Wirtschaft
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Hilfen und Kredite in der Coronavirus-Krise: Hier fliesst das Bundesgeld hin



Der Bundesrat will mit einem umfassenden Massnahmenpaket die Folgen der Coronavirus-Pandemie für die Schweiz abmildern. Die ersten Hilfen wurden bereits am 13. März gesprochen. Mittlerweile ist das Paket zu einem Volumen von über 65 Milliarden Schweizer Franken angewachsen. Und so wird dieses Geld verteilt:

Diese Gelder hat der Bund gesprochen:

Bundesausgaben zur Coronavirus-Epidemie

daten: efv, grafik: watson

Doch nicht all diese Gelder werden unentgeltlich abgegeben. Einige davon haben die Form von Krediten oder Darlehen, die später zurückgezahlt werden sollen. Hier also die Verteilung der Gelder, die in Form von Direkthilfen und Unterstützung direkt in die Bereiche fliessen:

Diese Gelder müssen nicht zurückgezahlt werden:

Bundesausgaben zur Coronavirus-Epidemie

daten: efv, grafik: watson

Zieht man also die 40 Milliarden Überbrückungskredite ab, die für die Unternehmen gedacht sind, schrumpft der Wirtschaftsblock stark zusammen. Hier muss allerdings gesagt werden, dass der Erwerbsersatz für Direkt- und Indirektbetroffene ebenfalls der Wirtschaft zu Gute kommt.

Hier die Aufschlüsselung im Detail:

Wirtschaft

Geschlossene Laeden im Gruessen Center in Pratteln am Montag, 16. Maerz 2020. Der Kanton Baselland hatte den Notstand ausgerufen. Nur Laeden, die der Grundversorgung dienen, sind weiterhin geoeffnet, alle anderen bleiben geschlossen. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Der grösste Block der Corona-Wirtschaftshilfe des Bundes sind die COVID-Überbrückungskredite für Unternehmen. Hinzu kommen noch weitere Bürgschaften zum Beispiel für Start-ups und eine Exportförderung von fünf Millionen Franken, die an Switzerland Global Enterprise ausbezahlt wurde.

Arbeitnehmende und Arbeitslose

Homeoffice ist für die meisten Erwerbstätigen ein Segen: Sie lernen dazu, fühlen sich von Kollegen mitgetragen, können besser entspannen und sind dennoch engagierter und effizienter als bei der Arbeit im Büro. Das zeigte eine Befragung von 600 Probanden. (Symbolbild)

Bild: KEYSTONE

Der Bund übernimmt für die Arbeitslosenversicherung (ALV) eine Bürgschaft von 8 Milliarden Franken. Weiter wird die ALV direkt mit 6 Milliarden unterstützt, um die Mehrkosten der Coronavirus-Epidemie zu decken. Hinzu kommt noch die Kurzarbeitsentschädigung für Direkt- und Indirektbetroffene.

Gesundheit

In der italienischsprachigen Schweiz trägt fast die Hälfte der Bevölkerung zumindest teilweise eine Schutzmaske, in der Deutschschweiz nur jede zehnte Person.

Bild: KEYSTONE

Die Armeeapotheke wird ebenfalls mit Geldern ausgestattet, um die Forschung nach Impfstoffen zu unterstützen und um Materialien wie Schutzmasken und Desinfektionsmittel im Ausland einzukaufen. Weitere 10 Millionen Franken werden für Informationskampagnen und Prävention aufgestellt.

Luftfahrt

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DER BUNDESRAT SCHWEIZER AIRLINES MIT 1,3 MILLIARDEN FRANKEN HELFEN WILL - Parked planes of the airline Swiss at the airport in Zurich, Switzerland on Monday, 23 March 2020. The bigger part of the Swiss airplanes are not in use due to the outbreak of the coronavirus. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Die Unterstützung für die Luftfahrt hat zwei Kostenpunkte. Einerseits werden die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss direkt mit Garantien und Hilfen unterstützt, andererseits erhalten auch flugnahe Betriebe Gelder vom Bund.

Kultur

ARCHIVBILD ZUR AUSRUFUNG DES NOTSTANDS DES KANTON TESSIN AUFGRUND DES CORONAVIRUS BIS AM 29. MAERZ 2020 - Innenansicht des grossen Saals, einer der drei Vorfuehrsaele im Kinokomplex Palacinema in Locarno am 23. November 2018. Der vom Architekten Alejandro Zaera-Polo zum Palacinema umgebaute Palazzo scolastico (ein ehemaliges Schulhaus) wird waehrend des Filmfestivals Locarno zum eigentlichen Festivalzenter. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Auch der Kulturbereich erhält Unterstützung. So können nicht gewinnorientierte Kulturunternehmen, zum Beispiel Stiftungen, rückzahlbare zinslose Darlehen zur Sicherstellung ihrer Liquidität erhalten.

Kulturschaffende können für die Absage von Veranstaltungen beim Kanton eine Entschädigung von 80 Prozent der entstandenen Kosten beantragen. Die Hälfte davon bezahlt der Bund, die andere Hälfte die Kantone.

Internationale Hilfe

Im Kongo sind erneut zahlreiche Menschen Opfer von Überschwemmungen geworden. (Archivbild)

Bild: AP

Auch das Internationale Rote Kreuz und der Internationale Währungsfonds erhalten Schweizer Gelder. Damit fliessen insgesamt 225 Millionen Franken in die internationale Hilfe.

Sport

Die Nordtribuene im Fussball Stadion Tourbillon, Heimstadion des Super League Vereins FC Sion, am Samstag, 25. April 2020 in Sitten VS. Im Hintergrund das Schloss Valere. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bild: KEYSTONE

Die Hilfe für den Sport teilt sich zur Hälfte in Darlehen und in Direkthilfe. Die direkte Finanzhilfe ist dabei nur im Fall existenzieller Bedrohung für Organisationen, die auf dem Ehrenamt basieren und hauptsächlich den Breitensport fördern, gedacht.

Armee

Soldiers of the Swiss army wearing protective face mask during a rifle shooting exercise with smartphone in their pocket during a test, with 100 soldiers, of a smart phone app using Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing (DP-3T) during the state of emergency of the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in the military compound of Chamblon near Yverdon-les-bains, Switzerland, Thursday, April 30, 2020. Secure contact tracing could be a powerful tool to fight the spread of COVID-19. A unique, decentralized system developed as part of an international consortium, including Swiss Federal Institute of Technology, EPFL Lausanne and ETH Zurich, will soon be launched with the support of the Swiss Federal Office of Public Health. DP-3T proposes a secure, decentralized, privacy-preserving proximity tracing system based on the Bluetooth Low Energy standard. Its goal is to simplify and accelerate the process of identifying people who have been in contact with someone infected with the SARS-CoV-2 virus. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

Für den Erwerbsausfall erhalten schutzdienstpflichtige Armeeangehörige 23 Millionen Franken insgesamt.

Politik

epa08404291 General view of the Chamber as Spanish Prime Minister, Pedro Sanchez (C, rear), delivers a speech during a plenary session at Lower Chamber of Spanish Parliament, in Madrid, Spain, 06 May 2020. Sanchez comes back to Congress of Deputies to achieve the fourth extension of the emergency state to carry out the de-escalation plan amid COVID-19 pandemic.  EPA/J.J. GUILLEN / POOL

Bild: EPA

Für die Durchführung der ausserordentlichen Session von National- und Ständerat in der Bernexpo wendet der Bund noch weitere vier Millionen Franken auf. (leo)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 07.05.2020 13:10
    Highlight Highlight Habe ich richtig verstanden?

    Die 4 Mio. CHF waren für die dreitägige ausserordentliche Session unserer Politiker?
  • Scaros_2 07.05.2020 08:34
    Highlight Highlight Ich weiss. Ein Watson Mitarbeiter ist/muss so ziemlich der Anti-Flieger sein.

    Aber warum führt ihr die Luftfahrt als eigenen Punkt nebst dem Punkt "Wirtschaft" obschon ihr im Detail dann noch aufschlüsselt, dass ein grosser Geldbetrag an "Flugnahe" betriebe gehen die zu vielen anderen Sektoren auch Dienstleistungen verkaufen.

    Sowas ist einfach ein wenig Peinlich und Lächerlich. Macht - wenn ihr schon so fancy Grafiken macht - das ganze auch Seriös.

    Die Luftfahrt ist Teil der Wirtschaft.
  • HPOfficejet3650 07.05.2020 06:11
    Highlight Highlight Sind wir doch einmal mehr dankbar, dass die Schweiz auch trotz der Umstände nach wie vor ein gutes Gesundheitssystem, eine funktionierende Demokratie und die finanziellen Mittel hat, um alles mehrheitlich am laufen zu halten. 😁

    Auch diese Krise ist nicht ewig. Wir schaffen das💪🏽
  • Der Rückbauer 07.05.2020 01:31
    Highlight Highlight Luftfahrt: 1200 Millionen Bürgschaften für ein Deutsches und zwei (marode) chinesische Unternehmen, wobei es so aussieht, dass die Garantien in Anspruch genommen werden. Kein Mensch kauft heute eine Fluggesellschaft. Der Schrumpfungsprozess hat begonnen. Die ersten Flüügerli stehen schon in der Wüste (weil's billiger ist als in Dübi) und werden wohl nicht mehr in Betrieb genommen.
    Anstatt alle Pleite gehen lassen und dann fast geschenkt zu übernehmen, so, wie es die Lufthansa mit der Swiss tun konnte.....
    Tja, das weisse Kreuz auf dem roten Grund schaltet eben Hirn auf "OFF".
  • Firefly 06.05.2020 22:11
    Highlight Highlight Wow, sooooo ein fettes grünes Quadrat für die Wirtschaft, die immer nach weniger Staat schreit?
    • 7immi 07.05.2020 08:15
      Highlight Highlight Die Kurzarbeit wird ja von der Arbeitslosenkasse getragen, in die stetig eingezahlt wird durch Lohnabzug und Arbeitgeberbeitrag. Es ist eine Versicherung für solche Fälle. Auch der EO wird eingezahlt für Armeeeinsätze, Mutterschaftsurlaube und ein pasr weitere Leistungen. Daher finde ich „Staatshilfe“ die falsche Bezeichnung. Sozialversicherungsleistung würde besser passen.
    • stef1885 07.05.2020 09:17
      Highlight Highlight @7immi
      "Die Kurzarbeit wird ja von der Arbeitslosenkasse getragen, in die stetig eingezahlt wird durch Lohnabzug und Arbeitgeberbeitrag."

      Grundsätzlich stimmt das schon, nur hat der Bund am 20. März eine A-Fond-Perdu-Einlage von CHF 6 Mia. in den ALV-Fond getätigt, daher kann man hier von einer direkten Subvention zugunsten der Wirtschaft sprechen.

      Btw. finde ich den Verzicht auf ein Dividendenverbot aus genau diesem Grund moralisch stossend und ärgere mich gerade über die Wirtschaftshörigkeit vieler Ständeräte...
    • Der Rückbauer 07.05.2020 12:20
      Highlight Highlight 7immi: Sorry, da bist Du aber ganz falsch gewickelt, die ALV wird das mit ihren 191 Milliönchen nie stemmen. Da muss schon der Bund bzw. der Steuerzahler dran. Es geht um Milliarden (https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/alv/finanzen.html).
  • Bitsundbites 06.05.2020 20:56
    Highlight Highlight Wollen wir wirklich das unsere Steuergelder in die Rettung von Firmen fliessen wie Lufthansa, Gategourmet und andere Zulieferer. Alle zuhause im Ausland bis hin zu China. Nochmals die Swiss hat im 2007 unsere Airline übernommen und 13 Jahre fetten Gewinn eingestrichen mit ihr, nun helfen wir die Lufthansa zu retten und haben Staatsgarantien gegeben die wiederum der Steuerzahler berappen wird. Der Zukünftige Gewinn wird aber wieder nach Deutschland fliessen.
    Das kann einfach nicht sein. Das gleiche bei den Zulieferfirmen.

    So geht's nicht weiter, das sind unsere Steuergelder. !!!

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