DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Benjamin Netanjahu: Hat sich der israelische Ministerpräsident bestechen lassen?
Benjamin Netanjahu: Hat sich der israelische Ministerpräsident bestechen lassen?
Bild: EPA/REUTERS POOL

Israelische Polizei empfiehlt Korruptionsanklage gegen Netanjahu

13.02.2018, 20:0214.02.2018, 06:35

Nach mehr als einjährigen Ermittlungen hat die israelische Polizei Medienberichten zufolge eine Anklage wegen Korruptionsverdachts gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu empfohlen. Es seien ausreichend Beweise für Bestechlichkeit und Veruntreuung in zwei Fällen gesammelt worden, berichteten israelische Medien am Dienstag übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei.

Eine endgültige Entscheidung über eine Anklage muss die Staatsanwaltschaft fällen. Netanjahu hat wiederholt seine Unschuld beteuert. Vertraute haben betont, der Regierungschef werde auch im Fall einer Anklageerhebung nicht zurücktreten.

Der Regierungschef steht wegen der Korruptionsermittlungen seit langem unter Druck. Nach Medienberichten soll der befreundete israelische Hollywood-Produzent Arnon Milchan dem Regierungschef und seiner Frau Sara über Jahre Zigarren und Champagner geliefert haben. Es handelte sich demnach um illegale Schenkungen. Im Gegenzug soll Netanjahu etwa Milchan dabei geholfen haben, ein neues US-Visum zu erhalten.

Sara Netanjahu: Die Frau des Premierministers soll sich gemäss Medienberichten ebenfalls bestechen haben lassen.
Sara Netanjahu: Die Frau des Premierministers soll sich gemäss Medienberichten ebenfalls bestechen haben lassen.
Bild: EPA/EPA FILE

Ausserdem soll Netanjahu versucht haben, unrechtmässig Einfluss auf die Medienberichterstattung zu nehmen. Dabei soll er sich darum bemüht haben, sich in einem Deal mit einem Medienmogul eine positivere Berichterstattung in der regierungskritischen Zeitung «Jediot Achronot» zu sichern.

Die Polizei empfehle auch, Anklage gegen Milchan und den Zeitungsherausgeber zu erheben, berichtete das israelische Fernsehen.

Netanjahu: Hexenjagd

Bei wöchentlichen Protesten hatten bis zu zehntausend Demonstranten den Rücktritt des Regierungschefs gefordert. Netanjahu weist aber alle Vorwürfe als «Hexenjagd» gegen ihn zurück.

Als Oppositionsführer hatte Netanjahu 2008 den damaligen Regierungschef Ehud Olmert zum Rücktritt gedrängt, als dieser unter Korruptionsverdacht stand.

Bereits während Netanjahus erster Amtszeit als Regierungschef hatte die Polizei der Staatsanwaltschaft 1997 empfohlen, ihn wegen Betrugs und Vertrauensbruchs anzuklagen. Der Generalstaatsanwalt entschied sich jedoch damals mangels stichfester Beweise dagegen. (cma/sda/dpa)

Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

Video: www.explain-it.ch
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Frankreich will Frauen nach sexueller Gewalt Gang zu Polizei ersparen

Frauen in Frankreich soll nach sexueller oder häuslicher Gewalt für eine Anzeige künftig der von vielen gefürchtete Gang auf die Polizeiwache erspart bleiben. Auf Wunsch sollen Beamte die Betroffenen ab Jahresende versuchsweise in einigen Departements auch in einem privaten Umfeld für das Aufnehmen der Anzeige aufsuchen können, kündigte Innenminister Gérald Darmanin am Mittwoch in Paris an. Der Schritt folgt auf eine Welle des Protestes von Frauen über eine ungebührende Behandlung auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel