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Koks und Depression: Fury hilft nur «sinnlos betrinken, von Montag bis Sonntag»

05.10.16, 09:54 05.10.16, 10:11

Er da, er ist «depri»: Box-Promoter Karl-Robin Sauerland zeigt mit dem nackten Finger auf den angezogenen Tyson Fury. Bild: EPA/DPA FILE

Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury spricht in einem Interview des Magazins «Rolling Stone» über seinen Drogenmissbrauch wegen Depressionen. Er habe seit Mai nicht mehr trainiert.

Tyson Fury macht weiter Schlagzeilen. Der 28-jährige Brite, der im vergangenen November Wladimir Klitschko die erste Niederlage seit 2004 beigefügt und die WM-Titel der Verbände WBO und WBA gewonnen hatte, sprach in einem Interview offen über seine Drogenprobleme.

Er habe Depressionen, mit denen er nicht anders umgehen könne. «Das einzige, was mir hilft, ist mich sinnlos zu betrinken», erklärte er. «Von Montag bis Freitag bis Sonntag. Ich habe auch Kokain genommen. Viel Kokain. Warum auch nicht? Es ist schliesslich mein Leben. Und es ist kein leistungsförderndes Doping.» Bei ihm sei eine «manische Depression» diagnostiziert worden.

«Seit ich den Titel gewonnen habe, ist eine Hexenjagd im Gang. Wegen meines Hintergrundes, wegen dem, was ich bin und was ich tue. Es gibt einen Hass auf die Travellers und Fahrenden überall auf der Welt.»

Fury im «Rolling Stone». Der Boxer gehört zu den Irish Travellers alias Pavee, einer Gruppe von Fahrenden.

Fury nach dem Sieg gegen Klitscko im November 2015. Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

ESPN hatte bereits berichtet, dass Fury mit Kokain in einer Kontrolle hängen geblieben sei. Zudem ist ein weiteres Doping-Vergehen ungeklärt. Im Frühjahr 2015 soll Fury die Einnahme des anabolen Steroids Nandrolon nachgewiesen worden sein, hatten britische Zeitungen vor Monaten berichtet. Dazu soll es am 4. November eine Anhörung geben.

Den Gebrauch von Doping streitet Fury aber vehement ab. «Ich habe nie unter Doping- oder Drogen-Einfluss geboxt.» Er habe auch erst in den letzten Monaten mit Kokain begonnen und am 1. Oktober damit aufgehört.

Fury liess einen ersten Rückkampf gegen Klitschko im Juli wegen einer Knöchelverletzung platzen, einen zweiten, für diesen Monat geplanten wegen einer nicht näher bezeichneten Verletzung. Nun ist der Grund klar. «Ich habe seit Mai nicht mehr trainiert», gibt der umstrittene Brite zu, der Anfang Woche via Twitter seinen Rücktritt bekanntgegeben, diesen aber wenige Stunden später widerrufen hatte.

(sda/reu)

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