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75 Personen sollen im Moment der Explosion im Gebäude gewesen sein. Bild: A.M. Ahad/AP/KEYSTONE

Mindestens 29 Tote nach Explosion in Fabrik in Bangladesch

Bei einer Explosion und einem Feuer in einer Fabrik in Bangladesch sind mindestens 29 Menschen gestorben. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zahlreiche weitere Menschen verletzt.

11.09.16, 16:46 11.09.16, 17:20

Ein Kessel sei am Samstagmorgen in der Fabrik im Industriegebiet Tongi rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka explodiert, sagte der Sprecher der Einsatzbehörde, Mohammad Rafiquzzaman. Weil in der Fabrik Chemikalien gelagert wurden, breitete sich ein Flammeninferno aus. Das vierstöckige Gebäude stürzte ein.

Die Löscharbeiten dauern noch immer an. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Viele Verletzte wurden in umliegende Spitäler gebracht. Einige Opfer hätten Verbrennungen erlitten, sagte ein Arzt des Tongi General Hospitals.

In der Tampaco Foils Fabrik werden Verpackungen für Tabak und andere Konsumgüter hergestellt. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Zulieferer für Dutzende, auch internationale, Konzerne.

Einer der Kunden, der Tabakkonzern British American Tobacco, zeigte sich bestürzt und sprach den Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. Die Fabrik gehöre als Zulieferer zwar nicht direkt zu ihrer Niederlassung in Bangladesch. «Trotzdem hat unser lokales Geschäft dem Unternehmen in dieser sehr schweren Zeit humanitäre Hilfe angeboten», sagte ein BAT-Sprecher.

Auch der Schweizer Nahrungsmittel-Gigant Nestlé reagierte bestürzt auf den Unfall. Das Unternehmen habe von der betroffenen Firma Produkte bezogen, teilte Nestlé am Sonntag mit. Man sei «schockiert und traurig» angesichts der Toten und Verletzten.

Flammen lodern weiter

Auch mehr als 30 Stunden nach der Explosion kämpfte die Feuerwehr am Sonntag darum, die Flammen im Gebäude unter Kontrolle zu bringen. So hatten die Rettungskräfte nach Angaben des örtlichen Verwaltungschefs SM Alam stundenlang Schwierigkeiten, den Brand zu löschen und den Weg so freizuräumen, dass mit der Suche nach Opfern im Gebäudeinneren begonnen werden konnte.

Mehr als 20 Leichen wurden demnach bislang aus den Trümmern geborgen. Ärztlichen Angaben zufolge erlagen mindestens acht Fabrikarbeiter in Kliniken ihren Verletzungen.

Mindestens 29 Menschen sind ums Leben gekommen. Bild: A.M. Ahad/AP/KEYSTONE

Eine Untersuchungskommission zu dem Vorfall wurde dem Verwaltungschef zufolge eingesetzt. Sie solle in den nächsten sieben Tagen Bericht erstatten.

Der Fabrikbesitzer, der ehemalige Parlamentsabgeordnete Syed Mokbul Hossain, sagte der Lokalzeitung «Prothom Alo», er wisse nicht, ob der Kessel defekt gewesen sei, und ob er regelmässig gewartet wurde. Er gehe davon aus, dass zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 75 Menschen im Gebäude gearbeitet hätten. Anhand einer Liste von Arbeitern der Fabrik ging die Bezirksverwaltung davon aus, dass noch neun Menschen unter den Trümmern lagen.

Immer wieder tödliche Unglücke

Tödliche Unfälle in Fabriken in Bangladesch sind keine Seltenheit: Oft werden Verpackungen, Kleidung oder andere Textilien unter schlechten Arbeitsbedingungen produziert.

Zu welcher Katastrophe laxe Gebäudekontrollen und fehlender Arbeitsschutz führen können, zeigte der Einsturz des Rana-Plaza-Komplexes im April 2013. Das Gebäude, in dem fünf Textilfabriken produzierten, begrub mehrere Tausend Menschen unter sich. 1135 Menschen starben.

Ein Bild der Katastrophe von Tana Plaza. Bild: ANDREW BIRAJ/REUTERS

Ermittler stellten später fest, dass das achtstöckige Komplex aus minderwertigem Material gebaut worden war. Die Fabrikmanager hatten zudem die Arbeiter trotz bereits sichtbarer Risse gezwungen, ins Gebäude zu gehen.

Der Einsturz des Rana Plaza und weitere Fabrikunfälle haben zuletzt zunehmend den Druck auf Textilkonzerne erhöht, die in Billiglohnländern wie Bangladesch oder Pakistan produzieren lassen. Ihnen wird vorgeworfen, sich in den Fabriken vieler Zulieferer und Subunternehmer nicht für die Bedingungen zu interessieren, unter denen ihre Produkte entstehen. (viw/sda/dpa)

Passend dazu: Kinderarbeit in Bangladesch

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Nevermind 11.09.2016 20:01
    Highlight Jetzt sind sie "schockiert und betroffen".
    Soviel haben sie vom letzten Shitstorm gelernt.

    Wenn die Arbeitsbedingungen sich dann verbessern wird in's nächst billigere Land ausgelagert.
    4 0 Melden

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