DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

300 Personen demonstrieren in Basel gegen die Ausschaffung von Asylsuchenden – Polizei reagiert mit Tränengas und Gummischrot

Eine Demonstration gegen die Ausschaffung von Asylsuchenden in Basel sorgte am Donnerstagabend für Umleitungen und Sperrungen im öffentlichen Verkehr. Die Polizei setzte gegen die Demonstranten Gummischrot ein.
04.03.2016, 03:1504.03.2016, 07:38

Eine Demonstration in Kleinbasel am Donnerstagabend hat den Verkehr um den Claraplatz zum Erliegen gebracht. Mehrere Bus- und Tramlinien mussten umgeleitet werden.

Der Umzug startete kurz nach 18 Uhr bei der Matthäuskirche. Mehrere hundert Personen liefen gemeinsam in Richtung Claraplatz. Als der unbewilligte Demonstrationszug vor dem Claraposten ankam, eskalierte laut «Tageswoche» die Situation. Polizisten schossen mit Gummischrot auf die Demonstranten und setzten Tränengas ein, dies weil sie mit Laserpointern und Flaschen attackiert wurden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Nach dessen Angaben beteiligten sich zeitweise bis zu 300 Personen an der Demonstration. 

Aufgerufen zur Demo hatte die Gruppierung «wir bleiben», die seit zwei Wochen die Matthäuskirche besetzt. Die Aktivisten protestieren gegen die Ausschaffung von mehreren Asylsuchenden. Am Donnerstagmorgen rückte das Migrationsamt vor der Matthäuskirche an. Mit Unterstützung der Polizei kontrollierten die Beamten die dort anwesenden Besetzer der Kirche. Die angetroffenen acht ausländischen Staatsbürger wurden festgenommen.

Matthäuskirche in Basel.<br data-editable="remove">
Matthäuskirche in Basel.
Bild: wikimedia commons
«Leider war es nach den verschiedenen Medienverlautbarungen des Kirchenrats nicht ganz verwunderlich, dass die Behörden sich eingeladen gefühlt haben, die Matthäuskirche zu räumen.»

Zwei von ihnen hatten keine Ausweispapiere bei sich, die anderen bereits einen negativen Entscheid in der Tasche. Sie hatten bereits in Italien ein Dublin-Asylgesuch gestellt, können also in der Schweiz kein zweites einreichen und müssen zurück ins Erstaufnahmeland.

Doch die Kritik der Unterstützer und der Grünen Partei richtet sich nicht in erster Linie gegen die Polizei, für deren Vorgehen sie allerdings auch nur wenig Verständnis aufbringen. Im Fokus ihres Zorns steht vielmehr die evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt: «Leider war es nach den verschiedenen Medienverlautbarungen des Kirchenrats nicht ganz verwunderlich, dass die Behörden sich eingeladen gefühlt haben, die Matthäuskirche zu räumen.» Das schreiben die Unterstützer der «Illegalen» und meinen damit, dass der Kirchenrat öffentlich kund getan hatte, er habe keine Möglichkeit, die Polizei daran zu hindern Personenkontrollen in einer Kirche durchzuführen.

Vor der Räumung der Matthäuskirche.<br data-editable="remove">
Vor der Räumung der Matthäuskirche.
Bild: Basellandschaftliche Zeitung

Die Kirche weist die Verantwortung für die Vorgänge von sich. Vielmehr hätten die Besetzer immer wieder über die Medien verkündet, dass sich in der Matthäuskirche Personen ohne legalen Aufenthaltsstatus befänden. Es sei deshalb wenig verwunderlich, dass das Migrationsamt eine Kontrolle durchgeführt habe. (dre/zam) (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Migrationsforscher zur Messerattacke von Würzburg: «Gefahr wird nicht ernst genommen»

Der Angriff von Würzburg wirft ein Schlaglicht auf eine Debatte, die viele Deutsche lieber nicht führen: Islamismus und Migration. Der Migrationsforscher Ruud Koopmans sagt: «Die ideologischen Grundlagen dieser Gewalt werden nicht ernst genommen.»

Es waren Passantinnen und Passanten, die den Angreifer von Würzburg stellten. Ein Mann mit blauem T-Shirt und Baseballkappe hatte sich mit einer Art Holzlatte bewaffnet, ein anderer mit einem Klappstuhl. Auch ein Asylbewerber aus dem Iran, nur mit seinem Rucksack in den Händen, war unter den Mutigen, die den Bewaffneten konfrontierten und in eine Seitengasse trieben, wo er von der Polizei mit einem Schuss in den Oberschenkel gestoppt werden konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der mutmassliche …

Artikel lesen
Link zum Artikel