Wissen
Leben

Solarstrom aus dem All: Forschungsgruppe schickt Energie mit Mikrowellen

Internet starlink satellite in space near Earth. 3d render
Solarstorm aus dem Weltall, klingt wie Science-Fiction ist aber Realität.Bild: iStockphoto

Solarstrom aus dem Weltall: Forschungsgruppe sendet Energie mit Mikrowellen

Die Idee des Solarkraftwerkes im Weltall gibt es bereits seit 1941. Nun wurde zum ersten Mal erfolgreich Strom von einem Satelliten auf die Erde gesandt.
16.02.2024, 17:36
Folge mir
Mehr «Wissen»

In Isaac Asimovs Kurzgeschichte «Reason» geht es um eine Mission, in der zwei Astronauten zu einer Raumstation geschickt werden, um die Erde sowie andere Planeten via Mikrowellen-Strahlen mit Solarenergie zu versorgen. Der ganze Prozess wird dabei von einer KI, die später in der Geschichte böse wird, gesteuert.

Die Kurzgeschichte könnte aus diesem Jahrzehnt stammen, wurde jedoch schon 1941 veröffentlicht. In diesem Jahr, ganze 83 Jahre später, nähern wir uns Asimovs Fiktion immer mehr.

Mini-Satellit sendet Milliwatt

Im Januar 2023 schickte ein Forschungsteam des California Institute of Technology (Caltech) das Microwave Array Power Transfer LEO Experiment, kurz Maple, in den Weltraum. Ziel des Experiments war es, wie in Asimovs Kurzgeschichte, mit Mikrowellen-Strahlen Energie auf die Erde zu senden. Das gelang dem Team bereits im März 2023. Das Experiment konnte insgesamt dreimal erfolgreich durchgeführt werden.

Bei aller Euphorie muss aber erwähnt werden, dass jeweils nur 1 Milliwatt Energie übertragen werden konnte. Zum Vergleich, eine herkömmliche LED-Glühbirne benötigt etwa 6 Watt pro Stunde, das entspricht 6000 Milliwatt. Wie die Forschungsgruppe aber in ihrem Bericht erwähnt, sei das Ziel des Experiments primär die Überprüfung der Durchführbarkeit des Energietransports gewesen.

Ein Grund für die kleine Energiemenge sei auch die Grösse des genutzten Solarpanels. Die Fläche des Satelliten betrug 150 Quadratzentimeter. Das ist in etwa so gross wie ein A6-Papier. Ein funktionsfähiges System müsste laut Forschungsgruppe mindestens ein Quadratkilometer gross sein. Damit könnte man zehntausende Haushalte mit Strom versorgen.

Mögliche zukünftige Energiequelle

Die Idee des «Satellite Solar-Power System», kurz SSPS, wurde bereits in den 70ern von der US-Regierung und der NASA aufgegriffen, anschliessend aber wieder verworfen. Hauptgrund war damals, das hohe finanzielle Risiko, das hätte eingegangen werden müssen ohne, dass ein zufriedenstellendes Resultat hätte garantiert werden können.

Seit den frühen 2000ern gibt es aber wieder kleinere Projekte im Bereich der SSPS-Forschung. Unter anderem China, Indien, Japan sowie die USA haben in den vergangenen Jahren Interesse daran gezeigt.

Solaranlagen im Weltall hätten theoretisch enorme Vorteile. So könnten sie theoretisch fast 24 Stunden pro Tag in einer perfekten Stellung zur Sonne Energie produzieren. Das Problem sind aber die Kosten. Ein Transport des nötigen Materials in die Umlaufbahn der Erde ist so teuer, dass die produzierte Energie auf dem freien Markt nicht mit traditionellen Energieformen konkurrieren könnte.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Spektakuläre Bilder der Sonnenoberfläche
1 / 9
Spektakuläre Bilder der Sonnenoberfläche
Detailaufnahme einer Lichtbrücke, die den Kernschatten eines Sonnenflecks (Umbra) durchquert. Sie besteht aus heissem Plasma, das aus den sogenannten Konvektionszellen ausserhalb des Flecks aufsteigt, sich abkühlt und zurücksinkt.
quelle: nsf/aura/nso
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Darth Father und die Robocops: «Star Wars» von Laien erklärt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
41 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Walfisch
16.02.2024 19:55registriert Februar 2023
(2/2) Schmerzverursacher 2: "...Zum Vergleich, eine herkömmliche LED-Glühbirne benötigt etwa 6 Watt pro Stunde".

Die Birne hat auch eine Leistung von 6 Watt wenn sie nur eine Sekunde oder irgend eine andere Zeitdauer in Betrieb ist. Leistung hat nichts mit der Zeit zu tun. Die Energie hingegen schon.

Es gilt: Energie = Leistung * Zeit

Das ist sowas simples und ich dachte im Zuge der breit diskutierten Energiewende sei das auch im Journalismus angekommen.
421
Melden
Zum Kommentar
avatar
Walfisch
16.02.2024 19:52registriert Februar 2023
(1/2) Mir stehen die Haare zu Berge und ich fühle physischen Schmerz.

Schmerzverursacher 1: "...1 Milliwatt Energie übertragen werden konnte".
Watt ist die Einheit von Leistung. Die Einheit von Energie ist Joule (= Wattsekunde). Es wurde eine bestimmte Energiemenge übertragen, nicht Leistung. Die Energie kann mit einer bestimmten Leistung übertragen werden und die Übertragung dauert dann entsprechend lang oder kurz.
370
Melden
Zum Kommentar
41
Nenne den Sommer-Drink – oder es gibt nur noch grünen «Vodka»

Liebe Quizzticle-Klasse

Zur Story