Türkei
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Türkische Lira sinkt auf Rekordtief – und jetzt treten die US-Sanktionen erst in Kraft

13.08.18, 04:08 13.08.18, 09:05


Die türkische Lira kriselt: Am Freitag hat sie das Rekordtief von 7.24 zum Dollar erreicht, heute wurde sie im fernöstlichen Devisenhandel mit 6.9850 zum Dollar gehandelt.

Nun will die türkische Regierung die Finanzmärkte mit einem Aktionsplan beruhigen. «Von Montagmorgen an werden unsere Institutionen die notwendigen Schritte unternehmen und dies den Märkten mitteilen», sagte Finanzminister Berat Albayrak in einem Interview mit der Zeitung «Hürriyet».

Berat Albayrak, Turkey's Finance and Treasury Minister, son-in-law of President Recep Tayyip Erdogan, speaks about a

Finanzminister – und Schwiegersohn von Erdogan: Berat Albayrak Bild: AP/AP

Die Bankenaufsicht teilte zudem in der Nacht zu Montag mit, die Swapgeschäfte der Banken mit ausländischen Investoren würden auf 50 Prozent ihres Eigenkapitals begrenzt. Das gelte auch für das Spot- und Termingeschäft. 

Finanzminister Albayrak, der Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan, sagte der «Hürriyet», der Aktionsplan für Banken und Realwirtschaft sowie die einzelnen Massnahmen seien vorbereitet und fertig. Sie richteten sich auch an kleine und mittlere Unternehmen, die von Währungsschwankungen am stärksten betroffen seien. Zu Details des Plans sagte Albayrak nichts. Die Schwäche der Lira nannte er aber einen Angriff.

Präsident sieht Verschwörung

Ähnlich hatte sich bereits Erdogan zuvor geäussert. Am Wochenende bezeichnete er den Kursverfall der Lira als «Raketen» in einem Wirtschaftskrieg gegen sein Land. Der Weg aus der «Währungsverschwörung» bestehe darin, die Produktion zu steigern und die Zinsen zu senken. Erdogan hat sich selbst wiederholt als «Gegner der Zinsen» bezeichnet und angekündigt, eine grössere Kontrolle über die Geldpolitik auszuüben.

«Was ist der Grund für diesen Sturm im Wasserglas? Es gibt keinen wirtschaftlichen Grund dafür»

Recep Tayyip Erdogan

Er will, dass die Banken billige Kredite vergeben und so das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Anleger befürchten jedoch, dass es zu einer Überhitzung kommen könnte. Der Präsident hat auch mehrfach seine Landsleute aufgerufen, ihre Dollar- und Euro-Guthaben in die heimische Währung umzutauschen.

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan addresses his supporters in Ordu, Turkey, Saturday, Aug. 11, 2018.(Presidential Press Service via AP, Pool)

Erdogan bei einer Rede am Samstag in Ordu. Bild: AP/Pool Presidential Press Service

Am Sonntag bestritt Erdogan in einer Rede vor Anhängern in Trabzon am Schwarzen Meer, dass die Türkei in einer Finanzkrise wie der in Asien von zwei Jahrzehnten stecke. Der Verfall der Lira sei das Ergebnis eines Komplotts und spiegele nicht die wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes wider. «Was ist der Grund für diesen Sturm im Wasserglas? Es gibt keinen wirtschaftlichen Grund dafür», sagte Erdogan. «Das ist das, was man eine Operation gegen die Türkei nennt.»

Die Lira hat seit Jahresbeginn mehr als 45 Prozent ihres Wertes verloren. Allein am Freitag hatte sie 18 Prozent eingebüsst und war auf ein Rekordtief von 7.24 zum Dollar gefallen. Es war der grösste Verlust an einem einzigen Tag seit dem Jahr 2001.

Ein wesentlicher Grund dafür sind Befürchtungen, Erdogan, der seit einer Verfassungsänderung mit grosser Machtfülle ausgestattet ist, könnte sich massiv in die Wirtschaft und die Währungspolitik einmischen. So wächst die Besorgnis, dass die Notenbank ihre Unabhängigkeit verliert. Zudem liegt Erdogan mit dem Nato-Partner USA bei mehreren Themen über Kreuz, darunter die unterschiedlichen Interessen im Syrien-Konflikt.

Verdopplung von Zöllen

Hinzugekommen ist der Streit wegen des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson. Türkische Ermittler werfen ihm Verbindungen zu dem in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung in Ankara hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steckt.

Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump eine Verdoppelung der Sonderzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei angeordnet. Erdogan drohte daraufhin mit einer wirtschaftlichen und politischen Abkehr vom Westen und kündigt eine stärkere Hinwendung zu Russland, China und der Ukraine an.

Die Türkei habe Alternativen, schrieb Erdogan in einem Meinungsartikel in der «New York Times» vom Wochenende. Wenn die USA die Souveränität der Türkei nicht respektierten, könne die Partnerschaft in Gefahr geraten. Dann könne es für die Türkei nötig werden, sich «nach neuen Freunden und Verbündeten umzuschauen». (sda/reu)

Der türkische Präsident wollte eigentlich Fussballer werden

Video: srf

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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48
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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meine senf 13.08.2018 13:21
    Highlight Der Wirtschaft gehe es nur wegen ausländischen Angriffen schlecht, den Kurszerfall gibt es nur wegen ausländischen Spekulanten. Und Kommentare über den Kurszerfall sollen strafrechtlich verfolgt werden ( http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/tuerkei-will-mit-zensur-sozialer-medien-lira-verfall-stoppen-15735524.html ).

    Das erinnert irgendwie an die DDR.
    3 1 Melden
  • N. Y. P. 13.08.2018 13:21
    Highlight Personenkult = Land geht es schlecht

    DAS ist meine ganz einfache, persönliche Formel.

    Die Schweiz ist das Paradebeispiel vom Gegenteil.

    Russland, Türkei, Syrien, Lateinamerika und fast ganz Afrika zelebrieren mehr oder weniger Personenkult.
    6 0 Melden
    • Saraina 13.08.2018 18:32
      Highlight Syrien?😳

      Die haben den Herrscher, den Russland und der Iran will...
      0 0 Melden
  • Juliet Bravo 13.08.2018 13:13
    Highlight Gemäss neusten Nachrichten Radio SRF will das Erdoganregime jetzt gegen negative Kommentare über den Lirazerfall in Social Media vorgehen.
    4 0 Melden
  • Lumpirr01 13.08.2018 11:50
    Highlight Die Macht über dieses 80 Millionen - Volk wurde auf immer weniger Personen auf eine Art Familien - AG übertragen. Mir ist nicht bekannt, dass solche Machtkonzentrationen irgendwann irgendwo für ein Land langfristige Vorteile gebracht hätte. Da diese zunehmende Entfernung zu einer echten Demokratie unter anderem auch legal durch das Wahl - & Stimmrecht geschah, fehlt bei uns im Westen zum grossen Teil ein mitleidendes Gefühl........
    48 1 Melden
    • Saraina 13.08.2018 12:45
      Highlight Noch Einer, der nicht begriffen hat, dass die Türkei „bei uns im Westen“ in der Kreide steht...
      3 0 Melden
  • sherpa 13.08.2018 11:49
    Highlight Nun kriegen all jene blauäugigen Türken die Quittung für das, dass sie dem Diktator mit dem Präsidialamt die ganze Macht geschanzt haben. Aber, und das ist kaum zum glauben, sind all diese Leute auch noch der Überzeugung, dass das Ausland die große Schuld für das derzeitige Desaster ihrer sog. Währung trägt und ihr "Gott" namens Erdogan alles richtig macht. Bei diesen Leuten, so scheint es derzeit, ticken die Hirnzellen außerhalb einer gewissen Logik, aber das war früher schon so, als sie tatsächlich glaubten, Erdogan sei das "Opfer" eines Putsches geworden.
    62 1 Melden
    • Niliya Vontülen 13.08.2018 18:07
      Highlight Und wie sieht die Quittung für die fast 50 % aus, welche den Erdi NICHT gewählt haben?
      0 0 Melden
    • sherpa 14.08.2018 10:50
      Highlight düster, sehr düster, denn diese Leute haben und werden nichts, aber auch gar nichts zu sagen haben und werden einfach mal mundtot gemacht. Es war von Beginn weg klar, dass die nicht-Erdogan Wähler mit Repressionen zu rechnen haben, was vielerorts denn auch eingetroffen ist. Erdogan duldet niemanden, welcher seine Stimme gegen ihn erhebt oder auch nur seinen Namen nicht nennt. Er, der Diktator, kenne nur ein Wort dass da heißt UNTERDRÜCKUNG. Erfahren müssen das in der ganzen Härte die Kurden, welche er als Abschaum und Verbrecher bezeichnet. Armer Erdogan, Sie lernen es nie!
      1 0 Melden
  • Waedliman 13.08.2018 11:19
    Highlight Hochmut kommt vor dem Fall.
    37 2 Melden
  • mrlila 13.08.2018 11:12
    Highlight Das kommt davon wenn man Politik und Religion miteinander vermischt. Es gibt nichts dümmeres!

    Egal welches Land, egal welche Religion.

    WIRTSCHAFTLICHES DENKEN UND HANDELN, das ist gefragt für Menschen in diesen Positionen, natürlich auch Ethik und sozial Kompetenz.

    aber hey... Gott wird es richten 😂 😂 😂 geht und fragt die hungernden Kinder ob es Gott gerichtet hat ;)
    44 1 Melden
  • Fischra 13.08.2018 11:04
    Highlight Erdi die Schönwetterphase wo alles von alleine ging, ist definitiv vorbei. Man sollte halt nicht den Ast absägen auf dem man sitzt. Jetzt müssen Könner her und keine Volkshetzer.
    38 0 Melden
  • dan2016 13.08.2018 10:11
    Highlight wenn immer mehr Leute in mehr Ländern immer mehr Chicken-Gamer an die Spitze ihres Landes wählen, dann wird es halt immer mehr Opfer geben. Und die besseren Chicken Gamer (Russland, China) lassen andere gegeneinander gamen.....
    47 5 Melden
  • Ataraksia Eudaimonia 13.08.2018 09:19
    Highlight Das streben nach absoluter Macht auf einer Seite der Welt, hat zur Folge mehrfache Absolutisten auf der anderen Seite. Weil sich Staaten von verschlungen werden seitens der "Koalition Demokratie&Globalisierung" fürchten, bekommen Alleinherrscher mehr Raum, als Retter, Hoffnungsträger... Perverse Dynamik.
    26 2 Melden
  • Nelson Muntz 13.08.2018 08:43
    Highlight Erdogan fährt die Türkei ungebremst an die Wand und seine Lemminge jubeln ihm dabei zu 🤦🏻‍♂️
    256 6 Melden
  • wololowarlord 13.08.2018 08:10
    Highlight egal ob erdogans aussagen bezüglich fremder manipulation stimmen oder nicht; ist es möglich die währung eines landes so zum stürzen zu bringen?
    52 2 Melden
    • Saraina 13.08.2018 09:19
      Highlight Ja, man kann ja auch den Schweizer Franken künstlich tief halten. Und vor Jahren führten grosse Spekulationen zum Sturz des britischen Pfunds.

      Andererseits ist die grosse Verschuldung der Türkei und der Türken natürlich nicht hilfreich, wer immer Schulden hat, ist abhängig.
      37 4 Melden
    • DerTaran 13.08.2018 09:23
      Highlight Nur wenn man seiner Notenbank verbietet, die Zinsen zu erhöhen.
      27 2 Melden
    • Ruffy 13.08.2018 09:24
      Highlight Nur sehr begrenzt. Klar könnte ein big Player haufenweise Lira leer verkaufen. Wenn die Währung aber grundsätzlich solide wäre würde er damit nur riesige Verluste einfahren. Sieh dir an mit welchen unsummen die SNB eingreiffen musste um den Franken zu schwächen.
      27 0 Melden
    • Saraina 13.08.2018 09:24
      Highlight https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Mittwoch
      3 5 Melden
    • Hierundjetzt 13.08.2018 09:40
      Highlight Klar ☺️ Die Schweiz stemmt sich ja auch gegen „falsche“ Kurse. Aktuell bis heute mit ca. 800 Mrd (800‘000‘000‘000), irrtum vorbehalten.

      Nur extrem reiche Länder wie wir können das.

      Türkei als Armenhaus, dass nur flotte Sprüchlein an Lager hat, selbstverständlich nicht. Und da sind die Stützungskäufe im Bereich von herzigen 5 - 10 Mrd.
      24 7 Melden
    • swisskiss 13.08.2018 10:12
      Highlight wololowarlord: Der "innere Wert" einer Landeswährung ist ein Spiegelbild der Wirtschaft( Binnenkonsum, Handelsbilanz, Arbeitslosigkeit) etc. der Finanzentscheidungen (Geldmenge, Inflation, Staatsverschuldung, Investitionen, etc.) und politischen Faktoren( Rechtssicherheit, Korruption, innere Sicherheit, Gewaltenteilung etc.)

      Da ist der Zerfall der Lira seit Jahren aufgrund dieser Faktoren erkennbar und die neuste Entwicklung ist nur eine Beschleunigung des Zerfalls der Währung. Die grundlegenden Probleme der Liraschwäche sind in der Türkei zu finden und nicht bei "äusseren Mächten"
      46 1 Melden
    • Billy the Kid 13.08.2018 12:06
      Highlight @swisskiss
      Ausser man besitzt die Weltreservewährung namens US-Dollar, die seit 1972 nur noch durch das militärische Imperium "gedeckt" ist.
      5 0 Melden
    • Oberon 13.08.2018 17:46
      Highlight @Billy the Kid
      Genau deshalb braucht die USA auch die NATO um später sich verteidigen zu lassen. ;)
      0 0 Melden
    • Saraina 13.08.2018 18:30
      Highlight Nein, hierundjetzt. Das hat nichts mit reich zu tun. Um den Franken tief zu halten, kauft die Nationalbank Euro. Und zwar mit Schweizer Franken, die sie einfach selber druckt. Dann ist halt der SFr weniger wert, kurz gesagt, weil es soviel davon gibt. Das Problem der Türkei ist, dass sie ihre Schulden in Euro und Dollar gemacht hat, und nicht in türkischen Lira. Wären es Lira, könnte sie auch einfach die Notenpresse ankurbeln. Das machen ja die USA auch.
      1 0 Melden
  • Nate Smith 13.08.2018 07:44
    Highlight Dann wende dich mal vom Westen ab...

    https://media.giphy.com/media/Oy2zKS5DgEKxG/giphy.gif
    23 7 Melden
    • Saraina 13.08.2018 09:31
      Highlight Eines der Probleme, die Erdogan mit den USA hat, betrifft den Kauf eines russischen Flugabwehrsystems. Dieser Umstand wird nirgends erwähnt, dürfte für die Sanktionen aber mindestens so entscheidend sein, wie der festgehaltene Pastor.

      Was die Finanzkrise angeht, haben spanische und italienische Banken Ausstände in der Höhe von 12% ihres Eigenkapitals. Sprich: wenn die Türkei nicht mehr zahlen kann, müssen halt die Bürger dieser Länder diese systemrelevanten Banken stützen...
      16 2 Melden
  • Eine_win_ig 13.08.2018 07:20
    Highlight Erdi versteht die Wirtschaft nicht. Aber Hauptsache, sein Schwiegersohn hat einen Ministerposten, Erdi die ganze Macht... aber hey, Allah wirds schon richten...
    209 9 Melden
  • wasihrnichtsagt 13.08.2018 07:15
    Highlight Faktisch wird hier „Krieg“ geführt. Mir tun die Bürger leid, die nun so lange leiden müssen bis ihr Präsident einlenkt.
    48 28 Melden
    • axantas 13.08.2018 10:17
      Highlight Der allmächtige Präsident ist von der Mehrheit seiner Untertanen gewählt worden. Sie hätten es in der Hand gehabt, das zu ändern, taten es aber nicht. Somit scheint es für die Mehrheit der Türken zu stimmen, was da abgeht. Da ist Mitleid fehl am Platz.
      58 3 Melden
    • MaxHeiri 13.08.2018 10:42
      Highlight Nein hier wird kein Krieg geführt. Erdogan versucht einzig von seiner desolaten Wirtschaftspolitik abzulenken:

      Hohes Leistungsbilanzdefizit, zweistellige Inflation, Vertrauensverlust der Investoren, die das neue Präsidialregime Erdogans mit Argwohn sehen. Die Machtkonzentration des türkischen Staatschefs hat den Rechtsstaat untergraben und macht offenbar auch nicht vor der unabhängigen Zentralbank halt. Erdogan folgt einer eigenwilligen Doktrin, nach der Geld billig und Kredite allzeit verfügbar sein sollen, um den Konsum am Laufen zu halten.

      Quelle: NZZ
      26 2 Melden
    • wasihrnichtsagt 13.08.2018 12:20
      Highlight Fragt doch mal die Bürger auch wenn nicht die Mehrheit gemäss der in Frage zu stellenden Wahl des Präsidenten. Wirtschaftssanktionen sind brutale Massnahmen die Existenzen bedroht (ältere Generationen) und Perspekive raubt (jugend).
      Sanktionen können töten und sind daher eine Art Waffe mit Bürgern als Munition. Denkt mal darüber nach...
      2 1 Melden
    • Ueli der Knecht 13.08.2018 14:11
      Highlight axantas: "Der allmächtige Präsident ist von der Mehrheit seiner Untertanen gewählt worden. "

      Das betrifft ja auch die Wahl des "alllmächtigen Präsidenten" Trump.

      Wenn die Mehrheit wählt, sollte man den demokratischen Entscheid eigentlich akzeptieren. Das geschieht aber offenbar nur, wenn sich die Mehrheit wohlwollend und richtig entscheidet. Ansonsten herrscht eben Krieg. Das sah man in Ägypten (dort wurde Mursi gewählt) und im Gaza-Streifen (dort wurde Hamas gewählt). Und so geschieht es jetzt in der Türkei (dort wurde Erdogan gewählt).
      https://de.wikipedia.org/wiki/R4bia
      2 3 Melden
    • Niliya Vontülen 13.08.2018 18:22
      Highlight Naja es waren fast 50 %, die Erdi nicht gewählt haben axantas. Und das ist das Ergebnis inkl. allfälliger Korruption. Dann kommt noch ein grosser Anteil, der - aus bestimmten Gründen - gar nicht gewählt hat. Du bist schon ein bisschen laut, dafür dass Du wohl keine Ahnung hast, was in dem Land abgeht und wie gespalten es ist.

      @wasihrnichtsagt: Krass, dass gerade mal eine Person an jene denkt, die wirklich davon betroffen sind -> die Bürger. Neben all der Schadenfreude ist dein Kommentar sehr besonders. Cool !
      1 0 Melden
    • axantas 13.08.2018 20:22
      Highlight Nun, Ueli, ich mag Trump auch nicht. Dein Vergleich ist aber schon etwas gewagt. Erdogan hat mit seinem Handeln aus einem blühenden Land eine verdorrte Dikatorenwüste gemacht.

      Trump agiert wie der Elefant im Porzellanladen, hat aber in seinem ganzen Tun auch schon einige Tassen zerschlagen, bei der alle froh drum waren.

      Mit Nordkorea kann man plötzlich reden, es wird ruhig im Karton und ich bin gespannt, was im Iran noch passiert.

      Erdogans Leistungsnachweis ist Diktatur und Unterdrückung.

      Trump ist in spätestens 6 Jahren weg. Mit Erdogan müssen wir leben, bis er das Zeitliche segnet...
      1 1 Melden
    • Saraina 13.08.2018 22:44
      Highlight Interessant auch, wie Kommentatoren zu Hauf über den „Diktator“ Erdogan herziehen, die keinerlei Interesse an den gravierenden Menschenrechtsverletzungen des Regimes al-Sisi zeigen, und keinen Anstoss nehmen, wenn Saudi-Arabien die Beziehungen mit Kanada abbricht, wenn dort eine Politikerin mit einem harmlosen Tweet die Freilassung einer Aktivistin fordert. Von den öffentlichen Hinrichtungen dort und dem Krieg im Jemen nicht zu reden.
      Es gibt eben immer noch gute und schlechte Autokraten.... Heuchelei pur.
      1 0 Melden
    • Saraina 14.08.2018 07:37
      Highlight Axantas, ein blühendes Land war die Türkei vor Erdogan nicht! Es gab Militärputsche, Gewaltherrschaft (die Kurden in der Schweiz flüchteten zu der Zeit, nicht unter Erdogan), berüchtigte Foltergefängnisse, Grossgrundbesitzer, das anatolische Hinterland war dreckarm, und um zu bezahlen musste man Millionen von Lira in die Hand nehmen, weil diese so nichts wert war. Mindestens bis zum Ausbruch des vom Westen mitverursachten Kriegs in Syrien lief es eigentlich ganz gut. Das Volk scheint bis heute Erdogan einer von den USA abgesegneten Regierung vorzuziehen.
      0 0 Melden
    • axantas 14.08.2018 09:02
      Highlight Saraina, das könnte vielleicht daran liegen, dass wir uns thematisch grad auf die Türkei konzentrieren und wir nicht alle Diktatoren (ohne Gänsefüsschen bitte) auf einmal abhandeln können.
      0 0 Melden
    • Saraina 14.08.2018 11:04
      Highlight Axantas, nein, das liegt daran, dass die anderen Diktaturen gar nie in der Presse erscheinen. Wann hast du das letztemal vom Schicksal von Raif Badawi gelesen? Wann vom Verbleib der festgenommenen saudischen Prinzen und Aktivisten? Den unzähligen Journalisten und Aktivisten, die in ägyptischen Gefängnissen verrotten? Beide Länder erhalten Waffen und Unterstützung aus dem gesamten Westen, obwohl deren Machthaber nie gewählt wurden. Hat irgend eine staatliche Stelle oder ein Medienhaus letzthin Kanada unterstützt? Diese Einseitigkeit finde ich schon sehr eigen.
      2 0 Melden
    • Ueli der Knecht 14.08.2018 11:14
      Highlight axantas: Ich finde es einseitig und ideologisch, alle Schuld bei Erdogang zu suchen, ungeachtet der Gründe für dessen pranoide Radikalisierung.

      Das Verhalten der USA und des dortigen Autokraten sind ebenso ursächlich an der Radikalisierung des türkischen Regimes.

      Angesichts der Machtverhältnisse, nach dem Credo, wonach aus mehr Macht mehr Verantwortung folgt, liegt wesentlich mehr Verantwortung für die desolaten Zustände im nahen und mittleren Osten nicht bei Erdogan oder Chameneï, wie du das gerne hättest, sondern vielmehr im Westen, bei den Europäern und vorallem bei den Amerikanern.
      0 0 Melden
    • axantas 14.08.2018 12:36
      Highlight Da die von dir genannten Länder in keinster Weise verantwortlich für ihr eigenes Tun sind, hast du schon Recht, Ueli. Wir sind dafür verantwortlich.

      Man hätte natürlich im Iran auch Mossadegh weitermachen und in den anderen Ländern die Despoten auf ihren goldenen Kloschüsseln hocken lassen können...

      Aber offenbar kriegen sie ja weder das eine, noch das andere hin.

      ...das war jetzt etwas böse.
      0 0 Melden
    • Saraina 14.08.2018 13:05
      Highlight Schwer zu sagen, wie sich die Türkei ohne den Krieg in Syrien und die Destabilisierungsversuche durch massive Terroranschläge und den Putschversuch entwickelt hätte. Wesentlich scheint aber, dass es weniger um die Person Erdogans geht, sondern um die Vernichtung des politischen Islams mit seinem Zinsverbot und seiner Pseudodemokratie. Die islamistische Diktatur der salafistischen Königshäuser im Golf und Saudi Arabien scheint dem gegenüber Narrenfreiheit zu geniessen, trotz der ideologischen und finanziellen Unterstützung von Terroristen und der Einflussnahme auf den Islam in Europa.
      0 0 Melden
    • Saraina 14.08.2018 13:08
      Highlight Übrigens, Axantas: das Argument, dass der Bürger, welcher seine Regierung gewählt habe, mitschuldig sei an allen Verfehlungen seiner Regierung, und deshalb beliebig zum Opfer gemacht werden könne, wurde von Bin Laden zur Legimitierung der Terroranschläge eingebracht, und bis heute vom IS verwendet.
      0 0 Melden
    • Saraina 14.08.2018 19:06
      Highlight Wieso? Hocken die Despoten jetzt nicht mehr auf ihren goldenen Kloschüsseln? Sogar Trump hat ja jetzt schon eine, und unter Oligarchen ist das auch Standart.
      0 0 Melden
  • j_ulchen 13.08.2018 07:14
    Highlight Die Lira wird ja warscheinlich so stark fallengelassen, damit die Sanktionen der USA nicht so stark ausfallen.
    Deshalb hat sie us-regierung nach dem ersten kursabfall ja auch nochmal nachgelgt
    29 11 Melden
  • Gzuz187ers 13.08.2018 06:39
    Highlight Natürlich ist eine Verschwörung aus dem Ausland schuld und Allah wird Ihnen aus der Krise helfen... Türkei wach bitte auf!
    401 28 Melden
    • Schnuderbueb 13.08.2018 08:25
      Highlight Vielleicht sagt mal jemand dem "Gute" Sultan in diesem Land, dass Allah nur Religion und nicht Wirtschaft studiert hat.😁
      106 5 Melden
    • sherpa 13.08.2018 08:59
      Highlight Würden die Türken nicht den Schlaf der Gerechten durchziehen, hätten sie den Diktator nie und nimmer zum alleinigen Herrscher gewählt. Aber eben, sie, die Türken, schlafen noch immer
      96 3 Melden

«Die AfD plant den Staatsstreich» – eine Aussteigerin packt aus

Franziska Schreiber war vier Jahre lang Mitglied der AfD. Zuerst als Vorsitzende der Jugendorganisation Junge Alternative, dann als Mitglied im Bundesvorstand. Kurz vor den Bundestagswahlen im Herbst 2017 trat die 27-Jährige aus der Partei aus. Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie vor ihrer ehemaligen Partei warnt.

Frau Schreiber, wenn Sie noch in der AfD wären, und wenn die AfD stärkste Partei wäre in Deutschland, könnte ich dann dieses Interview mit Ihnen noch führen?Franziska Schreiber: Nein, könnten Sie nicht, aus dem einfachen Grund, dass Sie dann als Journalist in Deutschland gar keine Lizenz mehr hätten. Sie sind, in der Sprache der AfD-Funktionäre, Schreiberling eines «linksrotgrün versifften Mediums», das man um jeden Preis eindämmen müsste. Die Medienlandschaft würde gesäubert, wer …

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