DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kommt man schwul zur Welt? – Forscher sind der Antwort näher gekommen

13.12.2017, 09:36

Manche Menschen lieben Frauen und andere lieben Männer. Was aber beeinflusst uns, welches Geschlecht wir bevorzugen? Dieser Frage sind Forscher bei der ersten genomweiten Vergleichsstudie einen Schritt näher gekommen. Im Erbgut schwuler Männer entdeckten sie zwei Genvarianten, welche die sexuelle Orientierung beeinflussen könnten.

Dass Gene bei der sexuellen Orientierung eine Rolle spielen können, ist nichts Neues. Wo diese erblichen Informationen verankert sind, war jedoch bis jetzt unbekannt.

Wie die Zeitschrift Nature berichtet, konnten nun Genetiker/innen und Psychiater/innen der «NorthShore University» zwei dieser Genvarianten lokalisieren. Dafür untersuchten sie die DNA-Proben von 1077 homosexuellen und 1231 heterosexuellen Männern. Beim Vergleich des Erbguts fanden sie in zwei Genbereichen Unterschiede zwischen schwulen und heterosexuellen Männern. 

Diese befinden sich auf den Chromosomen 13 und 14. Auf dem Chromosom 13 liegen sogenannte Genfamilien, die potenziell relevant für die sexuelle Orientierung sind. 

Auf dem 14. Chromosom liegen die Baupläne für einen Hormonrezeptor. Verändern sich solche Rezeptoren, kann es beispielsweise zur Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow führen. Diese Beobachtung ist für die Forscher besonders interessant, da vergangene Studien bereits herausgefunden haben, dass es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Schilddrüsenstörungen und Homosexualität geben könnte. Schwule Männer erkranken demnach häufiger an der Krankheit als heterosexuelle.

Homophobe Celebritys, die selber schwul sind

1 / 7
Homophobe Celebritys, die selber schwul sind
quelle: ap / matt cilley
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Auch bekannt ist, dass Frauen, die während einer Schwangerschaft unter einer Schilddrüsenstörung leiden, eher homosexuelle Söhne zur Welt bringen. Bei Analysen von den Krankenakten kam heraus, dass die Mütter von zwölf der 16 dort identifizierten homosexuellen Jugendlichen während ihrer Schwangerschaft krank gewesen waren.

Für den Leiter der Studie, Alan Sanders, sind dies zwar spannende Befunde, deren Zusammenhänge er jedoch nicht zu stark bewerten möchte. Im Interview mit dem Telegraph sagte der Forscher: «Das Ziel unserer Studie war es, nach der genetischen Basis für die männliche sexuelle Orientierung zu suchen. Was wir jetzt mit unserer genomweiten Assoziationsstudie erreicht haben, ist immerhin ein erster Schritt. Wir hoffen nun, dass weitere, umfangreichere Studien die genetischen Zusammenhänge noch weiter beleuchten werden.»

(nfr)

Hat die Schweiz ein Homophobie-Problem?

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Review

20 Frauen wollen nicht nur die Eine! So ist die erste lesbische Datingshow

«Princess Charming» ist die entspannte queere Variante der «Bachelorette». Willkommen in einem nicen Paradies unterm Regenbogen.

Sie ist Rechtsanwältin. Spielt Fussball. Redet, wie man eben so redet, und nicht, wie es ein holperiges Skript vorgibt. Sie gleicht Kristen Stewart an ihrem bestgelaunten Tag. Sie ist hübsch, natürlich, sozial gewandt. Eine Traumfrau. Ihr Makel ist höchstens, dass sie Paulo Coelho liest. Aber vielleicht liest sie den auch gar nicht, sondern hat das Buch bloss in der Bibliothek ihrer Villa gefunden. Sie heisst Irina Schlauch, ist 30, kommt aus Köln und sucht dort nach der grossen Liebe, wo …

Artikel lesen
Link zum Artikel