Schweiz
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Eine Mitarbeiterin des Blutspendedienstes Zuerich hilft einem freiwilligen Spender beim Blutspenden, aufgenommen am 2. Juli 2003 im Blutspendedienst ZH des Limmattal-Spitales in Schlieren. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  === : FILM]

Seit Samstag dürfen auch Schwule wieder Blut spenden – wenn sie ein Jahr lang keinen Sex hatten.  Bild: KEYSTONE

Ein Jahr kein Sex: Kritik an neuer Blutspende-Regel für Schwule

Seit Samstag dürfen Schwule Blut spenden – nächster Streitpunkt ist die Adoption.

03.07.17, 07:44 03.07.17, 08:26

Antonio Fumagalli / Nordwestschweiz



Der zeitliche Zusammenhang ist rein zufälliger Natur – aber die Ereignisse sind für homosexuelle Personen von Bedeutung: Am Freitag beschloss der Deutsche Bundestag die völlige juristische Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Und seit Samstag dürfen homosexuelle Männer in der Schweiz Blut spenden.

Hinter beiden Anliegen steckt die Absicht, die Rechte von homo- und heterosexuellen Personen anzugleichen. Doch zumindest in Bezug auf die Blutspende gilt für viele Schwule: «Gut gemeint» ist nicht nicht gleichbedeutend mit «gut.» Daniel Stolz, früherer FDP-Nationalrat und Geschäftsleiter der Aids-Hilfe beider Basel, bringt es auf der Punkt: «Die neue Regelung ist schlicht und einfach ein Witz!»

Nationalrat Daniel Stolz (FDP) referiert an der Politdiskussionsveranstalltung mit Schuelern des Gymnasiums Muensterplatz in Basel am Donnerstag, 3. September 2015. Im Polittalk mit Nationalraeten ging es um die politischen Schwerpunkte zu den Themen, Verkehr, Energie und die Masseneinwanderungsinitiative im Bezug auf die Verhaeltnisse der Schweiz zur EU. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Daniel Stolz: «Die neue Regelung ist schlicht und einfach ein Witz!» Bild: KEYSTONE

«Nicht optimale Lösung»

Grund der Aufregung ist die genaue Ausgestaltung der Bestimmung: Wenn ein schwuler Mann Blut spenden will, darf er in den letzten zwölf Monaten keinen Sex mit Männern gehabt haben. «Diese Vorstellung hat wirklich etwas Absurdes», sagt Michel Rudin, Co-Präsident von Pink Cross, dem Schweizer Schwulen-Dachverband. Es sei nicht hinnehmbar und auch nicht realistisch, dass spendewillige Männer ein Jahr lang auf Sex verzichten müssen, nur um ihr Blut geben zu dürfen. «Dabei wollen wir wie alle anderen unseren Beitrag an die Gesellschaft leisten», so Rudin.

Bis anhin waren alle Männer, die seit 1977 Sex mit anderen Männern hatten, von der Blutspende ausgeschlossen. Dies, weil für homosexuelle Männer das Risiko einer HIV-Infektion deutlich höher ist. Aufgrund der verbesserten Testempfindlichkeit und der genaueren Einhaltung von Spendekriterien hat die Aufsichtsbehörde Swissmedic nun aber beschlossen, das Gesuch der Organisation Blutspende SRK Schweiz zu bewilligen und auch Schwule zuzulassen – unter den erwähnten Bedingungen.

Die bittstellende Organisation selbst ist freilich nur bedingt glücklich: «Wirklich optimal scheint diese Lösung nicht, da vermutlich nicht viele schwule Männer davon profitieren können», schrieb Rudolf Schwabe, Direktor von Blutspende SRK Schweiz, Anfang Jahr in einem Newsletter. Er sieht in der neuen Regelung vielmehr einen Zwischenschritt, längerfristig soll das persönliche Risikoverhalten der Männer ausschlaggebend sein.

Mit anderen Worten: Wer in einer monogamen Partnerschaft lebt, soll genauso wie Heterosexuelle Blut spenden dürfen. Für Aids-Hilfe-Geschäftsleiter Stolz wäre damit ein wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung vollzogen – ohne die Qualität der Blutspende zu beeinträchtigen. Es sei vielmehr die nun gültige Lösung, die eine Scheinsicherheit vorgaukle. «Theoretisch kann jeder Blutspender lügen – überprüfen kann man das ja nicht», so Stolz.

Recht so: Eltern begleiten ihre Kinder mit bedingungslosem Stolz an die Gay Pride!

Noch ist nicht absehbar, ob die Zulassungsbehörde zu diesem weitergehenden Schritt grünes Licht geben wird. So oder so geht das nicht von heute auf morgen. «Die Erarbeitung der Kriterien ist komplex und dürfte mehrere Jahre in Anspruch nehmen», so Schwabe.

Zankapfel Adoption

Unabhängig von der Diskussion rund um die Blutspende erhalten die Anliegen der Homosexuellen aufgrund des Entscheids des Deutschen Bundestag Auftrieb. Eine parlamentarische Initiative der Grünliberalen ist derzeit hängig, der Nationalrat hat dessen Behandlungsfrist soeben verlängert. Ein Gutachten des Bundesamts für Justiz soll nun aufzeigen, welche konkreten Gesetzesänderungen – man spricht von dreissig bis fünfzig – nötig wären, wenn auch in der Schweiz die «Ehe für alle» eingeführt würde.

Strittigster Punkt wird der Zugang zum Adoptionsverfahren sein. Für eine «halbe Lösung», also den Ehebegriff ohne gleichzeitige Adoptionsmöglichkeit, wollen die Interessenvertreter nicht Hand bieten. «Selbstverständlich hat das Kindeswohl oberste Priorität – genauso wie bei Heterosexuellen. Aber es braucht hier für alle Paare die absolute Gleichstellung, sonst ist das nur Etikette», sagt Nationalrat Martin Naef (SP/ZH). 

Video: srf

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65
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    Alle Leser-Kommentare
  • baba1906 05.07.2017 13:40
    Highlight Unser Blut ist nicht Homo oder Hetero. HIV ist nicht ein Problem unseres Blutes sondern der Verhütung und des Schutzes. Wie wäre es wenn wir mehr daran machen, statt Minderheiten in einen Topf zu Schmeissen. Dürfen Afrikaner in der Schweiz auch kein Blut spenden, weil es in Afrika stark verbreitet ist? Das wäre Rassismus. Ist ja OK, dass man das Blut gut kontrolliert, aber nicht so willkürlich.
    2 1 Melden
  • Genital Motors 03.07.2017 12:56
    Highlight Vielleicht möchte der Empfänger kein homsexuelles Blut?
    Ansteckungsgefahr...von Homosexualität ;-)
    4 4 Melden
  • Ökonometriker 03.07.2017 12:21
    Highlight Warum 12 Monate abstinent? 3 Monate keinen neuen Partner würde vollständig ausreichen. Nach 3 Monaten hätten sich detektierbare Antikörper gebildet.

    Warum sollen Homosexuelle nicht adoptieren dürfen?
    Kann mir keinen Grund vorstellen der gegen eine Adoption spricht...
    13 5 Melden
  • Olmabrotwurst 03.07.2017 11:50
    Highlight Was wir alles für Müll zum diskutieren haben im Parlament
    3 10 Melden
    • baba1906 05.07.2017 10:19
      Highlight Warum ist das Müll? Weil es dich nicht betrifft?
      5 0 Melden
  • Peaches 03.07.2017 11:46
    Highlight Die frage die sich stellt ist ja, schaffen es heterosexuelle über ein ganzes jahr ohne sex? Und wenn nein, schützen die sich? Auch wenn das risiko um ein vielfaches höher ist, dass homosexuelle eine höhere infektionsrate haben als hetis (siehe @derechteelch), ist das für die monigam lebenden und oder sich schützenden homosexuellen ein affront. Will ich mit einer sexworkerin oder einem notorischen sich-nicht-schützenden fremdgänger in einen topf geworfen werden nur weil ich hetero bin? Wir haben gut funktionierende test und diese sollen angewendet werden. Egal bei wem.
    12 2 Melden
  • Maranothar 03.07.2017 09:16
    Highlight Das wir darüber tatsächlich immernoch diskutieren müssen -_-
    36 10 Melden
    • Vachereine 03.07.2017 13:46
      Highlight Ja, du sagst es! Wo doch allgemein bekannt ist, dass die HIV-Infektionsrate unter Schwulen dutzenfach höher ist, als im Rest der Bevölkerung.
      Schwule nicht von der Blutspende fernzuhalten, wäre deshalb fahrlässig und unverantwortlich.
      4 21 Melden
    • baba1906 05.07.2017 13:37
      Highlight Ich sage nur noch selbst schuld, wenn wir dann wieder mal Blutmangel haben. Schade für die Personen die Blut benötigen. Aber gut schmeissen wir alle Schwule in einen Topf und nennen es nicht Diskriminierung. Ich kann als Schwuler Mann nichts dafür, dass es viele MSM Fälle mit HIV gibt. Nur schon die Einteilung Homo /Hetero geht nicht auf. Wie viele Männer gehen ihren Frauen Fremd. aber die dürfen ja spenden, weil sie "Hetero" sind.
      3 0 Melden
  • derEchteElch 03.07.2017 09:00
    Highlight Ich zitiere die Deutsche Welle; "Bei Prostituierten ist die Infektionsrate14 Mal höher als bei anderen Frauen. Bei Homosexuellen ist das Risiko 19 mal höher, bei transsexuellen Frauen 50 mal und bei Menschen, die sich Drogen injizieren, ebenfalls 50 mal höher als beim Durchschnitt der Bevölkerung."

    Die erwähnten, schärferen Massnahmen machen in meinen Augen durchaus Sinn.

    So, und jetzt hatet mich und verteilt ordentlich Blitze. Ist schon klar, dass euch dies nicht passt.
    66 86 Melden
    • Polaroid 03.07.2017 09:35
      Highlight Ist doch ein Witz, das Blut wird ja sowieso kontrolliert, bei jedem Spender, also kommt es definitiv nicht darauf an
      54 18 Melden
    • rite 03.07.2017 09:36
      Highlight Ich sehe auch dass das Sinn macht.
      Die Statistik sagt jedoch nichts über die einzelne Person aus.
      Auch eine heterosexuelle Person, welche oft Sexpartner wechselt hat ein erhöhtes Risiko.

      Aber es geht hier auch um homosexuelle Personen in einer dauerhaften Partnerschaft, wo das Risiko wohl wieder gleich ist wie bei heterosexuellen Paaren.
      47 5 Melden
    • atomschlaf 03.07.2017 09:42
      Highlight @Elch: Darum geht's aber nicht.
      Wenn zwei HIV-negative Homosexuelle in einer monogamen Beziehung leben und nicht mit Dritten Sex haben, dann ist das Infektionsrisiko bezüglich der 12 Monate vor dem Blutspenden genau gleich hoch wie bei Heterosexuellen, nämlich NULL.
      61 8 Melden
    • Danyboy 03.07.2017 09:53
      Highlight Blutspenden hängen stark von der Ehrlichkeit der Spender bei den angegebenen Informationen ab. Warum sagt man dort nicht, dass Falschangaben strafbar sein können (falls sie es nicht schon sind)? Warum ändert man nicht einfach die Verfahren etc, um nicht mehr diskriminierend zu sein?
      Deine Angaben von wegen 19fach höheres Risiko ist bei homosexuellen Blutspendern kreuzfalsch. Erstens wird das Blut getestet, was das Risiko schon massivst senkt.
      Zweitens sind es wohl kaum die Hochrisikoleute, welche überhaupt Blut spenden gehen. Risiko wieder massiv geringer. Usw...
      21 6 Melden
    • Fabio74 03.07.2017 09:56
      Highlight Es macht keinen Sinn solange dues nur die halbe Wahrheit ist.
      Wie viele der Seitenspringer machens ohne Gummi? Wie viele Heteros lassen sich regelmässig testen?
      36 4 Melden
    • welefant 03.07.2017 10:22
      Highlight Spannend, danke dir!
      3 5 Melden
    • chnobli1896 03.07.2017 10:25
      Highlight Verallgemeinerungen sind oftmals schlecht. Darum macht das individuelle Risikoprofil, welches in Zukunft eventuell kommt, Sinn.
      11 4 Melden
    • Sveminem 03.07.2017 10:43
      Highlight Das Problem ist, dass die Regelung nicht berücksichtigt, ob es einen Partnerwechsel gab oder nicht. Bei gleichbleibendem Partner sollten logischerweise die gleichen Regeln für alle gelten, ob homo- oder heterosexuell.
      16 3 Melden
    • Vachereine 03.07.2017 11:01
      Highlight @Polaroid: Die Tests sind fehlerbehaftet. Um das Risiko insgesamt möglichst tief zu halten, ist es ganz vernünftig, jene Bevölkerungsteile, die eine besonders hohe Infektionsrate aufweisen, von der Blutspende fernzuhalten.
      Die 1900 % (!!!) höhere Infektionsrate unter Homosexuellen ist mehr als Grund genug, ihnen die Blutspende zu verwehren, ganz egal, wann sie zuletzt Sex hatten.
      Das ist keine Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung, sondern eine auf Grund epidemiologischer Fakten.
      3 7 Melden
    • atomschlaf 03.07.2017 11:06
      Highlight @Fabio: Genau. Deswegen sollten auch für alle die gleichen Regeln gelten.
      3 0 Melden
    • Vachereine 03.07.2017 16:31
      Highlight @Yallix: Und wieso, meinst Du, ist die Infektionsrate bei Schwulen 1900 % höher, wenn nicht durch extrem viel häufigeren Geschlechtsverkehr mit sehr viel mehr verschiedenen Partnern?
      5 8 Melden
    • Fabio74 03.07.2017 16:42
      Highlight @Vacherine In deinen homophoben Rundumschlägen vergisst du die Heten die zu Prostuierten gehen, jene mit Affären, die Verheirateten die ab und zu heimlich Sex mit Männern haben.
      Dort ist das Risiko.
      Entweder besteht auf monogamen Sex aber bei allen oder lässt es bleiben
      4 4 Melden
    • Vachereine 04.07.2017 09:12
      Highlight @Yallix: Dass die Infektionsrate bei Schwulen extrem viel höher ist, als bei Normalen, ist seit der Entdeckung von AIDS allgemein bekannt und gesicherter Fakt.
      Du hast meine Frage nicht beantwortet: Und wieso, meinst Du, ist die Infektionsrate bei Schwulen 1900 % höher, wenn nicht durch extrem viel häufigeren Geschlechtsverkehr mit sehr viel mehr verschiedenen Partnern?
      Dasselbe kann man sich auch für Prostituierte fragen, wie Fabio angetönt hast. Also, wie lautet Deine Antwort?
      @Fabio: Das bekanntgeben von Tatsachen stellt keine Diskriminierung dar. Ich habe hier nichts homophobes gesagt.
      1 3 Melden
    • Vachereine 04.07.2017 12:57
      Highlight @Yallix: Du scheinst die Diskussion sabotieren zu wollen. Aber vielleicht täuscht das.
      1. "Und wie kontrolliert man, ob jemand 1 Jahr keinen Sex hatte?"
      Antwort: Gar nicht. Es ist in erster Linie ein Appell. Inwiefern es juristische Folgen hat, wenn sich nach der Rückverfolgung einer Infektion durch eine Bluttransfusion herausstellt, dass der Blutspender log und fahrlässig infisziertes Blut spendete, entzieht sich meiner Kenntnis.
      2. "Fühlst Du Dich sicherer, wenn ein Infektionsrisiko "nur" 14-, statt 1900fach besteht?" Nein, darum sollten Prostituierte ebensowenig Blut spenden, wie Schwule.
      0 2 Melden
    • derEchteElch 04.07.2017 21:41
      Highlight Yallix Argument;
      ein 1-facher Mörder soll gleich stark geahndet werden, wie ein 19-facher Psycho-Massenmörder (oder umgekehrt).

      Ich zitiere Yallix;
      "Selbst die 1fache Gefährdung (...) ist darum m.M. nach gleich zu ahnden wie eine sonstwiefache."

      Und damit haben Sie sich eindeutig selbst disqualifiziert Yallix. Danke.
      1 2 Melden
    • Vachereine 04.07.2017 22:50
      Highlight @Yallix: Es wurden schon immer alle Blutspenden getestet.
      Doch die Tests sind fehlerbehaftet. D.h. ein Teil (HIV-) infiszierter Blutspenden gelangt unentdeckt in die Blutkonstven und infisziert Patienten, die dieses Blut bekamen.
      Das Infektionsrisiko einer Bluttransfusion kann daher nur minimiert werden, wenn möglichst keine Infiszierten Blut spenden, auch nicht jene die (noch) nicht um ihre Infektion wissen. Der Anteil solcher Menschen ist unter Schwulen besonders hoch. Darum ist es vernünftig, sie von der Blutspende auszuschliessen. Das ist keine Diskriminierung. Das ist Risikominimierung.
      2 4 Melden
    • Vachereine 04.07.2017 23:08
      Highlight @Yallix, Nachtrag:
      Wenn die Schwulen Blut spenden dürfen, dann wird das Infektionsrisiko durch Bluttransfusion steigen, weil ja Schwule eine extrem überdurchschnittliche Infektionsrate aufweisen. Das bedeutet, dass dann mehr Menschen wegen verseuchter Blutkonserven schwer krank werden und sterben, als wenn die Schwulen nicht Blut spenden.
      Indem Du Schwulen das Recht auf Blutspende gibst, nimmst Du Patienten das Recht auf Leben. Und das ist moralisch absolut verwerflich.
      Schwule dürfen daher erst zur Blutspende zugelassen werden, wenn ihre Infektionsrate nicht mehr abnormal hoch ist.
      2 5 Melden
    • Vachereine 05.07.2017 08:37
      Highlight @Yallix: Eigenblutkonserven sind gut und recht, aber genügen bei weitem nicht. Ohne Fremdblut würden Tausende allein in der Schweiz sterben müssen.
      Meine Logik ist simpel: Zwei gerettete Leben zählen mehr als ein gerettes Leben. Und ein gerettetes Leben zählt mehr, als das seelische Unbehagen, weil man nicht qualifiziert ist mitzumachen.
      Deine Idee, dass die Statistik irrelevant sei , und das heisst im Grunde das Gesamtwohl aller, die ist unerhört selbstsüchtig.
      Nach dieser Deiner Logik war der Holocaust genauso bedeutungslos, wie ein gewöhnlicher, einfacher Mord. Was für eine Verblendung!!
      0 0 Melden
    • derEchteElch 05.07.2017 17:00
      Highlight Yallix, da haben Sie wieder einen grundlegenden Logikfehler gemacht; werden - wie Sie sagen - egal ob Serienmörder (19 Opfer) und Einzeltäter (1 Opfer) gleich bestraft, landen beide für - sagen wir mal - 38 Jahre im Gefängnis.

      Dies bedeutet, dass der Serienmörder für 38/19tel Jahre (=2) pro Opfer verurteilt wurde, während der Einzeltäter für 38/1tel (=38) Jahre pro Opfer erhielt. Demzufolge sind die Opfer des Serienmörders nur 1/19tel des Einzeltäters "wert".

      Sie müssen anfangen logisch zu denken.
      2 2 Melden
    • Danyboy 05.07.2017 18:42
      Highlight Ich muss Yallix zumindest etwas in Schutz nehmen:
      Es ist weder ethisch noch philosophisch eine beantwortete Frage, ob man Menschenleben (statistisch, zahlenmässig) gegeneinander abwägen kann und sollte.
      Es gibt da einige hirnverdrehende Gedankenexperimente dazu, die das Dilemma aufzeigen. Es kann tatsächlich auch zum Problem werden, wenn wir Leben bewerten und statistisch kategorisieren. Soooo absurd sind Yallix' Gedanken nicht.
      3 0 Melden
    • Vachereine 05.07.2017 20:13
      Highlight @Danyboy: Wir kommen nicht darum herum, abzuwägen wieviel ein Menschenleben wert sein soll. Das ist im Gesundheitswesen aktueller denn je. So wurde eine Hepatitisbehandlung nicht von den Krankenkassen bezahlt, weil das Medikament zu teuer war. Aus Spargründen werden an Betagten immer weniger chirurgische Eingriffe mehr vorgenommen, mit dem Argument, es lohne sich nicht, wegen der geringen Dauer bis zum natürlichen Ableben. D.h heute schon wird das Leben eines Teils der Bevölkerung für weniger erhaltenswert betrachtet.
      Es reicht nicht für alle. Für wenn soll es nicht reichen und weshalb?
      0 3 Melden
    • Danyboy 05.07.2017 22:26
      Highlight Vachereine:
      Deine Einwände sind im ersten Moment sehr pragmatisch. Aber ist dir bewusst, was das heisst, wenn diese Bewertung zunehmende gemacht wird? Warts ab, ich befürchte wir werden es erleben.
      Wer zieht die Grenzen? Wo sind diese Grenzen? Irgendwann wird ein System vielleicht dich als Spender für irgendwas an einen jungen kranken Menschen erkennen. Nehmen wir an, dass durch die Spende dein Leben um 2-5 Jahre verkürzt wird, das Leben des Jungen aber um 30-40 Jahre verlängert. Die Logik und der Wert des Lebens wird es zahlenmässig gebieten, dass du spenden MUSST.
      4 0 Melden
    • Danyboy 05.07.2017 22:36
      Highlight Das ist jetzt vielleicht ein etwas sehr plakatives Beispiel, aber genau in diese Richtung werden unzählige praktische Fragestellungen gehen.
      Weil du NIEMALS klare und objektive Grenzen ziehen kannst, was den Wert des Lebens betrifft.
      3 0 Melden
    • Vachereine 05.07.2017 23:29
      Highlight @Dany: Deine Überlegungen sind schlüssig. So könnte es kommen. Ich begrüsse das nicht. Ebensowenig, dass man ernsthaft in Erwägung zog, punkto Organspende die Widerspruchsregelung einzuführen (d.h. jeder ist Organspender, ausser er widerspricht ausdrücklich).
      Wir kommen nicht darum herum, abzuwägen, wieviel ein Menschenleben wert sein soll.
      Ich hoffe bloss, das dies auf möglichst breit abgestützter, demokratischer Basis passiert, und nicht durch bundedrätliche Entscheide, oder amtliche Erlasse (z.B. durch das BAG) und dann noch mit viel Lobbyisten im Hintergrund.
      3 2 Melden
    • Vachereine 06.07.2017 23:09
      Highlight @Yallix. Ich glaube Du überschätzt den Reichtum der Reichen. Wenn, wie Du schriebst, die 10 % Reichsten 70 % von allem besitzen, und nun deren Besitz gleich verteilt würde auf alle, dann stiege das Vermögen der ärmsten 90 % von 30 % auf 90%. D. h. der Arme hätte im Schnitt drei mal mehr. Das ändert nicht viel. In der Schweiz haben die ärmsten 90 % kaum einen Monatslohn Gespartes. Hätten sie dreimal mehr, wären sie immernoch arm. Überspitzt gesagt: Dreimal nichts, ist wieder nichts.
      8 Milliarden sind viel, aber pro Einwohner weniger als 1000 Fr., was ungefähr bloss 3 Arbeitstagen entspricht.
      0 0 Melden
    • Vachereine 07.07.2017 12:31
      Highlight @Yallix: Deine Rechnung stimmt und auch ich halte ein Millionengehalt für nicht rechtfertigbar. Die Welt könnte und sollte gerechter sein.
      Aber selbst in der perfekt gerechten Welt kann es vorkommen, dass gewisse überlebensnotwendige Ressourcen nicht für alle zur Verfügung stehen. Dann kann die Situation entstehen, dass, wenn diese knappen Ressourcen gerecht verteilt würden, sie für alle unzureichend wären und alle folglich sterben müssten. Gerecht, aber ultimativ tödlich. Oder aber man lässt einem Teil mehr zukommen, damit wenigstens sie überleben. Ungerecht, aber minimal tödlich.
      0 0 Melden
  • pamayer 03.07.2017 08:43
    Highlight Das schaffen ja nicht mal Priester...

    Deutschland geht einen deutlichen Schritt voran, die Schweiz einen grossen zurück.
    Reichtum und Fortschritte stehen sich wohl im Wege.

    Shame on you, Helvetia.
    46 45 Melden
  • Me, my shelf and I 03.07.2017 08:35
    Highlight Warte, was? Wie will man das denn überprüfen? :D
    Ausserdem was soll man, ausser HiV und anderen Testbaren Krankheiten übertragen können?
    Soweit ich weiss muss man sein Blut vor dem spenden eh testen, also reine diskrininierung?
    51 15 Melden
    • L1am 03.07.2017 09:10
      Highlight Korrekt, das Blut wird getestet. Wenn du nun HIV-Infiziert bist muss man das Blut entsorgen, dann sind der Aufwand, die Materialkosten und die Personalkosten nicht gedeckt. Da bei homosexuellen Männern die Gruppe der Infizierten prozentual am höchsten ist, werden sie - zur Kostensenkung - ausgeschlossen. Also wurden sie. Aber werden sie ja immer noch.

      Rein wirtschaftlich zu verstehen, menschlich total verachtend und diskriminierend...
      22 5 Melden
    • Bits_and_More 03.07.2017 09:22
      Highlight Das Problem bei HIV ist, dass erst nach einer gewissen Zeitspanne Antikörper gebildet werden, auf welche bei einem Test geprüft wird. Sprich in einer kurzen Zeitspanne ist das Blut mit HIV infiziert und kann auch andere Menschen infizieren, aber es kann nicht nachgewiesen werden.


      17 0 Melden
    • Madison Pierce 03.07.2017 09:32
      Highlight Überprüfen kann man das nicht. Aber da die Blutspende nicht bezahlt wird, darf man davon ausgehen, dass nur charakterlich gefestigte Menschen spenden gehen und nicht lügen.

      Eine gewisse Karenzzeit zwischen letztem Verkehr mit neuem Partner und Blutspende ist notwendig, da die Tests nicht sofort anschlagen. Zudem gibt es bei Tests immer ein (sehr kleines) Risiko falsch negativer Resultate.

      Ein Jahr scheint mir als Laien aber schon sehr lange: der PCR-Test auf Viren ist nach einer Woche zuverlässig, der Antikörpertest nach drei Monaten. Wie man da auf ein Jahr kommt ist mir schleierhaft.
      8 1 Melden
    • atomschlaf 03.07.2017 09:47
      Highlight @Me, my shelf and I: Ganz so einfach ist es nicht, denn z.B. bei HIV kann es mehrere Monate dauern, bis jemand nach einer Infektion ein positives Testresultat hat. Daher macht eine Wartefrist schon Sinn.

      Aber die Regel sollte generell lauten, dass nur spenden darf, wer in den 12 Monaten vorher keinen oder nur innerhalb einer monogamen Beziehung mit einem HIV-negativen Partner Sex hatte.
      6 2 Melden
    • Scott 03.07.2017 10:12
      Highlight Bei Männern bildet sich nach einem Jahr Abstinenz der sogenannte "Lattenrost". 😆
      15 2 Melden
    • Mantarochen 04.07.2017 11:51
      Highlight Kann man das Blut nicht einfach zwischenlagern und danach testen?!
      0 1 Melden
    • Vachereine 07.07.2017 07:51
      Highlight @Mantarochen: Nein. Die getesteten Antikörper werden vom Rückenmark gebildet und entstehen nicht von selbst im Blut.
      1 0 Melden

Riesen-Stau bei Winterthur nach Unfall auf der A1 

Geduldsprobe für die Autofahrer auf der Autobahn A1 bei der Umfahrung Winterthur am Montagmorgen: Ein Auffahrunfall hat zu kilometerlangen Staus geführt. Vier Fahrzeuge waren darin verwickelt, eine Person wurde leicht verletzt.

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Um 7.20 …

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