DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
SCB-Captain Simon Moser musste nach einem Check gegen Langnaus Anton Gustafsson vom Eis. 
SCB-Captain Simon Moser musste nach einem Check gegen Langnaus Anton Gustafsson vom Eis. 
Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

SCB-Titan Simon Moser – hart genug für die NHL

Der Titan Simon Moser ist einer der härtesten und fairsten Spieler der Liga. Gut, hat ihn die Hockey-Justiz freigesprochen.
27.11.2018, 02:2127.11.2018, 07:07

Eine Szene für Hockey-Lehrstunden. Eingefangen von der TV-Kamera. SCB-Captain Simon Moser (29) kassiert nach einem Check gegen Langnaus Anton Gustafsson (28) in der 34. Minute des Derbys einen Restausschluss.

Eine Szene, durchaus typisch für den Titanen (187 cm, 97 kg). Sein gleich grosser und fast gleich schwerer Gegenspieler (187 cm/95 kg) bleibt auf dem Eis liegen. Er kann die Partie nicht mehr fortsetzen und nach dem Spiel wird eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert. Der Schwede mit Schweizer Lizenz fällt für unbestimmte Zeit aus.

Anton Gustafsson konnte die Partie nicht mehr fortsetzen. 
Anton Gustafsson konnte die Partie nicht mehr fortsetzen. 
Bild: KEYSTONE

Die Schiedsrichter schicken Simon Moser in die Kabine (5 Minuten plus Restausschluss). Sie können die Szene nicht – wie wir – noch und noch in der Wiederholung sehen. Es ist in Echtzeit praktisch unmöglich zu erkennen, ob der Check korrekt ist oder nicht. Der Entscheid der Schiedsrichter ist nicht zu kritisieren.

Warum eine Szene für eine Hockey-Lehrstunde? Weil hier erstens in seltener Qualität zu sehen ist, was erlaubte Härte ist. Der Check ist ein legales Mittel, um einen Gegenspieler vom Puck zu trennen. Anton Gustafsson führt die Scheibe, darf also gescheckt werden und muss in dieser Situation mit einem Check rechnen.

Der Check geht nicht gegen den Kopf, Simon Moser springt nicht auf und hat auch nicht die Ellenbogen oben. Es ist ein Zusammenprall Körper gegen Körper. Raues, uriges, sauberes Hockey. Rumpelhockey.

Simon Moser.
Simon Moser.
Bild: KEYSTONE

Der SCB-Captain ist einer der wenigen Schweizer Stürmer, der mit internationaler Härte spielt. Geradlinig, oft schmerzhaft für die Gegenspieler. Aber im Rahmen der Spielregeln. Er hat in der höchsten Liga in der Qualifikation noch nie mehr als 50 Strafminuten verbüsst.

Die Szene ist zweitens auch deshalb eine Lehrstunde, weil eine Besonderheit zu sehen ist, die auch zu unserer Liga gehört: eine gewisse Sorglosigkeit.

Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys:

1 / 18
Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Anton Gustafsson konzentriert sich so auf die Scheibe, dass er von Simon Mosers Angriff überrascht wird. Wer vor dem gegnerischen Tor frei den Puck hat, muss ganz einfach die Umgebung im Auge haben und auf einen Check gefasst sein. Es ist die gefährlichste Zone für den angreifenden Stürmer. Aber in unserer Lauf- und Tempoliga ist die Gefahr, von einem Check erwischt zu werden, halt verhältnismässig klein und die «Kultur» des Auffangens von Checks, des richtigen Verhaltens in der Gefahrenzone oder entlang der Bande nach wie vor nicht hoch entwickelt.

Simon Moser (rechts) 2014 im Dienste der Nashville Predators
Simon Moser (rechts) 2014 im Dienste der Nashville Predators
Bild: AP/FR170793 AP

Simon Moser ist inzwischen zweifacher Silberheld. Er scheiterte in der Saison 2013/14 beim ersten Versuch, die NHL zu erobern (6 Spiele/1 Tor/1 Assist für Nashville). Inzwischen wäre er mit ziemlicher Sicherheit gut genug für die wichtigste Liga der Welt. Er hat in seinem Spiel die ideale Kombination aus Tempo, Technik, Intelligenz, Mut und Härte. Simon Moser ist der wichtigste Schweizer Feldspieler beim SC Bern.

Oder wer es gern martialisch mag: er ist auch hart genug für die NHL.

Schweizer Meilensteine in der NHL:

1 / 22
Schweizer Meilensteine in der NHL
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das Büro steht Kopf, wir sind im Playoff-Fieber:

Video: Angelina Graf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Warum Bern die Sporthauptstadt der Schweiz ist – und bleiben wird

SCB und YB sind Meister. Allen ist in diesen Tagen wieder einmal klargeworden: Die wahre, die echte, die einzige Sportstadt heisst Bern – auch wenn YB und der SCB ausnahmsweise mal nicht Meister werden sollten.

Bern war schon immer die Sporthauptstadt der Schweiz. Halten wir kurz inne und denken zurück ans Jahr 1954. Am 4. Juli wird in Wankdorf der Fussball-WM-Final Deutschland gegen Ungarn gespielt (3:2). Am Abend des 22. August verstummen die Motoren nach dem letzten Formel-1- und Töff-GP in der Schweiz im Bremgartenwald für immer.

Ein Formel-1-GP und ein Fussball-WM-Final innert 50 Tagen. So etwas haben Zürich oder Basel nie erlebt und werden Zürich und Basel auch nie erleben. Und nun kommen die …

Artikel lesen
Link zum Artikel