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«Spektakulär!» – Swisscom ermöglicht erstmals Einblick in die eigenen Nutzerdaten

Swisscom ermöglicht den Einblick in die eigenen Vorratsdaten der letzten sechs Monate. Der Schweizer Anwalt Martin Steiger hat die über ihn gespeicherten Daten angefordert – und eine CD-ROM mit zehntausenden Einträgen zu seiner Handy- und Internet-Nutzung erhalten.

07.05.18, 11:47 08.05.18, 15:35


Seit 2002 wird jede Bewegung von Schweizer Handybesitzern ein halbes Jahr lang aufgezeichnet. Insbesondere die Mobilfunkprovider müssen im Auftrag des Bundes von jedem Kunden folgende Rand- bzw. Metadaten ohne Anlass und Verdacht auf Vorrat speichern:

Mit Überwachungsprogrammen wie Remote Control System können Polizisten Standorte und Verbindungen zwischen Zielpersonen visualisieren. Darum speichern Swisscom und Co. wer, wo mit wem kommuniziert hat oder wer wann welche Apps und Websites nutzt.

CD-ROM mit «zehntausenden von Zeilen an Nutzerdaten»

Anfang März 2018 lehnte das Bundesgericht eine Beschwerde des Vereins Digitale Gesellschaft gegen die anlasslose Vorratsdatenspeicherung, also die generelle Überwachung sämtlicher Bürger ohne Anfangsverdacht, ab. Allerdings hat neu jeder Schweizer das Recht, Einsicht in seine von Swissom, Salt, Sunrise, UPC und Co. auf Vorrat gespeicherten Daten zu erhalten. 

Rechtsanwalt Martin Steiger hat seine von Swisscom gespeicherten Vorratsdaten angefordert und diese auf einer CD-ROM erhalten. Das sei «spektakulär», schreibt er auf Twitter. Denn zuvor hatten sich Swisscom, Sunrise und Salt stets geweigert, die gespeicherten Nutzerdaten herauszugegen.

Die CD-ROM enthält laut Steiger «zehntausende von Zeilen an Vorratsdaten über die gesamte Mobilfunknutzung sowohl für den Internet-Zugang als auch für Telefongespräche sowie teilweise auch für Roaming im Ausland».

Der folgende Screenshot zeigt einen kleinen Ausschnitt der Daten, die auf der CD-ROM geliefert wurden.

Die angeforderten Daten zeigen unter anderem Steigers Standorte der letzten sechs Monate sowie wann, wo und mit wem er kommuniziert hat. screenshot: steigerlegal

«Mit den nun verfügbaren Vorratsdaten ist es für jeden Menschen in der Schweiz möglich zu erfahren, was es bedeutet, von der Massenüberwachung mit der Vorratsdatenspeicherung betroffen zu sein», schreibt Steiger. 

So kommst du an deine Vorratsdaten

Der Verein Digitale Gesellschaft, dem auch Steiger angehört, stellt auf seiner Website eine Mustervorlage für ein Datenauskunftsbegehren bei Swisscom und Co. zur Verfügung.

Der Text der Mustervorlage kann hier kopiert werden. screenshot: digitale-gesellschaft

Vor Martin Steiger ist es erst Nationalrat Balthasar Glättli gelungen, von seinem Provider die gespeicherten Vorratsdaten zu erhalten. Obwohl bei der Vorratsdatenspeicherung die Inhalte der Kommunikation nicht gespeichert werden, lässt sich mit den Metadaten (Standorte, Kontakte) ein umfassendes Bewegungs- und Beziehungprofil erstellen. watson hat dies 2014 anhand der folgenden interaktiven Karte aufgezeigt.

Auf Basis seiner Daten kannst du in unserer interaktiven Grafik alle Bewegungen von Nationalrat Glättli in einem Zeitraum von sechs Monaten nachvollziehen. Die Ortungsdaten haben wir zusätzlich mit frei im Internet verfügbaren Informationen aus dem Leben des Parlamentariers (Twitter, Facebook und Webseiten) verknüpft.

Mit der Play-Taste startest du die Reise durch Balthasar Glättlis Leben. Du kannst die Reise an beliebigen Punkten verlangsamen und mit der Pause-Taste anhalten. Zoome in die Karte, um genauer zu verfolgen, wo sich der Politiker befindet. Der Kalender zeigt dir, an welchen Tagen Glättli in welcher Stadt war. Das Netzwerk zeigt dir, mit wem Glättli in Verbindung steht.

Die interaktive Karte zeigt, wo Nationalrat Glättli unterwegs war und mit welchen Journalisten, Politikern und Familienangehörigen er kommuniziert hat. Die Personendaten wurden von uns anonymisiert. (Die Karte funktioniert am besten auf einem grossen Bildschirm oder auf Smartphones im Querformat.) Grafik: watson.ch, «Schweiz am Sonntag», OpenDataCity, Digitale Gesellschaft

BÜPF 2.0 ist bereits in Kraft

Am 1. März 2018 trat das revidierte Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) in Kraft. Im neuen Gesetz wurde die anlasslose Überwachung auf weitere grosse Internet-Provider und Anbieter öffentlicher WLANs wie etwa die SBB ausgeweitet. Viele kleine Internet-Firmen mit einem Umsatz von weniger als 100 Millionen pro Jahr sind vom BÜPF ausgenommen. Wer jedoch das SBB-WLAN nutzt, muss damit rechnen, dass nicht nur gängige Metadaten (Standort, Zeitpunkt der WLAN-Nutzung etc.), sondern auch die besuchten Webseiten bzw. genutzten Apps gespeichert werden.

Gespeichert werden die Vorratsdaten insbesondere, damit sie im Rahmen eines Strafverfahrens für eine rückwirkende Überwachung genutzt werden können.

Das international genutzte Programm Remote Control System zeigt den Ermittlern Verbindungen zwischen Verdächtigen auf. Hierfür werden von den Providern gespeicherte Verbindungs- und Standortdaten (Randdaten) genutzt.

Die Direktüberwachung einer verdächtigen Person, sprich das Mithören von Telefongesprächen, Abfangen von E-Mails etc., wird hingegen weiter nur durchgeführt, wenn dies von den Strafverfolgungsbehörden explizit beantragt wird.

Datenspeicherung auf Vorrat laut obersten Schweizer Richtern zulässig

Das Bundesgericht hält es für zulässig, wenn Swisscom und Co. Vorratsdaten sechs Monate lang speichern. Es hat eine Beschwerde von sechs Privatpersonen – Mitglieder des Vereins «Digitale Gesellschaft Schweiz» – im März 2018 abgelehnt. Es liege ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Randdatenspeicherung vor, da sie dem Aufklären von Strafdaten und der Suche von vermissten Personen diene. 

Die Beschwerdeführer ziehen das Urteil weiter und wenden sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Unter den Beschwerdeführern ist unter anderen Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne/ZH).

Grundlage für die Vorratsdatenspeicherung ist das Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF). Es verpflichtet die Telekomanbieter, die Randdaten der Telekommunikation ihrer Kundschaft zu speichern und sechs Monate lang aufzubewahren. Ein Referendum gegen das BÜPF war nicht zustande gekommen. Dem Referendumskomitee war es nicht gelungen, die notwendige Zahl an beglaubigten Unterschriften rechtzeitig einzureichen.

Vorratsdatenspeicherung verstösst gegen EU-Recht

Der Europäische Gerichtshofs hatte der Speicherung von Metadaten auf Vorrat (wer mit wem, wie lange und von wo aus telefoniert, Textnachrichten schickt bzw. das Internet nutzt) bereits in einem Urteil von 2016 enge Grenzen gesetzt. Konkret wurde die «anlasslose Vorratsdatenspeicherung», also ohne Anfangsverdacht, verboten.

In Deutschland hat die Bundesregierung 2015 ein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Telekommunikationsanbieter werden darin verpflichtet, Internet- und Telefonverkehrsdaten jedes Bürgers zehn Wochen lang zu speichern. Im April 2018 hat der deutsche Gesetzgeber beim Tauziehen um die Vorratsdatenspeicherung eine weitere Schlappe erlitten. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln ist die Deutsche Telekom nicht verpflichtet, auf Grundlage des Gesetzes Verbindungsdaten ihrer Kunden zu speichern.

Damit bestätigten die Kölner Richter die Auffassung des Oberverwaltungsgerichts für Nordrhein-Westfalen (OVG), das ein entsprechendes Urteil schon im Sommer vergangenen Jahres gefällt hatte. Danach wurde die Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung von der deutschen Bundesnetzagentur ausgesetzt.

Das Kölner Verwaltungsgericht entschied im April, die nationale Regelung, die eine «allgemeine und unterschiedslose Vorratsspeicherung sämtlicher Verkehrs- und Standortdaten aller Teilnehmer und registrierter Nutzer in Bezug auf alle elektronischen Kommunikationsmittel» vorsehe, stehe der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs entgegen. Das Urteil bezieht sich nur auf die Klage der Deutschen Telekom, die die Entscheidung begrüsste.

Mit Material der Nachrichtenagenturen SDA und DPA.

So schaltest du die versteckte Standort-Karte auf deinem iPhone aus: Auch das iPhone verfolgt dich auf Schritt und Tritt

Video: watson/Lya Saxer

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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72
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72Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ChrisPronto 08.05.2018 10:11
    Highlight Wird die CD wenigstens als eingeschriebener Brief verschickt?
    Ansonsten kann ich ja ohne weiteres die Daten meines Partners anfordern wenn ich einen Verdacht habe
    12 1 Melden
  • D0MD0M 08.05.2018 01:40
    Highlight Tragisch. Nicht der hyperventilierende und inkompetente Gesetzgeber, der ist eher peinlich. Dass aber das Bundesgericht im postfaktischen Zeitalter angekommen ist, krass. Da legitimiert eine Annahme (öff. Interesse) auf Basis einer längst widerlegten Behauptung (effizientere Strafverfolgung) die Speicherung sämtlicher Kommunikations- und Standortdaten der Schweizer Bevölkerung. Unter Missachtung aller Fakten, der Verhältnismässigkeit und der Rechtsentwicklung in Deutschland und in der EU. Inkompetenz wäre schlimm genug, aber das ist fast bösartig.
    10 0 Melden
  • B-Arche 07.05.2018 20:34
    Highlight Alle URLs der Websites die ihr ohne TLS (https) aufruft werden ebenfalls gespeichert. Bei TLS immerhin noch welchem Host/IP. Des Weiteren Eure DNS Nameserveranfragen bei Anfragen an den Nameserver des Providers.
    BÜPF ist Komplettüberwachung aber das Stimmvolk wollte kein Referendum und ein Verfassungsgericht als letzte Instanz hat die Schweiz nicht.
    38 0 Melden
  • Töfflifahrer 07.05.2018 19:58
    Highlight Nd bitte nicht vergessen, bezahlen tun das alles, ......... genau, wir! Denn diese Datensammlungen kostet ja auch genug
    24 3 Melden
  • Zwerg Zwack 07.05.2018 18:14
    Highlight Man hätte den Drahtziehern der neuen Datenschutzverordnung vor der Abstimmung eine CD mit ihren Daten zukommen lassen sollen, um denen die Augen zu öffnen.
    22 5 Melden
  • Ohniznachtisbett 07.05.2018 16:23
    Highlight Ich habe auch starke Mühe mit dieser Überwachung. Es hat ja schon etwas Orwellsches an sich. Man muss aber auch relativieren: 1. Eine Auswertung dieser Daten bedarf einer richterlichen Zustimmung. Ergo muss ein Verdacht da sein. 2. Im Fall Rupperswil war es wohl wichtig auf diese Daten zugreifen zu können.
    Auf der Anderen Seite, ich werde auch ohne Anfangsverdacht vom Laser/Radar gemessen, ob ich auch ja nicht zu schnell fahre...
    Aber ja ich sehe das auch äusserst kritisch und es birgt eine gewisse Gefahr.
    15 37 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 17:03
      Highlight @ Ohniznachtisbett:

      Polizei und Staatsanwaltschaft können DIREKT auf Daten aus der Vorratsdatenspeicherung zugreifen, es gibt grundsätzlich KEINEN Richtervorbehalt.

      (Dort, wo es bei Überwachungsmassnahmen einen Richtervorbehalt gibt, kann man sich fragen, ob er hilft, denn es kommt fast nie vor, dass ein Richter einem Staatsanwalt einen Wunsch abschlägt … Einige Zahlen dazu aus Deutschland: https://netzpolitik.org/2013/bestandsdaten-auser-kontrolle/.)
      32 3 Melden
    • Stubenhocker 08.05.2018 08:22
      Highlight Und wie sicher gelagert solche Daten sind fragt sich ebenso. Ich bin seit über 15 Jahren in der IT Branche tätig, und eine 100%-ige Sicherheit gibt es da einfach nicht. Selbst Verschlüsselung hilft da nicht immer. Man siehe nur mal wieder mit der Spectre Lücke. Da können selbst crypto schlüssel ausgelesen werden. Scheinbar können gewisse Ämter auf die Dateien auch aus der Ferne zugreifen. Was vielen aber dabei nicht klar ist, ist wieviele Komponenten darin involviert sind die alle bekannte und unbekannte Lücken aufweisen. Für geheimdienste ist das eine Fundgrube.
      5 0 Melden
    • Stubenhocker 08.05.2018 08:25
      Highlight Unauthorisierter Zugang zu den Daten kann nicht ausgeschlossen werden. Mit sovielen persönlichen Daten kann ganz schön viel Unfug betrieben werden. Ein Beispiel gefällig? Cambridge data hat mit solchen Daten ganze Wahlen beinflusst. Selbst wer den Schweizer Behörden voll vertraut kann nie ganz sicher sein wer sonst Zugang zu den Daten erhält oder sich beschafft.
      5 0 Melden
  • äti 07.05.2018 16:04
    Highlight Es gibt immer noch ein Brief- und Postgeheimnis. Nutzen.
    18 13 Melden
  • Xargs 07.05.2018 15:51
    Highlight Ich dachte Vorratsdatenspeicherung wäre auch in der Schweiz untersagt? Hatten wir mal in Wirtschaft & Gesellschaft. Kann mich jemand darüber aufklären?
    18 5 Melden
    • Alnothur 07.05.2018 16:21
      Highlight Was? Nö. Vorratsdatenspeicherung ist hier seit über 10 Jahren Standard...
      29 0 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 17:05
      Highlight @Xargs:

      Das Bundesgericht hat – im Gegensatz zu den höchsten Gerichten im übrigen Europa – erst kürzlich die Zulässigkeit der Vorratsdatenspeicherung in der Schweiz bestätigt:

      https://steigerlegal.ch/2018/03/28/vorratsdatenspeicherung-urteil-auskunftsrecht/

      Nun wird voraussichtlich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entscheiden müssen.
      21 2 Melden
    • Miikee 07.05.2018 17:42
      Highlight Die Schweizer Schäfchen stimmer ja immer dafür... NDG, BüPF und wie sie alle heissen.
      Tja, selber schuld!
      31 0 Melden
  • blaubar 07.05.2018 14:35
    Highlight Schön wäre, wenn man trotzdem zuverlässig telefonieren könnte. Aber die Zeitem sind wohl vorbei.
    15 21 Melden
    • Miikee 07.05.2018 17:43
      Highlight Hat die letzten 20 Jahren nie ein Problem...
      6 4 Melden
  • Redly 07.05.2018 14:08
    Highlight Und wir sollten die Anfrage alle 6 Monate neu stellen..,
    ...wenn das genug machen, sollte es soviel Aufwand machen, dass das beendet wird.

    Begründung gegenüber Provider: Daten werden permanent erhoben und müssen nach 6 Monaten gelöscht werden. Das kann nur kontrolliert werden mit einem Auszug alle 6 Monate.
    64 5 Melden
    • Gaterde 07.05.2018 16:28
      Highlight Leider ist das nicht "viel" Aufwand. Im "schlimmsten" Fall schreibt man ein kleines Programm, dass diese Daten alle 6 Monate automatisch an den Kunden versendet. Danach ist der Aufwand fast = Null.
      18 2 Melden
  • ARoq 07.05.2018 13:26
    Highlight Der Verein "Digitale Gesellschaft" hat mich gerade als Mitglied gewonnen, merci.
    73 3 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 17:05
      Highlight @ARoq: Herzlich willkommen!
      15 3 Melden
  • fabsli 07.05.2018 13:21
    Highlight Schon der Begriff "Randdatenspeicherung", haarsträubend!
    38 1 Melden
  • Evan 07.05.2018 13:21
    Highlight In der Schweiz haben wir leider nicht mehr viel Recht dazu zu jammern, Überwachung wurde demokratisch gutgeheissen. Das einzige was wir noch tun können, ist aufzuklären. Mir scheint jedoch, dass dies nur durch praktisches Erfahren geschehen wird.
    42 2 Melden
  • Ueli der Knecht 07.05.2018 13:20
    Highlight Zu beachten:

    "Adressierungselemente",
    "Konfigurationsparameter",
    "Elemente zur Identifikation von Personen, Computerprozessen, Maschinen, Geräten oder Fernmeldeanlagen",

    dürfen abgefragt werden, wobei "eine vorgängige RICHTERLICHE GENEHMIGUNG NICHT ERFORDERLICH ist" (vgl BVGer A-4941/2014, E.4.2.2. http://bit.ly/2K2kALp).

    Das heisst, IMSI, IMEI, MAC-Adresse, IP-Adressen etc. sind alle ohne richterliche Bewilligung abrufbar. Realtime-Standortlokalisierung und Bewegungsmuster von Smartphones, Notebooks etc. werden dadurch problemlos möglich. Auch ohne richterliche Genehmigung.
    56 0 Melden
  • Posersalami 07.05.2018 12:45
    Highlight Tja, das Volch bekommt genau das, was es wollte.

    Ich muss das echt mal anfordern. Zumindest von meinen Mobilen Daten dürften die Swisscom dank VPN nicht viel mitbekommen. Immerhin kann man so überprüfen, wo in der Verteidigung noch Lücken sind und sich dann überlegen, wie man die stopft.
    47 7 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 13:11
      Highlight @Posersalami:

      VPN-Verbindungen helfen nicht dagegen, dass man für die letzten sechs Monate weisst, wo Du mit Deinem Smartphone unterwegs warst …
      41 0 Melden
    • Posersalami 07.05.2018 15:26
      Highlight @ martinsteiger: Wie sieht denn die Swisscom, welche Sites ich über den (verschlüsselten) VPN Tunnel aufrufe?
      2 4 Melden
    • Posersalami 07.05.2018 15:27
      Highlight @ martinsteiger: Oder meinten sie, in welche Zellen das Smartphone eingebucht war? Ja, dagegen hilft VPN nichts.
      19 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Leckerbissen 07.05.2018 12:36
    Highlight Für einen Nationalrat ziemlich wenig in Bern der gute Junge :)
    14 48 Melden
    • Ursus ZH 07.05.2018 14:48
      Highlight Da gibt's aber auch solche "Volksvertreter", die sind immer in Bern im Bundeshaus aber haben während Jahren nicht ein einziges mal ein Wort ergriffen. Ich glaub, das ist eine SVP Frau, oder nicht?
      19 7 Melden
  • Scaros_2 07.05.2018 12:33
    Highlight Ja gut, das ist alles schön und recht. Dann hat man eben eine CSV Datei etc. mit den abertausend Zeilen. Aber wer bitteschön soll das encodieren? Ich meine ich kenne meine Tools, ich hab da auch was von SAS das ich nutzen kann etc.

    Aber ein 0815 User braucht doch hier jetzt erst mal wieder eine 3. Instanz die einem die Daten aufbereiten :D
    27 9 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 13:12
      Highlight @Scaros_2:

      Ich gehe davon aus, dass früher oder später entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung stehen werden. Allerdings kann man die Daten eigentlich direkt lesen – im veröffentlichten Beispiel sieht man beispielsweise ohne weiteres Datum und Zeit sowie den Standort.
      13 0 Melden
    • Scaros_2 07.05.2018 14:10
      Highlight Ja für eine Momentaufnahme ist es ja ok. Aber sinnvolle analysen sind es dann wenn man daraus saubere Diagramme machen kann oder Netzwerke, Decision-Trees usw. Und für das braucht es wie gesagt Entweder eine gute Kenntnis von Excel (ja das ist heute schon für viele zu viel) oder aber gute Software. Das haben aber nicht alle

      Am besten sind aber Software die in einer Cloud agieren und man die Daten senden muss ;-)
      5 6 Melden
    • Ueli der Knecht 07.05.2018 15:12
      Highlight Korrekt wäre doch nur, wenn der Bürger über das gleiche Programm (Remote Control System) Zugriff auf seine Daten bekäme, wie die Behörden, und er dann auch die gleiche Ansicht auf seine Daten hätte. Gleich lange Spiesse wären fair. Die Lieferung von kryptischen Metadaten, die der Benutzer dann selber noch auffschlüsseln muss, empfinde ich als eine Frechheit.
      27 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sarkasmusdetektor 07.05.2018 12:19
    Highlight Ist es nicht toll, dass wir nicht in der EU sind...?
    38 23 Melden
  • peterpe 07.05.2018 12:12
    Highlight Ich bin keine IT-Fachperson. Wird es mir dennoch möglich sein, die angefordeten Daten zu lesen oder ansatzweise zu verstehen?
    42 2 Melden
    • Troxi 07.05.2018 12:31
      Highlight Soo schwierig ist es jetzt nicht und ja man könnte es noch verschönern dank Excel. Das ist ein reines CSV-Sheet und ; bedeutet eine Abgrenzung. Wenn man es verschönert gibt das eine ganz tolle und übersichtlichere Tabelle.
      27 2 Melden
    • Scaros_2 07.05.2018 12:34
      Highlight Ohne entsprechende Software nützt dir der Datenberg nichts.
      7 46 Melden
  • Schnurri 07.05.2018 12:12
    Highlight Ihm ist bewusst das neben den Daten auch die Handynummer veröffebtlicht wurde?
    35 3 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 12:28
      Highlight @Schnurri:

      Ja, meine Handynummer ist kein Geheimnis. (Aber ich kann leider nicht immer «abnehmen», weil ich häufig schon mit anderen Dingen beschäftigt bin.)
      135 0 Melden
  • Armend Shala 07.05.2018 12:08
    Highlight „WeR NiChTs Zu VeRbErGeN hAt, DeR hAt AuCh NiChTs Zu BeFüRcHtEn.“

    - Parteianhänger einer Diktatur jeglicher Staaten
    477 31 Melden
    • Dominik Treier (1) 07.05.2018 12:38
      Highlight "Zu sagen man brauche keine Privatsphäre, weil man nichts zu verbergen habe, ist etwa gleich sinnvoll, wie zu sagen, man brauche keine Redefreiheit, weil man ja nichts zu sagen habe." - Edward Snowden
      122 3 Melden
    • Frances Ryder 07.05.2018 12:53
      Highlight Oder eben Doris Fiala im talktäglich als es um den biometrischen Pass ging. Ein weitere Weisheit von ihr: Die Jungen stellen ja sowieso alle ihre Daten freiwillig auf Facebook etc., dann kann es ihnen auch egal sein, wenn der Staat die Daten zwangserhebt.
      56 1 Melden
    • bebby 07.05.2018 14:52
      Highlight Ist eigentlich noch gäbig, diese Daten. Wenn man gegen eine Person Anklage erheben möchte, egal wegen was, dann findet man sicher in diesen Daten die eine oder andere verdächtige Handlung. Z.B. bei einer Scheidung oder wenn jemand entmündigt werden soll. Früher war das sicher akribische Detektivarbeit, heute muss man nur noch die richtige Quelle anzapfen. Dazu kommt noch, dass solche Daten früher oder später an den Falschen gelangen werden. Und dann heisst es „sorry“.
      26 0 Melden
  • Filzstift 07.05.2018 12:05
    Highlight Kann man diese Vorlage auch an watson.ch (oder sonst irgendwohin, wo man Daten hinterlässt) abschicken?

    Z.B. lässt sich über mein Kommentier-, Umfrage-, (Werbe)-Klick-Verhalten usw. sicher ein gutes Profil generieren können.
    64 0 Melden
    • Ueli der Knecht 07.05.2018 12:25
      Highlight Tu das! Auch diesbezüglich haben EU-Bürger mehr Rechte als Schweizer, und zwar nicht nur bei watson.de sondern auch bei watson.ch.
      32 1 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 12:29
      Highlight @Filzstift: Datenschutzrechtliche Auskunftsbegehren sind auch an Watson usw. möglich, klar. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte hilft weiter:

      https://www.edoeb.admin.ch/edoeb/de/home/datenschutz/ueberblick/das-auskunftsrecht/auskunft-ueber-meine-daten.html
      35 0 Melden
    • martinsteiger 07.05.2018 13:14
      Highlight @Ueli der Knecht:

      Du sprichst die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO an. Diese gilt nicht allein für EU-Bürger, sondern für alle Personen in der EU, allerdings aus Sicht der Schweiz nicht in jedem Fall. Aber klar, die neuen Rechte der DSGVo sollten alle, die sie beanspruchen können, nutzen.
      8 0 Melden
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  • Toerpe Zwerg 07.05.2018 12:03
    Highlight Wann klingelts bei den Meschen, was für eine gigantische Zeitbombe da tickt?

    Und wer überprüft wie, ob die Daten nach 6 Monaten gelöscht werden?
    386 17 Melden
    • Dominik Treier (1) 07.05.2018 12:41
      Highlight Das Problem ist, dass vielen Menschen, die neuen Möglichkeiten und vor allem, die Möglichkeiten zum Missbrauch, nicht einmal ansatzweise bekannt sind und das viele sie sich auch gar nicht vorstellen oder etwas damit zu tun haben wollen. Die Macht der Ignoranz und des verdeckten Egoismus. Geht einen ja nichts an... Bis man selber vom Missbrauch dieser Daten betroffen wäre und es schon zu spät ist...
      38 1 Melden
    • winglet55 07.05.2018 12:49
      Highlight Gelöscht & Gelöscht, sind 2 verschiedene Sachen.
      19 0 Melden
    • Posersalami 07.05.2018 12:50
      Highlight Niemand

      Die Swisscom & co werden die Daten ganz sicher nicht löschen sondern irgendwie aufbewahren. Schliesslich sind Daten doch das Öl des 21Jhd und das kippt man nicht einfach in den Ausguss! Wer weiss was man in 10 Jahren alles herauslesen kann..

      Der Geheimdienst hat sicher auch keine Motivation die Daten zu löschen, zumal Speicherplatz noch nie so günstig war und immer günstiger wird. In ein einzelnes Rack mit 2m Höhe bekommt man schon duzende TB Speicherplatz..
      17 5 Melden
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