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ARCHIV --- ZUM WACHSENDEN DRUCK AUF DEN SCHWEIZER DETAILHANDEL STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Kunden legen ihren Einkauf auf das Kassenband, am 13. Maerz 2009 in der Filiale von Aldi Suisse in Ilanz im Kanton Graubuenden. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Kunden in einer Aldi-Filiale in Ilanz GR (Archivbild). Bild: KEYSTONE

Aldi will Lebensmittel-Ampel einführen und setzt Coop und Migros unter Druck

Der deutsche Detailhändler will Lebensmittel mit dem Nutri-Score kennzeichnen. Damit sollen die Konsumenten sehen, ob ein Produkt gesund ist oder nicht.

maja briner / ch media



Erst preschte Danone vor, dann zog Nestlé nach. Die beiden Nahrungsmittelkonzerne wollen ihre Produkte mit der sogenannten Nutri-Score kennzeichnen. Das Ampel-System soll auf einen Blick zeigen, ob ein Lebensmittel gesund ist.

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Nun spricht sich ein erster Schweizer Detailhändler für den Nutri-Score aus: Aldi Suisse «verfolge das Ziel einer Einführung», bestätigt Sprecher Philippe Vetterli Recherchen dieser Zeitung. «Wir möchten unseren Kunden einfache und leicht verständliche Informationen zu unseren Lebensmitteln bieten», sagt er. Deshalb unterstütze Aldi Suisse eine Nährwertkennzeichnung wie Nutri-Score.

Konsumentenschutz unzufrieden mit Coop und Migros

Als einziger Detailhändler hat Aldi am letzten runden Tisch des Bundes zur Nutri-Score teilgenommen. Definitiv beschlossen ist die Einführung noch nicht. Derzeit klärt Aldi die Details zur Umsetzbarkeit ab, sagt Vetterli. Offen sei etwa der Umfang des Sortiments, bei dem die Ampel eingeführt würde.

Erfreut über Aldis Bekenntnis zur Ampel ist die Stiftung für Konsumentenschutz. «Wir wären froh, wenn ein Detailhändler den Nutri-Score einführen würde», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder. Es sei ein Bedürfnis vieler Kunden, sich einfach und schnell über die Produkte zu informieren. Dass Migros und Coop kein Interesse am Nutri-Score hätten, sei enttäuschend.

Die beiden grossen Detailhändler Coop und Migros sträuben sich ebenso wie Manor und Denner gegen die Ampel. Die IG Detailhandel, in der die vier Unternehmen vertreten sind, kritisiert das System: Der Nutri-Score vereinfache zu stark.

Sara Stalder, Geschaeftsleiterin der Stiftung fuer Konsumentenschutz (SKS), spricht waehrend einer Medienkonferenz zum Referendum

Konsumentenschützerin Sara Stalder. Bild: KEYSTONE

Die Kritik kommt bei Konsumentenschützerin Sara Stalder nicht gut an. «Das ist eine faule Ausrede», sagt sie. «Selbstverständlich ist es eine Vereinfachung, das ist ja das Ziel.» Die genaue Deklaration sei aber weiterhin auf jedem Produkt abgedruckt. Stalder wirft Coop und Migros vor, dass sie einfach keine Transparenz schaffen wollten.

Die grossen Detailhändler wehren sich

Die IG Detailhandel weist diesen Vorwurf zurück. Ihre Mitglieder setzten sich seit vielen Jahren für transparente Nährwertinformation ein, sagt eine Sprecherin. Ampelsysteme wie der Nutri-Score erfüllten diesen Zweck aber nicht. Das Label teile Lebensmittel in «gut» und «böse» ein. Für den Konsumenten sei dabei nicht transparent, wie die Bewertung zustande komme. «Sie erfahren nicht, ob ein Produkt etwa aufgrund eines hohen Zuckergehaltes oder eines hohen Fettwertes schlecht abschneidet», sagt die Sprecherin.

Der Bund sieht das anders. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit unterstützt die Einführung der Nutri-Score. Die Behörde führte drei runde Tische durch. Am letzten nahmen jedoch nur noch vier Industrievertreter teil: Nestlé, Danone, Aldi und das KMU Bossy Céréales. Dennoch ist das Bundesamt zufrieden. «Selbstverständlich braucht es jedoch weitere Firmen, damit der Nutri-Score für die Konsumenten eine optimale Unterstützung beim Einkaufen wird», wie eine Sprecherin schreibt.

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