DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: Shutterstock

So lange können die Viren auf unserer Kleidung überleben

Beim Niesen oder Husten können viele Tröpfchen auf unsere Kleidung gelangen. Kann dort auch das Coronavirus überleben? Eine neue Untersuchung aus Grossbritannien schafft Klarheit.

Melanie Weiner / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Das Coronavirus wird über Tröpfchen verbreitet, die wir beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstossen. Bekannt ist auch, dass es sich durch Händeschütteln oder kontaminierte Oberflächen übertragen kann. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Schmierinfektion.

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich SARS-CoV-2  bis zu mehreren Tagen auf bestimmten Materialien halten kann. Das wirft die Frage auf, ob das Coronavirus auch über Stoffe etwa von getragenen Jacken, Hosen oder Pullovern übertragen werden kann – etwa in Geschäften bei der Anprobe oder zu Hause.

Viren überleben unterschiedlich lange auf Oberflächen

In Laborversuchen überlebte das Coronavirus SARS-CoV-2 auf Kupferoberflächen bis zu vier Stunden, auf Karton bis zu einem Tag, auf rostfreiem Stahl 48 Stunden, auf Plastik rund drei Tage. Auf glatten Oberflächen wie von Handydisplays oder Bankautomaten kann das Coronavirus australischen Forschungsergebnissen zufolge bis zu 28 Tage überleben. Das zeigte zuletzt eine Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro, die Ende 2020 in der Zeitschrift «Virology Journal» veröffentlicht wurde.

Doch diese Zeitangaben lassen sich nicht einfach so in die Praxis übertragen. Aus Laborergebnissen könne man nicht auf das Übertragungsrisiko im Alltag schliessen, betonte der Charité-Virologe Christian Drosten  im NDR-Podcast «Coronavirus-Update». Das Bundesinstitut für Risikobewertung ( BfR ) schrieb dazu in einer Einschätzung lediglich: Theoretisch sei es möglich und denkbar, Coronaviren auf diesem Wege zu übertragen.

Wie lange kann das Coronavirus an Kleidungsstücken haften?

Ein Forscherteam der De Montfort University (DMU) aus Leicester in Grossbritannien hat nun Versuche mit verschiedenen Textilien durchgeführt und beobachtet, wie lange der Erreger auf ihnen überlebt.

Die Ergebnisse:

Laut den Studienautoren deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Textilien ein gewisses Übertragungsrisiko darstellen können. Bei der Untersuchung zeigte sich auch, dass das Virus durch gängige Waschmittel bei einer Wassertemperatur von mindestens 40 Grad beseitigt werden kann. Eine Niedrigtemperatur-Haushaltswäsche bei 30 Grad ist demnach unter Umständen zu wenig.

Experten: Vorsicht beim Waschen von bestimmter Kleidung

Der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) warnt jedoch davor, potenziell infektiöse Textilien im häuslichen Umfeld zu waschen. Das gilt insbesondere für Textilien aus dem Gesundheits- und Pflegewesen sowie Berufskleidung im Allgemeinen. Sie sollten am besten nicht zu Hause gewaschen werden, um eine Übertragung von Krankheitserregern auf Familie und Patienten zu vermeiden.

Denn zu Hause werde die verschmutzte Wäsche zwangsweise mehrfach vor dem eigentlichen Waschprozess in die Hand genommen, für schmutzige und saubere Wäsche oft der gleiche Wäschekorb verwendet. Oder die Waschmaschine selbst steht möglicherweise in der Küche neben dem Herd oder der Spülmaschine, woraus sich noch gänzlich andere Möglichkeiten zur Kreuzkontamination ergeben, so Andreas Schumacher, Geschäftsführer des DTV.

«Kleidung, die möglicherweise noch für drei Tage kontaminiert ist, sollte im besten Falle das häusliche Umfeld gar nicht erst erreichen. Mit Coronaviren belastete Textilien sollten in einer kontrollierten Umgebung wie dem Textilservice behandelt werden», sagt Schumacher. Dort werde verschmutzte Wäsche sicher gehandhabt. 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

17 Menschen, bei denen in Quarantäne alles schiefläuft

1 / 19
17 Menschen, bei denen in Quarantäne alles schiefläuft
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«You are not alone»: Pflegefachfrau singt für Intensivpatient:innen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Du denkst, Corona hat den Klimawandel gebremst? Dann schau dir mal diese Daten an

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist so hoch wie noch nie. ETH-Professorin Sonia Seneviratne erklärt, weshalb die Corona-Krise keine Trendumkehr bewirkt hat.

Es ist Ende März 2020. Auf dem Flugplatz Dübendorf stehen rund ein Dutzend fein säuberlich parkierte Swiss-Maschinen. Aufgrund der Corona-Pandemie werden sie vorerst keine Passagiere mehr transportieren können. Die Bilder der stillgelegten Flugzeuge haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

Immerhin, so dürfte manch einer gehofft haben, bremst die Corona-Krise den Klimawandel.

Heute, über ein Jahr nach Beginn der Pandemie, zeigt sich: Die Hoffnung war vergebens. Die CO2-Konzentration in …

Artikel lesen
Link zum Artikel