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EZB lässt Leitzins im Euroraum unverändert

EZB lässt Leitzins im Euroraum unverändert – nach zehn Zinserhöhungen in Folge

26.10.2023, 14:2126.10.2023, 14:37

Die Inflation in der Eurozone schwächt sich ab, die Sorge um die Konjunktur hingegen wächst. Die Euro-Währungshüter erhöhen die Zinsen vorerst nicht weiter.

04.02.2023, Hessen, Frankfurt/Main: Am fr
Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) am Frankfurter Mainufer.Bild: keystone

Die Euro-Währungshüter lassen nach zehn Zinserhöhungen in Folge die Zinsen vorerst unverändert. Der Leitzins bleibt bei 4,5 Prozent, wie die Europäische Zentralbank nach einer auswärtigen Sitzung des EZB-Rates in Athen mitteilte.

Viele Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Notenbank die Zinsen zunächst nicht weiter anheben wird. Die Inflation im Euroraum war zuletzt gesunken. Zugleich wachsen die Sorgen um die Konjunktur.

«Auf Grundlage seiner aktuellen Beurteilung ist der EZB-Rat der Auffassung, dass sich die EZB-Leitzinsen auf einem Niveau befinden, das – wenn es lange genug aufrechterhalten wird – einen erheblichen Beitrag zu diesem Ziel leisten wird», teilte die EZB mit.

Mittelfristige Inflationsrate von 2,0 Prozent angestrebt

Im vergangenen Jahr war die Inflation infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zeitweise zweistellig gewesen. Die EZB stemmt sich seit Juli 2022 mit einer beispiellosen Serie von Zinsanhebungen gegen diese Entwicklung.

Höhere Zinsen verteuern Kredite, was die Nachfrage bremsen und hohen Teuerungsraten entgegenwirken kann. Teurere Kredite sind zugleich eine Last für die Wirtschaft, weil sich kreditfinanzierte Investitionen verteuern.

Die EZB strebt mittelfristig stabile Preise bei einer Inflationsrate von 2,0 Prozent an. Im September schwächte sich die Teuerung im gemeinsamen Währungsraum deutlich ab. Die Jahresinflationsrate fiel von 5,2 Prozent im August auf 4,3 Prozent.

Konjunkturaussichten eingetrübt

Zugleich haben sich die Konjunkturaussichten für den Euroraum eingetrübt. Die EZB rechnete zuletzt mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,7 Prozent in diesem Jahr. Im Juli war noch ein Plus von 0,9 Prozent vorhergesagt worden.

Europas grösste Volkswirtschaft Deutschland wird nach Einschätzung der Bundesregierung und vieler Ökonomen in diesem Jahr sogar leicht schrumpfen.

Der Leitzins, zu dem sich Banken frisches Geld bei der Notenbank besorgen können, liegt nach der jüngsten Entscheidung des EZB-Rates weiter bei 4,5 Prozent. Der Einlagenzins, den Banken für geparkte Gelder erhalten, verharrt bei 4,0 Prozent. Dies ist das höchste Niveau seit Bestehen der Währungsunion 1999. (awp/sda/dpa)

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