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Ab 2025 kannst du verpasste Beiträge in die Säule 3a nachholen und dir Steuervorteile sichern! Erfahre, wie die Nachzahlungen funktionieren, welche Vorteile sie bieten und worauf du achten solltest.
Lange hat es gedauert, die vieldiskutierte Möglichkeit, verpasste Beiträge in die Säule 3a rückwirkend nachzahlen zu können, umzusetzen. Jetzt ist es ab Januar 2025 so weit. Der Bundesrat hat am 6. November beschlossen, dass ab 2025 rückwirkende Einkäufe in die Säule 3a möglich sind. Neu kannst du Beiträge, die du in den letzten zehn Jahren nicht in die Säule 3a eingezahlt hast, unter Einhaltung gewisser Bedingungen nachträglich leisten. Was dies für dich bedeuten kann und welche Vorteile ein solcher Einkauf in die Säule 3a gegenüber einem Einkauf in die Pensionskasse haben kann, erfährst du hier.
Was ist neu?
Wenn du ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen hast, kannst du aktuell jedes Jahr bis zu einem Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen. Der Maximalbetrag für 2024 beträgt 7'056 Franken, sofern du einer Pensionskasse angeschlossen bist (Angestellte), und maximal 20 Prozent deines Netto-Jahreseinkommens bzw. maximal 35'280 Franken für Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse. Die eingezahlten Beträge kannst du entsprechend von der Einkommenssteuer abziehen. Versteuert wird deine Säule 3a dann beim Bezug zu einem reduzierten Steuersatz.
Bis jetzt waren Nachzahlungen nicht möglich. Hast du in einem Jahr die Einzahlung verpasst oder den Maximalbetrag nicht ausgeschöpft, dann konnte dies nicht nachgeholt werden. Dies ändert sich jetzt. Mit der neuen Regelung kannst du unter Einhaltung bestimmter Vorgaben bis zu zehn Jahre rückwirkend in deine Säule 3a nachzahlen.
Bedingungen für die Säule 3a Nachzahlung
Die Nachzahlungen in die Säule 3a sind an verschiedene Bedingungen geknüpft:
- AHV-pflichtiges Einkommen: Es können nur nachträgliche 3a-Einkäufe gemacht werden, für die Jahre mit einem AHV-pflichtigen Einkommen im Inland.
- Ordentlicher Jahresbeitrag: Du musst den regulären Beitrag des laufenden Jahres vollständig eingezahlt haben, bevor du Nachzahlungen leisten kannst.
- Maximale Nachzahlung: Bis zu zehn Jahre rückwirkend und nur bis zur Höhe des kleinen Beitragsrahmens, also dem Betrag, der für Angestellte mit Pensionskasse gilt (z. B. 2025 bis 7'258 Franken). Wer also z. B. 2025 nicht den vollen Beitrag einzahlt, kann dies im Jahr 2026 entsprechend nachzahlen.
- Steuervorteile: Sowohl der reguläre Beitrag als auch die Nachzahlung können von deinem steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
- Die erste Nachzahlung ist ab 2026 möglich: Die erste Möglichkeit für einen nachträglichen Einkauf besteht 2026 für das Jahr 2025.
Diese Neuerungen werden interessant für Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, den Maximalbetrag einzuzahlen. Allerdings setzt sie ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen voraus und schliesst somit Personen mit vollständigen Erwerbsunterbrüchen aus.
Vorteile und Nachteile der Säule 3a Nachzahlung
Die neue Regelung hat einige Vor- und Nachteile:
Vorteile
- Steuern sparen: Deine Einzahlungen werden vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Nutzt du die Nachzahlung, kannst du diesen Effekt potenziell verstärken.
- Flexibilität bei der Anlage: Du kannst selbst bestimmen, wie dein Geld angelegt wird. Besonders Wertschriftenlösungen wie ETFs bieten langfristig höhere Renditen als klassische Sparkonten.
- Schliessung von Vorsorgelücken: Mit der Nachzahlung kannst du diese Lücken füllen und deine Altersvorsorge nachhaltig stärken.
- Gegenwärtig günstige Versteuerung bei Auszahlung: Säule-3a-Gelder werden aktuell bei der Auszahlung zu einem reduzierten Satz besteuert. Dies könnte sich jedoch in der Zukunft ändern, falls die Steuersätze angepasst werden.
- Sicherheitsnetz: Im Todesfall geht das angesparte Kapital an die begünstigten Personen, die du selbst bestimmen kannst. Das bietet dir mehr Kontrolle und Sicherheit für deine Liebsten.
Nachteile
- Begrenzte Nachzahlungsbeträge: Die Nachzahlung ist auf den kleinen Beitrag (für Angestellte mit Pensionskasse) begrenzt. Selbstständige ohne Pensionskasse profitieren hier weniger von der Regelung.
- Gelder sind gebunden: Das Geld bleibt in der Regel bis zur Pensionierung gebunden. Du kannst die Säule 3a frühestens fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung oder unter bestimmten Bedingungen, wie dem Kauf von Wohneigentum oder der endgültigen Auswanderung, beziehen.
- Mögliche höhere Besteuerung bei Auszahlung: Die günstigen Steuersätze für Kapitalbezüge aus der Säule 3a sind nicht garantiert, und es wird darüber diskutiert, diese zu erhöhen. Der Bundesrat plant, die Diskussion über mögliche Steueränderungen für die Säule 3a im Jahr 2025 zu beginnen.
- Inflationsrisiko bei Sparlösungen: Klassische 3a-Konten bieten oft niedrige Zinsen. Nach Abzug der Inflation kann der Wert deines Vermögens real sinken, wenn du nicht auf Wertschriftenlösungen setzt.
Wo lohnt sich die Nachzahlung: Säule 3a oder Pensionskasse?
Du fragst dich vielleicht, was sich mehr lohnt: in die Säule 3a nachzuzahlen oder in die Pensionskasse? Beide ermöglichen Steuervorteile. Hier die wichtigsten Unterschiede:
Säule 3a
- Steuerabzug: Volle Abzugsfähigkeit bis zum Maximalbetrag
- Anlagemöglichkeiten: Frei wählbar, auch Wertschriftenlösungen
- Flexibilität: Bezug ab 5 Jahre vor Pensionierung mögllich, zudem Möglichkeiten für Woheigentumsförderung, Selbsständigkeit, Wegzug etc. Wahl der Begünstigten im Todesfall
- Renditepotenzial: Höher durch Wertschriften, Anlagestrategie individuell bestimmbar
- Nachzahlungen: neue Regelung ab 2025, erste Nachzahlungen ab 2026 für 2025 möglich
Pensionskasse
- Steuerabzug: Abzugsfähigkeit des Einkaufsbetrags
- Anlagemöglichkeiten: Eingeschränkt durch die PK-Vorgaben und Anlagereglement der Pensionskasse
- Flexibilität: Striktere Regeln für Bezug, zudem Prüfung hinsichtlich Auszahlung Kapital an Hinterbliebene notwendig
- Renditepotenzial: Abhängig von Anlagestrategie der Pensionskasse, ausser bei 1e Sparplänen eher weniger Mitbestimmung möglich
- Nachzahlungen: bereits heute möglich, individuelle Beträge gemäss Berechnungen deiner Pensionskasse
Tipps, um das Meiste aus deiner Säule 3a heraus zu holen
1. Rechtzeitig einzahlen
Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember eingehen, um steuerlich abzugsfähig zu sein.
2. Vermögensbildende Anlagelösung wählen
Lege deine Säule 3a gemäss deinem Risikoprofil in kostengünstige Wertschriften, z.B. ETFs und Index-Fonds an.
3. Kosten prüfen
Informiere dich über die Kosten deiner 3a-Lösung. Hohe Gebühren für z.B. aktiv verwaltete Fonds können langfristig deine Rendite schmälern. Online-Anbieter sind hier i.R. günstiger als klassische Banklösungen. Eine Liste der Vorsorgeanbieter findest du bei Moneyland.
4. Langfristig planen
Überlege, wie du deine Altersvorsorge über mehrere Jahre über alle drei Säulen optimieren kannst. Mit neuen Regelungen für die AHV, jetzt auch für die Säule 3a, gibt es ganz verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten. Ein professioneller Finanzplan und Beratung kann ab ca. 40 Jahren und dann vor dem Bezug sinnvoll sein, um die Vorsorge gut zu planen und Fehler beim Bezug zu vermeiden.
Wie siehst du die neue Regelung für die Säule 3a? Sinnvoll, oder doch eher ein Trostpflaster, das nur wenigen hilft? Bin gespannt auf die Diskussion💰
Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Danach gründete sie den unabhängigen Finanzbilder SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen anbietet. Seit fünf Jahren schreibt Miler den Blog «MoneyTalks», jüngst erschien ihr erstes Buch «Rich, Richer...Me!», ein humoristischer Finanzratgeber, im Beobachter Verlag.

Bild: Evelyn Harlacher
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