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Deutet hier Ronaldo seinen Abgang an? «Es war sehr schön, für Real zu spielen»



Die Stimmen

«Es kommen Tage, da wird es Antworten über meine Zukunft geben. Es war sehr schön, für Real Madrid zu spielen.»

Cristiano Ronaldo zu ESPN

«Es ist erstmal relativ schwer zu glauben, aber ich freue mich natürlich unglaublich. Es ist der Wahnsinn. Die Champions League einmal zu gewinnen, ist was jeder will. Zum vierten Mal, das gelingt nicht oft.»

Reals Toni Kroos gewinnt den Henkelpott zum vierten Mal

«Ich war sehr enttäuscht, dass ich nicht von Beginn weg spielen durfte, aber ich wollte etwas bewirken, als ich eingewechselt wurde, und das habe ich getan. Die Meisterschaft war enttäuschend, aber jetzt ist es doch noch eine grossartige Saison geworden.»

Doppeltorschütze Gareth Bale

epa06765475 Real Madrid coach Zinedine Zidane before kick-off of the UEFA Champions League final between Real Madrid and Liverpool FC at the NSC Olimpiyskiy stadium in Kiev, Ukraine, 26 May 2018.  EPA/ARMANDO BABANI

Wieso dieser böse Blick? Zidane gewinnt die Champions League zum dritten Mal in Folge. Bild: EPA/EPA

«Wir haben dieses Jahr so gelitten, aber dieses Spiel so zu gewinnen, ist unglaublich, kaum in Worte zu fassen. Wir haben gekämpft, ich bin sehr glücklich. Es ist ein historischer Moment.»

Real-Trainer Zinédine Zidane

Der Spielbericht

Real Madrid gewann zum dritten Mal in Folge die Champions League. Im Final in Kiew sicherte Gareth Bale mit zwei Toren in der letzten halben Stunde den 3:1-Sieg gegen Liverpool und den Spaniern den 13. Titel im bedeutendsten Europacup.

Keine vier Minuten nach seiner Einwechslung hatte Bale seinen ersten grossen Auftritt: Der in Madrid in dieser Saison auch oft kritisierte Waliser traf aus rund zwölf Metern mit einem perfekten Fallrückzieher zum 2:1. Die Liverpooler hatten zuvor einen erstmaligen Rückstand nach einem schweren Fehler ihres deutschen Goalies Loris Karius sechs Minuten nach der Pause durch Sadio Mané innerhalb kürzester Zeit wettgemacht. Doch auf den zweiten Treffer der Spanier gelang den Engländern keine Antwort. Am nächsten kam Mané dem Ausgleich, als er in der 70. Minute nur den Pfosten traf. Schliesslich war es Bale – erneut nach einem Fehler von Karius – der in der 83. Minute mit einem Weitschuss für das 3:1 und den Schlusspunkt sorgte.

Real Madrid steigerte sich nach einem verhaltenen Start in die Partie. Insbesondere nach dem frühen verletzungsbedingten Ausfall des Liverpool Starspielers Mohamed Salah wurde der Favorit stärker und verdiente sich den Sieg. Zum ersten Mal seit den Siebzigerjahren (Bayern München) konnte eine Mannschaft den Titel in Champions League oder Meistercup dreimal in Serie gewinnen. Immer stand Zinédine Zidane an der Seitenlinie, der damit in nicht mal drei Jahren als Trainer auf höchstem Niveau schon so viele Champions-League-Titel hat wie die Rekordhalter Bob Paisley und Carlo Ancelotti.

Der Titelhamsterer

Cristiano Ronaldo avancierte dank seinem fünften Titel am Samstagabend im Final gegen Liverpool zum meistdekorierten Spieler der Champions League. Der Portugiese gewann die Champions League 2008 mit Manchester United sowie 2014, 2016, 2017 und 2018 mit Real Madrid.

Mit vier Titeln folgen eine ganze Reihe von Spielern, vornehmlich Ronaldos Teamkollegen. Zählt man auch die Titel im Meistercup, dem Vorgänger der Champions League, dazu, liegt noch der Spanier Paco Gento vor Ronaldo. Gento gewann den Meistercup zwischen 1956 und 1966 mit Real Madrid sechsmal. (sda)

Real Madrid's Cristiano Ronaldo reacts during the Champions League Final soccer match between Real Madrid and Liverpool at the Olimpiyskiy Stadium in Kiev, Ukraine, Saturday, May 26, 2018. (AP Photo/Matthias Schrader)

Hatte für einmal nicht viel Einfluss aufs Spiel: Cristiano Ronaldo. Bild: AP/AP

Liverpools Trainer Jürgen Klopp musste derweil seine sechste Finalniederlage in Folge und die zweite in einem Endspiel der Champions League, nach jener mit Dortmund 2013 gegen Bayern München, hinnehmen. Der Deutsche dürfte vor allem mit seinem Goalie hadern, dem an zwei der drei Treffern mehr als bloss eine Mitschuld traf. Der 24-Jährige Karius ermöglichte Karim Benzema in der 51. Minute mit einem Abwurf genau auf den Fuss des Franzosen das 1:0 und liess den Weitschuss von Bale zum 3:1 durch die Hände gleiten.

Salahs Ausfall

So schrieben mit Bale und Karius zwei Spieler die Geschichte der Partie, die man nicht als Hauptakteure erwartet hatte. Das im Vorfeld viel diskutierte Duell zwischen Ronaldo und Mohamed Salah dauerte derweil bloss eine knappe halbe Stunde. Dann musste der in dieser Saison überragende und so treffsichere Ägypter das Spielfeld unter Tränen vorzeitig verlassen. Im Zweikampf mit Sergio Ramos verletzte er sich an der rechten Schulter. Der spanische Haudegen hatte daran seinen Anteil, weil er den Ex-Basler im Stil eines Judokas legte. Ein Blick in die Gesichter der zahlreichen Fans des FC Liverpool im Kiewer Olympiastadion reichte, um zu erfassen, wie schwer dieser Ausfall wog.

Liverpool's Mohamed Salah leaves after injuring himself during the Champions League Final soccer match between Real Madrid and Liverpool at the Olimpiyskiy Stadium in Kiev, Ukraine, Saturday, May 26, 2018 (AP Photo/Matthias Schrader)

Ganz Liverpool weint mit Mohamed Salah. Bild: AP/AP

Liverpool verlor seinen besten Spieler und gleichzeitig den Elan und die Sicherheit, die die Engländer bis dahin ausgezeichnet hatte. Die Mannschaft von Klopp war vielversprechend in die Partie gestartet, schaffte es nicht nur den Aufbau der Madrider zu stören, sondern auch selber Akzente zu setzen. Der 19-jährige Trent Alexander-Arnold prüfte Reals Goalie Keylor Navas mit einem Flachschuss – keine drei Minuten später kam es zum Zweikampf zwischen Ramos und Salah.

Der Knick im Spiel der «Reds» war danach offensichtlich. Die erfahrenen Spanier störten nun früher, kontrollierten das Geschehen geschickt und kamen immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen. Benzema schoss schon kurz vor der Pause sogar das vermeintliche 1:0, das aber zu Recht wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Liverpool erholte sich vom Ausfall von Salah nicht mehr wirklich, selbst wenn eine kurze Druckphase nach dem 0:1 zum Ausgleich von Mané führte, der nach einem Eckball und einer Kopfballvorlage von Dejan Lovren richtig stand. (sda)

Das Telegramm

Real Madrid - Liverpool 3:1 (0:0)
Kiew. - 61'561 Zuschauer. - SR Mazic (SRB).
Tore: 51. Benzema 1:0. 55. Mané 1:1. 64. Bale 2:1. 83. Bale 3:1.
Real Madrid: Navas; Carvajal (36. Nacho), Varane, Ramos, Marcelo; Modric, Casemiro, Kroos; Isco (61. Bale); Benzema (89. Asensio), Ronaldo.
Liverpool: Karius; Alexander-Arnold, Lovren, Van Dijk, Robertson; Milner (83. Can), Henderson, Wijnaldum; Salah (31. Lallana), Firmino, Mané.
Bemerkungen: Real Madrid komplett. Liverpool ohne Oxlade-Chamberlain, Matip und Gomez (alle verletzt). 43. Tor von Benzema wegen Abseits aberkannt. 48. Isco trifft die Latte. 70. Mané trifft den Pfosten. Verwarnung: 82. Mané (Foul). (rst/sda)

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