Sport

Klimawandel im Oberaargau – es gibt wieder Eis in Huttwil

Im Mai 2011 sind die Eismaschinen im nationalen Sportzentrum Huttwil abgestellt worden. Nun wird es im November wieder Eis geben. Es ist allerdings hochpolitisches Eis.

Publiziert: 19.09.16, 20:20 Aktualisiert: 20.09.16, 06:44

Es ist noch immer einer der grössten Sündenfälle unserer Hockeygeschichte. Im Herzen der Schweiz ist eine moderne, grosszügig konzipierte Eissportanlage im Mai 2011 geschlossen worden. Weil die Liga den «Huttwil Falcons» den einwandfrei herausgespielten Aufstieg in die NLB aus fadenscheinigen administrativen Gründen verweigerte. Mehr als 200 Junioren wurden heimatlos und ein Klub verschwand von der Landkarte.

Nun wird es im Laufe des Novembers in Huttwil wieder Eis geben. Es ist die letzte Chance für eine neue Eiszeit. In den letzten Monaten hat «Sportzentrum-General» Lukas Zürcher umfangreiche Abklärungen getroffen. Um herauszufinden, ob sich kostendeckend Eis produzieren lässt.

Martin Gerber im Juli 2004 in der Eishalle in Huttwil beim Training mit Jugendlichen. Bild: KEYSTONE

Eine Antwort hat er nicht gefunden. Weil vielerorts die Zweifel gross sind. Im Sinne: ja könnt ihr überhaupt noch Eis machen? Wenn ihr dann Eis habt, meldet euch. Um herauszufinden, ob sich die Eisproduktion finanzieren lässt, braucht es also zuerst Eis. Die Eisproduktion ab November finanziert der Betreiber des Sportzentrums selber. Mit einem Zustupf von 98 000 Franken von der Gemeinde Huttwil. Selbsttragend ist also das Eis vorerst nicht. Es ist bloss ein Versuchsbetrieb. Es ist hochpolitisches Eis.

Eis auch für Langenthal

Wenn ab November die Eisbahn wieder im Betrieb ist, gibt es keine Ausreden mehr. Dann ist die Zeit für ein Bekenntnis gekommen. Von diesem Moment ist beispielsweise all das Jammern über zu wenig Eis von Langenthals Geschäftsführer Gian Kämpf nur noch leeres Gerede. Jetzt hat es Eis. Oben in Huttwil. Jede halbe Stunde fährt die Eisenbahn von Langenthal nach Huttwil. Jedem Hockey-Junior ist die Reise nach Huttwil zumutbar. Auch die Ausrede, beim Bahnhof in Huttwil habe es keine WC-Anlage, zieht nicht. Es hat im Sportzentrum genug Toiletten.

Langenthal-Geschäftsführer Gian Kämpf. screenshot: sclangenthal.ch

Sobald es Eis hat, kann Lukas Zürcher konkret für die nächste Saison mit Klubs, Verbänden und Gemeinden verhandeln. Der Augenblick der Wahrheit ist gekommen. Nun wird sich zeigen, ob eine Region, ob die Klubs der Umgebung (SC Langenthal, SCL Tigers) tatsächlich Eis wollen und bereit sind, dafür zu bezahlen oder ob alles nur Lippenbekenntnisse waren.

Im Frühjahr wird Lukas Zürcher wissen, ob sich das Eis finanzieren lässt. Lautet die Antwort «nein», dann ist die Eiszeit im Oberaargau zu Ende. Aber immerhin kann sich dann der Betreiber der Anlage die Hand in Unschuld waschen wie einst Pontius Pilatus, Roms Statthalter zu Jerusalem bei der Verurteilung Jesu. Und zu allen Kritikern sagen: Ihr habt es so gewollt. (kza)

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12 Kommentare anzeigen
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  • Mänu Renfer 20.09.2016 09:01
    Highlight 5 jahre her...
    ....und immer noch jagt es einem die zornesröte in den grind...!
    besonders weil seither jedes retortenkonstrukt bewilligt wird
    (neben zug academy und biasca ist auch das peinlich gescheiterte herisau/ läckmers projekt nicht zu vergessen!)
    14 3 Melden
    • Saasi 20.09.2016 12:21
      Highlight Dass zusammenfusionierte Team aus Mannschaften von Rohrbach, Sumiswald-Wasen usw das vorher zu EHC Napf umgetauft wurde, hätte dazumal aufsteigen können. Wäre doch nicht das Gleiche wie die Bullen Bubis von der Acedemy oder die Rockets von Biasca am untersten Ende der Leventina. Da sind die NLA Teams für den Verband viel wichtiger als ein Verein von der Nordwest Seite des Napfes. Dieser schmierige Verband mit fadenscheinigen Argumenten, ein ähnliches Beispiel in Arosa, es sei unzumutbar in den oberen Schanfigg zu Reisen, warum gehen sicher die Gleichen die gleiche Strecke für in die Ferien?
      11 3 Melden
    • Saasi 20.09.2016 13:17
      Highlight Sorry: Ich hatte noch was vergessen zu schreiben.
      Nach dem EHC Napf wurde es in Huttwil Falcons umgenennt. Und mit diesem Namen wären sie auch gerechterweise aufgestiegen.
      10 1 Melden
    600
  • Pana 20.09.2016 06:59
    Highlight Der verweigertd Aufstieg Huttwils in die NLB ist besonders heute bitter, wenn man Retorten Teams wie EVZ Academy sieht. Ein Schandfleck (von vielen) in der Geschichte der Nationalliga.
    28 3 Melden
    600
  • peeti 19.09.2016 23:44
    Highlight kza - dachte ichs mir. So schreibt nur der Zaugg. Und was soll der Artikel jetzt aussagen?
    13 7 Melden
    • gupa 20.09.2016 02:40
      Highlight Das der Artikel von Klaus Zaugg ist wusste ich schon nachdem ich den Titel gelesen hatte.
      21 1 Melden
    600
  • Doeme 19.09.2016 22:42
    Highlight Jede halbe Stunde fährt ein Zug? Wie stellt sich der Autor dieses Artikels das genau vor: dass alle Junioren mit ihren grossem schweren Eishockeytaschen dann mit dem Zug anreisen?
    5 45 Melden
    • Amboss 19.09.2016 23:15
      Highlight Irgendwie kommen sie ja auch in die Schoren-Halle...
      34 0 Melden
    • smoenybfan 19.09.2016 23:26
      Highlight Ja. Kostenloses Krafttraining ;-)
      22 1 Melden
    • Joël Roth 19.09.2016 23:50
      Highlight Ja, genau so. Aber natürlich kann die gelangweilte Hausfrau ihren Sprössling auch standesgemäss mit dem Porsche Cayenne ins Training fahren.
      60 4 Melden
    • sste87 19.09.2016 23:50
      Highlight Öhm, mit den Eltern und organisierten Fahrgemeinschaften. Also genau gleich, wie sie heute in die Eishallen in Langenthal und Langnau kommen ...
      43 0 Melden
    • Oban 20.09.2016 06:17
      Highlight Ich habe meine Tasche 3x die Woche den Berg raufgetragen in meiner Jugend. Zu Spielen wurden Fahrgemeinschaften gebildet, einige Eltern hatten auch schon einen Minibus. Wo jetzt das Problem sein soll in den Regionalzug zu kommen verstehe ich nicht. Zudem gibt es in moderenen Hallen vielfach einen kleinen Platz für teile der Ausrüstung.
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