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Schöne Gesichter bringen (augenscheinlich) Vorteile bei der Evolution mit sich

25.08.2016, 13:5825.08.2016, 14:20

Bei Gesichtern reichen schon kleine Unterschiede aus, um die Aufmerksamkeit des Gegenübers unbewusst auf das als schöner empfundene zu lenken. Das hat ein Forschungsteam an der Universität Wien mit Hilfe von Augenbewegungsmessungen herausgefunden. Die Schlussfolgerung: Attraktivität habe sich in der Evolution des Menschen als vorteilhaft erwiesen.

Fast jeder habe einen Sinn für Schönheit bei Gesichtern, das sei sogar bei Neugeborenen nachgewiesen. Warum, sei aber nicht restlos geklärt, berichteten die Forscher am Donnerstag. «Die Annahme liegt nahe, dass sich der Sinn für Schönheit deshalb entwickelte, weil er einen evolutionären Vorteil bot», sagte Helmut Leder von der Universität Wien.

Verräterische Augen

Entsprechend dieser Annahme steht Schönheit nicht nur mit vorteilhaften Genen in Verbindung, sondern wirkt belohnend und anziehend auf uns – ein Mechanismus, der die Fortpflanzung der Spezies sichert.

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Das Forschungsteam hat den Zusammenhang zwischen unserer Aufmerksamkeit und der Schönheit von Gesichtern untersucht. Die Augenbewegungen von Personen wurden aufgezeichnet, während sich diese eine Reihe von Bildern ganz gewöhnlicher Strassenszenen ansahen.

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«Dabei waren jeweils zwei Personen auf den Bildern abgebildet, die sich anhand ihrer Schönheit auf natürliche Weise voneinander unterschieden. Anhand statistischer Verfahren konnte schliesslich der Zusammenhang zwischen dem Blickverhalten und den individuellen Schönheitsbewertungen analysiert werden», erklärte Leder.

Kleine Unterschiede, grosser Effekt

Es bestätigte sich, dass Gesichter überproportional oft und lange die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Obwohl sie durchschnittlich nur knapp sechs Prozent der Gesamtfläche der Szenen einnahmen, fiel der Blick zu 71 Prozent auf eines der beiden Gesichter. Frauengesichter wurden länger angesehen als Männergesichter, sowohl von Männern als auch von Frauen.

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Neu sei, dass sehr kleine Unterschiede in der Schönheit ausreichen, um Abweichungen in der Betrachtungsdauer messbar zu machen. «Unsere Aufmerksamkeit wird damit ganz automatisch auf das gelenkt, was wir als schön empfinden – ganz ohne darüber nachdenken zu müssen», sagte Co-Autorin Aleksandra Mitrovic.

Dieser Effekt wirkte bei Frauen stärker beim Betrachten von Männergesichtern, während bei Männern Frauengesichter einen stärkeren Widerhall hervorriefen. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich der Sinn für Schönheit tatsächlich als evolutionäre Konsequenz entwickelt hat, schlussfolgerten die Forscher.

(sda/apa)

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