Wirtschaft
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Uber Eats

Food-Delivery-Dienst Uber Eats: Gut für die Konsumenten, aber problematisch für die «Gig Worker». Bild: Unsplash/Robert Anasch

Funktioniert die Gig Economy?

Marko Kovic



Du musst von A nach B, aber zu Fuss gehen oder der öffentliche Verkehr sind keine Option? Kein Problem: Einfach kurz Uber auf dem Smartphone öffnen und eine Fahrt bestellen. Am Abend hast du Hunger, aber keine Lust, ins Restaurant zu gehen? Kein Problem: Einfach mit Uber Eats oder Smood oder einem anderen Food-Delivery-Dienst ein feines Abendessen aus dem Restaurant nach Hause liefern lassen. Am Wochenende geht es für einen Kurztrip nach Paris, aber du hast keine Lust auf ein Hotel? Kein Problem: Auf Airbnb findet sich in Windeseile eine Unterkunft.

Wir befinden uns in der Blütezeit der Gig Economy. Dank Smartphones und omnipräsenter Internetanbindung ist es heute möglich, auf Online-Plattformen willige Privatpersonen für praktisch jede Form von einmaliger und kurzweiliger On-Demand-Dienstleistung (das sind die «Gigs») zu finden. Die Gig Economy hat einerseits zahlreiche grosse und sogar gigantische Unternehmen hervorgebracht. Uber beispielsweise generierte alleine 2018 einen Umsatz von über 11 Milliarden US-Dollar (richtig gelesen: 11 Milliarden, also 11 Tausend Millionen).

Andererseits zelebrieren wir die Gig Economy zurecht als «disruptive» Kraft, die alten und verkrusteten Branchen neuen Wind einhaucht. So lehren Uber und Lyft (Ubers grösster Konkurrent im Westen) die oft monopolistische Taxibranche das Fürchten, und Airbnb sticht so manch ein Hotel in punkto Gastfreundschaft und Authentizität aus.

Die Gig Economy bedeutet auch, dass neue Formen der Arbeit entstehen, wie sie besonders für die Generation der Millennials attraktiv sind. Gigs in der Gig Economy bedeuten nämlich, dass es keine klassischen festen Arbeitszeiten und Verbindlichkeiten gibt. Das Motto ist stattdessen maximale Flexibilität und Freiheit – arbeiten ist möglich, wann, wo und wie es einem beliebt.

Marko Kovic

Bild: zVg

Dr. phil. Marko Kovic ist Präsident von ZIPAR – Zurich Institute of Public Affairs Research. Zudem ist er CEO der Beraterfirma ars cognitionis.

Soweit, so positiv. Mit der Gig Economy haben sich innovative Formen der Arbeit etabliert, die es ermöglichen, neue Dinge auf neue Art und Weise zu tun bzw. zu konsumieren. Bedeutet das aber auch automatisch, dass die Gig Economy eine Win-Win-Situation für alle Betroffenen bedeutet? Nein: Die Evidenz der letzten Jahre zeigt, dass die Gig Economy schwerwiegende Schattenseiten hat.

Wo die Gig Economy glänzt

Ein grosser Gewinner der Gig Economy sind wir Konsumentinnen und Konsumenten, denn die zahlreichen Gig-Plattformen und -Apps machen uns das Leben in vielerlei Hinsicht einfacher und bequemer. Zwar sind viele Gig-Angebote auf grössere Städte konzentriert (wer auf dem Land Uber nutzen möchte, wartet vergebens auf eine Fahrt), aber der allgemeine Mehrwert der Gig-Angebote ist kaum zu leugnen.

Wir können dank der Gig Economy mehr Dinge machen, und die Art und Weise, wie wir Dinge machen können, ist vielfältiger geworden – und zwar ohne dass bestehende Optionen gestrichen würden. Wir können heute über Airbnb eine Bleibe finden, aber wir können nach wie vor in einem Hotel übernachten. Wir können Uber nutzen, um von A nach B zu kommen, aber wir können nach wie vor auch den öffentlichen Verkehr oder ein Velo oder das eigene Auto nutzen.

Die Gig Economy ist zudem auch im B2B-Kontext («Business to Business») enorm wertvoll. Zum Beispiel wäre der aktuelle Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz kaum möglich, gäbe es nicht die vielen unermüdlichen Helfer auf Crowdworking-Plattformen wie Amazon Mechanical Turk, die tagein, tagaus Datensätze erstellen und bereinigen, mit denen KI gefüttert und schlauer gemacht wird.

Airbnb Symbolbild

Airbnb schreibt schwarze Zahlen. Bild: Pixabay

Der zweite grosse Gewinner der Gig Economy sind die Gig-Unternehmen selber. Einige grosse Gig-Unternehmen wie zum Beispiel die Fahrdienste Uber und Lyft sind zwar berühmt und berüchtigt dafür, dass sie seit Jahren Milliardenverluste schreiben (und trotzdem von Investoren mit Geld überschwemmt werden). Viele Gig-Unternehmen schafften aber den Sprung in die schwarzen Zahlen und sind wirtschaftlich nachhaltig unterwegs; darunter Giganten wie Airbnb, Upwork (eine Plattform für Freelance-Gigs im Bereich Kreativität und Computer-Coding) und Grubhub (ein Ess-Lieferdienst). Gig-Unternehmen können also funktionierende und nachhaltige Geschäftsmodelle haben.

Die Kehrseite: Das harte Los der Gig Worker

Wie ist es eigentlich, ein «Gig Worker» zu sein? Gig-Unternehmen buhlen, wenig überraschend, mit den Schokoladenseiten des Gig-Daseins um neue Arbeitskräfte. Uber beispielsweise wirbt in der Schweiz mit der Aussicht, der «eigene Chef» zu werden, der als «selbstständiger Partner-Fahrer» die «Freiheit und Flexibilität» hat, den eigenen «Tagesablauf selbst zu bestimmen». Das klingt sehr attraktiv, doch ein kritischer Blick hinter die PR-Kulissen zeigt, dass längst nicht alles Gold ist, was glänzt.

Ein erstes Problem für Gig Worker ist ihr arbeitsrechtlicher Status. Die meisten Gig-Unternehmen behandeln Gig Worker nicht als angestellte Arbeitnehmende, sondern als «Selbstständige». Gegen die berufliche Selbstständigkeit ist natürlich nichts einzuwenden. In vielen Fällen ist die angebliche «Selbstständigkeit» von Gig Workern aber nicht so klar, wie die Gig-Unternehmen es gerne hätten.

epa05126557 French and european taxi drivers clash with riot police as they attempt to disrupt rush hour traffic on the ring-road around Paris, during a demonstration against the app-based transportation network and taxi company Uber's service in Paris, France, 26 January 2016. The protest caused traffic disruption in Paris and its region. Despite a law making Uber service illegal, the US-based company continues to develop in French cities, provoking reactions of taxi drivers.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Disruptive Kraft der Gig Economy: Gewalttätige Proteste von Taxifahrern gegen Uber 2016 in Paris. Bild: EPA

Ein zentrales Kriterium für Selbstständigkeit ist beispielsweise die Freiheit, Preise für die feilgebotenen Dienstleistungen eigenständig zu bestimmen – eine selbstständige Unternehmerin bestimmt selber, wie viel ihre Arbeit kostet. Bei einigen Gig-Plattformen ist es denn auch möglich, die Preise selber zu setzen. Wer zum Beispiel auf Airbnb ein Zimmer vermietet, entscheidet selber, wie teuer es sein soll. Bei vielen anderen Plattformen aber – von Amazon Mechanical Turk über Grubhub bis hin zu Uber – diktiert das Gig-Unternehmen die Preise. Von «Selbstständigkeit» kann in solchen Fällen eigentlich keine Rede sein.

Das Problem der «Selbstständigkeit» hat auch mit der kuriosen vertraglichen Regelung bei Gig-Unternehmen zu tun. Formal gesehen verrichten Gig Worker keine Gigs für die Gig-Unternehmen, sondern für die Endkunden, also z. B. für den Passagier im Uber-Auto. Trotzdem diktieren die Gig-Unternehmen minutiös, wie das Arbeitsverhältnis zwischen Gig Worker und auftraggebendem Endkunden aussehen darf. Auch das stellt im Grunde einen Eingriff in die Gewerbefreiheit dar, wie er bei richtiger Selbstständigkeit nicht zulässig ist.

Normale Selbstständigkeit bedeutet zudem auch die Freiheit, Aufträge abzulehnen. Sogar diese elementare Freiheit fehlt bei einigen grossen Gig-Unternehmen wie TaskRabbit oder Amazon Flex (ein Gig-Lieferdienst von Amazon, bei dem Gig Worker Amazon-Pakete verteilen): Nehmen Gig Worker zu wenige ihnen zugewiesene Gigs an, werden sie sanktioniert oder sogar gänzlich verbannt.

Ein zweites zentrales Problem für Gig Worker ist der Umstand, dass ihr Einkommen umso mehr schrumpft, je besser eine Gig-Plattform funktioniert. Ein gutes Beispiel hierfür sind Fahrdienste wie Uber und Lyft. Wenn nur wenige Gig Worker für Uber und Lyft auf den Strassen unterwegs sind, ist die Auslastung der einzelnen Fahrerinnen und Fahrer hoch – aber wir Konsumentinnen und Konsumenten müssen dann entsprechend lange auf eine Fahrt warten. Das finden wir blöd.

Was wir stattdessen wollen, und was die reale Entwicklung ist: Möglichst viele Fahrerinnen und Fahrer sollen unterwegs sein, damit wir möglichst schnell eine Fahrt kriegen. Das macht uns das Leben ein bisschen bequemer, aber das bedeutet gleichzeitig, dass sich mehr Fahrerinnen und Fahrer den Kuchen teilen müssen. Dieser Mechanismus ist kein blosses Gedankenexperiment. So sind in den USA die Einkommen von Fahrerinnen und Fahrern bei Uber und Lyft in den letzten Jahren um rund die Hälfte eingebrochen. Das ist letztlich die brutale ökonomische Logik der Gig Economy: Je schlechter es den Gig Workern finanziell geht, desto nützlicher sind Gig-Plattformen für uns.

Drivers for ride-hailing giants Uber and Lyft hold a rally at a park near Los Angeles International Airport, Wednesday, May, 8, 2019, in Los Angeles. Some drivers for ride-hailing giants Uber and Lyft turned off their apps to protest what they say are declining wages as both companies rake in billions of dollars from investors. (AP Photo/Damian Dovarganes)

Fahrer für Uber und Lyft protestieren 2019 in Los Angeles gegen sinkende Löhne. Bild: AP

Was haben Gig Worker unter dem Strich von der Gig Economy? Wenig, wie die Soziologin Alexandrea Ravenelle in ihrem Buch «Hustle and Gig» beschreibt: Gig Worker befinden sich in einem nie endenden Zustand der Unsicherheit und Ungewissheit. Die angebliche Freiheit und Flexibilität wird für Gig Worker in Tat und Wahrheit zu einer Art Gefängnis – es gibt keine Freizeit und keine Erholung mehr, denn der nächste Gig könnte schon schon bald anfallen. Ihn sausen zu lassen, kann sich niemand leisten. Das alles immer in der Hoffnung, dass nichts Schlimmes passiert; kein Unfall, keine Autopanne, keine Krankheit. Alle Risiken tragen die Gig Worker nämlich selber. Passiert doch etwas, stehen sie komplett alleine da.

Das Dasein als Gig Worker ist eine auf die Spitze getriebene prekäre Arbeitsform. Das schlägt sich nicht nur im Einkommen nieder: Wer in prekären Verhältnissen arbeitet, ist weniger gesund, gründet eher keine Familie, und hat ein weniger engmaschiges Netz an Freunden und Arbeitskollegen.

Der nicht ganz lupenreine Nutzen für die Allgemeinheit

Wir könnten (mit einer gehörigen Portion Zynismus) über die Probleme der Gig Worker hinwegschauen, wenn der Nutzen der Gig Economy für die Gesellschaft allgemein sehr hoch wäre. Einen Nutzen für die Allgemeinheit haben Gig-Unternehmen durchaus. Einerseits schaffen Gig-Unternehmen auch richtige, normale Arbeitsplätze, und sie zahlen, wie andere Unternehmen auch, Steuern. Andererseits gehört das Gig-Economy-Gewusel fast schon zum Hintergrundrauschen moderner, weltoffener Städte. Wenn in einer Stadt alle namhaften Gig-Apps funktionieren, kann das die Stadt für Einheimische, für potenzielle Zuwanderer und für Unternehmen attraktiv machen.

Foodora-Fahrer auf eigenem Rad (2017)
Von Tiia Monto, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62513540

Foodora-Fahrer: Das Velo gehört ihm selbst. Bild: Wikimedia/Tiia Monto

Gerade auf lokaler Ebene kann die Gig Economy aber auch Schaden anrichten. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Airbnb. Weil das Vermieten von Zimmern und ganzen Wohnungen auf Airbnb lukrativ ist, mutieren immer mehr private Wohnungen zu De-facto-Hotels. Diese Dynamik ist umso stärker, als sich auf Airbnb längst nicht mehr nur Privatpersonen tummeln. Ein grosser Teil der Angebote auf Airbnb stammt nämlich nicht von Privatpersonen, die ein Zimmer oder ihre Wohnung vermieten.

Stattdessen stecken hinter Airbnb-Angeboten oft Unternehmen, die grossflächig Wohnungen mieten oder aufkaufen, um sie auf Airbnb profitabel weiterzuvermieten. Die Folge davon ist eine Art touristische Gentrifizierung: Städtischer Wohn- und Lebensraum geht verloren, weil er zu Pseudo-Hotels umgenutzt wird.

Opponents of Airbnb hold a rally outside City Hall, Tuesday, Jan. 20, 2015, in New York. With home-as-hotel sites like Airbnb doing booming business, New York City lawmakers are holding a hearing to scrutinizing how the trend affects the housing market and economy. (AP Photo/Bebeto Matthews)

«Egoistische Wirtschaft»: Protest gegen Airbnb 2015 in New York. Bild: AP

Ein anderer städtischer Kontext, in dem die Gig Economy negative Auswirkungen hat, ist Verkehr. Fahrdienste wie Uber könnten rein theoretisch zur Entlastung der Strassen beitragen, wenn Leute vermehrt das Auto zuhause lassen und stattdessen eine Gig-Fahrt buchen. In den letzten Jahren hat sich in den USA aber gezeigt, dass Gig-Fahrdienste nicht primär mit dem motorisierten Privatverkehr, sondern vor allem mit dem öffentlichen Verkehr konkurrenzieren. Gig-Fahrdienste werden tendenziell also als Ersatz für Bus, Tram und Zug genutzt – was in der Konsequenz dazu führt, dass nicht weniger, sondern mehr Autos auf den Strassen unterwegs sind.

ARCHIV -- ZUM BOERSENGANG VON UBER AM FREITAG, 10. MAI 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- 
In this Wednesday, March 19, 2014 photo, an Uber taxi driver drives his car through a street in New Delhi, India. Riding on its startup success and flush with fresh capital, taxi-hailing smartphone app Uber is making a big push into Asia. The company has in the last year started operating in 18 cities in Asia and the South Pacific including Seoul, Shanghai, Bangkok, Hong Kong and five Indian cities. (AP Photo/Saurabh Das)

Gig-Fahrdienste wie Uber konkurrenzieren in erster Linie den öffentlichen Verkehr. Bild: AP

Die Gig Economy bedeutet also einerseits prekäre Arbeitsverhältnisse für Scharen von Gig Workern, und andererseits kann die Gig Economy unerwünschte Externalitäten haben, die ihren Nutzen ein Stück weit in Frage stellen.

Wohin geht die Gig-Economy-Reise?

Eine zentrale Rechtfertigung für unsere kapitalistische Gesellschaftsordnung ist, dass damit Win-Win-Situationen für alle beteiligten Parteien möglich sind. Wenn ein Bäcker eine Bäckerei eröffnet, verdient der Bäcker Geld; wir geniessen des Bäckers Backwaren; die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bäckerei haben einen geregelten Arbeitsplatz; die Bäckerei macht das Quartier ein kleines Stück lebenswerter.

Die Gig Economy bricht mit diesem Versprechen. Die Erfahrungen der letzten rund 10 Jahre zeigen, dass die Gig Economy in erster Linie uns Konsumentinnen und Konsumenten sowie den Gig-Unternehmen selber zum Nutzen gereicht. Die Gig Worker hingegen bilden eine neue Schicht – oder Unterschicht – der Digitalisierungsverlierer.

Die rasante Digitalisierung der letzten Jahre (die grossen Sprünge bei Smartphones, Online-Konnektivität, Algorithmen und Apps) haben ihre Jobs erschaffen – aber die Gig Worker sind nicht diejenigen, die von der Existenz ihrer Jobs profitieren. Die Beispiele der Tourismus-Gentrifizierung und der Konkurrenzierung des öffentlichen Verkehrs durch Fahr-Apps demonstrieren zudem, dass «Disruption» nicht immer Fortschritt zeitigt, sondern auch einfach sein kann, was der Begriff wortwörtlich bedeutet: Eine lästige Störung, die Probleme schafft.

Uber (Symbolbild)

Lassen sich die Interessen der Gig-Unternehmen, Gig-Konsumenten und Gig Worker ausgleichen? Bild: Unsplash/Austin Distel

Wie ist der Gig Economy beizukommen? Eine zentrale Baustelle ist die Frage des zukünftigen Schicksals der Gig Worker. Gegenwärtig liegen drei Optionen auf dem Tisch, wie die Problematik angegangen werden könnte.

Eine denkbare Lösung ist, eine neue Form von Arbeitsverhältnis zu schaffen, zwischen selbstständig und angestellt. Eine solche hybride Kategorie wäre ein möglicher Kompromiss, der einerseits den Gig Workern mehr Rechte einräumt, aber gleichzeitig den Wünschen der Gig-Unternehmen entgegenkommt. Bis aber eine sinnvolle hybride Kategorie arbeitsrechtlich definiert wird, dürften Jahre vergehen.

Eine zweite mögliche Lösung ist, Gig Worker schlicht als Angestellte zu klassifizieren. Dieser Schritt, der aus Sicht der Gig-Unternehmen den GAU darstellt, könnte ausgerechnet in den USA, dem Mutterland der Gig Economy, gemacht werden. In Kalifornien könnte nämlich noch in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet werden, das es Gig-Unternehmen erschwert, Gig Worker als Selbstständige zu klassifizieren. Dadurch würden sie automatisch zu Angestellten.

Eine dritte, auf den ersten Blick radikale Lösung ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Mit einem Grundeinkommen hätten Gig Worker die Möglichkeit, die Risiken ihrer Arbeit abzufedern, zum Beispiel, indem sie Versicherungen abschliessen und in die Vorsorge investieren. Diese Variante hätte den zusätzlichen Vorteil, dass damit auch die zukünftigen Verwerfungen der Digitalisierung und Automatisierung abgefangen werden könnten, und nicht nur die gegenwärtigen Herausforderungen rund um die Gig Economy.

Unabhängig davon, wie genau die Entwicklung der Gig Economy voranschreiten wird, dürften wir in nicht allzu ferner Zukunft auf die heutige Zeit mit einer Mischung von Nostalgie und Verwunderung zurückblicken – die Jahre des digitalen Wilden Westens, in denen wir Gig-Unternehmen erlaubten, frei nach dem Silicon-Valley-Motto «move fast and break things» (sei schnell und mach dabei Dinge kaputt) zu tun, wie ihnen beliebt.

Alte Mieter werden wegen Touristen rausgeschmissen

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Video: srf

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78Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • PC Principal 29.07.2019 11:52
    Highlight Highlight Ich übernachte im Urlaub nur noch in Airbnb. Ich lache über die Leute, die aus "Moralischen Gründen" Airbnb boykottieren und stattdessen Hotels buchen, was nicht nur viel teurer ist, sondern aus sozialer und ökologischer Sicht schlechter als ein Airbnb. Hotels verschlimmern die Wohnungsnot, weil meist sehr viel Platz leer steht. Airbnb ist sparsamer, effizienter, ökologischer und sozial verträglicher. Sehr oft übernachte ich am Wochenende in einer Wohnung, in der unter der Woche normal jemand lebt. Oder ich miete nur ein Zimmer in einer bewohnten Wohnung.
  • atomschlaf 29.07.2019 10:55
    Highlight Highlight "In den letzten Jahren hat sich in den USA aber gezeigt, dass Gig-Fahrdienste nicht primär mit dem motorisierten Privatverkehr, sondern vor allem mit dem öffentlichen Verkehr konkurrenzieren. Gig-Fahrdienste werden tendenziell also als Ersatz für Bus, Tram und Zug genutzt" - zeigt einmal mehr, dass der heutige ÖV dem Invidualverkehr konzeptionell massiv unterlegen ist.

    Ist auch kein Wunder, stammt doch das ÖV-Konzept aus der Postkutschenzeit und wurde seither nicht in relevantem Ausmass verändert.
    • Mutzli 29.07.2019 11:48
      Highlight Highlight 1/2@atomschlaf
      "ÖV-Konzept aus der Postkutschenzeit und wurde seither nicht in relevantem Ausmass verändert."

      ...aber ein Bus oder Tram haben Sie schon mal gesehen, ja? Oder sind die bei Ihnen in der Region tatsächlich immer noch von Pferden gezogen und rein für eine Fernreise pro Tag für ca. 6 Personen vorgesehen?

      Btw. auch wenn Sie Arbeitsrechte unsexy und Demontage des Service Public cool finden: 1. ÖV in den USA=himmelweiter Unterschied zu ÖV in Europa 2. Können Uber & Co. nur dank unredlichen Praktiken (Missachtung von Regulationen und Arbeitsnehmerschutz) und massivsten Finanzspritzen-
    • Mutzli 29.07.2019 11:55
      Highlight Highlight 2/2
      von Investoren sich überhaupt von Quartal zu Quartal retten, Gewinn machen diese Unternehmen keine.
      Effizienter & Innovativer sind sie auch nicht, sondern schlicht besser im Marketing:" Uber has higher costs than traditional operators in every cate­gory other than fuel.[...]Most of Uber’s Margin Improvements Came from Reducing Driver Take-Home Pay" -> Sehr detaillierter Artikel zu Ubers Business Model & (In-)Effizienz: https://americanaffairsjournal.org/2019/05/ubers-path-of-destruction/

      Das Endziel ist nicht besserer Service, sondern ein Monopol zu erstellen & mit Cashout abzuspringen.
    • atomschlaf 29.07.2019 15:10
      Highlight Highlight @Mutzli: Auch wenn Kapazität und Geschwindigkeit nicht mehr mit einer Postkutsche zu vergleichen sind, das Grundkonzept und dessen grosser Nachteil sind geblieben:
      Das Gefährt verkehrt nach einem starren Fahrplan. Die Passagiere müssen sich nach dem Fahrplan richten statt dass sich das Verkehrsmittel nach den Bedürfnissen der Passagiere richtet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 29.07.2019 10:51
    Highlight Highlight Sie funktioniert gut, solange sich genug Dumme finden, die sich ausbeuten lassen und das teilweise auch noch cool finden.
  • Rezeptilop20 29.07.2019 09:10
    Highlight Highlight In der Schweiz wird ja aber niemand gezwungen für uber zu fahren, offene Stellen gibts aktuell auch genug, das sozial System ist gut, alle über Fahrer die ich treffe machen einen motivierten Eindruck.

    Bezgl. Uber kommen aus meiner Sicht aber auch andere Überlegungen zum Zuge. Davor hatte man in zürich eine regelrechte Taxi Mafia mit Monopolen, und unglaublicher dreistheit (man will Kurzstrecken nicht fahren, fährt extra lange Routen etc) und die App ist halt einfach Benutzer freundlich (ich weiß wie lange ich warten muss, weiß wer mich fährt, bin mir sicher das abholt adresse stimmt etc)
    • Gantii 29.07.2019 20:41
      Highlight Highlight das Problem an (den einten) Uberdiensten (das selbe gilt für die ganze gig industrie) ist die Scheinselbstständigkeit und hier sollte auch der Staat entsprechend eingreifen.
  • Thomas G. 29.07.2019 08:35
    Highlight Highlight Die Frage ist weshalb Behörden und Politiker der ganzen Sache schon Jahrelang tatenlos zusehen, ja sich sogar noch partnerschaftlich ins Zeug legen. Das ist der eigentliche Skandal!

    So z.B. in Winterthur wo sich die Polizei sehr großzügig mit diesen Scooteranbietern verbrüdert hat. Jeder Autofahrer hat innert 15 Minuten eine Busse wenn er das Auto falsch parkiert. Die Scooter stehen überall rum und im Weg, die Polizei macht nichts. Im Gegenteil sie schreibt Nutzungsrichtlinien zu gunsten der Scooter.

  • taisho-corer 29.07.2019 00:25
    Highlight Highlight Von mir aus kann die Gig-Wirtschaft weiter wachsen wie jetzt aber nur unter diesen Bedingungen:
    - Unternehmenssteuer erhöhen
    - Unternehmenssteuern werden dort bezahlt wo der Gewinn erwirtschaftet wird
    - Bedingungsloses Grundeinkommen einführen
  • tesfa 29.07.2019 00:10
    Highlight Highlight Mir brummt der Schädel ob all den gelesenen "Gigs".
  • Hockey_God 28.07.2019 23:13
    Highlight Highlight Flexibilität, Unabhängigkeit, neue Lebensmodelle etc. sind ja schön und gut. Und es bringt sicherlich nichts, neue Technologien einfach mit Regulationen zuzudecken. ABER die vermeintlichen Vorteile können schnell ins Gegenteil umkehren. Wie es im Artikel gut steht. Das Problem dieser Modelle ist, dass sie gut vermarktet werden und für Konsumenten ein paar Vorteile bieten. Unter dem Strich ist aber vieles von dem, was als Vorteil beworben wird (Flexibilität, Unabhängigkeit) für die Leistungserbringer in Wahrheit ein Problem. Und langfristig auch (finanziell und sozial) für die Gesellschaft?!
  • ZEWA Wisch und Weg 28.07.2019 23:06
    Highlight Highlight gut geschriebener artikel
  • Ueli der Knecht 28.07.2019 21:34
    Highlight Highlight "Eine dritte, auf den ersten Blick radikale Lösung ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. "

    Das würde nicht nur die negativen Effekte der Gig-Economy abfedern, sondern generell endlich die Sklaverei abschaffen. Die wurde nämlich bisher nicht abgeschafft, sondern nur neu verkleidet.
    • Thomas G. 29.07.2019 08:27
      Highlight Highlight Das ist leider nicht so. Im Gegenteil, die Sklaverei ist dann überhaupt erst wieder salonfähig. Denn das Grundeinkommen ist innert Kürze wegen der Inflation nichts mehr Wert und gleichzeitig sinken die Löhne ins nichts ("du bekommst ja schon etwas vom Staat"). Arbeitgeber werden anbieten dass man gegen Kost und Logis auf dem Firmengelände wohnen darf, vorausgesetzt man ist jederzeit verfügbar. Sklaverei pur.
    • Fritz N 29.07.2019 18:19
      Highlight Highlight @thomas ich bin ja kein Volkswirtschaftsexperte, aber deine Prognose scheint mir etwas gar simpel. Weshalb genau sollte ein Grundeinkommen eine Inflation auslösen?
    • Ueli der Knecht 29.07.2019 18:49
      Highlight Highlight Du hast das BGE offenbar nicht recht begriffen, Thomas G.

      "das Grundeinkommen ist innert Kürze wegen der Inflation nichts mehr Wert"

      Das Grundeinkommen wird von der Wirtschaft (nicht vom Staat) finanziert und steigt daher automatisch analog zur Inflation. Es deckt alle existentiellen Bedürfnisse (Nahrung, Wohnen, medizinische Grundversorgung etc.)

      "gleichzeitig sinken die Löhne ins nichts ("du bekommst ja schon etwas vom Staat"). "

      Im Gegenteil: Viele schlecht bezahlte Drecksjobs wird niemand mehr machen ohne anständigen (d.h. höheren) Lohn. Schoggiobs würden evtl. schlechter entlöhnt.
  • dmark 28.07.2019 20:56
    Highlight Highlight Nettes Geschäftsmodell - man kassiert für die Vermittlung (Plattform) eine satte Provision und überlässt sowohl die Arbeit, Steuern, Sozialversicherung usw., als auch die Verantwortung den anderen.
  • wolge 28.07.2019 20:19
    Highlight Highlight Das System muss ändern:

    Ich empfehle allen das herausragende Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux zu lesen. Unternehmen, Wirtschaft, Politik und Schulen müssen sich neu erfinden. Wir müssen aufhören uns in seelenlosen, technokratisierten Systemen sinnlosen Tätigkeiten zu widmen und uns rein auf Gewinn, Macht und Ego zu konzentrieren. Wir sollten einem Sinn nachstreben der es sich zum Ziel macht der Gesellschaft/Natur zu dienen. Wir sollten die Masken die wir tragen ablegen, wieder ganz Mensch sein dürfen und auf unser Innerstes, auf unsere Mitmenschen und die Natur hören lernen
    • Firefly 28.07.2019 21:40
      Highlight Highlight Ja genau, und dann kommt jemand mit einem "netten Geschäftsmodel", wie dies dmark oben treffend beschreibt, und alle machen mit.

      wieso?
    • wolge 28.07.2019 22:09
      Highlight Highlight @Firefly: Lies das Buch danach diskutieren wir wieder
    • erkolino 29.07.2019 07:03
      Highlight Highlight Definitiv ein lesenswertes Buch!
    Weitere Antworten anzeigen
  • RobinBurn 28.07.2019 19:56
    Highlight Highlight Slavery with extra steps
    • Gipfeligeist 28.07.2019 20:16
      Highlight Highlight *extra flavour of freedom
  • Paedu87 28.07.2019 19:43
    Highlight Highlight Wenn arbeiten in so einem Gig-Economie Job so schlimm ist, wieso machen es die Leute denn?

    Ich meine wenn ich nicht einmal mehr die Kosten für das Auto zahlen kann, dann ist es ja wirklich idiotisch noch zu fahren...

    Ich sehe keinen Unterschied zwischen Gig-Economie Branche und Jobs mit einem Arbeitnehmerüberangebot z.B. der Gastroarbeiten. Man muss das nicht speziell regeln sondern a) die Leute enablen dass sie sich selber helfen können und b) Missbrauche eindämmen egal bei welcher Branche oder Jobart...
    • In vino veritas 28.07.2019 22:44
      Highlight Highlight Warum? Weil sie dumn sind. Keine Sozialversicherungen und Renten einträge. Das mag gehen, solange sie nicht krank oder alt sind. Was kommt dann? Schliesslich kann man die Menschen nicht einfach sterben oder verhungern lassen. Genau, Papa Staat springt ein. Also du und ich. Und nicht die KK und Pensionskasse (welche schlussendlich Dank einem fairen Gehalt bezahlt werden können). Das ist in den USA bereits Realität! Ich möchte nicht, dass die Gewinne privatisiert und die Verluste sozialisiert werden!
    • atomschlaf 29.07.2019 10:59
      Highlight Highlight @Paedu87:
      a) viele Leute können nicht rechnen
      b) Wenn man als Nebenjob(!!) für Uber o.ä. fährt, kann dies trotzdem attraktiv sein, weil ein Auto hohe Fixkosten aber geringe variable Kosten verursacht. Oder anders gesagt: Wenn ich so oder so ein Auto habe, dann kann ich anders rechnen, als wenn ich das Auto nur kaufe um für Uber zu fahren.
    • Marko Kovic 29.07.2019 12:45
      Highlight Highlight @Paedu87: Das ist eine zentrale Frage! Unterschiedliche Faktoren spielen eine Rolle:

      1) In der Not frisst der Teufel Fliegen. Gig-Jobs sehen die meisten Leute nich als Traumberuf, sondern als Job, der irgendwie Geld reinbringt.

      2) "Bequemlichkeit" und modernes Drumherum. Als Gig-Worker irgendwo anzufangen, ist meistens recht einfach und bequem; der Prozess ist viel weniger aufwendig als die "normale" Jobsuche mit Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgesprächen etc.
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  • poltergeist 28.07.2019 19:27
    Highlight Highlight Jeder kann mit seinem Konsumverhalten dazu beitragen dass solche ausbeuterischen Geschäftsmodelle nicht Fuss fassen können. Der Gesetzgeber sollte den Rest erledigen.
    • Firefly 28.07.2019 21:45
      Highlight Highlight Hat das je einmal in der Geschichte der Monopole und Kartelle funktioniert?
    • DasGlow 29.07.2019 16:47
      Highlight Highlight Genau deswegen boykottiere ich die Taxis in Zur
    • poltergeist 30.07.2019 09:02
      Highlight Highlight Es geht nur darum bestehende Arbeitsgesetze einzuhalten.
  • Habra 28.07.2019 19:23
    Highlight Highlight Leider muss ich sagen, dass diese Internetdienste in meinen Augen parasitär agierende Marktteilnehmer sind.
    Man generiert eine App, bietet den dienstleistenden Personen ein dürftiges Einkommen, verlangt dafür auch noch eine Vermittlungsprovision von bis zu 30% und schimpft noch über gesetzliche Einschränkungen, die das Abzocken erschweren.
    Wenn so die Zukunft aussieht, können wir auf unserem Smartphone die Uhr um ca. 150 Jahre zurückstellen.
    Und die Arroganz diverser dieser Anbieter zwingt zivilisierte Staaten dazu, entsprechende Gesetze zu erlassen bzw. besser zu überwachen.
    • Alnothur 29.07.2019 02:12
      Highlight Highlight "und schimpft noch über gesetzliche Einschränkungen, die das Abzocken erschweren." - und das gemeine Fussvolk schimpft noch mit. Wie der Aufruhr, als Zürich Uber rausgeschmissen hat. "Mimimimi, ich weiss dass sie gegen alles verstossen und keine Beiträge zahlen, aber es war so toll billig! Böses Züri!"
  • FrancoL 28.07.2019 19:21
    Highlight Highlight Ein neuer Name für Ausbeutung und früher und heute hies dies Unterakkord. Die moderne smarte Art Menschen auszubeuten und der Gesellschaft die Folgen aufzuhalsen. Aber es scheint der Wille von etlichen zu sein sich ausbeuten zu lassen.
  • imposselbee 28.07.2019 19:18
    Highlight Highlight Die Gig-Economy scheint die Old-Economy zu zerstören/verdrängen, damit diese dann den Markt beherrscht, da spielen Gewinne primär keine Rolle. Ist doch ein bewährtes Szenario in der Wirtschaft, den Markt zu überschwemmen und dadurch die Konkurrenz auszuschalten, z.B. Solarzellen aus China oder subventionierter Mais in den USA.
    Die Arbeitsweise scheint wohl sehr verlockend zu sein, man muss nicht um Kunden buhlen, sondern man bekommt die Arbeit zugewiesen und arbeitet diese ab. Viele Arbeitnehmer in der ‚Old-Economy‘ sind doch zunehmend gelangweilt oder mit der Eigenverantwortung überfordert.
  • B-Arche 28.07.2019 19:09
    Highlight Highlight Schwitzjobs und Muskelkraft sind wieder vonnöten - wie in der dritten Welt.
    Die Gig Economy verlangt wieder Ausdauer, Training, Muskelkraft, Sportlichkeit um überhaupt irgendwie ein bisschen Geld zu verdienen.
    Schwitzende Niedrigstlöhner auf Fahrrädern damit sich die Gig Economy auch noch die Kosten für etwas motorisiertes spät.

    Die moderne Version des Rikschafahrers. Und anscheinend wollen alle dorthin zurück.
    Einer macht den Reibach aber ohne Verantwortung. Das wird schön nach unten delegiert. Flixbus führt keine Busfahrt durch, AirNnB ist für kein einziges Zimmer verantwortlich, usw usf.
  • Nurmalso 28.07.2019 19:03
    Highlight Highlight Daa ganze ist auch nicht für einen Vollzeitjob gedacht...


    Es ist eher so... Ich fahr nach Bern und nehme ein Pasagier mit und auf dem Rückweg noch ein Packet fürs Nachbardorf.
  • Glenn Quagmire 28.07.2019 19:01
    Highlight Highlight Ohne Nachfrage und Kunden Kein Angebot. War schon auf dem Wochenmarkt von Aventicum so.

    Ich verzichte zB konsequent auf AirBnB, wegen der Verdrängung der Bewohner aus den Innenstädten. Uber und Lyft benutzt ich höchst selten, nur wenn ich in Übersee kein reguläres Taxi finde. Aber somit bin ich nicht konsequent genug, und sorg auch dafür, dass sich diese Unternehmen weiter wachsen.
    • Firefly 28.07.2019 21:48
      Highlight Highlight Auf dem auf dem Wochenmarkt von Aventicum gab es keine Investoren.
    • PC Principal 29.07.2019 11:55
      Highlight Highlight Ich hoffe, dass Sie dann niemals in ein Hotel in der Innenstadt gehen, Hotels verdrängen nämlich noch mehr Bewohner als Airbnb.
  • Likos 28.07.2019 18:57
    Highlight Highlight Das schöne an den Services ist für mich als Konsument, dass ich eigentlich immer genau weiss auf was ich bekomme und weniger der Preis.
    Keine zwielichtiges Taxifahrer zu unbekannten Preisen, keine Hotelzimmer wo ich erst bei Anwesenheit weiss, was ich eigentlich bekomme. Bei Problemen hat man ein übergeordneten Ansprechpartner.
    • Mutzli 29.07.2019 12:02
      Highlight Highlight @Likos

      ...freut mich in dem Fall, dass Sie bisher so positive Erfahrungen hatten, aber das geht unter die Kategorie Glücksfall. Gerade AirBnB ist berühmt-berüchtigt dafür, möglichst jeder Verantwortung auszuweichen, wenn z.B. gefälschte Fotos hochgeladen wurden, Depo-Betrug, Doppelbuchungen etc. Man kann eben NICHT wissen, was man bekommt, die schicken ja auch nicht überall Inspektoren vorbei.

      Bzgl. "zwielichtige Taxifahrer"..."CNN investigation: 103 Uber drivers accused of sexual assault or abuse"

      https://money.cnn.com/2018/04/30/technology/uber-driver-sexual-assault/index.html
  • Der Kritiker 28.07.2019 18:52
    Highlight Highlight Aber zu dumm, um vom HB ins Novotel zu gelangen, weil man mit dem ZVV Ticketsystem nicht klarkommt...
    • B-Arche 29.07.2019 15:13
      Highlight Highlight Fairerweise muss man sagen dass die Billettautomaten des ÖV in der Schweiz nicht wirklich Ergonomie sind. Das verwirrte System mit Zonen, Anschlusszonen (die überlappende muss doppelt gebucht werden) und das klein klein in den Verbindungsmöglichkeiten (verschiedene Preise je nach angebotener Route - was den Reisenden Null interessiert, der will nur ans Ziel).

      Und mit dem falschen Ticket noch eine Busse weil man die andere Verbindung gewählt hat die in der SBB App als sie nächste Möglichkeit angezeigt wird.

      Touristen sind da sehr oft ratlos.
    • Der Kritiker 30.07.2019 08:31
      Highlight Highlight B-Arche, mein Kommentar enthält eine Spur versteckter Kritik. Ich versteh, dass Amis, die mit Uber unterwegs sind, Mühe mit unsern ZVV-Automaten bekunden könnten. Aber, hey, ZVV, geh einen Schritt weiter. Integrier doch alle Anbieter in Deinen Ticketautomaten und kassiert die Provision dazwischen. So gelangen auch Amis von A nach B ohne einen müden Schritt bei schönstem Wetter in Zürich tätigen zu müssen.
  • malu 64 28.07.2019 18:44
    Highlight Highlight Moderne Ausbeutung.
  • Ökonometriker 28.07.2019 18:42
    Highlight Highlight Gig economy ist ja gut und recht, aber wenn Uber & Co nicht korrekt Sozialbeiträge bezahlen, ist das einfach nur Lohndumping. Eine klassische Marktverzerrung.
    • FrancoL 28.07.2019 19:08
      Highlight Highlight Das ist aber in vielen Bereichen seit Jahren so. Die Gig-E ist schon lange unterwegs und heisst Unterakkord. Viele kleine Betriebe die immer zu tieferen Löhnen arbeiten, wenig Sozialleistungen bezahlen, schlecht versichert sind und de facto nur für 2-3 Hauptauftraggeber arbeiten, also kaum als selbständig betrachtet werden können.
      Gig ein neues Wort für einen alten Missstand.
    • Fehler beim Bearbeiten der Anfrage vong OLAF her 28.07.2019 21:59
      Highlight Highlight Das ist keine Marktverzerrung, sondern gelebte „Der Markt reguliert sich selbst“-Mentalität. Der feuchte Traum eines jeden Freisinnigen und Raubkapitalisten. Für Neolibelaristen ist das Eingreifen des Staates eine Marktverzerrung.
      Höchste Zeit, dass die Politik das zu Gunsten der Arbeitnehmer reguliert.
      SP go!
    • Ökonometriker 29.07.2019 07:33
      Highlight Highlight @Fehler: Wenn Unternehmen A vom Staat gezwungen wird, eine Abgabe zu entrichten, Unternehmen B diese jedoch nicht entrichten muss, ist das durchaus eine Marktverzerrung.
      Der Markt reguliert sich nur selbst, wenn alle Teilnehmer gleich lange Spiesse haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • c_meier 28.07.2019 18:29
    Highlight Highlight ein Gericht der Schweiz hat doch schon mal entschieden, dass Fahrer von Uber als Angestellte zu betrachten sind.
    geht nun wohl an die nächste Instanz
  • bokl 28.07.2019 18:28
    Highlight Highlight Wenn man wie Uber/Lyft (wir sind kein Taxiunternehmen) oder AirBnB (wir sind kein Hotel/Pension) alle Vorschriften (Kurtaxen, Taxiprüfung, etc.) ignoriert, ist es einfach "disruptiv" zu sein.

    Dazu noch alle Pflichten (Sozialleistungen, etc.) den Gig-Worker überlassen, aber 90% der Rechte bei sich behalten. Unglaublich innovativ und modern.

    Durch Digitalisierung können durchaus verkrustete Branchen umgekrempelt werden. Mit Vorteilen für die Unternehmen und die Mitarbeiter.
    Geht es hingegen in die Richtung sich ein Heer abhäniger,rechtloser,digtaler Arbeitssklaven zu schaffen, dann nein Danke.
  • Scaros_2 28.07.2019 18:25
    Highlight Highlight Moderne Sklaverei
    • andrew1 28.07.2019 19:33
      Highlight Highlight Naja das muss es ja nicht zwingend bedeuten. Die arbeitsbedingungen können genauso gut oder schlecht sein wie bei klassischen anstellungsverhältnissen. Also wenn ich die wahl hätte zwischen uber fahren und bei amazon den ganzen tag packete verpacken wäre ich doch wohl lieber bei uber. Zudem hat die anzahl fahrer und der schön bildlich beschriebener kuchen auch nichts mit gig an sich zu tun. Angebot und nachfrage funktionieren überall so. Wenn es im gleichen dorf noch 10 andere pizzaläden hat und man nicht der einzige ist wird es genau so aussehen. Eben nur mitt pizza- statt kuchenstücken.
    • Füdlifingerfritz 28.07.2019 22:38
      Highlight Highlight Schon ein wenig eine Verharmlosung der realen Sklaverei von damals.
  • Gipfeligeist 28.07.2019 18:12
    Highlight Highlight Die Gig Arbeiter werden ausgebeutet und immens unter Druck gestellt. Uber Driver verdienen nur etwas, wenn sie Kunden transportieren. Ein Mindestlohn pro Stunde würde da schon viel Helfen. Zumal Uber Driver nicht mal genug verdienen, um ihr Auto zu finanzieren...

    Es ist krass, wie einfach diese Leute ausgebeutet werden können. Aber von der Politik kommen kaum Lösungen...
    • Chrisiboy 28.07.2019 19:25
      Highlight Highlight @Gipfeligeist...absolut richtig, schöne neue Welt
  • Toerpe Zwerg 28.07.2019 18:06
    Highlight Highlight Gig Economy ist nichts Anderes als vollendeter Service Public ohne Sozial-Mief.
    • John H. 28.07.2019 18:26
      Highlight Highlight Gig Economy ist nichts Anderes als Libertarismus ohne Menschlichkeit.
    • Manuce 28.07.2019 18:33
      Highlight Highlight Nein, es ist Ausbeutung der Ärmsten und Schwächsten, genau wie vor 100 Jahren.
    • farbarch1 28.07.2019 19:01
      Highlight Highlight Gig Ökonomie ist die Rache der Programmierer, welche denken, sie hätten zu wenig gesellschaftliche Anerkennung,
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Wir leben in einer Leistungsgesellschaft – denkste!

Du kannst alles erreichen, solange du die nötige Leistung erbringst. Die Chancen sind für alle gleich; das Einzige, was über Erfolg oder Misserfolg bestimmt, ist das Ausmass an Fleiss und Ausdauer, das du zu investieren bereit bist.

So in etwa lässt sich das Grundversprechen unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft zusammenfassen. Und wir dürfen in der Tat froh sein, in einer Gesellschaft zu leben, die nach diesem meritokratischen Ideal strebt, denn die Alternativen sind fundamental …

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