Fussball
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

FCA-Verteidiger Miguel Peralta kann sein Glück kaum fassen. bild: freshfocus

Die schöne Geschichte, warum ManCity-Star Walker einem verletzten Aarau-Spieler schrieb

Zum fünften Mal in seiner jungen Karriere kämpft sich Aarau-Verteidiger Miguel Peralta nach einer schweren Verletzung zurück auf den Platz. Nun hat er aus England eine ganz spezielle Motivation für die vielen einsamen Stunden in der Reha erhalten.

Sebastian Wendel / ch media



Während seine Teamkollegen vom FC Aarau Sieg an Sieg reihen, kämpft Miguel Peralta derzeit in der Reha für seine Rückkehr auf den Fussballplatz. Nicht zum ersten, nicht zum zweiten, nicht zum dritten Mal – der Kreuzbandriss, den Peralta am 4. November 2018 in Chiasso erlitten hat, ist die fünfte schwere Knieverletzung in der jungen Karriere des 23-jährigen Rechtsverteidigers.

Le joueur du FC Aarau Miguel Peralta, gauche, lutte pour le ballon avec le joueur neuchatelois Cedric Zesiger, droite, lors de la rencontre de football de Challenge League entre le Neuchatel Xamax FCS et le FC Aarau ce lundi 22 fevrier 2016 au stade de la Maladiere a Neuchatel. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Aaraus Miguel Peralta 2016 in einem Spiel gegen Xamax. Bild: KEYSTONE

Dass es der Mannschaft so gut läuft, macht die einsamen Stunden im Kraftraum für Peralta erträglicher. Trotzdem ist die Lust nicht jeden Morgen gleich gross. Also hat Peralta in seinem Zimmer eine «Motivations-Wand» gestaltet. Sie ist das Erste, das er nach dem Aufwachen anschaut.

Bereits hängen dort zwei Foto-Collagen mit Bildern von Peralta im FCA-Trikot – ein Geschenk von Sarah Rölli, gute Seele und Klubfotografin des FC Aarau. Doch der Ehrenplatz an Peraltas «Motivations-Wand» ist noch nicht besetzt – erst reserviert. Sobald Peralta einen passenden Rahmen gefunden hat, wird er einen Brief aufhängen. Kein Geringerer als Kyle Walker hat Peralta per Post nämlich gute Besserung gewünscht.

Manchester City defender Kyle Walker, left, fights for the ball with Schalke forward Mark Uth during the first leg, round of sixteen, Champions League soccer match between Schalke 04 and Manchester City at Veltins Arena in Gelsenkirchen, Germany, Wednesday Feb. 20, 2019. (AP Photo/Martin Meissner)

Kyle Walker im Champions-League-Spiel gegen Schalke. Bild: AP/AP

Zur Erklärung: Walker ist Stammspieler beim englischen Meister Manchester City und in der englischen Nationalmannschaft. In den Augen vieler Experten ist der 28-Jährige aktuell der beste Rechtsverteidiger der Welt. Ein Superstar und Vorbild für Millionen Fans und Berufskollegen. Walker schreibt:

«Lieber Miguel. Als ich von deiner jüngsten Verletzung erfahren habe, tat es mir sehr leid. (…) Ich habe gehört, dass du eine starke und positive Persönlichkeit bist. Ich verspürte das Gefühl, meine besten Wünsche an einen grossen Fan von Manchester City senden zu müssen. Ich hoffe, dass es dir bald besser geht (…).»

Bild

Der Brief in voller Länge.

Doch wieso schickt der Star aus der Fussball-Hochburg Manchester einen Brief in die Fussballprovinz Aarau? Kennt Peralta Walker persönlich? Haben sie den gleichen Berater? Ist Walker ein heimlicher Fan des FC Aarau?

Nichts von alldem. Hinter der Aktion steckt Serge Gysi, der seit vergangenem November Peraltas Coach und Mentor ist. In einem ihrer Gespräche ging es um die Vorbilder des Aarau-Verteidigers. Danach spürte Gysi: «Diesen Brief von Kyle Walker muss ich organisieren, das braucht Miguel.» Doch wie vorgehen? Ausser seinen englischen Wurzeln und der Bewunderung für die Premier League hat Gysi keinerlei Berührungspunkte mit dem Fussball auf der Insel.

Hartnäckigkeit wird belohnt

Täglich erreichen die Superstars von Manchester City Abertausende Autogrammwünsche. Mit einer Antwort kann man als Fan, wenn überhaupt, frühestens nach einem halben Jahr rechnen. So sagt es die Dame am Telefon auch Gysi, als er das erste Mal in Manchester anruft. Doch er bleibt hartnäckig, versucht es über andere Abteilungen als das Merchandising und hat dann plötzlich eine Person am anderen Ende der Leitung, die, wie Gysi erzählt, «mich versteht».

Ihm wird versprochen, dass Kyle Walker rasch von Peraltas Geschichte erfährt. Direkten Kontakt mit Walker habe er zwar nicht gehabt. «Aber», so Gysi, «auch die sogenannten Superstars sind Menschen mit Gefühlen. Nur so kann ich mir erklären, dass einige Wochen später Post aus Manchester im Briefkasten lag.»

Beim nächsten Treffen sagt Gysi zu Peralta, er habe da was für ihn, und legt ein Matchprogramm von Manchester City auf den Tisch. Peralta grinst – und als Gysi ein Set mit den unterschriebenen Autogrammkarten aller City-Spieler nachreicht, wird aus dem Grinsen ungläubiges Staunen.

Schliesslich hält Peralta den Brief seines Idols Kyle Walker in den Händen und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten: «Eine schönere Überraschung gibt es nicht! Ich war überwältigt.» Die Zeilen aus Manchester bekräftigen Peralta in seinem Vorhaben, trotz fünf schweren Knieverletzungen den Traum von der grossen Karriere nicht aufzugeben.

Diese Klubs haben den Henkelpott gewonnen

Unvergessene Schweizer Fussball-Geschichten

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

Link zum Artikel

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

Link zum Artikel

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

Link zum Artikel

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

Link zum Artikel

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

Link zum Artikel

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

Link zum Artikel

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

Link zum Artikel

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

Link zum Artikel

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

Link zum Artikel

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

Link zum Artikel

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

Link zum Artikel

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

Link zum Artikel

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

Link zum Artikel

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

Link zum Artikel

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

Link zum Artikel

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

Link zum Artikel

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

Link zum Artikel

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

Link zum Artikel

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

Link zum Artikel

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

Link zum Artikel

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

Link zum Artikel

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

Link zum Artikel

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

Link zum Artikel

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

Link zum Artikel

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

Link zum Artikel

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

Link zum Artikel

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

Link zum Artikel

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

Link zum Artikel

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

Link zum Artikel

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

Link zum Artikel

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

Link zum Artikel

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bean81 21.02.2019 16:37
    Highlight Highlight Alles gute migu! Du kannst dann hoffentlich mit dem fca in der nächsten saison SL spielen! :)
  • Magenta 21.02.2019 15:38
    Highlight Highlight Ich kenne Miguel persönlich und freue mich riesig für ihn. Er ist nicht nur ein begnadeter Fussballer (leider mit riesigem Verletzungspech, sonst hätte ihn seine Karriere schon in ganz andere Sphären gebracht), sondern vor allem ein ganz, ganz feiner Mensch!
  • T13 21.02.2019 15:06
    Highlight Highlight Die 5te knieverletzung mit 23?
    Wenn der körper dich so eindringlich warnt sollte man sichs vieleicht nochmal überlegen.
    Nicht jeder ist zum berufssportler gemacht.
    🙄
  • clint 21.02.2019 14:42
    Highlight Highlight schöne geschichte. und ich fühle mit: fahre seit letztem jahr wieder ski nach 5 knie-ops (meniskus, knorpelschäden) und fast 20 jahren pause. und es funktioniert :-))
  • mrlila 21.02.2019 14:24
    Highlight Highlight Alles gute Miguel
    Benutzer Bild
  • Hangry Turtle 21.02.2019 14:20
    Highlight Highlight Toll, danke!

    Ich musste gerade meinem Chef erklären wieso ich heulend vor dem PC sitze...
    • Mia_san_mia 22.02.2019 05:11
      Highlight Highlight Also bitte! Es ist wirklich eine schöne Geschichte, aber das glaube ich Dir nicht.

Pyro-Skandal in Sion – 3 Gründe, weshalb es zur Eskalation kam

Die GC-Vereinsführung hat den Rückhalt bei den Fans verloren. Die Ereignisse in den vergangenen Tagen haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Fans reagierten, in dem sie das Spiel der eigenen Mannschaft in Sion zum Abbruch brachten.

GC-Präsident Stephan Anliker war gestern ausser sich vor Wut. «Auf Koks und betrunken», sei die eigene Fan-Kurve gewesen, «wie wilde Tiere hinter den Gittern».

Der Grund für Anlikers Frust: Der GC-Anhang hatte kurz zuvor mit Fackelwürfen in Sion einen Spielabbruch provoziert. Der GC-Präsident versuchte zusammen mit CEO Manuel Huber und Trainer Tomislav Stipic die Fans noch zu beruhigen, doch das bewirkte eher das Gegenteil.

Der GC-Anhang ist enttäuscht von der Vereinsführung. Als diese vor die …

Artikel lesen
Link zum Artikel