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Luzerner Polizeikommandant wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

10.01.2017, 08:4010.01.2017, 08:48

Die Spitze der Luzerner Polizei wird sich vor Gericht wegen möglicher fahrlässiger Tötung verantworten müssen. Der ausserordentliche Staatsanwalt hat gegen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann Anklage erhoben. Das Bezirksgericht Kriens hat als nächste Instanz über die Vorwürfe zu befinden.

Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei.
Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei.
Bild: KEYSTONE
Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern.
Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern.
Bild: KEYSTONE

Anlass der Anklage ist ein Polizeieinsatz vom März 2016 in Malters LU, bei dem sich eine verschanzte Frau das Leben genommen hat. Der Fall war von einem ausserordentlichen Staatsanwalt, dem Aargauer Christoph Rüedi, untersucht worden.

Am Dienstag, 8. März 2016, 16 Uhr, hatte die Luzerner Polizei im Rahmen eines Strafverfahrens des Kantons Zürich den Auftrag, in Malters eine Wohnung zu durchsuchen. Eine Frau, welche sich in der Wohnung aufhielt, verweigerte der Polizei den Zutritt und schoss aus dem Gebäude. Im Verlauf des Polizeieinsatzes nahm sich die Frau in der Wohnung mit einer Schusswaffe das Leben.
(Staatsanwaltschaft Luzern)

Der ausserordentliche Staatsanwalt wirft gemäss einer Mitteilung der Staatsanwalt Luzern vom Dienstag der Polizeispitze vor, sich für ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung entschieden zu haben, ohne Alternativen geprüft zu haben. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass die Intervention so nicht hätte durchgeführt werden dürfen und unverhältnismässig gewesen sei. (sda)

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