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Insekten als Fleischersatz der Zukunft? Funktioniert nicht, behauptet neue Studie



Übermässiger Fleischkonsum ist nicht nur schlecht für die Gesundheit, sondern belastet auch die Umwelt: Um Nutzvieh zur Schlachtreife zu bringen, sind enorme Futtermengen nötig. Irgendwann, so die gängige Auffassung, werden die Fleischgrossverbraucher im Westen auf alternative Proteinlieferanten wie Insekten ausweichen müssen. Denn diese verwandeln Futter viel effizienter in Körpermasse.

Ganz so einfach ist es leider nicht, wenn die Tierchen in industriellem Ausmass gezüchtet werden sollen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der University of California in Davis. Die alles entscheidende Frage habe bislang niemand beantwortet: Womit sollen die Abermilliarden von Insekten gefüttert werden?

Die Wissenschaftler wählten für ihr Experiment ein typisches Futterinsekt, die Langfühlerschrecke. Die Tiere reagierten sehr unterschiedlich, je nachdem welche Nahrung sie verabreicht bekamen. Mit Abfällen aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln erreichten sie eine Protein-Ausbeute vergleichbar mit der industriellen Haltung von Hühnern. 

Hast du schon Insekten gegessen?

Wurde beim Futter aber auf unverarbeitete Lebensmittel und Stroh umgestellt, starben 90 Prozent der Insekten, bevor sie eine ausreichende Körpermasse erreichten.

Und die Wissenschaftler machten eine weitere enttäuschende Entdeckung: Werden die Tierchen in grosser Zahl und auf engem Raum gezüchtet – eine Voraussetzung für die industrielle Produktion – verenden viele von ihnen. Die guten Resultate früherer Studien, die auf wesentlich kleineren Tiermengen basierten, konnten sie nicht bestätigen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Insekten mit den heute bekannten Methoden nicht effizienter gezüchtet werden können als Hühner. «Ich bin sehr dafür, Alternativen auszuloten und bin beeindruckt von den Innovationen im Bereich der Insektenzucht und -küche in den vergangenen Jahren», sagt Studienautor Mark Lundy. «Gleichzeitig müssen wir klar sehen, was wirklich nachhaltiger ist und was nicht und unsere Anstrengungen entsprechend ausrichten.»

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Farm432, die Insektenzucht für zuhause. video: youtube/Katharina Unger

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bätzi 16.12.2016 19:14
    Highlight Highlight Die Asiatische kultur kennt Insekten schon lange als Nahrung. Ich bin überzeugt in ein paar jahren ist es auch bei uns ganz normal. Dann gibt es in den supermärkten neben den Fleisch und Gemüse abteilung eine Insekten abteilug.
    Heuschreckenschnitzel oder Mehlwurmwurst!!. 😋🐛🐛🐜🐜
  • aishelini 26.04.2015 16:35
    Highlight Highlight ich würde NIE insekten essen. nicht mal wen ich am verhungern wäre
  • I don't know what you heard about me 26.04.2015 12:36
    Highlight Highlight Vegan könnte man die ganze Menschheit problemlos ernähren. Wahrscheinlich läufts aber irgendwann mal auf in Vitro Fleisch heraus, wenn man die Technologie perfektioniert.
    • christianlaurin 26.04.2015 17:32
      Highlight Highlight Haben sie den Text nicht gelesen? Momentan sind 10 oder 20 Prozent vegan oder so was. Würden wir alle vegan sein dann hättet wir auch Probleme. Nich die gleiche wie jetzt aber andrer. Das Problem ist das wir einfach zu viel Leute sind. Und weil ich nicht kamkazi mache ist es halt so.
  • Michèle Seiler 26.04.2015 11:37
    Highlight Highlight Man könnte sich auch einfach einschränken ...
  • Menel 26.04.2015 11:25
    Highlight Highlight Wahrscheinlich läuft das ganze auf Heimfarmen raus. Dh. jeder hat zuhause seine eigenen Futterinsekten, die er mit Küchenabfällen füttert. Das klassische Hausschwein in klein. Das wäre praktisch und nachhaltig.
  • elivi 26.04.2015 10:41
    Highlight Highlight naja ich wett am anfang der maasen tier haltung klappte auch ned alles auf anhieb.

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