Wirtschaft
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Die Migros steckt in der Uber-Falle

In Genf testet der Händler einen neuen Food-Lieferdienst – das schmeckt den Gewerkschaften nicht.

Benjamin Weinmann, Genf / ch media



Den Lebensmitteleinkauf online erledigen, das ist bei der Migros schon länger möglich. Seit 2006 gehört die Plattform Leshop zum Portfolio der Detailhändlerin. Darauf können die Kunden ihr Mineralwasser, ihr Brot und ihre Weinflaschen bestellen und nach Hause liefern lassen.

Doch nun geht die Migros Genossenschaft Genf einen neuen Weg. Sie ist vor kurzem eine Kooperation mit dem Genfer Food-Lieferdienst Smood eingegangen – einem Konkurrenten zum US-Anbieter Uber, der mit seinem Angebot «Uber Eats» ebenfalls Mahlzeiten ausliefert. Smood arbeitete bisher mit Restaurants zusammen und ist seit zwei Jahren auch in Zürich unterwegs. Der Essenskurier zählt rund 400 Angestellte.

Die Essenslieferdienste Takeaway.com und Just Eat fusionieren - und dürften damit gegenüber neu eintretenden Playern auf dem Markt wie Uber Eats in einer noch besseren Position sein. Im Bild: Uber-Eats-Velokurier in Genf (Archivbild).

Migros arbeitet mit Uber-Eats-Konkurrent Smood zusammen. Bild: KEYSTONE

Doch weshalb setzt die Migros auf Smood, wenn sie doch schon Leshop.ch hat? Und in Bern testet die Migros ein ähnliches Konzept namens Miacar.

Philippe Echenard, Chef der Migros Genf, sagt zu CH Media: «Mit Smood ist der Einkauf noch schneller möglich als bei Leshop und Miacar. Innerhalb von maximal einer Stunde haben die Kunden ihre Ware zuhause.»

Diese Flexibilität werde von den Kunden zunehmend gewünscht. Die Lieferpauschale beträgt mindestens 4.85 Franken, das Sortiment umfasst 5000 Artikel. Bei Leshop erfolgt die Lieferung frühestens am Tag nach der Bestellung und kostet mindestens 2.90 Franken.

Brisante Zusammenarbeit

Die Smood-Kooperation ist durchaus brisant. Denn erst letzte Woche gab die Migros bekannt, ihr Projekt «Amigos» einzustampfen. Damit ermöglichte es die Migros, dass Privatpersonen für Fremde den Einkauf erledigen und dabei etwas dazuverdienen. Shopping nach dem Uber-Modell quasi. Wie die Amerikaner sah sich auch die Migros nicht als Arbeitgeberin – was ihr Kritik einbrachte (siehe Box unten).

Und in Genf will der Kanton den Marktführer Uber gar verbieten. Der Vorwurf lautet auch hier: Scheinselbstständigkeit. Der Rekurs ist hängig. Migros-Genf-Chef Echenard verteidigt im Gespräch die Partnerschaft mit Smood. Sie sei anders. Es handle sich im Gegensatz zu Uber um eine einheimische Firma, die ihre Mitarbeitenden korrekt anstelle.

Allerdings machte der «Kassensturz» vergangene Woche publik, dass die Kuriere 19 Franken pro Stunde brutto verdienen sowie für private Auslagen wie das Handy oder das Fahrzeug mehrheitlich selber aufkommen müssen – ohne garantierte Arbeitszeit.

Schicht-Arbeitspläne würden meist kurzfristig verschickt. 14 Smood-Fahrer haben bei der Gewerkschaft Syndicom Hilfe gesucht. Die Firma versprach, den kritisierten Punkten nachzugehen und sie allenfalls zu korrigieren.

Unia-Sprecher Philipp Zimmermann sagt, dass die Smood-Lieferanten zwar arbeitsrechtskonform angestellt seien. «Es ist keine so krasse Missachtung der Regeln wie im Fall von Uber.» Die von der TV-Sendung aufgedeckten Mängel seien aber besorgniserregend und sinnbildlich für die prekären Zustände in der Kurierbranche.

Störend sei vor allem, dass sich die Migros als grösste private Arbeitgeberin der Schweiz auf solche Arbeitsmodelle einlasse und damit umstrittene Arbeitsformen fördere. «Die Migros sollte die Kuriere gemäss dem Migros-Gesamtarbeitsvertrag anstellen, anstatt auf Subunternehmen auszuweichen, die Dumpinglöhne zahlen», so Zimmermann.

Migros-Chef Echenard geht auf die Forderung ein. «Wenn das Projekt Erfolg hat und in weiteren Genossenschaften der Migros zur Anwendung kommt, ist ein Gesamtarbeitsvertrag das Ziel.» Vorerst handle es sich aber noch um ein Pilotprojekt. Die Hauslieferung sei nun mal ein neuer und schnell wachsender Wirtschaftszweig, in dem es noch keinen Gesamtarbeitsvertrag gebe. Einen solchen würde er aber für die Branche begrüssen.

Massenentlassung bei Amigos?

Vor eineinhalb Jahren startete die Migros in Zürich die App «Amigos». Darauf war es möglich, dass ein Kunde für einen anderen Kunden den Einkauf tätigt und die volle Tasche nach Hause bringt. Dafür erhielt er eine Pauschale von 7.90 Franken, quasi als Taschengeld

Einige Wochen zuvor hatte die «SonntagsZeitung» darüber berichtet, dass die Ausgleichskasse des Kantons Zürich die «Amigos» nicht bloss als Nachbarschaftshelfer, sondern als Lieferanten einstuft. Das heisst: Es sind Angestellte und keine Selbstständigen. Die Unia spricht denn auch von einer Massenentlassung und fordert nachträgliche Lohn- und Sozialzahlungen.

CH Media weiss: Der Fall beschäftigt die Migros-Juristen. Nun äussert sich die Händlerin zur Kritik der Gewerkschaft. Man habe nie zur sogenannten «Uberisierung» der Arbeitsbedingungen beitragen wollen, heisst es auf Anfrage. Im Zentrum sei der Nachbarschaftsgedanke gestanden. Denn die Migros wolle für faire und fortschrittliche Anstellungsbedingungen stehen. Wäre «Amigos» weiterentwickelt worden, hätte man die arbeitsvertragliche Situation der Bringer geklärt und die Rolle schärfer definiert.

Die Migros sieht die Bringer der Amigos-App nach wie vor nicht als Angestellte. Nachträgliche Lohnzahlungen und das Aussprechen von Kündigungen, so wie es die Unia im Sinne einer Massenentlassung fordert, halte man deshalb nicht für nötig. (bwe)

Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler

Kein Vorgesetzter, flexibler Zeitplan, schnelle Auszahlungen

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71Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mutbürgerin 09.12.2019 13:11
    Highlight Highlight Immer mehr Menschen strömen hierher und benötigen Arbeit, bringen aber wenig Ausbildung mit. Diese Situation gibt es in jedem Einwanderungsland, zu dem auch die Schweiz geworden ist. Es gibt nun mal Jobs, die existieren nur, wenn man keine 4000CHF Mindestlohn pro Monat bezahlt. Dafür ist die Eintrittsschwelle extrem tief und es wird keinerlei Ausbildung benötigt. Wenn die Gewerkschaften versuchen, hier den Mindestlohn zu fordern, dann verschwinden diese Jobs einfach wieder und niemandem ist geholfen. Den Mechanismus nennt man Grenznutzen.
  • Locutus70 09.12.2019 10:01
    Highlight Highlight Und das Hamsterrad dreht sich wieder ein bisserl schneller ... die Masse an Kunden freut es, das da wieder ein paar Mitarbeitende sich kaputt rennen und fahren zum niedrigen Lohn.
  • Super8 09.12.2019 09:21
    Highlight Highlight Das Problem ist ja, dass sich die Geschäftsidee mit "selbständigen Fahrern, Kuriere, etc." in überbevölkerten Entwicklungsländern mit geringen Lebenskosten lohnt, bei uns aber nicht. In Südostasien z.B. ist der Fahrer billiger als das Mietauto. Hier sind die Lebenskosten aber so hoch, dass sich so eine Arbeit nur mit massiv höheren Abgeltungen für die Fahrer lohnen würde. Schlussendlich wird mit diesen Dumpinglöhnen einfach der Wohlstand hier verringert und dem Ausland angepasst. Dagegen habe ich nichts, aber der Wohlstand hier scheint ja ein Sakrileg zu sein. Wehe, der wird geschmälert.
    • Blaugrana 09.12.2019 10:14
      Highlight Highlight Die Lieferanten haben auch in Südostasien für die entsprechenden Lebenskosten kümmerliche Löhne. Wer so einen Job als Hauptverdienst machen muss hat ziemlich schlechte Karten, sei es in der Schweiz oder anderswo.
      Allerdings Ist es die Entscheidung der Kuriere, entsprechende Arbeit anzunehmen und damit auf andere Einkommensmöglichkeiten (welcher Art auch immer) zu verzichten. Heisst nicht dass Hungerlöhne ok sind, heisst aber dass anscheinend genügend Leute für diese Firmen arbeiten möchten.
    • Super8 09.12.2019 12:12
      Highlight Highlight @Blaugrana: Natürlich ist der Verdienst auch in den Entwicklungsländern nicht gross, aber zum Leben reicht er allemal. Im Gegensatz zu hier.

      Dass überhaupt Menschen zu so schlechten Löhnen arbeiten liegt an der Überbevölkerung, die gnadenlos vom Raubkapitalismus ausgenutzt wird. Niemand möchte doch für solche Firmen arbeiten.

      Zum Schluss noch einen Gruss an die Wohlstandsverlustangst-Blitzer. Ihr wisst schon, dass ihr euer schönes Leben auf Kosten anderer lebt, oder?
    • Locutus70 09.12.2019 13:19
      Highlight Highlight @Super8 - irgend einer kassiert das Geld schon. Ich nenne solche Läden langsam Amazon-Modelle. Oben hockt ein Bezzos, der Millionen von Kunden und tausende von Angestellten und Freiberuflern auf die eine oder andere Weise zu seinen Goldeseln macht.
      Ihr fragt euch wie solche Vermögen zusammen kommen? Genau durch solche "Modelle"
  • Kommentarsektionsreiniger 09.12.2019 09:20
    Highlight Highlight Geht doch einfach einkaufen, die Gesellschaft ist so faul wie nie zuvor. Wall-E hatt es prophezeit.
  • RicoH 09.12.2019 09:00
    Highlight Highlight Ich verstehe die ganze Lieferdienst Geschichte nicht. Es gibt heute genug Möglichkeiten, einzukaufen.

    Wenn man das aus Bequemlichkeit nicht machen will, dann sollte man auch dazu bereit sein, einen angemessenen Aufpreis zu zahlen.

    Eine Lieferpauschale von mindestens 4.85 Franken. Damit will man die Kuriere anständig bezahlen?

    Mal ehrlich, haben sich die Nutzer dieses Angebotes schon mal die Frage gestellt, ob sie selbst bereit wären, für weniger als 5 Franken Lebensmittel an ein x-beliebige Adresse auszuliefern?
    • PC Principal 09.12.2019 09:07
      Highlight Highlight Die Leute sollten also nicht so faul sein und selbst zum Geschäft fahren damit die Liferanten ganz arbeitslos werden?
    • JimKnopf666 09.12.2019 09:20
      Highlight Highlight Working poor ist schlimmer als Arbeitslosigkeit, glaub' mir...
    • lilas 09.12.2019 09:29
      Highlight Highlight Nicht jeder kann einfach aufstehen und raus gehen, bestellen ist nicht nur Bequemlichkeit. Das ist mal das Eine.
      Ich gebe Ihnen recht, die Dienstleistungen sollen entsprechend bezahlt werden, wie z.b bei le shop. Die Überlegung aber, dass ein Kurrier 5.- bekommt weil die Lieferpauschale so berechnet wirs, find ich schräg, die Pauschale ist doch nicht der Lohn des Kuriers?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Beat_ 09.12.2019 08:35
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, warum dass immer alles noch schneller geliefert werden soll. Wenn die Lieferzeiten irgendewo zwischen 24 und 48 Stunden (an Werktagen) angeboten werden, sollte dass doch reichen.
    Das hätte unter anderem auch den Vorteil, dass die Lieferungen gebündelt in ein Quartier geplant und ausgeführt werden können. Wäre ökonomisch wie ökologisch sinnvoller, oder?
    Anders gefragt: was bringt es, wenn drei (oder mehr) Lieferdienste in einer halben Stunde hintereinander Ware ins selbe Quartier liefern? Und wer bezahlts?
  • Heinzbond 09.12.2019 07:54
    Highlight Highlight Eigentlich ist nicht migros schuld an der misäre sondern der Markt und die Kundschaft. Wer uber und Co nutzt und sich nicht klar ist was er/sie/es anrichtet, hat entweder eine sehr kleine infoblase oder kein Gewissen...
    • bbelser 09.12.2019 10:52
      Highlight Highlight Auch die Uber-Nutzer sind Menschen mit einem Gewissen. Die meisten dürften sich sogar für Wohltäter halten, da sie ja "einem armen Schlucker einen Verdienst" ermöglichen. So ein bisschen das Pendant zur Wohltätigkeitsstiftung der Megareichen in klein. Diese Haltung ist eher dumm und gleichgültig als gewissenlos.
      Es liegt wohl auch daran, dass wir uns zunehmend zu einer infantilisierten Gesellschaft entwickeln: jedes quengelnd geäusserte Bedürfnis ist per se richtig und sofort zu befriedigen. Und zwar möglichst billig. Bei Babies mag das ja ganz süss sein, für Erwachsene: naja...
  • Robin Le Chapeau 09.12.2019 07:50
    Highlight Highlight Menschen ausbeuten heisst: sich ihre Situation zu Nutze machen. Sie bekommen gerade einen Krumen mehr, als sie sonst nicht hätten. Dasselbe Argument hat z. B. H&M mit den Textilfabrikarbeitern in Bangladesh: Dank der Arbeit geht es ihnen besser als wenn sie keine Arbeit hätten... mit 15 Std. Tagen und 3 oder 4 Dollar "Lohn" dafür. Das ist ein Hohn und leider unterstützt jeder dieses System, der diese Kleider kauft. Dasselbe jetzt bei Uber und Co. - die machen sich einfach die Situation der Menschen zu Nutze und beuten sie aus... und jeder über diese Plattformen bestellt unterstützt das.
  • ströfzgi 09.12.2019 07:44
    Highlight Highlight Ist es nicht freiwillig, bei Uber zu arbeiten? Ist es besser gar nichts zu verdienen als wenig?
    • Heinzbond 09.12.2019 09:57
      Highlight Highlight Wenig verdienen und arbeiten wie ein Esel... Manchem bleibt nicht viel anderes übrig.
    • fidget 09.12.2019 10:53
      Highlight Highlight Arbeit soll anständig entlöhnt werden. Es darf nicht sein, dass Unternehmen auf Kosten ihrer Mitarbeiter Gewinne machen. Uber funktioniert auch nur, weil es Menschen gibt, die sich dadurch ein Zubrot verdienen wollen, oder es zumindest hoffen.
    • bbelser 09.12.2019 11:00
      Highlight Highlight Ja, klar, wieso machen die Deppen nicht alle Banker, Anwalt oder besser noch: Hedgefonds-Manager!
      Lieber Ströfzgi, du schreibst jetzt 100mal: "Ich soll nicht mutwillig an meinen Sozialstandards herumspielen!"
  • WID 09.12.2019 07:39
    Highlight Highlight Diese prekären Arbeitsverhältnisse sind eine Seuche.
  • Kiro Striked 09.12.2019 07:36
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Phillsen 09.12.2019 07:25
    Highlight Highlight Hmm ich find die Liefergeschichte garnicht wirklich interessant.
    Die Modelle die es in Japan und Korea gibt find ich wesentlich cooler. Du gehst morgens in der U/S-Bahn an ner Wand mit aufgedruckten Produkten und QR Codes vorbei, scannst die 5 Sachen die du brauchst (oder machst es halt direkt in der App) und gibst ne Abholzeit an der Station an. Kannst maximal soviel bestellen wie etwa in einen Schuhkarton passt, damit hast du jeden Tag frisch nur soviel wie du wirklich brauchst und du transportierst selbst auf dem Weg den du sowieso hast.
    Gibts das bei uns auch irgendwo?
    • bbelser 09.12.2019 11:07
      Highlight Highlight Mmmmmh, was könnten wir denn noch erfinden, um die Begegnung mit realen Menschen auf Dauer gänzlich zu eliminieren?
      Wir brauchen in unserer atomisierten und entsolidarisierten Gesellschaft dringend Orte der Begegnung und des Austauschs. Und ja: Einkaufen, Kommissionen machen, Pöschtele ist solch ein eher zwangloser "Markt der Begegnungen" zwischen fast allen Bereichen unserer Lebenswelt. Nicht alles, was furchtbar praktisch ist, ist auch furchtbar sinnvoll...
    • Phillsen 10.12.2019 10:29
      Highlight Highlight @bbelser
      Das stimmt grundsätzlich natürlich. Andererseits, darf ich nicht selbst entscheiden mit wem ich mich austauschen will?
      Haltet mich für hochnäsig, aber ich bezweifle ein wenig, dass die Kassiererin in der Migros wahnsinnig viel Spannendes zu berichten hat, geschweige denn dass sie sich brennend dafür interessiert was ich so mache den ganzen Tag.
  • Blümerant 09.12.2019 07:09
    Highlight Highlight Haha, 19.-/Stunde ist in der Schweiz ein ganz ok Lohn meine Lieben...
    Gastronomie, Reinigung, Migroskasse (wenn noch jung), da kräht kein Hahn.
    Das Arbeitspläne nicht anständig im Voraus gemacht werden ist auch keine Seltenheit...
    Das Ganze ist nicht die Sternstunde der Migros, aber auch nicht wahnsinnig verwerflich.
    • Thinkdeeper 09.12.2019 10:00
      Highlight Highlight Es tut mir leid. Fremde Billigarbeiter die Prämienverbilligungen, Beihilfen verschiedlicher Art, in WG, Kost und Logis bereits abgezogen, oder Hotel Mama wohnen, sowie reduzierte Steuersätze haben sollten sich nicht zu Bruttolöhne äussern.
      Lohn bei 40h/W sollte normale Lebenshaltung und Vorsorge decken. In der CH sind monatlich min. 4'500 notwendig, ca. 27 Franken pro h. Wenn Arbeitszeit und Pensum unregelmässig ist, wäre zudem ein Zuschlag angemessen. Der Kunde hat dies zu bezahlen. Punkt.
      Gewerkschafter sind zahnlose Verwalter und korrupte Politiker, auf Kosten der schwachen geworden.
    • fidget 09.12.2019 10:59
      Highlight Highlight 19.- Stundenlohn hast Du in der Gastronomie aber auch nur als ungelernte Arbeitskraft. Sehr viel ist es zwar nicht, aber man ist mit dem GAV ordentlich angestellt und es werden Sozialversicherungsbeiträge bezahlt. Das mit den Arbeitsplänen liegt dann eher am jeweiligen Betrieb bzw. am Chef. Das lässt sich schlecht regeln.
    • Blümerant 09.12.2019 12:19
      Highlight Highlight 4195.- ist der Lohn in der Gastro nach der Lehre.
      Ich bin absolut der Meinung, dass unter 4500.- alles zu wenig ist. Mit meinem Kommentar wollte ich unterstreichen, dass tiefere Löhne leider keine Seltenheit sind. Der von der Migros angeheuerte Service ist ja nicht Uber, sondern ein Anbieter, welcher Angestellte hat, also auch verpflichtet ist, Sozialleistungen zu bezahlen. Der Fall „amtlich korrekte“ Firma, welche Hungerlöhne bezahlt ist nur zu häufig traurige Realität
  • PC Principal 09.12.2019 07:08
    Highlight Highlight In der Schweiz gibt es keinen Mindestlohn. Wenn es bei Uber eats etc, nur darum ginge, die Leute auszubeuten, könnte man sie auch fest einstellen und ganz normal die Löhne senken. Aber das funktioniert eben nicht und das wollen die Fahrer auch gar nicht. Sie wollen die Flexibilität, die ihnen das aktuelle Modell bietet.
    • ingmarbergman 09.12.2019 07:42
      Highlight Highlight Dein Verständnis von Wirtschaft ist erschreckend..
    • Dragonlord 09.12.2019 07:45
      Highlight Highlight Und die Sozialleistungen? Und der Lohnausfall bei Krankheit und Unfall? Was, wenn aus wirtschaftlichen Gründen keine Aufträge mehr da sind?
      Befassen Sie sich mit unserem Arbeitsrecht, bevor Sie hier Flexibilität propagieren.
      Uber drückt sich schlussendlich vor der sozialen Verantwortung. In der Schweiz haben wir ein gut funktionierendes System, das für alle Arbeitgeber, wie auch Arbeitnehmer gilt, das ist kein Wunschkonzert hier.
    • Robin Le Chapeau 09.12.2019 07:52
      Highlight Highlight Hör auf mit der Leier, dass die Fahrer Flexibiltät wollen... niemand rackert für einen solchen Lohn wirklich freiwillig. Es ist einfach moderne Sklavenkultur.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PC Principal 09.12.2019 06:36
    Highlight Highlight Das fände ich eine tolle Idee. Schade, dass man in der Schweiz alles verbietet.
    • bokl 09.12.2019 06:59
      Highlight Highlight Haben sie sich schon bei Smood als Fahrer beworben oder freuen sie sich darauf von schlecht bezahlten Kurieren ihre Einkäufe geliefert zu bekommen?
    • ingmarbergman 09.12.2019 07:13
      Highlight Highlight Es wird nicht verboten, sondern es sollen einfach anständige Löhne bezahlt werden.
    • Dragonlord 09.12.2019 07:46
      Highlight Highlight Schau Dir meinen Kommentar von oben an. Wir haben hier kein Wunschkonzert, sonst würde unser System in der Schweiz nicht funktionieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 09.12.2019 05:38
    Highlight Highlight Es ist eigentlich ganz einfach. Das Geschäft mit den Kurieren und Uber funktioniert nur weil die prekär angestellt sind. Würden die regulär eingestellt, mit normalen Löhnen und Sozialleistungen, wäre das Angebot so teuer, dass es von den Kunden nicht genutzt würde. Wer sich nun darüber beschwert, dass die Leute zu wenig verdienen, gleichzeitig aber die Dienstleistung in Anspruch nimmt, der ist somit ein Teil des Problems. Anstatt Uber einfach ein reguläres Taxi nehmen und mehr bezahlen. Bei Le Shop bestellen, dann geht es halt länger, aber die Leute sind anständig bezahlt.
    • The Count 09.12.2019 06:40
      Highlight Highlight Genau meine Meinung. Übrigens verhält es sich genau so mit Gratismedien, Auslandeinkäufen etc. Eigenes Verhalten hinterfragen.
    • Evan 09.12.2019 07:19
      Highlight Highlight Selbstregulierung funktioniert allerdings nicht. Es braucht Gesetze, die gute Anstellungsverhältnise garantieren.
    • WID 09.12.2019 07:40
      Highlight Highlight @walsi: genau so ist es.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nachwievor 09.12.2019 03:39
    Highlight Highlight "Migros in der Uber-Falle"

    Was genau ist denn jetzt die 'Uber-Falle'?
    • Milan Marquard 09.12.2019 03:53
      Highlight Highlight @nachwievor: Die Uber-Falle ist, dass eine Firma sich nicht als Arbeitgeber sieht, sondern eine Art Scheinselbständigkeit promotet. Im Falle von Uber Eats sind die Kuriere in einem rechtlichen Schwebezustand und erhalten daher keine Sozialleistungen. Dadurch gerät das Unternehmen in Verruf...Uber hat mehrere Rechtsstreitigkeiten offen.
    • Blaugrana 09.12.2019 06:05
      Highlight Highlight @Milan Marquard: ihr schreibt ja im Bericht selber dass Migros mit einem Partner zusammen arbeitet der seine Angestellten korrekt anstellt. Wo genau ist da jetzt die von Dir im Kommentar erklärte ‚Uber-Falle‘?
      Dass der Lohn von 19.— brutto pro Stunde tief ist (ich verdiente beim Burger-Brater damals 14.95) ist eine andere Geschichte.
    • The Count 09.12.2019 06:41
      Highlight Highlight Das ist aber keine Falle sondern von Anfang an bekannt. Oder sind Watson Leser in der Medienfalle?
    Weitere Antworten anzeigen

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