Spanien
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Spaniens Altkönig Juan Carlos bleibt untergetaucht: Abu Dhabi statt Karibik?



ARCHIV - Juan Carlos:

Gesucht: Juan Carlos Bild: sda

Vier Tage nach Bekanntwerden seiner Ausreise aus Spanien bleibt der unter Korruptionsverdacht stehende Altkönig Juan Carlos untergetaucht.

Die in Sachen Monarchie gewöhnlich gut informierte Zeitung «ABC» schrieb am Freitag, der 82-Jährige sei offenbar zu befreundeten Scheichs in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten gereist. Juan Carlos unterhalte beste Beziehungen zum Kronprinzen, Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan. Er sei am Montag von Vigo (Galicien) mit einem Privatjet nach Abu Dhabi geflogen, hiess es. Unterkunft habe er im Emirates Palace, einem der teuersten Hotels der Welt, bezogen.

Zuvor hatten «ABC» und andere Medien allerdings versichert, das frühere langjährige spanische Staatsoberhaupt sei in der Dominikanischen Republik von einem anderen mächtigen Freund, dem Zuckermagnaten Pepe Fanjul, aufgenommen worden. Das wurde von der Regierung des Karibik-Landes allerdings dementiert.

In einem vom Königshaus am Montag veröffentlichten Brief an seinen Sohn und Nachfolger Felipe VI. hatte Juan Carlos, der 1938 im damaligen Exil der Königsfamilie in Rom geboren wurde, mitgeteilt, dass er wegen der Finanzaffäre Spanien verlasse und ins Ausland ziehe. Damit wolle er die Arbeit Felipes «erleichtern».

Ungeachtet der mysteriösen Ausreise von Juan Carlos versicherte die spanische Regierung am Mittwoch, der Bourbone sei nicht vor der Justiz geflohen. Ministerpräsident Pedro Sánchez beteuerte jedoch, er kenne den Aufenthaltsort des Ex-Königs nicht. Sánchez' zweiter Stellvertreter, Pablo Iglesias vom Koalitions-Juniorpartner Unidas Podemos, sprach von einer «unwürdigen Flucht». Ein Anwalt von Juan Carlos versicherte, sein Mandant stehe der Justiz auch nach der Ausreise zur Verfügung.

Im Skandal geht es um mutmassliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar für die Vermittlung kassiert haben. Damals genoss er als Monarch zwar noch Immunität. In Zusammenhang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt. Im Juni leitete das Oberste Gericht in Madrid Ermittlungen ein. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Junge mit Früchtekorb 08.08.2020 02:00
    Highlight Highlight Aber... aber... Hausi Leutenegger hat gesagt er sei auf Gran Canaria?
  • Mikey51 07.08.2020 15:42
    Highlight Highlight So ein Blödsinn. „Emirates Palace“ in Abu Dhabi eines der teuersten Hotels der Welt. Bitte einmal Preise auf einem der üblichen Bookingsportale anschauen.
  • RhabarBär 07.08.2020 11:43
    Highlight Highlight Was mich stört und mich ungläubig den Kopf schüttelnd zurücklässt, ist, dass ein Familienmitglied der Königlichen Familie Spaniens einfach wie ein krimineller Mafioso untertauchen kann. Zeit dafür, mal in Spanien sehr, sehr ernsthaft über die Abschaffung der Monarchie nachzudenken.
  • Free Catalunya 07.08.2020 11:39
    Highlight Highlight Und da gibts noch die königstreuen Wasallen, welche behaupten er sei nicht geflüchtet, er habe bloß vorübergehend das Land verlassen. So eine Art langanhaltenden Kurzurlaub. Dafür hat er das Land in einer Nacht und Nebel Aktion verlassen ohne Angaben über Aufenthaltsort noch Länge des Aufenthalts. Alles sehr transparent. Ein echter Gentleman dieser Dieb. Währeddessen müssen diejenigen welche in kritisierten wegen Majestätsbeleidigung (injurias contra la corona) ins Kittchen.

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