Wissen
Tier

Studie: Ratten gehen zu Musik mit, etwa zu Mozart oder Lady Gaga

Studie: Auch Ratten «tanzen» zu Musik – sie mögen Lady Gaga und Mozart

14.11.2022, 17:5414.11.2022, 23:51

Jeder kennt es: Läuft im Radio ein Lied, das man mag, kann der Körper diesem oft nicht widerstehen. Ob Wippen mit dem Kopf oder Klopfen mit einem Fuss – viele Menschen gehen, oftmals unbewusst, mit dem Takt mit.

Dieses Phänomen ist gemäss einer neuen Studie aus Japan auch in der Tierwelt weiter verbreitet als bislang angenommen. So hat die Universität von Tokio herausgefunden, dass auch Ratten über ein solches Rhythmusgefühl verfügen. Auch sie können diesem Mitwippen, einer ersten Form von Tanz, nicht widerstehen – und haben dabei überraschend viele Gemeinsamkeit mit dem Menschen.

Um das Verhalten der Tiere zu untersuchen, beobachtete das Team von Professor Hirokazu Takahashi zehn Ratten, die davor noch nie Musik gehört hatten. Die Tiere wurden zunächst mit Bewegungssensoren ausgestattet und dann einzeln in eine Box transportiert, wo sie mit verschiedenen Liedern beschallt wurden. Zu hören bekamen sie Stücke aus verschiedenen Epochen, etwa Lady Gagas «Born This Way», «Another One Bites the Dust» von Queen und Mozarts Sonate für zwei Klaviere in D-Dur.

Auch diese Mozart-Sonate bekamen die Ratten zu hören:

Die Lieder wurden dabei in verschiedenen Geschwindigkeiten gespielt, um die Präferenzen der Tiere möglichst genau zu erkennen. Dieselbe Musik wurde dann auch 20 Menschen vorgespielt, um die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen und den Ratten zu untersuchen.

Die Forscherinnen und Forscher fanden dabei heraus, dass auch die Ratten mit dem Kopf zur Musik mitwippen – und zwar, im Verhältnis zur Körpergrösse gerechnet, mit zehnmal so grossen Bewegungen wie der Mensch. Das sieht so aus:

Video: watson

Der Musikgeschmack von Menschen und Ratten ist laut den Autorinnen und Autoren der Studie ziemlich ähnlich. Besonders intensiv war das Mitwippen bei Musik mit einem Tempo zwischen 120 und 140 Schlägen pro Minute, also etwa bei der Mozart-Sonate mit 132 Schlägen pro Minute.

Je stärker die Musikstücke beschleunigt wurden, desto weniger gingen die Ratten mit dem Rhythmus mit. Einen Zusammenhang mit der Körpergrösse scheint es somit nicht zu geben. Laut Studienleiter Takahashi bestätigen das auch die Hirnfrequenzen: «Die Region, die im Gehirn Schall verarbeitet, war ebenfalls auf 120 bis 140 Schläge eingestellt», so der Professor.

Dass auch andere Tiere ein ausgeprägtes Gefühl für Musik haben können, ist schon seit längerer Zeit bekannt. Besonders bei Vögeln ist das Mittanzen ausgeprägt – wie etwa bei einem Kakadu, der vor einigen Jahren zum Internet-Hit wurde.

(dab)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ratte soll sterben – im Namen der Kunst
1 / 5
Ratte soll sterben – im Namen der Kunst
Noch hoppelt die Ratte, obwohl sie schon ins Visier genommen wurde. (Bild: Florian Mehnert)
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die hochbegabte Maya stolpert fast über diese fiese 500-Euro-Frage – und du?
«Jetzt sehen mich alle im Fernsehen und denken, ich bin schlau, jetzt kann ich nur verlieren», beschwert sich Maya U., nachdem sie ihre Abitur-Abschlussnote bekanntgab und bereits bei der 100-Euro-Frage ins Stocken geriet. «Im Moment denkt das niemand», beschwichtigt Günther Jauch die 18-jährige Kandidatin in der Sendung zum Auftakt der 3-Millionen-Euro-Woche.
Zur Story