Rassismus
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epa06758163 A man wearing a Kippa with a Star of David attends a ceremony of ordination at the Synagogue of Eimsbuettel in Hamburg, northern Germany, 23 May 2018. Five young Rabbis are the first to be ordained in Hamburg since the World War II.  EPA/FOCKE STRANGMANN

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) hat 2018 in der Deutschschweiz 42 antisemitische Vorfälle festgestellt. symbolBild: EPA

Hass blüht im Netz – Antisemitismus verlagert sich immer mehr auf Facebook und Co.



Die Zahl physischer und verbaler antisemitischer Vorfälle in der Deutschschweiz ist 2018 mit 42 Vorfällen stabil geblieben, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Antisemitismusbericht für die Deutschschweiz. Herausgeber: der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA).

Besorgniserregend sei die grosse Zahl antisemitischer Äusserungen und Drohungen im Internet und in sozialen Medien.

Unter den 2018 in der Deutschschweiz registrierten Verfällen gab es unter anderem eine Tätlichkeit eines mit einem Messer bewaffneten Mannes auf eine Gruppe orthodoxer Juden, elf Beschimpfungen und fünf Schmierereien.

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) hat im vergangenen Jahr in der Deutschschweiz 42 antisemitische Vorfälle festgestellt. (Symbolbild)

Bild: AP

Während es im vergangenen Jahr in den Nachbarländern der Schweiz wiederholt zu schwerer physischer oder sogar tödlicher Gewalt gegenüber jüdischen Menschen gekommen sei, seien «Schweizer Jüdinnen und Juden davon glücklicherweise grösstenteils verschont worden», heisst es im Vorwort des Berichts. Es müsse aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Sachbeschädigungen habe es keine gegeben, steht weiter in dem Bericht.

Hass blüht im Netz

Auf ähnlich hohem Niveau wie im europäischen Ausland dürfte sich das Ausmass antisemitischer Äusserungen und Drohungen im Internet bewegen, hält der Bericht fest. Online in den sozialen Medien und den Kommentarspalten von Zeitungen wurden 535 entsprechende Vorfälle registriert.

Bei 148 Vorfällen ging es dabei allgemein um Antisemitismus, bei 37 und Schoah-Leugnungen oder Banalisierungen, 170 waren israelbezogene Äusserungen und 222 zeitgenössische antisemitische Verschwörungstheorien. Gerade solche wirrsten Verschwörungstheorien hätten heute enorm Konjunktur, stellt der Bericht fest.

Über 90 Prozent der erfassten Online-Vorfälle stammten von den Social-Media-Plattformen Facebook und Twitter. Weit weniger antisemitische Beiträge gab es in den Kommentarspalten auf den Webseiten der Schweizer Zeitungen.

Laut dem Bericht ist es auffallend, dass viele Userinnen und User im Internet mit eigenem Namen und gut erkennbarem Profilbild antisemitische Aussagen posten. Das zeige deutlich, wie stark Antisemitismus heute wieder salonfähig geworden sei, gerade auch im digitalen Raum.

Vorfälle in der Romandie

Für den SIG und die GRA ist es unabdingbar, dass viel stärker auf Prävention etwa durch fachkundige Aufklärung, Information und Dialog zwischen den diversen Vertretern der Schweizer (Minderheiten-)Gesellschaft gesetzt werden muss. In erster Linie der Staat sei gefordert, damit die Prävention vor allem an Schulen und im öffentliche Raum intensiviert werde.

Die Coordination intercommunautaire contre l'antisémitisme et la diffamation (CICAD) hatte bereits im Februar mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr 174 antisemitische Vorfälle in der Westschweiz erfasst worden sind. Das waren 24 mehr als noch im Vorjahr.

Quellen:

(dsc/sda)

Albanerinnen und Albaner beschützten im 2. Weltkrieg Juden und Jüdinnen vor den Nazis

11 Fragen an einem orthodoxen Juden

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    Alle Leser-Kommentare
  • Smeyers 21.03.2019 15:59
    Highlight Highlight . Es geht um Antisemitismus in der Schweiz und nicht um Israel 🇮🇱, es geht um Schweizer Juden 🇨🇭 Und nicht um jüdische, muslimische oder christliche Israeli.

    Das Feedback wird hier vermischt und zeigt wie Israel Kritik als Ventil für Antisemitismus missbraucht wird.

    Danke für die sachlich Kritik 😂
  • fant 21.03.2019 08:47
    Highlight Highlight Nicht jede Kritik an Israel ist antisemitisch. Nicht jede Kritik an der jüdischen Kultur ist antisemitisch.

    Ich finde, man darf z.B. die Siedlungspolitik kritisieren und auf den Widerspruch hinweisen, dass ausgerechnet die extremsten Siedler, die am meisten auf den Schutz der Armee angewiesen sind, sich aus religiösen Gründen vom Militärdienst befreien lassen.

    Auch darf man fragen, wie es um die Gleichstellung von Mann und Frau in der jüdisch-orthodoxen Kultur bestellt ist. Schliesslich fragen wir uns das beim Thema katholische Priesterinnen oder bei der Burka auch...
    • Trump's verschwiegener Sohn 21.03.2019 10:53
      Highlight Highlight Richtig. Deshalb darf ich auch hinterfragen, wieso eine bestimmte Anzahl von Juden in den USA die amerikanische Aussen- (und Innenpolitik) dermassen beeinflussen kann, obwohl die amerikanischen Juden als Ganzes nur 2-3 Prozent der amerikanischen Gesamtbevölkerung ausmachen. Bestimmt nicht wegen einer Verschwörung, in welche alle Juden eingeweiht sind. Aber vielleicht, weil eine kleine Anzahl von Juden ( Adelson, Mercer, Saban etc.) überzeugt ist, dass sie möglichst viel Macht auf der Welt haben sollten. Um das zu erkennen, muss man wirklich kein Verschwörungstheoretiker oder Spinner sein.
    • Randy Orton 21.03.2019 11:38
      Highlight Highlight Es kommt halt darauf an, ob es wirklich fundierte Kritik ist oder eben doch nur latenter Antisemitismus.
    • Ueli der Knecht 22.03.2019 21:32
      Highlight Highlight Der Unterschied zwischen fants "auch darf man fragen" und dem "Deshalb darf ich auch hinterfragen" von Trump's verschwiegenem Sohn besteht darin, dass bei fant tatsächlich eine offene Frage kommt, während Trump's verschwiegener Sohn nur eine Suggestiv-Frage bringt, um eine antisemitische Verschwörungstheorie heuchlerisch und perfid als vermeintlich harmlose Frage zu verkleiden.

      Man darf doch mal fragen....

      Nein, Trump's verschwiegener Sohn. Solange du mit Suggestiv-Fragen Unwahrheiten verbreiten und Antisemitismus schüren willst, darfst man eben nicht!

      Denn Antisemitismus ist strafbar.
  • taz 21.03.2019 08:05
    Highlight Highlight sehr traurig, dass es immer noch so viele religioes motivierte uebergriffe gibt. darf man an dieser stelle aber noch einmal betonen, dass isreaelkritik und antisemitismus zwei völlig unterschiedliche paar schuhe sind und in dieser erhebung keinen platz haben duerfen?
  • N. Y. P. 21.03.2019 07:59
    Highlight Highlight Bei 148 Vorfällen ging es dabei allgemein um Antisemitismus, bei 37 und Schoah-Leugnungen oder Banalisierungen, 170 waren israelbezogene Äusserungen und 222 zeitgenössische antisemitische Verschwörungstheorien.

    Das ist klar zu verurteilen. Aber bei den Israelbezogenen Äusserungen bin ich gerade etwas irritiert.

    Man darf Israel nicht kritisieren ? Wir alle kritisieren Länder. Wann wir wollen und wie wir wollen.
  • Smeyers 21.03.2019 07:58
    Highlight Highlight Sind wir ehrlich das überrascht niemanden. In der Schweiz wissen die wenigsten das die Juden seit rund 2000 Jahren in der Schweiz leben (Augusta Raurica). Die Menschen sind nicht ausreichend informiert und der Judenhass wird durch die Flüchtlinge zusätzlich importiert (Selbsterfahrung im Bekanntenkreis). Hinzu kommt das Anti Israel Bashing. Eigentlich gibt es keine Grundlage für Judenhass zumal meines Wissens es keine Juden gibt die in Europa durch Gewalt oder anderes kriminelles Verhalten auffallen.
    • Astrogator 21.03.2019 11:44
      Highlight Highlight "Eigentlich gibt es keine Grundlage für Judenhass"

      Nicht eigentlich, es gibt keine Grundlage ausser Dummheit und Ignoranz, wie bei allem Hass gegen Minderheiten.

      Und wenn sich Israel Kritik stellen und zu seiner Verantwortung als Besatzungsmacht stehen würde, könnte das dem Ansehen Israels nur nützen. Aber das ist was anderes...
  • wasps 21.03.2019 07:36
    Highlight Highlight Ich finde das Schlimm!

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