Wirtschaft
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epa08348692 People queue to receive the printed Unemployment Benefits applications in the parking lot of Kennedy Library in Hialeah, Florida, USA, 07 April 2020. Hundreds of residents lined up hours before locations were scheduled to open Tuesday across Hialeah, to submit paper applications for unemployment benefits as the state attempts to address problems with its website amid the increased number of applicants during the widespread of the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the Covid-19 disease.  EPA/CRISTOBAL HERRERA

Schlange stehen für Arbeitslosengeld in Florida: Die Coronakrise dürfte die Ungleichheit verstärken. Bild: EPA

«Wenn man Bill Gates zu 90 Prozent besteuert, hat er immer noch 10 Milliarden»

Starökonom Thomas Piketty vertieft in seinem neuen Buch sein Lieblingsthema, die wirtschaftliche Ungleichheit. Es kommt vermutlich zum richtigen Zeitpunkt: Die Coronakrise dürfte die Ungleichheit verstärken.



Ein rund 1000 Seiten dickes Buch sorgte vor sechs Jahren über die Wirtschaftswelt hinaus für Furore. «Das Kapital im 21. Jahrhundert» hiess das Monumentalwerk, mit dem der französische Ökonom Thomas Piketty eine umfassende Studie der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit vorlegte. Diese hat in den letzten Jahrzehnten in der westlichen Welt zugenommen.

Während die Löhne und Einkommen im obersten Segment stark gestiegen sind, haben sie vor allem in der Mittelschicht häufig stagniert, vor allem in den USA. Es erstaunt nicht, dass Piketty mit dem Buch gerade dort einen Nerv traf. Nicht zuletzt wegen des Buchtitels wurde der klar im linken Lager situierte Ökonom häufig mit Karl Marx verglichen. Was ihm nicht sonderlich gefällt.

ABD0116_20200313 - WIEN - ÖSTERREICH: Ökonom und Autor Thomas Piketty anl. einer PK und Buchbesprechung der Arbeiterkammer Wien

Thomas Piketty wirbt für sein neues Buch. Bild: APA/APA

«Der grösste Unterschied ist, dass ich nicht an den Klassenkampf als wesentlichen Motor der Geschichte glaube. Soziale Konflikte können wichtig sein, aber sie genügen nicht, um ein Konzept zu entwickeln für bessere Bildung oder eine gerechtere Besteuerung», sagte Piketty an einer Medienkonferenz kürzlich in Zürich, an der er sein neues Buch «Kapital und Ideologie» vorstellte.

Sie fand noch vor dem Lockdown statt und war doch von der Coronakrise überschattet. Thomas Pikettys Vortrag an der Universität Zürich auf Einladung des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung (SIAF) konnte nur als Videostream durchgeführt werden, weil alle externen Veranstaltungen verboten waren. Seine gute Laune liess sich Piketty dadurch nicht verderben.

«Besser als das erste Buch»

Der 48-jährige Professor an der École d’Économie de Paris und der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) ist ein äusserst sympathischer Mensch. Weder ist ihm der Erfolg seines ersten Buchs zu Kopf gestiegen, noch strahlt er jene Arroganz aus, die man bei französischen Intellektuellen häufig diagnostiziert. An Selbstbewusstsein mangelt es ihm allerdings nicht.

«Das neue Buch ist viel interessanter und besser als das erste», sagte Piketty über «Kapital und Ideologie». Sein Zugang sei geografisch und zivilisatorisch breiter. Er beschränke sich nicht auf Westeuropa und Nordamerika, sondern berücksichtige Länder wie Brasilien, Indien, Südafrika, Russland und China sowie Kolonialgeschichte und Sklaverei: «Die Perspektive ist viel globaler.»

A handout image released by Ronald Reagan Presidential Library dated 29 September 1982 shows US President Ronald Reagan attending a Virginia Republican Party Fundraising Rally at the Richmond Arena in Richmond, Virginia, USA. The 100th anniversary of Reagan's birth is coming up on 06 February 2011. Ronald Wilson Reagan was the 40th President of the United States (1981–1989). As president, Reagan implemented sweeping new political and economic initiatives and during his second term oversaw the end of the cold war. Reagan died at the age of 93, ater been diagnosed with Alzheimer's disease earlier.  EPA/RONALD REAGAN PRESIDENTIAL LIBRARY / HO

Ronald Reagan fand, die Reichen zahlten zu hohe Steuern. Bild: EPA

Das hat Folgen für den Umfang. Der neue Wälzer ist mit 1300 Seiten noch dicker als der Vorgänger. Der Autor will seine Kritik an der wachsenden Ungleichheit auf ein möglichst breites Fundament stellen und mit zahlreichen Daten untermauern.

Hohe Steuern schaden Wohlstand nicht

«Im Zentrum stehen die Ideologie und die politische Rechtfertigung hinter den verschiedenen Ausprägungen von Ungleichheit», sagte Piketty in Zürich und hob zu einem Exkurs durch die Geschichte an: «In den USA betrug die höchste Stufe bei der Einkommenssteuer zwischen 1930 und 1990 im Durchschnitt 81 Prozent. Hatte das einen negativen Effekt auf den US-Kapitalismus?»

Das Gegenteil sei der Fall gewesen, folgert der Ökonom: «Es gelang, die Ungleichheit zu reduzieren und gleichzeitig in die öffentliche Infrastruktur und die Bildung zu investieren. Die Produktivität stieg in einem im historischen Vergleich nie gekannten Ausmass an.» Hohe Steuern schaden dem Wohlstand nicht, könnte man etwas vereinfacht sagen.

Die Superreichen profitierten

Die Wende kam mit Präsident Ronald Reagan in den 1980er Jahren. «Er sagte, man sei bei der Besteuerung zu weit gegangen, und halbierte den Tarif für die Einkommenssteuer.» Die Ungleichheit werde vielleicht zunehmen, aber es werde so viel Wachstum und Innovation geben, dass am Ende alle profitieren werden, habe er argumentiert. Alle Löhne würden ansteigen.

Bill Gates, Co-Chair of the Bill & Melinda Gates Foundation, speaks during an interview with Chris Wallace of Fox News during the U.S. Chamber of Commerce's Global Initiative on Health and the Economy event in Washington, Tuesday, Dec. 11, 2018. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Bill Gates und andere Superreiche haben massiv profitiert, während die breite Masse kaum vom Fleck kam. Bild: AP/AP

Die Realität ist für Piketty ernüchternd, denn profitiert hätten in erster Linie die Superreichen. «Bernard Arnault oder Bill Gates sind heute rund 100 Milliarden Dollar schwer. Vor zehn Jahren besassen sie 30 Milliarden, und nochmals zehn Jahre früher waren es zehn Milliarden. Die normalen Löhne und das Bruttoinlandsprodukt haben sich nicht annähernd so stark entwickelt.»

Kritik an linken Parteien

Thomas Pikettys für manche Kritiker zu simple Lösung lautet: Zurück zu einer hohen Besteuerung. «Wenn man eine Person mit einem Vermögen von 100 Milliarden zu 90 Prozent besteuert, hat sie immer noch zehn Milliarden.» Man könne hohe Steuersätze haben für Menschen mit sehr viel Vermögen, also nicht die Mittelklasse, und gleichzeitig eine lebendige und innovative Wirtschaft.

Hart ins Gericht geht der Franzose mit den klassischen Sozialdemokratien, denn profitiert von der Ungleichheit hätten rechte Nationalisten. «Es ist kein Zufall, dass die USA und Grossbritannien, die beiden Länder mit dem höchsten Anstieg an Ungleichheit seit den 1990er Jahren, die stärkste nationalistische Reaktion geliefert haben, mit der Wahl von Donald Trump und dem Brexit

Die Parteielite der Demokraten in den USA und die Mitte-links-Parteien in Europa hätten die mittleren und unteren Bevölkerungsschichten der extremen Rechte überlassen, kritisiert Piketty. Dies habe sich über Jahrzehnte entwickelt und sei langfristig eine sehr riskante Strategie: «2016 erhielt Hillary Clinton mehr Stimmen von Wählern mit hohem Einkommen als Donald Trump.»

Auftrieb für radikale Rechte

Die politische Mitte solle vermehrt mit der radikalen Linken zusammenarbeiten, fordert Piketty. In Griechenland aber habe man die Syriza-Regierung «gedemütigt», indem man ihr einen Schuldenschnitt verweigert und hohe Primärüberschüsse für die nächsten 50 Jahre vorgeschrieben habe. Man habe damit Erfolge ähnlicher Parteien wie Podemos in Spanien verhindern wollen. Stattdessen habe die radikale Rechte Auftrieb erhalten, etwa Matteo Salvini in Italien.

Bild

Eine der Grafiken aus Pikettys Buch zeigt den Wandel der Wählerschaft linker Parteien.

Der Streit um die wirtschaftliche Bewältigung der Coronakrise gibt diesem Befund eine ungeahnte Aktualität. Mit der Verweigerung von Corona-Bonds für die hart getroffenen Länder im Süden durch die wirtschaftlich erfolgreichen Nordeuropäer droht eine Wiederholung der damaligen Fehler. Das Coronavirus dürfte die Ungleichheit ohnehin weiter verschärfen, wie die explodierenden Arbeitslosenzahlen in den USA zeigen.

Partizipativer Sozialismus

Einmal mehr also scheint Thomas Piketty mit «Kapital und Ideologie» genau zum richtigen Zeitpunkt zu kommen, obwohl selbst ihm wohlgesinnte Rezensenten wie Nobelpreisträger Paul Krugman monieren, der Autor habe sich verzettelt und biete keine klare Botschaft. Was Piketty natürlich anders sieht. Sein Buch zeige, dass es einen langfristigen Lernprozess über Gerechtigkeit in den menschlichen Gesellschaften und eine Abnahme der Ungleichheit gebe.

Dafür sorgten neben einem stark progressiven Steuersystem mehr Mitbestimmung in den Betrieben sowie Chancengleichheit in der Bildung. «Das hat in der Vergangenheit funktioniert und muss in die Gegenwart überführt werden.» Piketty nennt sein Konzept «partizipativen Sozialismus», auch um sich von Irrwegen wie dem Sowjetkommunismus abzugrenzen.

Business as usual sei keine Option, weder im Umgang mit der Klimakrise noch mit der Ungleichheit. «Wir müssen einen Weg finden, um das wirtschaftliche System besser zu organisieren. Mein Buch unternimmt diesen Versuch. Man kann ihn als Sozialdemokratie für das 21. Jahrhundert bezeichnen.» Ein selbst für einen Starökonomen unbescheidener Anspruch.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rene Goeckel 15.04.2020 12:43
    Highlight Highlight Man vergisst bei dieser Neiddiskussion immer eines: Selbst wenn man die Reichen mit 99% besteuert, haben die Armen keinen Cent mehr in der Tasche.
    Ausserdem, hat man vergessen, welche Ruinen diese Gleichmacherei in der DDR und dem ganzen Ostblock hinterlassen hat? Grundsätzlich, das Vermögen der (fleissigen) Person A geht die Person B absolut nichts an. Ausserdem, wer sonst als die Leistungsfähigen kommt denn für den Lebensunterhalt der Sozialhilfeempfänger auf?
  • Booker 15.04.2020 05:31
    Highlight Highlight Typisch linkslastige Missgunst, man nehme jenen, welche durch Arbeit Geld verdient haben und dafür einiges investiert und riskiert haben, das Geld weg und verteilt es unter den Armen. Gleichfalls könnte man sagen man nehme einen Grossteil der Armen und mittellosen und verbanne sie ausser Landes, damit es der Masse besser geht. Beides ist genau gleich intelligent!
  • M. Bakunin 14.04.2020 15:39
    Highlight Highlight Der Mensch kann sich hohe Zahlen sehr schlecht vorstellen. Deshalb hier ein kleine Veranschaulichung am Beispiel Bill Gates.

    Geschätztes Vermögen: 110 Milliarden = 110'000'000'000
    Wenn Bill pro Sekunde einen Dollar in sein Tresor legt dauert es 3488.08 Jahre bis er sein Vermögen angespart hat. Das entspricht der Zeitspanne "mittlere Bronzezeit" bis heute.

    So viel Geld sollte kein Mensch besitzen
    • BVB 14.04.2020 17:33
      Highlight Highlight Nur gibt es leider keine Möglichkeit zu verhindern dass Menschen so viel Geld haben ohne im Endeffekt den Ärmeren zu Schaden.
    • Shlomo 15.04.2020 06:35
      Highlight Highlight @BVB: äh doch durch Steuern. Gates schaft duch seine 100 Mrd keine einzige Stelle.
    • BVB 15.04.2020 07:40
      Highlight Highlight @Shlomo
      1. Sind nicht die gesamtem 100 Mrd reales Geld und 2. geht er leider wenn man in zu hoch besteuert in ein anderes Land, was im Endeffekt den Ärmeren schadet weil weniger Steuergeld zur Verfügung steht
  • Posersalami 14.04.2020 09:23
    Highlight Highlight Das Problem scheint nich lösbar zu sein in Zeiten, wo Kapital in Lichtgeschwindigkeit die Länder wechseln kann. Da bräuchte es nämlich eine weltweit einheitliche Regelung und (Mindest)Steuersätze für Vermöge, Unternehmen, leistungslose Einkommen aus Dividenden, Mieten, usw.

    Kann man also vergessen. Leider.

    MMn. ist der ganze Ansatz des Wettbewerbs zwischen Nationen oder Regionen völliger Käse. Funktioniert ja schon in der Schweiz überhaupt nicht.
    • Lienat 14.04.2020 16:02
      Highlight Highlight Natürlich kann der Steuerwettbewerb nicht funktionieren. Nationen (oder Kantone), welche zu Beginn ein paar gute Steuerzahler haben, können die Steuern tief halten und so noch mehr gute Steuerzahler anlocken. Diese fehlen dann natürlich anderorts. Das ist ein schwerwiegender Mitkopplungseffekt, welcher zwangsläufig dazu führt, dass die Schere zwischen armen und reichen Ländern immer weiter auf geht.
  • Lienat 14.04.2020 08:39
    Highlight Highlight Dass ein Vermögen ab einer gewissen Grösse immer weiter wächst, ist eine logische Folge des Kapitalismus. Es ist nur richtig, dass jemand durch Investition Gewinn erwirtschaften kann. Aber es muss einen Regelmechanismus geben, der das Vermögen ab einer gewissen Grösse zum Stagnieren bringt. Eine Möglichkeit wäre eine progressive Vermögenssteuer. Und bevor jetzt jemand jammert, dass die Reichen ja schon 50% Einkommenssteuer zahlen: Besteuerung des Einkommens erhöht lediglich den Betrag, ab dem ein Vermögen zum Selbstläufer wird. Das Grundproblem bleibt jedoch bestehen.

    #mathematikfürdummies
    • atorator 14.04.2020 18:49
      Highlight Highlight Irgendwo habe ich mal eine interessante Idee aufgeschnappt. Übersteigt ein Privatvermögen ein Milliarde, muss alles drüber ausgegeben werden. Also wieder in Zirkulation gebracht werden. Die Milliardäre werden ja nicht enteignet, sie bekommen ja einen Gegenwert für ihr Geld. Aber horten geht dann nicht mehr.
    • Lienat 14.04.2020 20:16
      Highlight Highlight @atorator: Wäre ein Ansatz, allerdings sind so scharfe Schwellen ungünstig für die Systemstabilität. Sympatischer wäre mir eine progressive Vermögenssteuer, deren Grenzsteuersatz bei einem bestimmten Vermögen (z.B. bei Deiner Milliarde) ungefähr der zu erwartenden, langjährigen Rendite des Vermögens entspricht. So würde das Vermögenswachstum im Bereich dieses Betrages sanft gebremst werden.

      Verrückt daran ist ja, dass die Reichen das (mit Ausnahme der Zahlen auf dem Kontoauszug) gar nicht wirklich merken würden. Denn jemand mit 1 Mia kann sich genauso alles leisten wie jemand mit 100 Mia.
    • atorator 14.04.2020 20:27
      Highlight Highlight Ich persönlich denke, dass wir nicht um scharfe Schwellen herumkommen. Es ist ja schon heute so, wer es sich leisten kann, hat null Probleme Steuern zu hinterziehen. Lobbyisten sind dazu da, in solche komplexen Gesetzes- und Steuerstrukturen Sollbruchstellen für ihre Kundschaft einzubauen. Das wird nicht aufgehen.

      Parallel dazu braucht es eine Finanztransaktionssteuer, von mir aus nur auf Börsenhandel. 0.1% als Vorschlag.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schneider Alex 14.04.2020 06:41
    Highlight Highlight Nicht Arbeit und Reichtum, sondern Luxuskonsum höher besteuern!

    Reich wird man in der Regel nicht durch Arbeit, sondern durch Realkapitalbesitz (Aktien, Immobilien, Rohstoffe) oder durch Erbschaft. Volkswirtschaftlich schädlich wird Reichtum erst, wenn er mit Luxusgütern verprasst wird, sonst bleibt er ja – vielfach als risikotragendes Kapital – der Wirtschaft und damit auch den Arbeitnehmenden – erhalten. Daher sollten nicht primär Löhne oder Vermögen höher besteuert werden, sondern deren Verwendung für Luxusgüter und –dienstleistungen via eine progressive Konsumsteuer.
  • Bruno Wüthrich 13.04.2020 22:49
    Highlight Highlight Nicht überuttere, Herr Piketty. Wir wollen doch nicht, dass Herr Gates zuletzt noch auf die in den USA kaum vorhandene Fürsorge muss.

    Spass beiseite: Die Sozialdemokratie bewegt sich schon lange auf den falschen Geleisen und priorisiert zumindest teilweise die "falschen Pferde". Logisch, dass deshalb ihre frühere Stammwählerschaft zu den Rechten abdriftet. Wobei dies natürlich keine Lösung ist und auch nie sein kann.

    Wenn der zunehmenden Ungleichheit zwischen dem Mittelstand und den Superreichen ein Riegel geschoben werden soll, muss die Sozialdemokratie künftig anders politisieren.

  • Torkar 13.04.2020 21:21
    Highlight Highlight Kein Mensch sollte mehr als eine Milliarde Euro/Dollar/ Franken besitzen...
    • Michael Heldner 13.04.2020 21:44
      Highlight Highlight Naja dann hat zumindest in der Schweiz vermutlich kaum ein Schwein mehr Wohneigentum 😂 denn ne halbwegs moderne 80qm Wohnung übersteigt je nach Lage locker die 1mio Grenze
    • Mario Conconi 13.04.2020 22:59
      Highlight Highlight @Michael und wo ist dann das Problem mit der Vorderung von Torkar?? 😉
    • Grohenloh 14.04.2020 14:28
      Highlight Highlight Ich würde sagen, niemand braucht mehr als eine Million Einkommen pro Jahr!
      Alles was drüber ist: einziehen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • SBP 13.04.2020 21:07
    Highlight Highlight Das Steuersystem wurde im Zuge der Globalisierung ausgehebelt. Es gibt nur eine Möglichkeit (Steuer)Gerechtigkeit zu schaffen, nämlich international verpflichtende Steuergesetze. Ansonsten wird das Kapital immer einen wohlgesinnten Staat finden und sich auf Kosten der Allgemeinheit in ungerechtfertigter Weise vermehren.
  • quad 13.04.2020 18:44
    Highlight Highlight Recht hat er aber leider wohl Wunschdenken. Die Politik weltweit wird es nicht wagen die Superreichen & Steueroasen suchende Firmen wie Apple, Amazon etc. zur Kasse zu bitten.
    Bei uns wird das wohl eher über eine temporäre 2-3% MwSt Erhöhung gehen, der Mittelstand wird einmal mehr bluten müssen ...
  • De-Saint-Ex 13.04.2020 17:56
    Highlight Highlight Leider kommt dieses Buch zu spät.. in einer von Fakten völlig „befreiten“ Welt, kann, will es niemand hören...
    Somit ist am wahrscheinlichste, dass es so rauskommt, wie in den 30ern... schade.
  • bbelser 13.04.2020 17:31
    Highlight Highlight Warum dieser ziemlich irreführende und reisserische Titel? Gates kommt in den Büchern von Piketty so gut wie nicht vor. Pikettys Arbeiten aber sind es wirklich wert, beachtet und studiert zu werden. Und sie gehen weit hinaus über Superreichen-Bashing wie es der Titel nahelegt. Kaum ein heutiger Ökonom geht das Gerechtigkeits- und Verteilungsproblem so fundiert, faktenreich und originell an wie Piketty.
    Ich kann nur ermutigen, seine Bücher zu lesen. Und nicht nur Interviews oder Fastfood-Artikel dazu.
  • Auric 13.04.2020 17:14
    Highlight Highlight Die Erkenntnisse sind vermutlich korrekt, die linken Parteien sind heute Akademikerlastig, allerdings hätte er auch ein wenig präzisieren können welche Art von Akademiker sich da tummeln, es sind sicher welche die es vor 100 Jahren noch nicht gab wie die Unia Cheffin so was wertschöpfendes wie Kulturhistoriker oder andere Diskussionswissenschaftler.
    Die Linken Parteien waren einmal für den kleinen Mann, heute sind sie für alle Faulenzer.
  • Rellik 13.04.2020 17:13
    Highlight Highlight Merci für den Buchtipp, jetzt habe ich sogar Zeit für 1300 Seiten ^^
  • Firefly 13.04.2020 16:39
    Highlight Highlight Progressive Erbschaftssteuer! In Corona Zeiten wahrscheinlich der effizenteste Weg um Geld um zu verteilen.
    • Rethinking 13.04.2020 17:10
      Highlight Highlight Erbschaftsteuer sollte dann aber auch für nahe Familienangehörige gelten. Aktuell bezahlt in der Schweiz ja keiner Erbschaftsteuer wenn er von den Eltern erbt...
    • Firefly 13.04.2020 18:18
      Highlight Highlight @wolge natürlich.
    • Zyniker haben es leichter 13.04.2020 20:46
      Highlight Highlight Erbschaftssteuern sind Diebstahl und können, gerade von Reichen, immer umgangen werden. Das straft wieder nur den Mittelstand ab.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toni.Stark 13.04.2020 16:25
    Highlight Highlight Dazu muss man die Situation in den 70er verstehen, so wie man die Situation heute verstehen muss. Für damals, war es wichtig, die Steuern zu lockern um den Konsum freizusetzen. Heute sollten die Steuern für Superreiche erhöht werden, um die Ungleichheit auszugleichen. In vielleicht 50 Jahren dann, müssten die Steuern wieder gelockert werden. Es gibt kein Rezept, dass immer gilt, es muss immer wieder angepasst werden.
    • bbelser 13.04.2020 16:55
      Highlight Highlight Das laufende Rezept hätte aber vor 20 Jahren schon angepasst werden müssen. Die Ungleichheit war dann schon ein Thema, aber es gab halt sehr umtriebige Milliardäre, Investoren und Abzocker, die ihre ganze Macht einsetzten, um solche Gerechtigkeit-Anpassungen zu behindern. Und so leben wir heute mit horrenden Marktverzerrungen und Ungleichheiten.
    • Posersalami 14.04.2020 09:28
      Highlight Highlight Witzig ist halt, das Steuernsenken maximal einen Kurzfristigen Effekt auf den Konsum oder Investitionen haben.

      Das ist heute so und war auch in den 70gern so.
  • der Denker 13.04.2020 16:13
    Highlight Highlight Der gute Herr weiss aber schon das Bill Gates' Geld grösstenteils in Aktien angelegt ist. Und das er so viel Geld hat da die Aktien immer gestiegen sind. Müsst er soviele Steuern zahlen hätte er die Firma innert kürzester Zeit verloren und das kann doch auch nicht der Weg sein.
    • Shlomo 13.04.2020 16:16
      Highlight Highlight Warum?
    • bbelser 13.04.2020 17:02
      Highlight Highlight Der "gute Herr" hat vor allem umfassend recherchiert, analysiert und weltweite Daten zur Wirtschaft durchgeackert. Aber wozu brauchts Expertise und Studium, Intuition und gesunder Menschenverstand reichen doch sicher aus bei diesem Thema. Pah, 1300 Seiten, unsere Hobby-Ökonomen machen das auf einem Bierdeckel...
    • der Denker 13.04.2020 17:20
      Highlight Highlight @Shlomo: Weil Gates nicht so viel Bargeld hat. Dann müsst er zwangsläufig den Grossteil seiner Aktien verkaufen und so würde die Firma nicht mehr Ihm gehören.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Markus97 13.04.2020 16:06
    Highlight Highlight Das ist aber kein Barvermögen sondern Microsoft-Aktien. Wenn man Bilgates zu 90% besteuert, übernimmt der Staat im Grunde einfach die Kontrolle über Microsoft. Anders könnte Gates das Geld gar nicht aufbringen. Das hat dann eine ziemlich andere Bedeutung. Der Staat würde im Grunde eine private Unternehmung zwangsverstaatlichen. Ob das sinnvoll ist... Naja, man sieht ja in der Sovjetunion was passiert wenn der Staat jede gutlaufende Firma verstaatlicht. Das Vertrauen der Unternehmer geht da gegen 0.
    • Shlomo 13.04.2020 16:18
      Highlight Highlight Man sieht auch was passiert wenn Firmen privatisiert werden. Der Staat ist bei weitem effizienter ein Unternehmen zu führen und hat nicht das Interesse möglichst schnell Gewinn abzuschöpfen.
    • Markus97 13.04.2020 16:38
      Highlight Highlight Dann darf der Staat das Unternehmen aber auch aufbauen, und nicht einfach die Führung übernehmen wenn es schon läuft. Wer Gewinn will muss auch Risiko tragen.
    • Adam Smith 13.04.2020 17:23
      Highlight Highlight @shlomo Der Staat ist eben genau nicht effizient. Er kann kaum schnell genug auf Trends reagieren und hinkt der realen Entwicklung häufig hinterher. Um konkurrenzfähig zu bleiben müssen privatwirtschaftliche Unternehmen extrem schnell reagieren, sonst verschwinden sie. Daher sind sie auch effizienter, ausser bei einem Marktversagen. Gratuliere, du hast gerade einen der grössten Kritikpunkte an Verstaatlichungen als Pro-Punkt aufgeführt. Ziemlich viel Meinung für so wenig Ahnung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Borki 13.04.2020 15:52
    Highlight Highlight Da muss man nicht besonders link sein, um auf solche Ideen zu kommen.

    Vermögenssteuern progressiv etwas rauf, Einkommenssteuern für niedrige und mittlere Einkommen etwas runter.

    Leistung und Arbeit sollen sich lohnen. Besitz nicht unbedingt.
    • RicoH 13.04.2020 19:18
      Highlight Highlight Und die höheren Einkommen etwas rauf. Das hast du wohl vergessen.

      Merke: nicht jeder mit einem hohen Einkommen erbringt automatisch die Leistung, die sein Einkommen rechtfertigen würde.
  • Adumdum 13.04.2020 15:42
    Highlight Highlight Das Problem ist, es hat ja keiner 100 Milliarden Barvermögen - das meiste ist Aktienbesitz etc. Wie soll man das zu 90% besteuern? Soll der Staat 90% der Aktien übernehmen? Verstaatlichung von Betrieben hat ja in der Geschichte schon immer super funktioniert...

    Zum Verkauf von Anteilen zwingen um Steuern zu bezahlen? Dann enteignet man sich wenn sein Unternehmen erfolgreich ist. Super Anreiz.

    Ohne solche "Kleinigkeiten" zu erwähnen und dafür Lösungen anzubieten, sind solche Bücher nichts anderes als billiger Populismus.

    Bei dem Problem der Schere zwischen Arm und Reich stimme ich schon zu.
    • Shlomo 13.04.2020 16:00
      Highlight Highlight Privatisieren von staatlichen Unternehemen hat ja auch so gut geklappt 🤔
    • bbelser 13.04.2020 16:25
      Highlight Highlight Du hast den Schinken schon gelesen? Wow! Ich meine nur, weil du so ein deutliches Urteil abgibst über nicht vorhandene Lösungen etc. Aber wenn du das sagst, dann hat Piketty ganz sicher Unrecht. 🙄
    • Test of the test 13.04.2020 23:14
      Highlight Highlight Aktienbesitz ist auch Besitz. Aktien können an der Börse verkauft werden, um die Steuern zu zahlen. Das geht auch ohne Verstaatlichung.

      Das wird in den meisten Fällen den Gross(!)konzernen (wir sprechen hier von Milliardenbesitz) auch nicht schaden. In der Regel sind Aktienbesitzer mit zu grossem Stimmrecht sogar nachteilig für die Konzernstrategie wegen zu grosser Machtkonzentration.
  • Gubbe 13.04.2020 15:37
    Highlight Highlight Diese 100 Mia sind nicht Gates Einkommen. Es ist das 'aufgestaute' Vermögen. Wenn man da jedes Jahr 90% wegnimmt, wird er als armer Mann sterben. Wenn man Einkommen, also Gehalt, von über 8 Mio mit 60% besteuert, wäre das ok. Viele exorbitante Löhne würden dann auf unter die 8 Mio sinken.
    • Aussie 13.04.2020 15:58
      Highlight Highlight ich finde man könnte schon viel früher so hoch besteuern. Wer verdient (verdient!) wirklich ein Jahresgehalt von über 1 Mio CHF?
    • Gubbe 13.04.2020 16:36
      Highlight Highlight Aussie
      Gerade wollte ich auf deine Frage schreiben, ich...
      Wenn du die Mio. auch mit 90% besteuern willst, würden tausende von Arbeitsplatzen vernichtet. Keiner würde sich einen Ferrari, Boot, Schmuck usw. mehr leisten können. Es braucht eben auch Reiche.
    • Ravel 13.04.2020 17:12
      Highlight Highlight Gubbe, du vermischt da Einiges. Erstens wird ja progressiv besteuert, d.h. wenn diese Superreichen unter ein bestimmtes Niveau an Reichtum fallen, müssten sie auch weniger Steuern bezahlen. Niemand verarmt, wenn er "nur" noch eine Milliarde hat.

      Zweitens: Was ist wohl sinnvoller? Wenn wenige Superreiche sich noch mehr Luxusautos kaufen können? Oder wenn der Mittelstand anfangen kann, sich mehr zu leisten? Die Antwort ist ziemlich einfach.
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 13.04.2020 15:25
    Highlight Highlight Wer ein unkritisches Interview mit Piketty sehen will, Sternstunde Philosphie hat geliefert
    Play Icon


    "Das hat in der Vergangenheit funktioniert und muss in die Gegenwart überführt werden."
    Solche Aussagen ist man sich ja eher vom anderen Ende des politischen Spektrums gewöhnt....

    «partizipativen Sozialismus»
    Diesen Ausdruck hat er auch schon im SRF benutzt und ich frage mich halt immernoch, ob das eine bewusste Provokation ist, oder ob er das ernst meint.
    Und ich dachte immer, in Venezuela entfalte ich gerade der Sozialismus des 21. Jahrhunders?
    • bbelser 13.04.2020 16:32
      Highlight Highlight Hast du auch nur 1 Zeile der beiden Bücher von Piketty gelesen?
      Oder irgendwas davon auch nur ansatzweise verstanden?
      Anscheinend nicht, wenn du sein Konzept eines partizipativen Sozialismus mit dem Hinweis auf Venezuela meinst abkanzeln zu müssen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 13.04.2020 15:17
    Highlight Highlight Aus liberaler Sicht, spricht auch nichts dagegen, Gates Vermögen bei seinem Tod mit 90% zu besteuern. Bei einer Vermögenssteuer von 90% dauert es halt einfach 4 Jahre und er ist auf 10 Millionen. Vermögenszuwachs mal aussen vorgelassen.
    Der Vorteil einer geringen Vermögenssteuer gegenüber einer hohen Erbschaftssteuer ist, dass die Menschen sie weniger umgehen und der Staat einen regelmässigeren Zufluss an Steuergeldern hat.
    • buffettino 13.04.2020 15:43
      Highlight Highlight Das meiste Vermögen steckt in Unternehmensanteilen, welche für gewöhnlich Erträge abwerfen. Diese sollten einfach ordentlich besteuert werden. Der Steuersatz könnte neben dem Einkommen z.B. auch mit dem Vermögen ansteigen, nicht besonders steil, aber unbegrenzt. Ich wäre allerdings dafür, dass man mal ganz neue, unkonventionelle Ideen anspräche, z.B. Einkommenssteuer bis so 200-300kchf vollständig abschaffen, dafür eben darüber oben genannte Methode anwenden, evtl. noch ordentliche Konsumsteuern (Mehrwertsteuer).
    • Pafeld 13.04.2020 18:51
      Highlight Highlight Ihr solltet euch mal entscheiden, ob Bill Gates Vermögen nun verfügbar ist oder nicht. Es geht nicht auf, ihm zu gute zu halten, dass er den grössten Teil seines Vermögens gemeinnützig spendet (was in den USA primär eine beliebte Methode zum Steuern sparen ist) und das sein Vermögen nicht versteuert werden kann, weil es in Form von Aktienanteilen vorliegt.
  • Dude 13.04.2020 14:39
    Highlight Highlight Wieso hacken alle immer so auf Bill Gates herum? Der will ja fast sein ganzes Vermögen bis ans Lebensende spenden... Die anderen Superreichen sollten sich da einige Scheiben abschneiden.
    • bebby 13.04.2020 14:50
      Highlight Highlight Sehe ich auch so, die Erben sind das Problem, nicht diejenigen, welche sich das Vermögen erarbeitet haben.
    • Platon 13.04.2020 14:56
      Highlight Highlight @Dude
      Es hackt ja gar niemand auf ihm rum. Wenn du den Artikel gelesen hättest wüsstest du, dass hirnlose Politiker wie Reagan das Problem sind.
      Es stört ja auch niemanden, dass Gates alles spenden will. Es wäre jedoch viel vernünftiger, wenn Beträge solchen Ausmasses dorthin fliessen, wo sie gebraucht werden und nicht dorthin, wo ein Superreicher Lust hat zu spenden.
    • Sandromedar 13.04.2020 15:27
      Highlight Highlight Das Problem ist ja nicht die Person Gates sondern allgemein Superreiche als Systemfehler!
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  • Ökonometriker 13.04.2020 14:39
    Highlight Highlight Unternehmer wie Gates haben ihr Vermögen ja nicht durch Löhne, sondern durch die Aufwertung ihrer Unternehmen erwirtschaftet.
    Würde man diese Aufwertung stark besteuern, würden die Unternehmensanteile an Fremde verkauft oder verstaatlicht werden müssen. Das Unternehmen würde unweigerlich von Unfähigeren geführt. Es gäbe weniger Jobs.

    Besser wäre es, wenn man den Erfolgreichen das Investieren überlässt und stattdessen den Konsum von Luxusgütern stärker besteuert (siehe China). Die Reichen sollen Arbeitsplätze schaffen - aber der verschwenderische Privatjet soll dann richtig viel kosten.
    • Platon 13.04.2020 15:02
      Highlight Highlight @Ökonometriker
      Du bist ebenfalls Opfer der Ideologie. Es ist absolut abstrus anzunehmen, dass ein Einzelner intelligenter ist als viele Leute zusammen und deshalb ihm so viel wirtschaftliche Macht zukommen soll. Piketty hat es anhand von Daten aufgezeigt, dass wir bei Zeiten mit weniger Ungleichheit viel innovativer waren und es dementsprechend viel mehr Wachstum gab. Der Dollar ist aus Volkswirtschaftlicher Sicht viel besser in die Bildung investiert, als dass man den Reichen solche Geschenke gemacht hat.
    • Adumdum 13.04.2020 15:53
      Highlight Highlight @Platon, Bill Gates hat Microsoft, zusammen mit Paul Allen, gegründet und dann gross gemacht - ob das mit Intelligenz zu tun hat, ist hier eigentlich egal. Es ist einfach eine Tatsache.

      Was sind denn die Möglichkeiten in deiner Theorie:
      - man darf keine Unternehmen gründen die dann super erfolgreich werden?
      - man darf Unternehmen zwar gründen, aber wenn sie zu erfolgreich werden dann muss man Anteile an den Staat abgeben?
      - erst wenn man stirbt darf man 90% nicht vererben, die Aktien müssen verkauft werden um Steuern zu zahlen und der Aktienkurs bricht ein? Das freut dann die Versicherung


    • Sir-Smack-A-Lot 13.04.2020 16:02
      Highlight Highlight Ach,dann wird der Learjet einfach über eine Briefkastenfirma in Panama erworben.
      Und in Guinea Bissau registriert.
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