Wissen
Forschung

Die Arktis erwärmt sich fast viermal schneller als der Rest der Welt

Die Arktis erwärmt sich fast viermal schneller als der Rest der Welt

12.08.2022, 06:3112.08.2022, 06:31

Die Erderwärmung im Zuge der Klimakrise ist in der Arktis nach Angaben finnischer Forscher deutlich schneller vorangeschritten als bislang angenommen.

Einer neuen Studie von Wissenschaftlern des Finnischen Meteorologischen Instituts in Helsinki zufolge hat sich die arktische Region in den vergangenen 43 Jahren fast viermal so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt.

FILE - In this July 22, 2017 file photo, a polar bear climbs out of the water to walk on the ice in the Franklin Strait in the Canadian Arctic Archipelago. Climate scientists point to the Arctic as th ...
Viel Wasser, immer weniger Eis: Ein Eisbär sucht in der kanadischen Franklin-Strait nach Nahrung. Bild: AP/AP

Auf regionaler Ebene seien manche Gebiete im Arktischen Ozean gar bis zu sieben Mal so schnell wie der Gesamtplanet wärmer geworden, schreiben sie im Journal «Communications Earth & Environment». Klimamodelle hätten die sogenannte polare Verstärkung bisher unterschätzt, erklärte der Erstautor Mika Rantanen.

Bislang ist immer wieder von einer doppelt so schnellen Erwärmung der Arktis die Rede gewesen. Eine im norwegischen Tromsø ansässige Arbeitsgruppe des arktischen Rates hatte jedoch bereits im Mai 2021 davon berichtet, die Zunahme der durchschnittlichen arktischen Oberflächentemperatur sei zwischen 1971 und 2019 mit 3.1 Grad Celsius rund dreimal höher gewesen als im globalen Durchschnitt.

Die finnischen Forschenden führen ihre noch höhere Schätzung nun einerseits auf die starke und anhaltende arktische Erwärmung zurück, andererseits aber auch auf ihre Definition der Arktis sowie den Berechnungszeitraum: Sie definierten die Arktis als das gesamte Gebiet, das sich innerhalb des nördlichen Polarkreises befindet.

Die Erwärmungsrate wurde ab 1979 berechnet - dem Jahr, seit dem detailliertere und somit verlässlichere Satellitenaufnahmen verfügbar sind.

Das Ausmass der polaren Verstärkung wird den finnischen Forschenden zufolge sowohl vom durch menschliche Aktivitäten verursachten Klimawandel als auch von natürlichen langfristigen Klimaschwankungen beeinflusst. Beide Faktoren haben demnach voraussichtlich zu einer Zunahme der Verstärkung im Laufe der 43 Jahre geführt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«So viele Bären gab es noch nie» – Eisbären-Alarm in Russland
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Dieser Planet kreist falsch herum – Forscher haben dafür nur eine Erklärung
Ein ferner Planet zieht seine Bahn entgegen der Drehrichtung seines Sterns. Das ist unüblich. Die Forscher haben dafür nur eine Erklärung.
Astronomen haben einen Exoplaneten beobachtet, der seine Bahn entgegen der Drehrichtung seines Sterns zieht. Es ist der erste Fall dieser Art bei einem sogenannten M-Zwerg, also einem kühlen roten Stern. Beschrieben wird der Fund in der Fachzeitschrift «Astronomy & Astrophysics». Die Daten stammen vom Spektrografen NIRPS am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in La Silla in Chile.
Zur Story