Schweiz
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Der letzte Begleiter von Ueli Steck erzählt: «Er sagte, er gehe eben alleine»

Yannick Graziani und Ueli Steck waren am Unglückstag gemeinsam unterwegs. Nun erzählt der französische Bergsteiger von den letzten Stunden, die er mit Steck verbrachte.



epa05936681 A photograph made available on 30 April 2017 showing Swiss mounainteer Ueli Steck photographed at the foot of a climbing wall in Wilderswil, Canton of Berne, Switzerland, on 11 September 2015. Media reports on 30 April 2017 state that Swiss Alpinist Ueli Steck, aged 41, known as the 'Swiss Machine' has died in an accident near Camp I on Mount Everest.  EPA/CHRISTIAN BEUTLER ONE TIME USE ONLY:  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES

Ueli Steck war allein unterwegs, als er ums Leben kam. Bild: EPA/KEYSTONE

Er war der letzte Mensch, der Ueli Steck (†40) lebend sah: Yannick Graziani (43). Der französische Bergsteiger verbrachte den Morgen jenes Unglückssonntags mit Steck. Die beiden verbrachten den Morgen gemeinsam im Camp und assen etwas, wie Graziani dem Blick schreibt. Steck war laut einer Mitteilung seines Sprechers Andreas Bantel am Vortag (Samstag) vom Everest-Basislager ins Lager 2 auf rund 6400 Meter über Meer aufgestiegen.

Die beiden brachen um 4.30 Uhr auf und überquerten den spaltenreichen Gletscher zwischen Lager 2 und 3. «Auf dem Weg sahen wir, dass die Route auf den Nuptse (7861 m) sehr gut aussah», erzählt Graziani. Steck verliess die Everest-Route und nahm den Nuptse in Angriff, wozu er sich gemäss Bantel schon am Samstagabend entschieden hatte. Der Schweizer fragte Graziani noch, ob der ihn nicht begleiten wolle. «Leider ging das nicht, weil ich für diese Route keine Bewilligung gekauft hatte.»

Steck sagte, dass er dann eben alleine gehe. «Das war das letzte Mal, dass ich ihn sah.» Graziani ging weiter der Everest-Normal-Route Richtung Lager 3 folgte, stieg Steck alleine in die Lhotse-Flanke ein. Wenig später stürzte er ab. Das Unglück passierte zirka um 9.00 Uhr Lokalzeit auf rund 7600 Metern. «Ich bin sehr traurig und möchte Uelis Familie mein Beileid aussprechen», sagt Graziani.

Ueli Steck zum Thema Tod: «Ich bin ein viel zu grosser Angsthase»

Der verstorbene Extrembergsteiger in der Sendung «TalkTäglich» 2014. Video: © Tele Züri

Stecks Leiche wurde auf einer Höhe von rund 6600 Metern per Helikopter geborgen und nach Kathmandu überführt. Weshalb er abstürzte, ist nach wie vor unklar. 

Ursprünglich war es Stecks Plan, am Sonntag zur weiteren Akklimatisation auf der Everest-Normalroute zum knapp 8000 Meter hohen Südsattel aufzusteigen, um noch am gleichen Tag wieder ins Lager 2 zurückzukehren.

Familie nimmt Abschied

Die Familie von Ueli Steck hat am Donnerstag im Kloster Tengboche in der Everest-Region Abschied vom Verstorbenen genommen. Steck wurde nach nepalesischer Tradition eingeäschert.

An der rund dreistündigen Zeremonie nahmen Stecks Ehefrau sowie seine Eltern und Schwiegereltern teil, wie Sprecher Andreas Bantel am Donnerstag mitteilte. Die Familie habe das Zeremoniell als «ausgesprochen feierlich und eindrucksvoll, als traurig und erlösend zugleich» empfunden.

Teil der Asche kommt in die Schweiz

Einen Teil der Asche werde die Familie im Andenken an Ueli Steck in die Schweiz mitnehmen, teilte Bantel weiter mit. Die Abdankung in Nepal fand auf Wunsch der Familie im engsten Familienkreis statt. Das Tengboche-Kloster liegt in der Region Khumbu auf über 3800 Metern über Meer an der Trekkingroute zum Basislager des Everest.

Für Freunde, Bekannte, Berufskollegen sowie die Öffentlichkeit soll in der Schweiz eine Abschiedsfeier durchgeführt werden. Die Details zu Datum und Ort sind derzeit noch offen. Auf der Homepage von Ueli Steck wurde ein Kondolenzbuch aufgeschaltet, in das sich bereits zahlreiche Menschen aus der ganzen Welt eingetragen haben. (nch/sda)

(aargauerzeitung.ch)

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