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Yonnihof

Innerer Dialog – Heute: Neujahrsvorsätze

Bild: shutterstock



30. Dezember, irgendwann um den Mittag, zwischen den Jahren und zwischen zwei Räuschen:  

Geduldsfaden: Sorry, aber kann mir mal jemand erklären, wie der Dude, der «O du fröhliche» geschrieben hat, auf «gnadenbringende Weihnachtszeit» kam? Das einzig Gnadenbringende zwischen Geschäftsessen, Päcklistress und Familienweihnacht wären wohl Guezli mit fucking Arsen drin.  

Eigenwahrnehmung: ... und dann bin ich so auf die Waage gestanden, du. Also meine Knochen werden jedes Jahr schwerer. Oder die Waage ist kaputt. Oder die Physik hat sich verändert, weil irgendwo im Amazonas ein Schmetterling mit den Flügeln geschlagen hat. Also eine dieser Optionen scheint mir am wahrscheinlichsten.  

Realismus: ... oder mir sind eifach dick!  

Eigenwahrnehmung: HAHAHA! Ja genau, HAHAHA, sicher nöd. Solange ich noch in meine Schuhe vom letzten Jahr passe, gibt es keinen Grund zur Besorgnis.  

Geduldsfaden: ... ganz ehrlich, lieber esse ich fünf Aromat-Würfel als nochmal Weihnachten zu feiern ...  

Hirn: OOOOOOOOOKAY EVERYBODY! Das neue Jahr naht. HURRA, HURRA!  

Kater: JA, SCHREI DOCH NA LÜÜTER, DU HUERE KACKNUDLE!  

Hirn: Ich war ja pro Aufhören gestern, aber die Leber und die Unvernunft hatten mal wieder eine Wette abgeschlossen. Die werden nie begreifen, dass sie im selben Körper wohnen.  

Leber: Häddöpper minname gsseit?!  

Hirn: Oh Gott, here we go ...  

Leber: RED MAL DÜTSCH! ICH VERDOGG DI IMFALL VOLL, MIN COUSIN ISCH FUUSCHT VO PRUEF ... Oder Pruef vo Fuuscht? Eis vo beidem.

Hirn: Äh ja. Setz dich mal lieber hin, bevor du dir etwas brichst.  

Leber: SITZ DU LIEBER AB, BEVOR ICH DIR ÖPIS BRICH!  

Geduldsfaden: ... lieber höre ich ein Jahr lang «Dragostea Din Tei», bevor ich nochmal Weihnachten feiere ...  

Vernunft: So, jetzt chillt’s alle mal. Wir sitzen hier alle im selben Boot. Beziehungsweise im selben Körper.  

Eigenwahrnehmung: Im selben schlanken Körper.  

Herz: Mini Arterie tüend weh vor luuter Fett, aber easy, bliib du nur bi dine Illusione.  

Hirn: Also: Wir haben verfettete Arterien, eine wahnhafte Eigenwahrnehmung und eine Amokleber. Im neuen Jahr wird das geändert. Sport, gesunde Ernährung, kein Alkohol für mindestens einen Monat. Ramadan!  

Elan: Ramadan!  

Selbstkontrolle: Ramadan!  

Askese: Ramadan! 

---------------------------

Im neuen Jahr:  

Hirn: Sodeli. Ein neues Jahr, eine neue Chance. New Year, new Me. Alles neu macht der ... äh ... Januar. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Carpe diem!  

Elan: GENAU!  

Selbstkontrolle: GENAU!  

Askese: GENAU!  

Körper: Woah, ich bin soooo froh, dass wir jetzt dieses Fitnessabo haben. Wirklich. Und das für nur etwa 23 Millionen Franken. Ich möchte zwar gerade etwa 39462 Tode sterben und habe Muskelkater an Stellen, von denen ich nicht einmal wusste, dass da Muskeln sind, aber hey! Yay, Sport.  

Magen: Jaaaa. Und dieser Seegras-Eiweiss-Randen-Kale-Smoothie mit Chia Samen jeden Morgen. Wooooow. Da spürt man sich so richtig leben. Yay. Glaub.  

Hirn: Hat jemand die Lebensfreude gesehen?  

Askese: Nein, wir verpassen uns irgendwie immer. Immer, wenn ich da bin, ist sie weg und umgekehrt. So ein Zufall aber auch.  

Leber: Jap, die liegt seit dem 1.1. irgendwo in der Ebryostellung in der Ecke und zittert. Ich übrigens auch. Also ich zittere. Keine Ahnung, wieso.  

Magen: Also heute ist ein Cheat Day.  

Hirn: Es ist der 3. Januar.  

Magen: Ebä. Den habe ich mir verdient. Danach bin ich dann wieder voll konsequent.  

Körper: Ou, heute ist’s aber neblig. Hä? Und kalt? Sicher unter zehn Grad. Da können wir auf keinen Fall ins Fitness. Sonst erkälten wir uns noch und können dann NICHT MEHR INS FITNESS! So logisch! Muss ich halt Netflix schauen. So doof.  

Magen: Ich bstell Pizza!  

Hirn: AAAAAARGH! JEDES. EINZELNE. JAHR. DERSELBE. SCHEISS. Wenigstens klappt das mit dem Alk-Ramadan bisher hervorragend. Hurra für Ramadan. Gäll, Leber. Leber? LEBER?!  

Leber: RAMALAMARAMALAMALAMA-DING-DONG!  

Hirn: Na bravo.  

Geduldsfaden: Aber hey, auf der positiven Seite: Noch fast zwölf Monate bis Weihnachten. SO SCHÖN!

Yonni Meyer

Yonni Meyer (35) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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