Wirtschaft
Schweiz

Nach Schuldspruch: UBS greift Gericht in Frankreich an

«Oberflächlich, inkonsistent»: Nach Schuldspruch geht die UBS zum Angriff über

21.02.2019, 16:4821.02.2019, 16:48
FILE - Swiss Bank UBS logo at the headquarters building, in Zurich, Switzerland, Friday, February 20, 2009. The SMI (Swiss Market Index) plummeted drastically to the lowest level since Juli 2003. UBS  ...
Bild: KEYSTONE

Nach dem Schuldspruch und der Milliardenbusse eines französischen Gerichts gegen die UBS greift die Grossbank die französischen Gerichtsbehörden frontal an. Sie deckt das Gericht mit happigen Vorwürfen ein.

Das Pariser Urteil sei von «keinerlei konkreten Belegen» untermauert, schreibt die UBS in einer Stellungnahme vom Donnerstag. Darüber hinaus bezeichnet die Schweizer Grossbank das Urteil als «oberflächlich, inkonsistent und widersprüchlich.»

Die UBS war am Mittwoch von dem erstinstanzlichen Gericht in Paris wegen Geldwäscherei und Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig gesprochen und zu einer Busse von 3.7 Milliarden Franken verurteilt worden. Die Bank hatte bereits am Mittwoch erklärt, mit dem Urteil nicht einverstanden zu sein und Berufung einzulegen.

«Copy und Paste»-Version

Am Donnerstag legt die Bank nun mit happigen Vorwürfen gegen die Arbeit des Gerichts nach: So habe ein Dokumentenvergleich ergeben, dass es sich beim Gerichtsentscheid «grösstenteils» um eine «Copy und Paste»-Version der Dokumente der Untersuchungsbehörden handle.

Völlig «präzedenzlos» sei zudem, dass die Argumente und Erklärungen der UBS vom Gericht nicht substanziell beantwortet worden seien, fügt die UBS an.

Das Gericht räume etwa im Urteil auch ein, dass niemand der befragten französischen UBS-Kunden erklärt habe, in Frankreich von einem Schweizer Kundenberater kontaktiert worden zu sein. Gleichzeitig impliziere das Gericht dann aber ohne jeden Beweis, dass alle diese Kunden unglaubwürdig seien.

Widersprüche in der Berechnung der Busse

Widersprüchlich sei ausserdem die Berechnung der Busse. Das Urteil gehe zwar zunächst korrekt davon aus, dass sich eine Busse auf die Erträge aus dem Steuerbetrug abstützen solle. Nur zwei Abschnitte weiter unten werde die Busse dann aber «inkorrekterweise» auf den gesamten regularisierten Geldern erhoben.

Gar keine Rechtfertigung werde schliesslich für die Berechnung des Schadenersatzes von 800 Millionen Euro an den französischen Staat geliefert, kritisiert die Bank. (aeg/sda/awp)

Auftakt zur grössten Krise seit der Grossen Depression

Video: srf/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Kanada provoziert Trump nun mit seiner eigenen Lieblingsmethode
Kanadas Hauptstadt Ottawa will seine Trump Avenue umbenennen. Das Vorhaben verkündete der Bürgermeister der Stadt – und setzte zugleich eine Spitze.
Mit der Trump Avenue in Ottawa ist es vorbei: Der Stadtrat der kanadischen Hauptstadt beschloss einstimmig, die nach dem US-Präsidenten benannte Strasse in einem Wohngebiet der kanadischen Hauptstadt umzubenennen. Er möge den Gedanken nicht, dass es «in unserer Stadt irgendetwas gibt, das den Namen von Donald Trump trägt, der seine Feindseligkeit gegenüber Kanada gezeigt hat», erklärte Ottawas Bürgermeister Mark Sutcliffe am Mittwoch (Ortszeit).
Zur Story