Wirtschaft
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Migros verbannt Einweg-Plastikgeschirr – Coop zieht nicht nach



Die Migros will bis Ende Jahr sämtliches Plastik-Einweggeschirr durch ökologischere Produkte ersetzen. Prosecco-Gläser für den einmaligen Gebrauch dürfte man beim «Orangen Riesen» deshalb bald vergeblich suchen.

Wenn Produkte aus Plastik zerfallen, bleiben kleinste Teile im Ökosystem und können so in die Böden, Flüsse und schliesslich in die Weltmeere gelangen. Deshalb will die Migros bis Ende Jahr schrittweise sämtliches Einweg-Plastikgeschirr in ihrem Sortiment durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzen, wie sie am Montag in einem Communiqué bekanntgab.

Plastikgeschirr

Einweg-Plastikgeschirr soll es bei der Migros bald nicht mehr geben. Bild: shutterstock.com

Die Alternativprodukte, die das Plastikgeschirr in den Migros-Regalen ablösen sollen, seien in der Natur abbaubar. Einige könnten direkt im Hauskompost mit der Grünabfuhr entsorgt werden. Andere hätten eine sehr lange Kompostierzeit und müssten deshalb vorerst im normalen Kehricht beseitigt werden. Wie die Produkte korrekt entsorgt würden, sei auf der Verpackung gekennzeichnet, schreibt die Migros.

560 Tonnen Plastikabfall will die Migros damit künftig jährlich vermeiden. Produkte, für die derzeit keine entsprechenden Öko-Alternativen auf dem Markt sind, streicht sie ersatzlos aus dem Sortiment. Prosecco-Einweggläser würden deshalb voraussichtlich ab Ende Jahr in den Migros-Regalen nicht mehr zu finden sein.

Coop will nicht auf Einweg-Plastikgeschirr verzichten

Auch bei Coop ist laut Mediensprecherin Marilena Baiatu Plastikreduktion ein wichtiges Thema. So würden Kunden in der Zwischenzeit in allen 900 Coop-Verkaufsstellen Palmblatt-Geschirr und Papier-Röhrli als Alternative zu Plastik-Einweggeschirr finden. Ausserdem prüfe man regelmässig Alternativen und reduziere den Anteil an Einweg-Plastikgeschirr stetig.

Pläne, komplett auf Einweg-Plastikgeschirr zu verzichten, gibt es bei Coop allerdings keine. «Wir bieten unseren Kunden die Wahlfreiheit», sagte Baiatu.

Plastikverbot in der EU

Das EU-Parlament hat bereits letztes Jahr ein Verkaufsverbot von Einweg-Plastikgeschirr und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff mit grosser Mehrheit durchgewunken. Produkte, für die es eine erschwingliche, umweltfreundliche Alternative gibt, sind ab 2021 im EU-Raum verboten.

Zudem kündigte die EU-Kommission erst kürzlich an, die Regeln für Einwegkunststoffe noch mehr ausweiten zu wollen. So werde beispielsweise auch ein Verbot von Verpackungen aus Plastik oder eine Vorschrift zur Verwendung von Recycling-Plastik geprüft.

Kanada hatte letztes Jahr ebenfalls angekündigt, Einwegplastik bis 2021 zu verbieten.

In der Schweiz wird derzeit erst ein Verbot sogenannter oxo-abbaubarer Kunststoffe diskutiert. Der Bundesrat hat dem Parlament beantragt, eine entsprechende Motion anzunehmen. Oxo-abbaubarer Plastik wird vielfach mit biologisch abbaubarem Plastik verwechselt. Es handelt sich aber um Kunststoff, der mit chemischen Zusätzen versetzt ist. Er zersetzt sich damit zwar schneller, verschmutzt aber gleichwohl als Kleinstteile Böden und Gewässer und kann so in die Nahrungskette gelangen. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jorge de los alpes 10.02.2020 21:42
    Highlight Highlight Plastikverpackungen sollten weltweit verboten werden, die meisten Menschen können damit nicht umgehen. Bin zur Zeit in Asien unterwegs. Plastikabfälle überall, wohin das Auge reicht. Auf dem Festland wie im Meer.
  • Hessmex 10.02.2020 20:30
    Highlight Highlight Ich sehe den Sinn und Zweck von Wegwerfgeschirr sowieso nicht. Bier oder Wein aus Plastikgläsern!
    Einschlägige Möbelhauser haben oft Teller für SFR 1.- im Angebot und Spülen braucht auch nicht viel länger als alles so zu stapeln das es nicht einen ganzen Abfallsack braucht.
  • Caissa15 10.02.2020 19:18
    Highlight Highlight Migros, schaft für die Umwelt und Bürger Fakten , auch mit der Abschaffung der Bon - Pflicht- sprich ca. 60 t Papier weniger , meinen virtuellen Handschlag für diese Aktionen, und Deutschland hat just die Bonpflcht eingeführt und will für die Bürger CO2 Steuern einführen, welch eine Ohrfeige für jeden Umweltschützer.
    • Pisti 11.02.2020 00:29
      Highlight Highlight Hat die Bon-Pflicht nicht Coop abgeschafft? Bei den Self-Checkout Kassen von Migros kommt immer ein Zettel, bei Coop kannst du wählen.
  • grumpygirl 10.02.2020 19:01
    Highlight Highlight Und immer schön 3 Maisdosen mit plastik zusammenschweissen, weil ich nicht einfach 3 einzelne dosen nehmen kann...
    Auch die gurken, peperoni, blumenkohl & co brauchen uuunbedingt eine plastikhülle

    Diese sachen finde ich noch viel unsinniger als einweg-geschirr
  • PC Principal 10.02.2020 18:45
    Highlight Highlight Ich benutze inzwischen fast nur noch Einweggeschirr, das ist super praktisch, ich muss gar nicht mehr abwaschen :D
    • Bits_and_More 10.02.2020 22:59
      Highlight Highlight Nimm die schmutzigen Mehrwegteller einfach unter die Dusche mit...
  • sonwat 10.02.2020 18:39
    Highlight Highlight Weiss jemand eigentlich, warum es kein Takeaway-Geschirr aus PET gibt? Wäre ziemlich praktisch, da wir ja bereits die ganze PET-Recycling Infrastruktur haben.
  • Hamudi Dudi 10.02.2020 18:32
    Highlight Highlight Da ich sehr umweltbewusst lebe, saufe ich den Prosecco seit jeher direkt aus der Flasche und benötige kein Einweggeschirr. 💪
    • Rainbow Pony 11.02.2020 01:20
      Highlight Highlight Geht mir gleich: die Keule in der Hand, beisse ich einfach Stücke aus dem Fleisch. Mit der Anderen wühle ich in der Beilage rum. Nur Warmduscher essen mit Besteck, pff 😅!
  • dorfne 10.02.2020 18:07
    Highlight Highlight Die Wirtschaft ist einsichtiger was den Umwelt- und Klimaschutz betrifft als z.B. die SVP, die sich ja gerne auch als Wirtschaftspartei präsentiert.
    • Froggr 11.02.2020 01:21
      Highlight Highlight Der Beweis dass das System hervorragend funktioniert. Es passt sich sensationell den Bedürfnissen der Kunden an.
  • Hierundjetzt 10.02.2020 18:01
    Highlight Highlight Find ich wunderbar.

    Und als nächster Schritt versucht die Migros mit Ihren Industrien dann auf Ihrer Seite zu sparen. Also dort wo 90% Plastik verbraucht wird und 99% CO2 herkommt.

    Merci Migros 🧡
  • Zyniker haben es leichter 10.02.2020 16:29
    Highlight Highlight Einweggeschirr ist das Eine aber morgen verbietet ihr mir das führen von Messer und Gabel in der Öffentlichkeit, weil gefährliche Gegenstände und nein, ein Göffel kommt mir nicht ins Haus.
  • Borki 10.02.2020 16:26
    Highlight Highlight Ich halte das ja für wenig wirksame Symbolpolitik.

    Aber hey, lieber etwas wenig wirksames als gar nichts!

    Einfach die wirklich wichtigen Ziele darob nicht aus den Augen verlieren!!!
  • DerZürcher 10.02.2020 16:20
    Highlight Highlight ist ja schön und gut, aber wenn Migros immer noch jeden Tag Tonnenweise Quittungspapier bestellt nur damit es Sekunden später wieder im Abfall landet, naja...
  • Weisser Mann 10.02.2020 15:48
    Highlight Highlight löblich von der Migros. Schlecht vom Coop.
  • Füürtüfäli 10.02.2020 15:40
    Highlight Highlight Warum kein Pfand auf PET und Dosen?
    • Bits_and_More 10.02.2020 16:19
      Highlight Highlight Die Receycling Quote ist in der Schweiz auch ohne Pfand sehr hoch.
      Da ist der Mehraufwand für das Pfandgeschäft einfach zu hoch im Vergleich zum Ertrag. Ich schätze es extrem, wenn ich meine PET Flasche oder Dose einfach am Bahnhof oder wo auch immer in die entsprechende Entsorgung geben kann und nicht zuerst in ein Geschäft muss.
    • MacB 10.02.2020 16:24
      Highlight Highlight Weil das recycelt wird. Zumindest recycelt werden sollte.
    • ridega 10.02.2020 16:41
      Highlight Highlight Was genau willst du damit bezwecken?

      Recycling Schweiz:
      PET 80%+
      Dosen 90%+

    Weitere Antworten anzeigen
  • Hans Jürg 10.02.2020 15:40
    Highlight Highlight Würde dieses Plastikgeschirr nicht einfach weggeschmissen wo man gerade ist, sondern ordentlich in einen Abfallkübel, ja vielleicht sogar wieder nach Hause mitgenommen und dort ordentlich im Hausmüll entsorgt, wäre der ökologische Schaden in etwas gleich gross, wie die sog. Alternativen dazu.
    Aber da so viele Leute einfach zu faul und zu dumm sind, ihren Dreck ordentlich wegzuräumen, müssen alle anderen darunter leiden und dürfen ab jetzt auch keine Plastikgläser und -Teller mehr verwenden. Toll.
    • Wat Sohn 10.02.2020 17:11
      Highlight Highlight Oh nein, ich werde ja so sehr darunter leiden, kein Plastikeinweggeschirr mehr kaufen zu können!!!!

      Das Problem ist aber nicht nur, dass die Dinger einfach so in der Landschaft entsorgt werden. Es wird generell zu viel Plastik (aus nicht erneuerbaren Ressourcen) verarbeitet, weshalb ein Verzicht allemal Sinn macht.
    • bebby 10.02.2020 21:08
      Highlight Highlight Noch idiotischer sind die vielen Glasflaschen, die nach durchzechter Nacht in der ganzen Stadt rumliegen. Ein heftiges Depot für solche Sachen wäre wohl die einzige Lösung.
    • Hans Jürg 11.02.2020 08:43
      Highlight Highlight Weisst Du Wat Sohn, es ist draussen einfach einfacher, Weingläser aus Plastik zu verwenden, statt Glas-Gläser mitzunehmen. Denn die gehen sonst schnell mal kaputt. Und die, die nicht kaputt gehen, muss man zu Hause dann eh abwaschen. Ob die Oekobilanz dann sooo viel besser ist, als wenn man Plastik-Weingläser verwendet, die man ordnungsgemäss im Müll entsorgt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • THEOne 10.02.2020 15:36
    Highlight Highlight und mit der fertigsalatverpackung könnens gleich weitermachen... nervt jedesmal wie sau
    Benutzer Bild
  • Füürtüfäli 10.02.2020 15:27
    Highlight Highlight Sowie ein Verbot des doppelt und dreifachverpackens bitte.
  • Kiro Striked 10.02.2020 15:25
    Highlight Highlight Die Migros soll endlich aufhören einweg Salatschalen zu verkaufen die aus fast 100g Plastik bestehen.

    Sollen endlich aufhören zu heucheln alle...

    "Ja wir verbannen der Umwelt zuliebe Plasikgeschirr"

    und der Rest des unnötigen Plastiks?

    "LALALALALA KANN DICH NICHT HÖREN, DIE POSITIVEN MEDIENRÜCKMELDUNGEN SIND ZU LAUT LALALALALALALALA".

    Jeder macht einfach so "Milimeter" schrittli, aber keiner macht halt WIRKLICH etwas drastisches der Umwelt zuliebe. Alle Heucheln nur am Kleinseich umme.
    • markus greenaway 10.02.2020 15:40
      Highlight Highlight ....... coop symphatisant ???
    • ralck 10.02.2020 15:44
      Highlight Highlight Weil DU dein Lebensstil bestimmt RADIKAL und RUCKZUCK umgestellt hast…?
    • Kiro Striked 10.02.2020 16:14
      Highlight Highlight @markus
      Nein, mag weder Coop, noch Migros, was das angeht. Bei beiden viel zu viel Plastikmüll

      @Ralck
      Ich versuche schon seit immer, möglichst wenig verpackungsmüll zu kaufen. Frischer Salat ist nicht eingepackt z.B.

      Mit Lebensstil umstellen hat das nicht viel zutun. Obwohl... muss man halt wieder lernen sälber z choche und nicht alles für viel zu viel teures Geld fertig einzukaufen.

      Bequemlichkeit sollte kein Grund "gegen" den Umweltschutz sein. Sonst haben wir letztes Jahr nix gelernt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Medizinerli 10.02.2020 15:21
    Highlight Highlight Finde ich super! Ein Schritt in die richtige Richtung!
  • bebby 10.02.2020 15:00
    Highlight Highlight Gibt es irgendwo Papierröhrchen, die sich nicht bereits nach einer Minute im Wasser auflösen? Ich hoffe die Migros findet sie...
    • dä dingsbums 10.02.2020 15:22
      Highlight Highlight Meinst Du Trinkhalme?

      Ehrlich gemeinte Frage. Wozu braucht man die überhaupt?

      Die stecken in der Regel in einem Glas oder Becher, aus dem man auch direkt trinken kann.
    • Statler 10.02.2020 15:27
      Highlight Highlight Die Dinger hiessen früher Strohhalme... Warum nur?
    • bebby 10.02.2020 15:28
      Highlight Highlight Wenn man Kinder hat braucht es sie schon. Einfach abschaffen ist keine Lösung.
    Weitere Antworten anzeigen

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