Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
astronomie astrophysik planeten asteroidengürtel weltall weltraum

Illustration: Die Wanderung des Planeten Jupiter (im Hintergrund) durch den Asteroidengürtel warf die Gesteinsbrocken aus ihren stabilen Umlaufbahnen. Bild: David A. Aguilar (CfA)

Frühzeit des Sonnensystems

Planeten auf Wanderschaft schufen den Asteroidengürtel



Zwischen den Umlaufbahnen unseres Nachbarplaneten Mars und des Gasriesen Jupiter erstreckt sich der sogenannte Asteroidengürtel, eine Ansammlung von Gesteinsbrocken unterschiedlicher Grösse. Früher sahen Astronomen in dem kosmischen Trümmerfeld die Überreste eines kleinen Planeten, genannt Phaeton

Diese Theorie schien umso einleuchtender, als die sogenannte Titius-Bode-Reihe – eine mathematische Formel, die den Abstand der Planeten von der Sonne aus der Nummer ihrer Reihenfolge ableitet – genau an dieser Stelle einen Planeten erwarten liess. 

Allerdings beträgt die Gesamtmasse aller rund 600'000 Objekte im Asteroidengürtel nur etwa fünf Prozent des Erdmondes – viel zu wenig für einen Planeten. Die derzeit gängige Annahme ist daher, dass der Gürtel gleichzeitig mit den Planeten aus einem Urnebel hervorging und sich durch die Einwirkung vornehmlich des Jupiters nicht zu einem Planeten zusammenballen konnte.

Schmelztiegel von Asteroiden

Eine neue Studie, die im Fachmagazin «Nature» publiziert wurde, zeigt nun aber, dass der Gürtel später entstanden sein muss; nämlich während einer unruhigen Phase, in der die Planeten selbst umherwanderten. Francesca DeMeo, Astronomin am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA), und ihr Co-Autor Benoit Carry vom Pariser Observatorium haben den Aufbau des Asteroidengürtels mit Hilfe von Daten des Sloan Digital Sky Survey genauer untersucht.  

Die Forscher sind auf die merkwürdig anmutende Tatsache gestossen, dass viele der Gesteinsbrocken von ausserhalb des Gürtels zu stammen scheinen. «Was wir heute im Asteroidengürtel sehen, ist eine Art Schmelztiegel von Asteroiden, die in verschiedenen Bereichen des Sonnensystems entstanden sind», erklärt DeMeo. Wie aber kamen die Brocken dann an den Ort, an dem sie sich jetzt befinden? 

«Die grossen Planeten haben die Asteroiden wie Flocken in einer Schneekugel aufgewirbelt.»

Francesca DeMeo, CfA

Die Antwort könnte lauten: Es waren Planeten, die kurz nach ihrer Entstehung noch nicht in geordneten Umlaufbahnen um die Sonne kreisten wie heute. Sie wurden bei der Geburt des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren aus einem Nebel von Staub und Stein geformt, wobei aus diesem Nebel starke Gravitationskräfte auf sie einwirkten. 

Uranus und Neptun tauschten ihre Position

Später haben sich die Planeten vermutlich gegenseitig aus der Bahn geworfen. So gibt es Anzeichen dafür, dass der Jupiter sich zeitweise viel näher bei der Sonne befand; etwa auf der heutigen Umlaufbahn des Mars. Uranus und Neptun, die beiden äussersten Gasriesen, dürften ihre Position sogar getauscht haben. Bei diesen Wanderungen wirbelten die Planeten die Asteroiden wie Flocken in einer Schneekugel auf, die geschüttelt wird. 

Möglicherweise gelangte ein grosser Teil des Wassers, das jetzt unsere Meere füllt, durch Asteroideneinschläge auf die Erde. Falls diese Theorie zutrifft, könnte der Einfluss wandernder Planeten entscheidend dazu beigetragen haben, diese Asteroiden zur Erde zu lenken.   Bild: David A. Aguilar (CfA)

Die Erkenntnisse der Astronomen könnten auch die Sicht auf die Geschichte der Erde verändern. Denn möglicherweise waren es zahllose Asteroideneinschläge in der Frühzeit unseres Planeten, die einen grossen Teil des Wassers mitbrachten, das heute in unseren Ozeanen wogt. Der Einfluss wandernder Planeten wäre dann entscheidend dafür gewesen, dass diese Asteroiden überhaupt aus ihrer Bahn gerissen und zur Erde gelenkt wurden. 

Das führt wiederum zur Frage, ob erdähnliche Exo-Planeten ebenfalls einen Asteroidenregen benötigen würden, damit sie überhaupt genug Wasser erhielten, um Leben zu ermöglichen. Wäre dies tatsächlich der Fall, so dürfte es da draussen im All weniger erdähnliche Welten geben als wir bisher annahmen. 

watson auf Facebook und Twitter

Sie wollen keine spannende Story von watson verpassen?
Liken Sie unsere Facebook-Seiten:
watson.news, watsonSport und watson - Shebbegeil.

Und folgen Sie uns auf Twitter:
@watson_news und @watson_sport

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

216
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

25
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

91
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

65
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

321
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

8
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

80
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

22
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

119
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

357
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

141
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

216
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

25
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

91
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

65
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

321
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

8
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

80
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

22
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

119
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

357
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

141
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

So sähen die Planeten am Nachthimmel aus, wenn sie so nah wie der Mond wären

Der Weltraum, unendliche Weiten. Selbst in unserem Sonnensystem, das nur ein Stäubchen ist im Vergleich zur Milchstrasse, sind die Distanzen so enorm, dass die Menschheit bisher nur gerade den nächsten Himmelskörper erreicht hat. Das ist der Mond, der in einer mittleren Entfernung von rund 385'000 Kilometern unseren Planeten umkreist.

Obwohl diese Distanz in kosmischen Massstäben nur ein Katzensprung ist, darf man sie nicht unterschätzen. Immerhin hätten sämtliche sieben anderen Planeten …

Artikel lesen
Link zum Artikel