Darum kamen Manzambi und Vargas erst so spät – das sagen Yakin und Co. nach wichtigem Sieg
Bis zur 71. Minute war das Spiel der Nati gegen Bosnien-Herzegowina erneut ein ziemliches Geknorze. Echte Torchancen waren trotz der Schweizer Überlegenheit Mangelware. Und doch wartete Trainer Murat Yakin mit seinen Wechseln bis zur Trinkpause in der zweiten Halbzeit. Dann brachte er in Johan Manzambi, Ruben Vargas und Djibril Sow gleich drei frische Kräfte und bewies damit ein goldenes Händchen. Die ersten beiden sorgten mit ihren Toren für eine 3:0-Führung, letzterer holte den Penalty zum 4:1-Endstand heraus.
Nach dem Spiel erklärte Trainer Murat Yakin, weshalb er mit seinen Wechseln so lange wartete: «Wir wussten, dass die Trinkpausen ein wichtiges taktisches Element sein können.» Deshalb wollte er Bosnien-Herzegowina nicht die Möglichkeit geben, in dem Unterbruch Anpassungen vorzunehmen, im Wissen, wer bei den Schweizern neu auf dem Feld steht. «Wir wollten ihnen nicht fünf Minuten vorher zeigen, welche Taktik wir haben», so Yakin.
Bosnien-Coach Sergej Barbarez sei in der ersten Halbzeit ähnlich vorgegangen. «Da hat der Gegner auf eine Fünferkette umgestellt», berichtet Yakin. «Damit hatten wir dann Mühe. Dadurch wussten wir aber für die zweite Trinkpause, dass wir auf diesen Moment warten müssen, um frische Spieler reinzubringen.» Mit Manzambi und Vargas brachte er zwei Offensivkräfte, die den müde werdenden Gegner zusätzlich beschäftigen sollten. «Das ist aufgegangen», freut sich der Nati-Coach.
Wie aktuell wohl die ganze Fussball-Schweiz schwärmte auch der 51-Jährige von Matchwinner Manzambi: «Ihm muss man keine grossen taktischen Vorgaben machen, er ist ein Instinktfussballer.» Defensiv habe er ihm zwar klar gesagt, dass er rechts in der Organisation bleiben müsse, doch offensiv gab er dem 20-jährigen Bundesliga-Profi alle Freiheiten. «Er kann sich frei bewegen zwischen den Linien und auch ins Zentrum reingehen. Das muss man ihm aber nicht erklären.»
Angesprochen auf die Kritik, die in den letzten Tagen auf Granit Xhaka einprasselte, sagte Yakin: «Es ist nicht angenehm.» Es gab einen Bericht, dass der Nati-Captain mit seiner Kritik für schlechte Stimmung im Team gesorgt und einige Mitspieler verunsichert habe. Der Trainer gab seinem Schützling aber auf den Weg, dass er sich nicht verstellen solle. «Und heute haben wir wieder einen Granit gesehen, wie wir ihn kennen: lautstark, als Dirigent auf dem Platz und mit vielen Ballkontakten», lobte Yakin.
Die weiteren Stimmen zum Spiel:
Matchwinner Johan Manzambi
Wir wussten, dass das Spiel gegen Katar nicht gut war und wollten es einfach besser machen und gewinnen. Natürlich will ich auch einen Einfluss haben, wenn ich spiele. Auch wenn ich reinkomme, will ich mein Bestes geben, um dem Team zu helfen – das habe ich heute, glaube ich, gut gemacht.
Wir halten immer zusammen und haben das heute auch gezeigt.»
Captain Granit Xhaka
Manuel Akanji
Es gab ein, zwei Situationen in der ersten Halbzeit, als Nico (Elvedi) und ich in Zwei-gegen-Zwei-Situationen kamen. Das wollen wir nicht. Wir müssen offensiv spielen, aber hinten die Stabilität bewahren und das haben wir danach sehr gut getan.»
(nih)
