Tesla-Aktionäre haben erneut einem umstrittenen Entschädigungspaket im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar für Firmenchef Elon Musk zugestimmt. Demnach wird der reichste Mensch der Welt für die Zeitspanne von 2018 bis 2028 mit einer Gesamtsumme von maximal 56 Milliarden Dollar entschädigt. Der ursprünglich bereits 2018 genehmigte Vergütungsplan war im Januar von einem US-Gericht gekippt worden.
Das neue Votum bedeutet nicht, dass Musk das Aktienpaket nun automatisch bekommt. Aber es verbessert seine Chancen darauf. «Ich möchte einfach damit beginnen, zu sagen: Verdammt, ich liebe euch, Leute», sagte Musk, nachdem auf der Versammlung das vorläufige Abstimmungsergebnis verkündet wurde.
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— DogeDesigner (@cb_doge) June 13, 2024
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Bei der ersten Abstimmung 2018 bekam das Aktienpaket eine Mehrheit von 73 Prozent. Doch dann klagte ein Aktionär dagegen – und am Ende torpedierte eine Richterin in Delaware den Plan. Sie kam zu dem Schluss, dass Musk enge Beziehungen zu Mitgliedern des Tesla-Verwaltungsrates pflegte, mit denen er die grosszügige Vergütung ausgehandelt hatte.
Die Richterin argumentierte, dass Musk bei den Verhandlungen über die grosszügige Vergütung im Tesla-Verwaltungsrat zu viel Einfluss im Hintergrund gehabt habe, als dass man von einem fairen Verfahren sprechen könne. Da die Aktionäre über die Verstrickungen im Dunkeln gelassen worden seien, hätten sie keine Möglichkeit gehabt, eine gut überlegte Entscheidung zu treffen, argumentierte die Richterin. Sie kritisierte auch, wie der Verwaltungsrat des Autobauers dem Druck des «Superstar-CEO» nachgegeben habe.
Musk wollte sich mit dem Urteil nicht abfinden. Also setzte er eine neue Aktionärsabstimmung an. Allein schon durch den Prozess waren die Anteilseigner nun ausgiebig darüber im Bilde – und bestätigten das Paket trotzdem. Dieses Argument kann Tesla demnächst vor Gericht vorbringen.
Die Aktionäre stimmten auch dafür, den eingetragenen Firmensitz von Tesla aus dem US-Bundesstaat Delaware nach Texas zu verlegen, wie das Unternehmen auf der Hauptversammlung mitteilte.
Musk wurde seinerzeit das Recht gewährt, häppchenweise gut 300 Millionen Tesla-Aktien zum Preis von 2018 zu bekommen, wenn die Firma über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren einige hochgesteckte Ziele erfüllt. Unter anderem sollte der Börsenwert von gut 50 Milliarden Dollar auf 650 Milliarden Dollar steigen. Ausgehend aus dieser Zielmarke wurde der Wert des Pakets einst auf rund 56 Milliarden Dollar beziffert. Doch Aktienpreise schwanken.
Nach dem rasanten Wachstum und dank der damaligen Elektroauto-Euphorie erreichte Tesla die Marke schnell und war zeitweise sogar mehr als eine Billion Dollar wert – und Musks Vergütungspaket damit rund 100 Milliarden Dollar. Inzwischen ist die Nachfrage merklich abgekühlt und Tesla bringt noch rund 580 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage.
Musk hatte in den vergangenen Monaten in Aussicht gestellt, er könne die Entwicklung von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz auch anderswo vorantreiben, wenn er nicht mehr Kontrolle über Tesla bekommt. Einige Aktionäre nahmen das als Drohung auf. Das löste nun eine neue Anlegerklage in Delaware aus – und zwar mit dem Vorwurf, Musk schwäche Tesla, weil er KI-Ressourcen zu seinen anderen Firmen abziehe.
Aktuell hält Musk etwa 13 Prozent der Stimmrechte, mit dem Paket von 2018 käme er auf rund ein Fünftel – und er liess bereits durchblicken, dass er für die Zukunft weitere Aktienoptionen erwarte.
Nach der Abstimmung liess sich Musk auf der Bühne der Generalversammlung im Tesla-Werk in Austin feiern - und stellte sich auch Fragen von Aktionären. Die meisten betonten dabei, dass sie grosse Fans des 52-jährigen Tech-Milliardärs seien.
Musk machte den Anteilseignern mit Versprechen noch grösserer Kurssprünge für die Aktie den Mund wässrig. So glaube er, dass Tesla in fünf Jahren zehn Mal mehr wert als heute sein werde.
Besser noch: «Ich denke, es ist für Tesla möglich, zehn Mal mehr wert zu sein als das wertvollste heutige Unternehmen.» Nach einer kurzen Pause folgte darauf ein Aufschrei der Begeisterung im Saal. Das wäre dann ein Börsenwert von rund 30 Billionen Dollar – Microsoft, Nvidia und Apple liefern sich gerade ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei 3,28 Billionen.
Einen Zeitraum für diese sagenhafte Wertsteigerung nannte Musk nicht. Als Schlüssel dafür sieht er aber neben den Autos - irgendwann würden mehr als 100 Millionen Teslas auf der Strasse sein - vor allem das Roboter-Geschäft.
In der Zukunft werde es auf der Erde mehr Roboter als Menschen geben, prognostizierte Musk. «Irgendwo in der Grössenordnung von 10 Milliarden, vielleicht 20 oder 30.» Tesla werde einen grossen Teil davon produzieren.
Bereits im kommenden Jahr könnten mehr als 1000 der hauseigenen humanoiden Roboter mit dem Namen Optimus in Tesla-Fabriken arbeiten, sagte Musk. Aktuell seien zwei Optimus-Roboter in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont dabei, Batteriezellen zu verpacken. Experten zweifeln daran, dass humanoide Roboter in Fabriken nützlicher als Industrie-Roboter sind. Ausserdem sei Tesla Jahre von der Serienfertigung entfernt.
Neben den Zukunftsvisionen vertraute Musk den Tesla-Aktionären auch an, dass «in den vergangenen rund sieben Monaten» zwei Personen aufgekreuzt seien, die ihn «und einige andere Leute» hätten töten wollen. Deswegen habe er aufgehört, Autogramme zu geben.
(t-online/dpa/afp/oli/)
Um sich den Unterschied zwischen einer Million und einer Milliarde besser vorzustellen zu können, kann das Beispiel mit Sekunden helfen. Eine Million Sekunden sind 11 Tage. Eine Milliarde Sekunden hingegen 31,7 Jahre.
Genug gelesen.
Ich gehe jetzt arbeiten und dieses Wochenende gönne ich mir wieder mal ein Stück Fleisch und frisches Gemüse.....
Mit den paar Aktien die ich habe stimme ich stets gegen die Vergütungspläne der grossen Firmen, leider stimmt die Mehrheit immer dafür. Dabei ist es Geld, das zum grossen Teil den Aktionären, den Mitarbeitern und nicht zuletzt den Kunden gehört. Und jeder CEO ist ersetzbar.