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Der von Donald Trump ernannte Präsident der US-Kommunikationsbehörde FCC, Ajit Pai, warb mit diesem Video für die Abschaffung der Netzneutralität. 

Mit diesem unfassbar peinlichen Video verhöhnt Trumps FCC-Chef Netzneutralität-Befürworter

Letzte Woche hat Ajit Pai Obamas Regeln zur Netzneutralität abgeschafft und so den Weg zu einem Zwei-Klassen-Internet geebnet. Vor seinem Sieg stellte er dieses mehr als merkwürdige PR-Video ins Netz.

19.12.17, 14:32 19.12.17, 15:36

Im offenen Internet fliessen alle Daten gleichberechtigt und gleich schnell durch die Netze – daher der Begriff Netzneutralität. Letzte Wochen hat die US-Kommunikationsbehörde FCC dieses Prinzip beerdigt. Der Abschaffung der Netzneutralität gingen seit Monaten heftige Proteste voraus. Nebst Netzaktivisten und Konsumentenschützern sprachen sich auch Techgiganten wie Facebook, Google oder Netflix für die Gleichbehandlung von Inhalten im World Wide Web aus.

Um die US-Bürger dennoch von seinem umstrittenen Vorhaben zu überzeugen, liess sich Ajit Pai, Vorsitzender der Kommunikationsbehörde FCC, etwas Besonderes einfallen: In einem Video zeigt er höchstpersönlich, was angeblich auch nach der Aufhebung der Netzneutralität noch möglich ist.

«7 Dinge, die du auch ohne Netzneutralität im Internet tun kannst»

FCC-Chef Ajit Pai erklärt Netzneutralität mit «Harlem Shake», «Game of Thrones» und «Star Wars». Video: YouTube/MITCHELL WIGGS

Das von einem rechten Online-Portal publizierte Video soll zeigen, dass US-Bürger eigentlich nur profitieren, «wenn die Freiheit im Internet wieder hergestellt ist», wie Pai die Abschaffung der Netzneutralität nennt. Auch nach dem Ende der Netzneutralität könne man alles genau so gut wie bisher tun: Auf Instagram Food-Fotos posten, im Web einkaufen, Serien streamen etc.

Mark Hamill ist nicht amüsiert

Pai mit einem Lichtschwert zu sehen, verursacht bei «Star-Wars»-Schauspieler Mark Hamill (Luke Skywalker) offenbar akute Übelkeit.

Auf Twitter schrieb Hamill, Pai sei «zutiefst unwürdig, ein Lichtschwert zu schwingen», da sich ein Jedi «selbstlos für das Wohl der Menschen engagiert und nicht lügt, um riesige Konzerne zu bereichern».

Pai droht Klage wegen Urheberrecht-Verletzung

Im PR-Video nutzt Pai die Musik des «Harlem Shake» – ohne dafür die Erlaubnis eingeholt zu haben, wie die «New York Times» berichtet. DJ Baauer, der rechtmässige Urheber des «Harlem Shake», kündigte daraufhin auf Twitter eine Klage an. 

Allerdings ist es teils üblich, kurze Ausschnitte eines Songs für ein eigenes, neues Werk zu nutzen. Die Rede ist von «Fair Use», also der angemessenen Verwendung. Da der «Harlem Shake» in Pais Video nur wenige Sekunden zu hören ist, könnte es sich somit um eine legitime Nutzung handeln.

Eigentlich ist Ajit Pai ein Bürokrat. Er leitet die von Trumps Republikanern dominierte US-Kommunikationsbehörde FCC, die vor einer Woche die Abschaffung der Netzneutralität in den USA beschlossen und somit den Weg für ein Zwei-Klassen-Internet freigemacht hat. Dies im Sinne der Internet- und Mobilfunkprovider wie Verizon, in deren Dienst Pai zuvor als Anwalt stand.

Niemand erklärt Netzneutralität besser als John Oliver. Video: YouTube/LastWeekTonight

Was bedeutet Netzneutralität genau? Alles, was du wissen solltest

(oli via derStandard)

Trump mag Pressebilder nicht – so reagiert das Internet

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16
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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sauäschnörrli 20.12.2017 01:23
    Highlight Das ist doch nicht das ganze Video, sagt er im Original am Ende nicht noch etwas wie "you only have to pay for it"?
    2 0 Melden
  • Kstyle 19.12.2017 20:47
    Highlight Trump würde seine Grossmutter für a great deal verkaufen. Ich sehe schwarz. Vieleicht ist es eine Chance, dass Europa aufwacht und mal was in ein eigenes unabhängiges Netz investiert.Vorausgesetzt sie machen nicht den Bückling wie immer.
    22 2 Melden
  • seventhinkingsteps 19.12.2017 18:55
    Highlight "Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuß, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet."
    19 1 Melden
  • TanookiStormtrooper 19.12.2017 18:29
    Highlight Hamills Antwort auf einen Tweet von Ted Cruz war aber lustiger:
    Thanks for smarm-splaining it to me @tedcruz I know politics can be confusing, but you'd have more credibility if you spelled my name correctly. I mean IT'S RIGHT THERE IN FRONT OF YOU! Maybe you're just distracted from watching porn at the office again❤️-mh
    15 0 Melden
  • Radiochopf 19.12.2017 17:43
    Highlight Dürfte in der USA aktuell der meistgehasste Mensch sein.. hier machen sich auch schon alle über ihn lustig, während unsere Regierungen balddas gleiche machen werden auch wenn die EU noch was anderes behauptet.. beim nächsten Terror-Anschlag wird dann plötzlich das gleiche geforder, natürlich nur zu unserem Schutz und für die Freiheit.. hat ja auch schon beim NDG funktioniert und es wird auch mit der Netzneutralität nicht anders sein, nur eine Frage der Zeit...
    37 2 Melden
    • Fabio Ray Rüegsegger 22.12.2017 09:47
      Highlight Es gilt zu bemerken, dass die Schweiz niemals eine Netzneutralität hatte oder kannte. Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass Sie bei Ihrem Provider "Pakete" zur Auswahl haben, welche Ihre Datentransferrate bestimmen?
      0 0 Melden
  • Schweizer Bünzli 19.12.2017 16:35
    Highlight Willkommen in der Zukunft.
    32 1 Melden
  • caschthi 19.12.2017 15:52
    Highlight naja, ultra-peinlich ist es nicht. Es ist einfach nur unnötig und unterstreicht nur die hoffnungslose Lage der FCC
    45 14 Melden
  • ThomasHiller 19.12.2017 15:32
    Highlight Man weiß, daß die Zeiten schlimm sind, wenn auf solche Art und Weise Politik gemacht wird und es für solche Leute nicht mal Folgen hat...
    157 1 Melden
    • Gurgelhals 19.12.2017 17:07
      Highlight Kommt dazu, dass der Typ ja nicht einmal ein gewählter Politiker ist, der mit solchen Stunts seine Wählerbasis mobilisieren mag, sondern ein von der Regierung ernannter (Chef-)Beamter - also eigentlich ein polit. neutraler Fachexperte. Man stelle sich vor, bei uns stelle der Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission Troll-Videos ins Internet, in denen er die CH Bevölkerung verhöhnt und sich offen als korrupter Swisscom-Lobbyist outet.

      Einfach nur krank, was da drüben gerade abgeht. Schlechte Politik ist ja eine Sache, aber dann noch diese unverhohlene Bösartigkeit...
      82 1 Melden
    • seventhinkingsteps 19.12.2017 19:02
      Highlight Schlimm finde ich auch die unglaubliche Naivität mit der die Demokraten das Geschehen kommentieren.

      Statt die offensichtlichen Schwächen zu sehen, die ein Staatsapparat haben muss um überhaupt solche Dinge zu ermöglichen, ist das beste Argument der Demokraten im Moment, dass alles besser wäre, läge die ganze Macht, die von den Republikanern missbraucht wird, bei ihnen.
      16 0 Melden
    • Schaaggi 22.12.2017 19:59
      Highlight @Gurgelhals: Nur schade, dass sich der Bundesrat und Telekomkomission in der Vergangenheit schon indirekt als Swisscom-Lobby geoutet haben.

      Ich habe da nur sehr begrenzt Vertrauen. Siehe auch Doris' Arschkriecherei bei Microsoft.

      Zum Glück gibts bei uns die Möglichkeit diese Themen zur Abstimmung zu bringen.
      0 0 Melden
  • Dingsda 19.12.2017 15:11
    Highlight well...
    158 1 Melden
  • TheGoon 19.12.2017 14:42
    Highlight habe ich neulich bei Wikipedia gefunden.
    291 3 Melden
    • saukaibli 19.12.2017 15:32
      Highlight "He also has an incredibly punchable face". Genau das war mein erster Gedanke, als ich diese Fratze das erste Mal sah. Mal ehrlich, gibt es jemanden, der nicht Lust hätte, da mal richtig reinzuhauen? :-D
      68 6 Melden

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