Kuba
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epa06748392 Police and military personnel work among the wreckage of the Boeing-737 plane that crashed shortly after taking off from the Jose Marti airport in Havana, Cuba, 18 May 2018. Most of the more than one hundred people who died today when a plane crashed near the Havana airport were Cubans, except for five foreign passengers whose nationality is still unknown and crew members, who were Mexicans.  EPA/Omara García

110 Menschen starben bei dem Flugzeugabsturz in Havanna. Bild: EPA/ACN/EFE

Ehemaliger Pilot prangert nach Absturz in Kuba Missstände bei der Airline an



Nach dem Flugzeugabsturz in Kuba mit über 100 Toten hat ein früherer Pilot der mexikanischen Fluggesellschaft Global Air, der die Unglücksmaschine gehörte, über Missstände beim Unternehmen berichtet. Er spricht in einem Interview von gravierenden Sicherheitsmängeln.

Marco Aurelio Hernández sagte der Zeitung «Milenio», er habe von 2005 bis 2013 bei Global Air, auch bekannt als Aerolíneas Damojh, gearbeitet und dabei auch die am Freitag abgestürzte Boeing 737-200 geflogen.

Wegen Sicherheitsmängeln bei der mexikanischen Gesellschaft habe er 2013 bei der mexikanischen Verkehrsbehörde Beschwerde eingereicht, sagte Hernández der Zeitung. Dabei sei es um mangelnde Wartung der Flugzeuge gegangen. Zwar habe es «sehr fähige» Mechaniker bei Global Air gegeben, ihnen habe es aber an Sorgfalt und an Ersatzteilen gefehlt.

«Dieser Müll wird nicht fliegen»

Hernández arbeitete nach eigenen Angaben auch mit dem Piloten der Unglücksmaschine, José Luis Núñez, zusammen, der ein «sehr fähiger, sehr gut vorbereiteter» Kollege gewesen sei.

Eine Sprecherin von Global Air, die nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass Hernández bei der Fluggesellschaft gearbeitet habe. Zu seiner Beschwerde wollte sie sich nicht äussern.

Hernández schilderte in dem Interview, dass es ihm als Global-Air-Pilot einmal wegen des Zustands seines Flugzeugs verboten worden sei, nach Chile zu fliegen. «Du fliegst zurück, weil dieser Müll nicht in Chile fliegen wird», habe es damals geheissen.

Letzte Prüfung im November

Die Unglücksmaschine war 1979 gebaut worden und zuletzt im November bei einer Sicherheitsüberprüfung gewesen. Dabei sei kein Regelverstoss festgestellt worden, teilte die mexikanische Verkehrsbehörde mit.

Mexikos zivile Luftfahrtbehörde erklärte am Samstag, Global Air werde einer «neuen operativen Prüfung» unterzogen. Diese ausserordentliche Prüfung solle zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes in Kuba beitragen.

epa06750302 Relatives of the victims of the air disaster that killed 108 of the 111 occupants of the plane crashed, arrive to identify victims at the Institute of Legal Medicine, in Havana, Cuba, 19 May 2018.  EPA/ALEJANDRO ERNESTO

Angehörige trauern um die Opfer des Flugzeugabsturzes. Bild: EPA/EFE

Die Boeing 737-200 war am Freitag kurz nach ihrem Start in Havanna abgestürzt. Der Inlandsflug sollte ins 670 Kilometer östlich gelegene Holguín gehen. Kurz nach dem Abheben stürzte die Maschine auf ein Feld in der Nähe des Flughafens José Marti und wurde fast vollständig zerstört. 110 Menschen starben, nur drei Kubanerinnen wurden schwer verletzt aus dem Flugzeugwrack geborgen.

Global Air hatte die Maschine mitsamt der mexikanischen Besatzung an Kubas staatliche Fluggesellschaft Cubana de Aviación vermietet. Alle sechs mexikanischen Besatzungsmitglieder starben bei dem Absturz. (sda/afp)

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