Der härteste und beste Schwede weint nicht – grosses Lob für die Schweizer
Vier Stanley Cups mit Detroit, der erste in Europa ausgebildete Captain eines Stanley Cup-Siegers, Weltmeister, Olympiasieger, in 20 Jahren mehr als 1800 NHL-Spiele, sieben Mal bester NHL-Verteidiger, in der NHL- und der IIHF-Ruhmeshalle – mehr geht nicht. Nicklas Lidström (56) ist der beste, härteste und smarteste Verteidiger der schwedischen Hockeyhistorie. Aussergewöhnlich intelligent, technisch brillant und nahezu fehlerfrei – und deshalb als «the Perfect Human» verehrt.
Er arbeitet heute wie vor für die Red Wings als Berater der sportlichen Führung bei der Rekrutierung europäischer Spieler (Scouting). Was er hier in Zürich zum angeblich «schmutzigen Hockey» der Schweizer im Viertelfinal gegen Schweden zu sagen hat, zählt und ist Gospel («Evangelium»). Punkt.
In das Gejammer seiner Landsleute nach dem erstmaligen Scheitern der Geschichte gegen die Schweiz im Viertelfinal (1:3) mag er nicht einstimmen. Er sagt zwar, die beiden Aktionen von Dean Kukan (mit fünf Minuten und Restausschluss bestraft) und Timo Meier (erst nachträglich mit einer Spielsperre geahndet) seien «unschön». Dann stellt er allerdings klar: Grundsätzlich habe die Schweiz einfach sehr hart gespielt («so hart habe ich die Schweizer noch nie spielen sehen»). Aber «dreckig» sei die Spielweise nicht gewesen.
Ein Narr, wer dem grössten seiner Zunft widerspricht. Wo er recht hat, da hat er recht. Wenn die Schweizer Weltmeister werden wollen, müssen sie so robust, so hart sein wie noch nie. Schnell, smart und talentiert genug sind sie ja schon lange.

