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Simbabwe: Robert Mugabe tritt zurück – Parlament bricht in Jubel aus

epa06340240 A handout photo made available by the Zimbabwean government through 'The Herald' daily newspaper on 20 November 2017 shows Zimbabwean President Robert Mugabe addressing the natio ...
Robert Mugabe ist nicht mehr Präsident von Simbabwe.Bild: EPA/ZIMBABWEAN GOVERNMENT

Robert Mugabe tritt zurück – Parlament bricht in Jubel aus

Es ist vorbei. Robert Mugabe hat sich bis zuletzt an die Macht geklammert. Ein Militärputsch leitete seinen Niedergang ein. Für Simbabwe bricht mit Mugabes Rücktritt eine neue Ära an, die von grossem Jubel begleitet wird.
21.11.2017, 20:1321.11.2017, 20:52

In den Strassen von Simbabwes Hauptstadt herrscht am Dienstagabend scheinbar grenzenlose Freude. Tausende Menschen tanzen, singen, umarmen sich - und viele haben Freudentränen in den Augen.

«Der Diktator ist weg», skandierten viele im Zentrum von Harare. «Wir sind einfach so froh», sagte Sheila Chairs, scheinbar überwältigt. «Ich kann es gar nicht erklären; dieser Mann hat unsere Leben ruiniert», sagte die 26-Jährige. Ein Software-Ingenieur jubelte: «Jetzt werden sich die Dinge in Simbabwe ändern, Arbeitslose werden wieder Jobs finden.»

epa06342521 People react after the speaker of the House of Assembly Jacob Mudenda read a letter sent to him by Zimbabwean President Robert Mugabe on his resignation at the Harare International Confere ...
Die Reaktion des Parlaments, als der Sprecher des Parlaments den Rücktritt Mugabes verkündet.Bild: EPA/EPA

Die meisten Menschen in Simbabwe haben nie einen anderen Präsidenten als Robert Mugabe gekannt: Er hielt sich 37 Jahre lang an der Macht, wirtschaftete das Land herunter und regierte mit zunehmend harter Hand. Auch mit 93 Jahren plante er schon für seine nächste Amtszeit, um die er sich nächstes Jahr bewerben wollte.

Doch der Militärputsch vom vergangenen Mittwoch machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Sobald klar war, dass die Armee Mugabes skrupellosen Sicherheitsapparat im Zaum hielt, sagten sich seine Anhänger in Windeseile von ihm los.

Der erste Morgen ohne Mugabe

Nach Anbruch der Dunkelheit sind die Strassen Harares normalerweise ganz schnell leer. Doch an diesem geschichtsträchtigen Tag schienen sie in der Innenstadt von Harare mit jeder Minute voller zu werden. Freudenschreie hallen durch die Nacht, Musik dröhnt aus Lautsprechern und Handys, überall schwenken Menschen die farbenfrohe Flagge Simbabwes.

Zimbabweans celebrate in neighbouring Hillbrow, Johannesburg, South Africa, Tuesday, Nov. 21, 2017. Mugabe resigned as president with immediate effect Tuesday after 37 years in power, shortly after pa ...
Heute Nacht ist alles anders in Harare.Bild: AP/AP

Die Menschen setzen auf eine Wiedergeburt ihres einst stolzen Landes. «Wir stecken seit Jahren in Schwierigkeiten. Ich kann gar nicht darauf warten, morgen dass erste Mal Tageslicht zu sehen, ohne Mugabe als Präsident», sagte Benjamin Serena, der vor dem Parlament in Harare feierte. Der Tag von Mugabes Rücktritt solle der neue Nationalfeiertag werden, scherzte er.

«Die Ekstase und Freude in den Strassen von Harare ... vermittelt einen Eindruck davon, was es heisst, unter einem Diktator zu leben», erklärte Analyst Charles Laurie von der Risikoberatung Verisk Maplecroft. «Als ich es gehört habe, habe ich geweint. Ich kann es immer noch nicht glauben», sagte Lyle Peters. «Ich dachte, ich würde es nicht mehr erleben», sagte der 38-Jährige. «Ich dachte, er wäre unsterblich.»

Selfies mit Soldaten

Viele der Jubelnden machten auch Selfies mit den Soldaten, die seit dem Militärputsch im Zentrum von Harare stationiert sind. Die Soldaten holten sogar Kinder auf ihre gepanzerten Fahrzeuge und feierten mit.

Zimbabweans reach out to touch and thank army soldiers, as they celebrate outside the parliament building immediately after hearing the news that President Robert Mugabe had resigned, in downtown Hara ...
Werden wie Erlöser gefeiert: Soldaten in Harare.Bild: AP/AP

«Wir sind so froh, dass das Militär eingeschritten ist», sagte auch Peters. Mugabe habe so viele Leben zerstört und unzählige Simbabwer aus Mangel an Perspektiven in der Heimat in die Flucht getrieben. «Ich bin mir sicher, dass die Leute die ganze Nacht feiern werden.»

In der Euphorie des Abends blieb unklar, wie es nun in Simbabwe weitergehen würde. Die Regierungspartei Zanu-PF und die Putschisten wollen wahrscheinlich den vor Kurzem von Mugabe geschassten Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa zum Nachfolger küren.

Der unter dem Spitznamen «das Krokodil» bekannte 75-jährige Mnangagwa gilt als Hardliner und ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite. Seine Beziehung zu Mugabe bezeichnete er noch diesen Monat als eine wie von «Vater und Sohn».

Ob er die Hoffnung für einen kompletten Neuanfang erfüllen kann, ist daher zweifelhaft. Die meisten Menschen hoffen jedoch, dass er nur übergangsweise die Macht halten wird, bis die für 2018 ohnehin geplanten Wahlen abgehalten werden können. Das fordert auch Simbabwes Opposition. Und die Bevölkerung ist aufgewacht und fordert ihre Rechte. (sda/dpa)

Historische Bilder von Robert Mugabe

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Historische Bilder von Robert Mugabe
Robert Mugabe im Februar 1980. (AP Photo/Louise Gubb)
quelle: ap / louise gubb
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Vom Freiheitskämpfer zum Despoten: Robert Mugabe

Video: srf
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