungen der Pandemie erst langsam nachliessen.

Die chinesischen Ausfuhren in die EU stiegen um 30.6 Prozent, während die Importe nur um 1.1 Prozent zulegten. Die Ausfuhren in die USA, die seit drei Jahren einen Handelskrieg mit China führen, stiegen ebenfalls um 30.6 Prozent. Die Einfuhren legten um 16.6 Prozent zu. Zur Beilegung des Konflikts fordert Washington eine deutliche Steigerung der chinesischen Importe aus den USA, was Peking auch zugesagt, aber bislang noch nicht wie versprochen erreicht hat.

Die starken Exportzahlen überraschten Experten, die unter Hinweis auf die seit Wochen anhaltende Stromknappheit in China und folgende Produktionsausfälle mit einer geringeren Steigerung gerechnet hatten. Es war sogar von einem möglichen, leichten Nachlassen der bislang starken globalen Nachfrage nach Waren «Made in China» ausgegangen worden.

Der Energiemangel hatte die industrielle Aktivität in China im September gedämpft. Wegen des Übergangs zu saubereren Energien, einer steigenden Nachfrage bei geringerer Produktion und massiv gestiegener Kohlepreise fehlt vielen Regionen in China ausreichend Strom. Fabriken werden oft nur ganz kurzfristig angewiesen, ihre Produktion tageweise einzustellen, um Strom zu sparen.

Die Rationierungen und die Knappheit sollen sich nach Angaben von Experten wegen der bevorstehenden Heizperiode im Winter noch verstärken und bis ins Frühjahr anhalten. (meg/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
18 Getränke, die aus der Schweiz verschwanden
1 / 20
18 Getränke, die aus der Schweiz verschwanden
Coca Cola Life
Hat irgendjemand mitbekommen, dass die grüne Cola-Flasche wieder aus den Regalen verschwunden ist? 2015 wurde das Softgetränk eingeführt, das mehrheitlich mit Stevia gesüsst war. Im März 2018 war das Experiment schon zu Ende. bild: epa/anp



Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hier werden 15 Wohntürme auf einmal gesprengt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
«Unfähig, zu sparen»: FDP-Vereinigung verliert Geduld – und macht brisanten Vorschlag
Wirtschaftsführer Philip Mosimann ist Präsident der «Freunde der FDP», eine Art Gönnerverein der Partei. Während Parteichef Thierry Burkart beim Sparen im Allgemeinen bleibt, wird Mosimann konkret: Dem Bund müsse nach einer zwingenden Logik Geld entzogen werden.

Vor sieben Jahren hat der langjährige Lenker von Bucher Industries, Philip Mosimann, das Präsidium bei den «Freunden der FDP» übernommen. Damit hatte der von Wirtschaftskapitänen gegründete Gönnerverein des Freisinns erstmals einen Mann des Werkplatzes an der Spitze. Nun gibt er den Posten wieder ab, wie er auf Anfrage gegenüber CH Media bestätigt. Der genaue Zeitplan ist noch offen, das hänge auch davon ab, wer sein Nachfolger werde. «Es stehen mehrere potenzielle Kandidaten bereit.»

Zur Story