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Statuette eines Hündchens, Pfeifenton. 1. Jh. n. Chr. Fully (VS).

Statuette eines Hündchens, Pfeifenton. 1. Jh. n. Chr. Fully (VS). Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Hund und Mensch sind schon seit Jahrtausenden ein Team

Inschriften, Grabfunde und Überreste zeugen von der schon seit Jahrtausenden andauernden Beziehung zwischen Mensch und Hund.

Alexander Rechsteiner, schweizerisches nationalmuseum



Vor einigen Jahren entdeckte man bei Grabungen in Aquae Helveticae (dem heutigen Baden bzw. Ennetbaden) ein Gebäude, das um 280 n. Chr. einem Brand zum Opfer fiel. Unter den Überresten befand sich das Skelett eines Wachhundes. War es ein Unfall, eine Unachtsamkeit oder gar ein Überfall?

Die Tatsache, dass sich im doppelten Fussboden des Hauses noch eine Geldbörse mit 30 Silbermünzen sowie eine versilberte Servierplatte befand, deutet auf tragische Ereignisse hin. Die Bewohner mussten wohl Hals über Kopf flüchten und hatten weder Zeit, ihre Wertsachen zu retten, noch den Hund von der Leine zu lassen. So ist das arme Tier wohl beim Brand erstickt, wurde an Ort verschüttet und erst 1700 Jahre später wiederentdeckt.

Skelett eines Wachhundes. Um 280 n. Chr. Ennetbaden (AG).

Skelett eines Wachhundes. Um 280 n. Chr. Ennetbaden (AG). Bild: Kantonsarchäologie Baden

Hier bloggt das Schweizerische Nationalmuseum

Drei Museen – das Landesmuseum Zürich, das Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis sind unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums vereint. Im Blog veröffentlichen Mitarbeiter des Nationalmuseums und renommierte Gastautoren Beiträge zu aktuellen Themen. watson übernimmt in loser Folge ausgesuchte Perlen daraus. Der Beitrag «Hund und Mensch» erschien am 20. Juni 2019. blog.nationalmuseum.ch/2019/06/hund-und-mensch

Eine uralte Symbiose

Während der Zeit der Römer war der Hund bereits seit Jahrtausenden ein treuer Begleiter des Menschen. Der Mensch hat die Evolution des Hundes stark beeinflusst. Wahrscheinlich ist auch das Umgekehrte der Fall. Die Forschung geht davon aus, dass sich Wolfs- und Hundegenome bereits vor etwa 35'000 Jahren trennten.

Innig war das Verhältnis von Mensch und Hund nicht erst in unserer Zeit. Ein Junge posiert mit einem Collie, um 1950.

Innig war das Verhältnis von Mensch und Hund nicht erst in unserer Zeit. Ein Junge posiert mit einem Collie, um 1950. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Zuvor waren an Menschen gewohnte Wölfe ihre Begleiter. Einzelne Wölfe haben wohl die Nähe des Menschen gesucht und erkannt, dass ihnen ein Zusammenleben Vorteile bei der Nahrungssuche bringt. Die Menschen wiederum haben vom Jagdverhalten der Wölfe profitiert und sich ihren scharfen Geruchsinn zu Nutze gemacht.

Auch das sensible Sozialverhalten der Wölfe machte sie zum idealen Partner des Menschen. Mit der Aufzucht von Wolfswelpen setzte eine Entwicklung ein, die schliesslich zum Haushund führte. Erstaunlich ist auch, dass diese Entwicklung bei fast allen Kulturen und überall auf der Erde, zum Teil parallel, geschah.

Bestattung einer Frau mit Hunde- oder Wolfswelpe unter der linken Hand. Um 10 350 – 9000 v. Chr. Ain Mallaha (Israel).

Bestattung einer Frau mit Hunde- oder Wolfswelpe unter der linken Hand. Um 10'350 – 9000 v. Chr. Ain Mallaha (Israel). Bild: Upper Galilee Museum of Prehistory

Die frühesten Belege von domestizierten Hunden auf dem Gebiet der heutigen Schweiz sind rund 14'000 Jahre alt. In Körperbau und Grösse waren die frühen Hunde noch deutlich einheitlicher als ihre Nachfahren. In der Zeit der Römer entstanden durch gezielte Zucht unterschiedliche Hundetypen, von kleinen pekinesenartigen Rassen bis zu über 65 Zentimeter grossen Hunden. Viele Hundearten, wie wir sie heute kennen, wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts gezielt gezüchtet und ihre Merkmale genau definiert. So gibt es heute über 300 anerkannte Hunderassen.

Mehr als ein Haustier

Bereits in der Steinzeit waren Hunde aber mehr als nur Wächter oder Jagdhilfen. Das belegen Grabfunde aus der Zeit der steinzeitlichen Jäger und Sammler. Die gemeinsamen Bestattungen von Menschen und Hunden zeigen, wie wichtig und wertvoll diese Haustiere schon für die damalige Bevölkerung waren und wie innig die Beziehungen sein konnten. Dass dies auch während der römischen Zeit nicht anders war, belegen unzählige Inschriften wie diese auf einem Hundegrab in Salerno aus der Zeit um 100 n.Chr.:

Tausendmal hast du mich herzig geküsst
Nie tust du es wieder
Nie wirst wieder du mir
schlummern so lieblich am Hals
Trauernd im eigenen Grab aus Marmor leg’ ich dich
nieder
Dass wir im Tode vereint würden auf ewige Zeit.

CIL X 659. Übersetzung: Otto Keller, Die antike Tierwelt. Leipzig 1909

Inschrift mit Gedicht für einen Hund.
http://www.edr-edr.it/edr_programmi/res_complex_comune.php?id_nr=EDR120622

Inschrift mit Gedicht für einen Hund. Bild: edr-edr.it

Wir können also davon ausgehen, dass die Besitzer des Hauses in Aquae Helveticae, falls sie die Katastrophe überlebt hatten, nicht nur um den Verlust ihrer Silbermünzen, sondern vor allem auch um den Tod ihres Haustieres getrauert haben. Das Skelett des Wachhundes ist in der Archäologie-Ausstellung im Landesmuseum Zürich zu sehen.

>>> Weitere historische Artikel auf: blog.nationalmuseum.ch

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wenzel der Faule 30.06.2019 21:51
    Highlight Highlight Mein kleiner hat mir gerade ein Stück Pizza geklaut, ein richtiger Jäger.🐺
  • Lümmel 30.06.2019 07:16
    Highlight Highlight Ich mag Hunde. Zumindest so lange wie sie wie Hunde aussehen. Was ich nicht mag, sind überzüchtete Rassen die entweder mehr einem Meerschweinchen gleichen als einem Hund, so aussehen als wären sie mit 100 km/h gegen eine Wand gerannt oder vor lauter Haaren nichts mehr sehen.
    Von den gesundheitlichen Beschwerden fange ich garnicht erst an.
  • MiezeLucy 29.06.2019 23:29
    Highlight Highlight Ich liebe meinen Hund :)sowas von ehrlich!!
    Benutzer Bild
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 30.06.2019 07:51
      Highlight Highlight Ooooh - Vizslas!!!
      Sie "reden" viel, sie sind sensibel, haben das weichste Ohrenfell, Bernsteinaugen und sind dabei reichlich eitel.
      😍😍😍
  • Hoscheho 2049 29.06.2019 22:21
    Highlight Highlight 😅
    Benutzer Bild
    • Lümmel 30.06.2019 07:17
      Highlight Highlight Traurig aber wahr
  • Nurmalso 29.06.2019 22:00
    Highlight Highlight Es gibt zwei arten Menschen um die ich einen Bogen mache:

    Leute die keine Hunde mögen.
    Leute die von Hunden nicht gemocht werden.

    ;)
  • Gawayn 29.06.2019 21:39
    Highlight Highlight Sorry das ist doch kein Artikel!
    Das ist Blabla OHNE News.

    Es gehört doch mehr oder weniger zur Allgemeinbildung.

    Das Band zwischen Hund und Mensch, geht auf über 20'000 Jahre zurück!
    Die Viehzucht auf ca 5000 Jahre.

    Die Geschichte davon, da gibt es einige Theorien. Aber das erwachsene Wölfe sich Menschen angeschlossen haben, klingt für mich nach Chabis.
    Würde kein Wolf tun.

    Ein Tipp...
    Google und Wikipedia können helfen.
    Besser aber selber Recherchen betreiben.
    Aber das würde Zeit und Geld kosten...
    • Roman h 29.06.2019 22:21
      Highlight Highlight Es steht nirgends im Bericht das sich erwachsene Wölfe den Menschen angeschlossen haben.
      Es steht nur das Wölfe die Nähe von den Menschen gesucht haben.
      Auch heute noch suchen Wildtiere die Nähe zu Menschen wenn es dort was zu fressen gibt.
      Es war keine Hund Mensch Beziehung wie es sie heute gibt aber das wird auch nicht behauptet
      Auch steht im Bericht das man Welpen genommen hat.
      Einfach mal lesen was auch steht würde ihnen sicher helfen.
    • Mia_san_mia 30.06.2019 00:08
      Highlight Highlight @Gawayn: Lesen würde auch helfen...
  • Lowend 29.06.2019 21:08
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach hat die Zähmung des Wolfes sogar massgeblich dazu beigetragen, dass wir zu den Menschen werden konnten, die wir heute sind.

    Ohne diese Zusammenarbeit, die beiden Lebensformen eindeutige Vorteile brachte, wären wir nie zu der dominierenden Spezies geworden und gerade darum finde ich es so unnatürlich, wie wir heute mit dem Wolf umgehen, weil wir nur noch seine Gefährlichkeit für unseren Besitz, aber nicht mehr seinen Nutzen für unser Überleben sehen können.
    • ingmarbergman 30.06.2019 10:03
      Highlight Highlight Kühe und Schweine und Pferde möchten sich gerne mal mit dir unterhalten..
    • Lowend 30.06.2019 13:03
      Highlight Highlight 🤦‍♀️ Worüber? Über die Natur der Natur, oder die Natur des Menschen, der nicht auf sie aufpassen will?

      Aber sprechen Sie doch besser selber mit ihren Tieren und erklären Sie gleich noch den armen Schäfchen, warum Sie gerade diese vom Wolf gefährdete Gattung vergessen haben.
  • DrFreeze 29.06.2019 19:58
    Highlight Highlight Ich danke meinen Vorfahren, dass sie den Wolf domestiziert haben. Ohne Hunde würde mir definitiv etwas fehlen.
    Benutzer Bild
    • WickedPanda 30.06.2019 00:00
      Highlight Highlight Der Weisse hinten sieht aus wie Barbara Streisand...
    • DrFreeze 30.06.2019 12:59
      Highlight Highlight 🤣 Ja und auch mit denselben Star Allüren (typisch Windhund eben). Allerdings hat er die schönere Nase. 😂
  • Caturix 29.06.2019 19:27
    Highlight Highlight Die Statue sieht aber mehr nach Katze aus als nach Hund.
  • Siciliano 29.06.2019 19:11
    Highlight Highlight Der Hund, der beste und treueste Freund des Menschen.
    Hund ist aber nicht gleich Hund und der Mensch kennt keine Grenzen mit seinen Züchtugen, wie Mops, Chihuahua und andere extreme Rassen. Auch wäre es wünschenswert wenn Hundehalter auf andere Mitmenschen mehr Rücksicht nehmen würden.
    Fertig mit dem Wort zum Sonntag!
    • Mokka Sofi Scout 29.06.2019 22:28
      Highlight Highlight Ich gebe Dir zu 100% recht, möchte lediglich ergänzen, dass manchmal auch ein bisschen mehr Toleranz von Mitmenschen Hunden und Hundebesitzern gegenüber schön wäre. Vor allem dann, wenn sich Hund und Besitzer absolut rücksichtsvoll gegenüber den anderen Mitmenschen verhalten.
    • iss mal ein snickers... 30.06.2019 13:19
      Highlight Highlight @Siciliono; das kannst du aber auf grosse Hunderassen ausweiten; Deutscher Schäferhund, Dänische Dogge, Bernadiner, etc....wo der Mensch sein Schönheitsideal aufdrückt, leidet das Tier. P.S. Chihuahuas sind eine der ältesten Hunderassen der Welt und waren ursprünglich um die 5kg schwer

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