Nun gibt es auch in der Migros eingefrorenes Fleisch zum halben Preis
Was tun, wenn etwas im Kühlschrank liegt, das bald abläuft, wir jedoch nicht mehr rechtzeitig dazu kommen, es zu essen? Bei vielen Lebensmitteln ein klarer Fall: Wir frieren es ein. Dass nicht nur private Haushalte, sondern auch Detailhändler sich dies zunutze machen können, zeigt Coop bereits seit zwei Jahren. Fleisch, das droht abzulaufen, wird eingefroren, dadurch länger haltbar gemacht und zu vergünstigten Preisen über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verkauft.
Test in der Ostschweiz zeigt: Das Angebot findet Anklang
Nun zieht der Orange Riese nach, wie der Blick berichtet. Die Migros testete das Konzept in der Genossenschaft Ostschweiz bereits ein Jahr, mit durchwegs positiven Erfahrungen, wie ein Sprecher der Migros gegenüber dem Blick verrät: «Die nahezu 100-Prozent-Abverkaufsquote des eingefrorenen Fleischs zeigt, dass das Angebot bei den Konsumentinnen und Konsumenten gut ankommt.» Das Konzept soll nun landesweit zur Anwendung kommen.
Das eingefrorene Fleisch ist in den Tiefkühlern der Schweizer Lebensmittelhändler zu finden, der Preis um die Hälfte reduziert. Während die Migros das Fleisch mit einem grünen Etikett kennzeichnet, markiert bei Coop eine hellblaue Schneeflocke die länger haltbaren Produkte.
Nicht jedes Fleisch eignet sich zum Einfrieren
Das tiefgefrorene Fleisch wird bei Migros wie auch Coop maximal 90 Tage eingefroren. Dabei eignet sich jedoch nicht jede Art von Fleisch. Meeresfrüchte, Fisch, Fleisch mit Knochen, Innereien oder mariniertes Fleisch können auf diese Weise nicht länger haltbar gemacht werden und landen daher nicht in der 50-Prozent-Kühltruhe.
Wer von dem Angebot profitiert, sollte darauf achten, das Fleisch nach dem Auftauen so schnell wie möglich zu verzehren. Am besten wird das tiefgefrorene Fleisch über Nacht im Kühlschrank schonend aufgetaut. Wenn die Zeit dazu fehlt, tut es alternativ auch ein warmes Wasserbad. Das Fleisch sollte jedoch nicht über einen längeren Zeitraum bei Raumtemperatur aufgetaut werden, auch sollte es kein zweites Mal in die Gefriertruhe wandern.
Was tun Aldi, Lidl und Denner?
Wird das Fleisch auch vergünstigt nicht verkauft, verarbeitet es die Migros zu Biogas weiter, Coop hingegen spendet Lebensmittel, die abgelaufen, jedoch noch geniessbar sind, an die Schweizer Tafel und Tischlein deck dich.
Die drei anderen grossen Detailhändler, Aldi, Lidl und Denner handhaben dies ähnlich. Sie verzichten jedoch allesamt darauf, das Fleisch einzufrieren. Alle drei verkaufen das Fleisch vergünstigt kurz vor Erreichen des Haltbarkeitsdatums, was nicht verkauft werden kann, wird rechtzeitig an karitative Organisationen gespendet. (jul)
