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epa07681787 Two teenage girls enjoy the sunset in the water of the Lac de Neuchatel to cool off during the sunny and warm weather, in Gletterens, Switzerland, 28 June 2019, issued 29 June 2019. The forecast predicts hot weather in Switzerland with maximum temperature at 38 degrees Celsius.  EPA/ANTHONY ANEX

Zwei Jugendliche geniessen im Juni 2019 einen warmen Sommerabend im Neuenburgersee. Bild: EPA

2019 war heissestes Jahr in der Geschichte Europas



2019 war das heisseste Jahr in der Geschichte Europas. Das geht aus dem Jahresbericht des von der EU betriebenen Copernicus-Dienstes zur Überwachung des Klimawandels hervor. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag 1.24 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010.

In Folge einer Reihe extremer Hitzewellen wurden gemäss dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht insbesondere im Juni und Juli Hitzerekorde unter anderem in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien gebrochen. Weite Teile Südeuropas litten unter Dürren und die Temperatur in der Arktis lag fast ein Grad über dem üblichen Jahresdurchschnitt.

Insgesamt lagen die Temperaturen in Europa in den vergangenen fünf Jahren zwei Grad über der durchschnittlichen Temperatur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie aus den Daten des Copernicus-Dienstes hervorgeht. Elf der zwölf wärmsten Jahre in Europa fallen in die Periode zwischen 2000 und 2019.

Weltweit betrachtet war 2019 das zweitheisseste Jahr nach 2016. Damals hatte das Wetterphänomen El Niño die weltweiten Temperaturen auf absolute Rekordhöhe getrieben. «Ein ungewöhnlich warmes Jahr stellt noch keinen Erwärmungstrend dar», erklärte der Leiter des Copernicus-Dienstes, Carlo Buontempo. Um detaillierte Informationen über den Klimawandel zu erhalten, müsse die langfristige Entwicklung betrachtet werden.

Klimafreundlicher Corona-Effekt geht vorbei

Zahlreiche Staaten haben im Pariser Klimaabkommen vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Selbst wenn sie all ihre Klimaschutzzusagen einhalten, sind sie davon allerdings weit entfernt.

Für 2020 wird wegen der im Zuge der Corona-Pandemie schwächelnden Wirtschaft mit einem Rückgang des Kohlendioxidausstosses gerechnet. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Emissionen wieder zunehmen werden, sobald ein Impfstoff gefunden wurde und die Wirtschaftsaktivitäten wieder voll anlaufen.

Nach der Corona-Krise könnte sich die Klimakrise verschärfen, falls «Hilfsprogramme für die fossile Brennstoffindustrie und fossilienintensive Sektoren nicht von einem Übergang zu sauberen Technologien abhängig gemacht werden», sagte Cameron Hepburn, Leiter der Smith School of Enterprise and the Environment an der Oxford-Universität. (sda/afp)

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sentir 23.04.2020 09:43
    Highlight Highlight Exponentiell...
    Dieses Wort hat man uns jetzt wegen der Ansteckungsgefahr x-mal erklärt.
    Man muss den Menschen nun sagen, dass es sich mit der Erderwärmung ebenso verhält.
  • bonpris 23.04.2020 08:43
    Highlight Highlight Aha, Europa gibt es seit 1981.
  • Cyrillius 23.04.2020 01:05
    Highlight Highlight Und so wie es aussieht, folgt auf das wärmste Jahr nun gleich noch das trockenste.
    • dommen 23.04.2020 07:05
      Highlight Highlight Oder es wird so nass, dass man den Boden nicht mehr brauchen kann... Die benötigte Mischung, auf die sich immer alle wie selbstverständlich verlassen haben und von dem erst jetzt bemerkt wird, wie fragil das Ganze eigentlich war? Darauf können wir lange warten...
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.04.2020 00:47
    Highlight Highlight 2020 ist gerade dabei 2019 easy ganz weit hinter sich zu lassen... 🙊
  • DRS 22.04.2020 22:34
    Highlight Highlight Ten Titel wird 2019 in 8 Monaten los.
    • DRS 22.04.2020 22:57
      Highlight Highlight diesen, pardon
  • Posersalami 22.04.2020 22:08
    Highlight Highlight Das wundert mich überhaupt nicht und es wird vermutlich so weitergehen. Die Erwärmung funktioniert über Kippunkte (und nicht einfach nur linear), die wir jetzt immer schneller umwerfen.
    https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-erderwaermung-kipppunkte-1.4701472

    Niemand wird sagen können, er habe von nichts gewusst. Niemand wird sagen können, das wir nicht wussten, was zu tun gewesen wäre.

    • dommen 23.04.2020 07:25
      Highlight Highlight Ich freue mich schon auf die ganzen "Boomer", welche sich jetzt verwundert ihre dummen Äuglein reiben und Dinge sagen wie: "Aber früher..." und "Normalerweise..." - Falsch Vreni Hugentobler. Kannst gleich aufhören mit dieser Terminologie. Jetzt gibts was aufs Dach.
    • bonpris 23.04.2020 08:51
      Highlight Highlight Niemand wird sagen können, dass die Klimaschutzbemühungen etwas gebracht haben.
  • Auric 22.04.2020 20:39
    Highlight Highlight Der Wein der früher in Mittelengland wuchs und gekeltert wurde war sicher Eiswein.
  • dommen 22.04.2020 20:26
    Highlight Highlight Vom "April macht was er will" und "hmmmm scheiss Schweizer Wetter" zu "hoffen auf Regen am Wochenende" binnen 10 Jahren... Und plötzlich wird der verregnete Schweizer Sommer zum nostalgischen Sehnsuchtsobjekt von "dozmol"... Oder wie mein portugiesischer Laborant sagen würde: "Hoppla Georgio!"
  • dommen 22.04.2020 20:22
    Highlight Highlight Spoiler: Es wird noch heisser...
  • DemonCore 22.04.2020 20:04
    Highlight Highlight Klima ist bereits gewandelt. Nice. Das haben wir prima gemacht. Jetzt kommt die Flora- und Faunaveränderung, die Klima-Migration, die Verwüstung, die Meeresversauerung und natürlich das Massenaussterben, das ja bereits läuft. Ah, wir sind so genial. Sollten wir vlt etwas an unserem Lebensstil, an unseren Prioritäten ändern? Ach was. Eiter weiter. Mehr Öl verbrennen, mehr sinnlosen Mist konsumieren, das soll unser Motto sein!
    • poltergeist 22.04.2020 20:28
      Highlight Highlight Ein zweischneidiges Schwert: Im Moment können wir gerade erleben was passiert wenn nicht mehr so viel konsumiert wird...
  • Do not lie to mE 22.04.2020 18:15
    Highlight Highlight "2019 war das heisseste Jahr in der Geschichte Europas."
    Nope zu 100% sicher nicht. "1540" aber eben:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/hitze-und-duerre-1540-katastrophe-in-europa-im-mittelalter-a-978654.html
    Das Grand Solar Minimum verschärft sich. Selbst NASA verbindet vergangene Solar Minimum mit längeren Perioden der globalen Abkühlung.
    https://earthobservatory.nasa.gov/images/7122/chilly-temperatures-during-the-maunder-minimum
    • CaptainLonestarr 22.04.2020 19:31
      Highlight Highlight Seit es Messreihen gibt!
    • Shabaqa 22.04.2020 19:31
      Highlight Highlight Wo findest du in dem Artikel den 100%-Beweis, dass 1540 wärmer war als 2019? Ich finde keinen, habs vielleicht aber auch einfach überlesen.
    • aglio e olio 22.04.2020 21:32
      Highlight Highlight Im Jahr 1540 war es also sehr, sehr trocken.
    Weitere Antworten anzeigen

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