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Ankläger wollen härtere Strafe: Ex-Sprinter Oscar Pistorius muss erneut vor Gericht

03.11.17, 06:34 03.11.17, 07:56

Die tödlichen Schüsse von Oscar Pistorius auf seine Freundin sind erneut ein Thema für Südafrikas Justiz: Die Ankläger wollen ihn härter bestraft sehen. Mit dieser Meinung stehen sie nicht allein.

Das oberste Berufungsgericht Südafrikas prüft an diesem Freitag das Urteil gegen den früheren Spitzensportler Oscar Pistorius. Es geht um das Strafmass. Pistorius war wegen Totschlags zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Soll erneut vor Gericht: Oscar Pistorius Bild: EPA/EPA FILE

Die Staatsanwaltschaft hat sich um die erneute Berufung bei dem Gericht in der Stadt Bloemfontein bemüht, da sie das Urteil der zweiten Instanz für «schockierend milde» hält. Der inhaftierte 30-jährige Pistorius selbst wird bei dem Termin nicht erwartet. Bis wann das Gericht neu über das Strafmass befinden wollte, war zunächst noch unklar.

Einbrecher statt Freundin?

Der unterhalb der Knie amputierte Pistorius hatte seine Freundin, das aufstrebende Model Reeva Steenkamp, am Valentinstag 2013 in seinem Haus mit vier Schüssen durch eine Toilettentür getötet. Er beteuerte, einen Einbrecher hinter der Tür vermutet zu haben. Das Verbrechen hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und wurde inzwischen verfilmt.

Das Opfer: Reeva Steenkamp. Bild: AP

Pistorius war daraufhin nach langer juristischer Auseinandersetzung im Juli 2016 wegen «Mordes» verurteilt worden, was im deutschen Recht Totschlag entspricht. Darauf stehen in Südafrika normalerweise mindestens 15 Jahre Haft. Richterin Thokozile Masipa hatte jedoch mildernde Umstände angeführt. «Er ist ein gefallener Held, er hat seine Karriere verloren, er ist finanziell ruiniert», hatte sie bei der Urteilsverkündung gesagt. Er sei Ersttäter und habe Reue gezeigt, nun müsse er eine Chance haben, sich zu rehabilitieren.

Weisse bekommen besseres Recht

Das Urteil hatte in Südafrika Empörung ausgelöst. Für viele war es ein Zeichen gewesen, dass wohlhabende Angehörige der weissen Minderheit vor Gericht immer noch besser behandelt werden als Schwarze. Die schwarze Richterin Masipa hatte dem entgegengehalten: «Unsere Gerichte dienen dem Gesetz, nicht der öffentlichen Meinung.»

Der Sprinter Pistorius hatte bei Paralympischen Spielen auf eigens angefertigten Karbon-Prothesen sechs Goldmedaillen gewonnen. In London startete er 2012 auch als erster beinamputierter Sportler der Geschichte bei den regulären Olympischen Spielen. (sda/dpa)

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Video: srf

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • theluke 03.11.2017 08:48
    Highlight Ich empfinde das als extrem böse wenn man sich die rache zur lebensaufgabe macht. Man koennte es ja einfach gut sein lassen, sondt wird man die abschliessen koennen.
    2 6 Melden
  • Asmodeus 03.11.2017 06:56
    Highlight "gefallener Held" nope. Nur ein Mörder
    25 4 Melden

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