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Marine Le Pen hat gestern eine Rede von François Fillon abgekupfert.
Marine Le Pen hat gestern eine Rede von François Fillon abgekupfert.
Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

Schamlos – Marine Le Pen kupfert Rede ab

02.05.2017, 04:3302.05.2017, 09:45

Magst du dich noch an die bizarre Rede von Melania Trump erinnern, als sie quasi wortwörtlich bei Michelle Obama abkupferte? Lange her ist es noch nicht, das darauffolgende Gespött im Internet ist den meisten noch präsent. Sogar Donald Trump machte sich über sie lustig.

Geschadet hat es jedenfalls nicht, Melanias Mann wurde bekannterweise ins US-Präsidentenamt gewählt. Dies könnte sich auch Marine Le Pen gedacht haben, welche sich gestern Abend ebenfalls als Freundin des Plagiats outete. 

Gnadenlos abgekupfert

In ihrer Wahlkampfrede am Maifeiertag kupferte sie beim gescheiterten Präsidentschaftskandidaten François Fillon ohne Umschweife ab.

Mindestens vier Passagen aus einer Rede, die dieser am 15. April hielt, fanden sich fast wortgleich in Le Pens Rede vom Montag wieder. In den Passagen ging es um Frankreichs grosse Bedeutung hinsichtlich seiner Geografie und seiner Sprache sowie um einen möglichen Sonderweg, den Frankreich im 21. Jahrhundert gehen könne.

Angesprochen auf das Plagiat sagte der stellvertretende Vorsitzende von Le Pens Front National, Florian Philippot, «mit einem Augenzwinkern» sei eine «kurze rührende Passage» aus einer Rede über Frankreich übernommen worden. Le Pen sei da nicht so verbissen.

Fillon-Wähler benötigt 

Die Rechtspopulistin, die Frankreich aus der EU brechen und den Euro in Frankreich abschaffen will, tritt am kommenden Sonntag in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl gegen den proeuropäischen Reformpolitiker Emmanuel Macron an. Umfragen zufolge geht Macron als Favorit in die Stichwahl.

Für einen Überraschungserfolg würde Le Pen viele Stimmen aus dem Lager des Konservativen François Fillon benötigen. Dieser holte in der ersten Runde knapp 20 Prozent der Stimmen und schied als drittplatzierter aus. Fillon selber sprach sich jedoch für Emmanuel Macron aus. 

(cma/sda/afp)

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