Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Green Party's gay rights activist Volker Beck, center, and fellow faction members celebrate with a confetti popper after German Federal Parliament, Bundestag, voted to legalize same-sex marriage in Berlin, Germany, Friday, June 30, 2017. (AP Photo/Michael Sohn)

Der grüne Bundestagsabgeordnete und LGBT-Aktivist Volker Beck feiert im Plenarsaal des Parlaments das Ja zur «Ehe für alle». Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Interview

«... und den Abfall entsorgt ein schwuler Müllmann» – «Ehe für alle» auch für die Schweiz?

Deutschland sagt Ja: Der Bundestag legalisiert die «Ehe für alle». Der Geschäftsleiter der Schweizer Schwulenorganisation «Pink Cross» war für dieses historische Ereignis in Berlin. Er spricht über die Stimmung vor Ort, die Signalwirkung für die Schweiz und erklärt, weshalb er sich manchmal einen schwebenden pinken Punkt über allen LGBT-Menschen wünscht.



Herr Baumann, sie befinden sich seit einigen Tagen in Berlin. Wie ist dort die Stimmung nach dem Ja des Bundestags zur «Ehe für alle»?
Bastian Baumann:
Es herrscht eine Mischung aus grosser Freude verbunden mit Überraschung darüber, dass es jetzt am Schluss so schnell ging. Die grosse Koalition aus CDU und SPD hat die Behandlung des Geschäfts im Rechtsausschuss 30 Mal blockiert. Nun hat letzten Endes im Wahlkampf ein einziger Satz von Kanzlerin Merkel zur Aufhebung des Fraktionszwangs bei CDU/CSU ausgereicht, um der «Ehe für alle» den Weg zu ebnen.

Zur Person

Bastian Baumann, Geschäftsführer von Pinkcross

Bastian Baumann ist Geschäftsleiter von Pink Cross, dem schweizerischen Dachverband der Schwulen. Bild: zvg

Wie optimistisch war die deutsche LGBT-Community in den letzten Tagen?
Es war eine gewisse Anspannung zu spüren, weil die Sache bis heute morgen noch nicht in trockenen Tüchern war. Bis am Schluss wurde mobilisiert. Die Berliner Benutzer von Grindr, einer Dating-App für Schwule, wurden beispielsweise dazu aufgerufen, den Abgeordneten von CDU und CSU zu schreiben, um für ein Ja zur «Ehe für alle» zu werben. Zusätzlich fand heute ab 8 Uhr früh eine grosse Demo vor dem Kanzleramt statt.

Hat das deutsche Ja zur Ehe für alle Signalwirkung – auch für die Schweiz?
Jedes Land, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet, sendet ein ermutigendes Signal. Der deutsche Entscheid ist eine Motivation für LGBT-Aktivisten auf der ganzen Welt. Ich denke aber persönlich, die Signalwirkung der Volksabstimmung im katholischen Irland vor zwei Jahren war noch grösser.

«In gesellschaftspolitischen Fragen ist die Schweizer Politik wahnsinnig langsam – man denke an das Frauenstimmrecht.»

In der Schweiz befasst sich das Parlament seit 2013 mit der «Ehe für alle». Erst kürzlich wurde die Behandlungsfrist des Geschäfts auf 2019 erstreckt. Warum dauert es bei uns so lange? Das politische System der Schweiz ist grundsätzlich zäh. Das kann natürlich frustrierend sein. Gleichzeitig hat unser System den Vorteil, dass wir eine öffentliche Debatte zu den wichtigen Fragen haben. In Deutschland wurde die Ehe für alle jetzt im Zuge des Wahlkampfs sehr schnell aufgrund von Parteibeschlüssen durchgesetzt – mancher Konservativer fühlt sich überrumpelt, was nach jahrelanger Blockade aber irgendwie auch lächerlich erscheint.

Aber sechs Jahre oder mehr für die Behandlung eines Geschäfts sind auch für die Schweiz ausserordentlich langsam. Steckt Absicht dahinter?
In gesellschaftspolitischen Fragen ist die Schweizer Politik wahnsinnig langsam – man denke an das Frauenstimmrecht. Aus meiner mehrjährigen Erfahrung weiss ich, dass LGBT-Themen bei den Parlamentarier nicht unbedingt auf grosses Interesse stossen. Den meisten fehlt der persönliche Bezugspunkt. Es ist absurd: LGBT-Menschen machen zehn Prozent der Bevölkerung aus. In anderen Themenfeldern handelt die Politik viel schneller, obwohl viel weniger Menschen betroffen sind.

Umfrage

Soll die gleichgeschlechtliche Ehe auch in der Schweiz Realität werden?

  • Abstimmen

3,317

  • Unbedingt, Homosexuelle sollen genau die gleichen Rechte geniessen wie Heterosexuelle.86%
  • Ich bin dagegen, die Ehe ist traditionell die Verbindung zwischen Mann und Frau.11%
  • Ich weiss es nicht.3%

Die Schweizerische Botschaft in Berlin am Tag des Ja zur Ehe für alle durch den deutschen Bundestag

Transparent vor der Schweizerischen Botschaft in Berlin. Bild: zvg

Wie ist die Stimmung in der LGBT-Community angesichts des Schneckentempos?
Ich spüre viel Unverständnis und Ungeduld. Der Entscheid über die erneute Fristverlängerung um zwei Jahre hat wenigen eingeleuchtet. Man muss an dieser Stelle der Community und ihren Familienangehörigen ein Kränzchen winden, wie viel Geduld und Durchhaltewillen sie trotz aller Rückschläge während Jahrzehnten gezeigt haben.

Warum löst die «Ehe für alle» auch im Jahr 2017 bei manchen noch so starke Abwehrreflexe aus? In der Diskussion wird immer wieder die staatlich anerkannte Zivilehe mit der religiösen Institution der Ehe vermischt. Deshalb wird in dieser Debatte immer mit Schlagworten wie Moral, Kultur oder Bewahrung von Traditionen argumentiert. Die Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften können von mir aus verheiraten und nicht verheiraten, wen sie wollen. Aber als Bürgerinnen und Bürger mit allen Pflichten wollen wir Homosexuellen vom Staat auch alle Rechte erhalten – darunter eben die Möglichkeit einer Zivilehe.

Bastian Baumann und Julian Fricker alias Dragqueen Shiaz Legz vor dem Kanzleramt in Berlin.

Bastian Baumann (rechts) und Julian Fricker alias Dragqueen Shiaz Legz vor dem Kanzleramt in Berlin. Bild: zvg

Aus Ihrer Sicht als LGBT-Aktivist: Was ist Ihre Wunschvorstellung der Schweiz in zehn Jahren?
Diese Antwort hat zwei Seiten: Es geht einerseits um die soziale Gleichstellung: Wie gehen wir als Gesellschaft mit LGBT-Leuten um? Ein homosexuelles Paar, das Händchen haltend durch die Strassen geht, wird auch in einer Stadt wie Zürich noch schräg angeschaut. Insofern wünsche ich mir, dass LGBT-Menschen in zehn Jahren viel unspannender geworden sind.

«Manchmal wünsche ich mir, dass über jeder LGBT-Person einen Tag lang ein pinker Punkt schweben würde. Dann würde die Gesellschaft sehen, dass wir überall sind.»

Was ist die andere Seite?
Hier geht es um die rechtliche Gleichstellung. Was Fragen wie den Zugang zum Adoptionsverfahren, den Schutz vor Diskriminierung und Hassverbrechen oder die rechtlichen Fortschritte bei Themen von Transmenschen anbelangt, hat die Schweiz noch einen riesigen Nachholbedarf. Im jährlichen Ranking zur rechtlichen Lage von LGBT-Menschen der «International Lesbian & Gay Association» (ILGA) landete die Schweiz auf Platz 26 von 49 europäischen Ländern. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.

Wie kommt die Schweiz am schnellsten ans Ziel?
Manchmal wünsche ich mir, dass über jeder LGBT-Person einen Tag lang ein pinker Punkt schweben würde. Dann würde die Gesellschaft sehen, dass wir überall und völlig alltägliche Menschen sind: Man wird von bisexuellen Ärzten operiert, von lesbischen Pilotinnen geflogen und den Abfall entsorgt ein schwuler Müllmann. Vielleicht müsste die LGBT-Community in ihrer ganzen Vielfalt einmal auffallen, damit sie nachher als völlig selbstverständlich gelten kann.

abspielen

Video: srf

Recht so: Eltern begleiten ihre Kinder mit bedingungslosem Stolz an die Gay Pride!

Das könnte dich auch interessieren:

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

93
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
93Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bullygoal45 01.07.2017 08:43
    Highlight Highlight Ich habe mich lange schwer getan mit der Adoption von Homosexuellen. Das kann ich langsam gutheissen.

    Auch die gleichen Rechte vor dem Staat.

    Kirchlich finde ich sollte es aber keinen Weg geben so zu heiraten. Sprich vor dem Staat JA, vor Gott NEIN
    • Fly Baby 01.07.2017 10:04
      Highlight Highlight Zum Glück ist die Zivilehe mit beweisbaren Fakten belegt und rechtlich gesichert.
      Vor Gott? Von mir aus... dieser ganze aberlgäubische Quark mit all seinen dunklen Abgründen kann trauen wen sie wollen... gilt ja nur vor Gott.
  • mrmikech 30.06.2017 23:54
    Highlight Highlight Kannst vorstellen dass in die Schweiz menschen mit eine dunkle hautfarbe nicht heiraten dürften? Ein modernes land musste sich schämen falls das so wäre. Zum glück sind alle menschen in die Schweiz gleich... würde man denken...
    • Asmodeus 01.07.2017 15:48
      Highlight Highlight Wieso die Blitze,? Er hat recht.
      Früher waren Mischehen aus denselben hirnrissigen Gründen verboten wie nun die Homoehe.
    • poga 01.07.2017 17:18
      Highlight Highlight @Asmodeus ich kann dir nur meinen Blitz erklären. Der Kommentar ist schlicht und einfach polemisch. Er ist auch von der politischen Färbung her sehr einseitig. Er wird der Komplexität der Thematik nicht annähernd gerecht, gleichzeitig nimmt der Schreiber sich das Recht die Gesellschaft zu kritisieren. Von wegen Schämen. Zudem war der Schreiber nicht dazu seine Kritik direkt anzubringen. Deswegen der Blitz meinerseits.
    • Fabio74 03.07.2017 07:21
      Highlight Highlight @poga Er hat zu 100% Recht. Das Thema ist nicht komplex.
      Es ist ein weiteres Thema, dass die Rechten verhindern wollen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tanzleila 30.06.2017 22:01
    Highlight Highlight Nur mal ein Denkanstoss: wenn man die Ehe für Homos aus religiösen Gründen verbieten will, müsste man sie dann nicht au für andersgläubige/nichtreligiöse verbieten? Die heiraten dann ja auch nicht in dem Sinne kirchlich.
    • poga 01.07.2017 05:42
      Highlight Highlight Meine Güte wieso soll dieser Kommentar ein Highlight sein?
    • Fabio74 01.07.2017 07:34
      Highlight Highlight Weil ich 100% zustimme zu dieser Frage :-)
    • Asmodeus 01.07.2017 15:47
      Highlight Highlight Was watson als Highlight deklariert weiss vermutlich nedmal watson selbst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • D. Saat 30.06.2017 21:08
    Highlight Highlight Heiraten finde ich komplet in Ordnung. Beim Kinder adoptieren habe ich gewisse Bedenken. Es gibt einige Untersuchungen, welche belegen, dass nur weibliche Bezugspersonen die Entwicklung von Jungen negativ beeinflussen. Warum nur Jungen und nur weibliche Bezugspersonen? Weil die Meisten Kindergartenlehrpersonen und Unterstufenlehrpersonen weiblich sind und wenn du dann noch zwei Mütter hast bist du 10 Jahre alt bis du mit einer männlichen Bezugsperson in Kontakt kommst. Muss natürlich nicht zwingend so sein, aber die Gefahr ist relativ hoch. Gilt im übrigen auch für Söhne alleinerz. Mütter o.V
    • poga 01.07.2017 05:41
      Highlight Highlight Bitte Quellen der Studien angeben. Ich tue mich schwer damit dies zu glauben.
    • Fly Baby 01.07.2017 10:05
      Highlight Highlight Die Gesellschaft beweist das Gegenteil.
    • D. Saat 01.07.2017 12:23
      Highlight Highlight Habe leider keine gefunden welche öffentlich zugänglich ist. Aber hier zwei Quellen, wenn Sie sich diese beschaffen wollen.

      Wickert, Nadine (2016) Väterund ihre Bedeutung für die psychische Gesundheit ihrer Kinder. Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie, 2 (5). 91-104.

      Anders, Michael (2014). Das fehlen männlicher Bezugspersonen in Erziehung und Bildung. Zeitschrift für Klinische Kinderpsychologie, 6 (2), 45-83.

      Hoffe dies hilft Ihnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 30.06.2017 20:10
    Highlight Highlight Ich lese und lese, immer geht es im die rechtliche Gleichheit um Recht und nochmals Recht.
    Dann gehe ich in die nächste Bar, ins Restaurant oder an ein Fussballspiel und was treffe ich: VORURTEILE, verurteilende Menschen, Unverständnis für das Gleichgeschlechtliche.
    Mir scheint man will zuerst das Recht biegen und dann die Menschen beeinflussen moralisch gerechter zu sein, den anderen so zu akzeptieren wie er ist.
    Und ich glaube es wäre den LGBTs mehr geholfen wenn sie auf mehr Verständnis treffen würden, als auf mehr Recht. Mit mehr Verständnis kommt auch mehr Recht, umgekehrt leider nicht.
    • poga 01.07.2017 05:39
      Highlight Highlight @FrancoL Ich reibe mir in letzter Zeit immer wieder die Augen ab deinen Kommentaren. Wie kommt es dass diese immer besser und differenzierter werden?
    • pamayer 01.07.2017 08:26
      Highlight Highlight Es ist leider schon so, dass gegenüber den LGBT Menschen grosse Vorurteile vorhanden sind. Die wischt auch keine Rechtsprechung vom Tisch.
      Viele - vor allem Männer - fühlen sich durch LGBT Menschen in ihrer Identität als echter Kerl bedroht und in Frage gestellt.
      Die Frage um LGBT Menschen ist letztendlich ein Macho Problem.
    • FrancoL 01.07.2017 09:22
      Highlight Highlight @poga; Bin mir nicht sicher, ob Du mich da "hochnehmen" willst. Ich habe 2 Taktiken, wenn es erforderlich ist kann und will ich differenziert sein, wenn das Thema und die Kommentare "grobschlächtig" sind dann "haue" ich auch "grob" in die Runde, denn ich habe gelernt man kommt dann meistens kaum weiter wenn man einem groben Faustschlag differenziert antworten will. Ich habe dies im Sport gelernt, die feine Technik ist dann einzusetzen wenn keine Rasenmäher beim Gegner unterwegs sind sonst muss man eben auch den eigenen Mäher auspacken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • poga 30.06.2017 18:14
    Highlight Highlight Ein sehr gelungenes Interview. Nicht geduckt aber auch nicht mit dem Vorschlaghammer gefordert. Keine unnötigen Anschuldigungen, aber die Anliegen vorgebracht. Ich selber glaube, dass die Gesellschaft mehrheitlich bereit wäre. Und was ich, im Gegensatz zu Deutschland gelesen habe ist folgendes: Er möchte dass die LGBT's ein Teil der Gesellschaft sind. Nicht ein, mit Ausnahmen gesegneter Spezialtrupp. Finde ich super.
  • Darkside 30.06.2017 17:44
    Highlight Highlight Sollen doch alle heiraten wen sie wollen. Obwohl ich jedem davon abraten würde.
  • Elpolloloco 30.06.2017 16:50
    Highlight Highlight Ehe für alle ist für mich diskussionslos.
    Aber wenn ich höre, dass es Spezialgesetze zum Thema Gewalt oder Beleidigung gegen LGBTQ Menschen geben soll und die Schweiz daran gemessen wird, dass sie noch keine solchen habe und drum in einem (weiteren) Ranking im unteren Drittel figuriert: mir wird schlecht, ob der vielen Spezialgesetze. Das Rechtssystem in der Schweiz funktioniert anders: wir haben das StGB, dort gibt es Grundlagen zu Gewalt oder Beleidigungen und diese schliessen SELBSTVERSTÄNDLICH auch LGBTQ Menschen ein. Also bitte keine neuen Gesetze, ausser es fehlt wirklich was.
    • D. Saat 30.06.2017 21:00
      Highlight Highlight In der Schweiz fehlt leider ein umfassendes Diskriminierungsverbot. StGB 261bis reicht da leider nicht aus. Es fehlt also wirklich was!
  • EinePrieseR 30.06.2017 16:47
    Highlight Highlight Warum darf der Staat uns vorschreiben welches Geschlecht wir heiraten dürfen und welches nicht? Das ist doch lächerlich..
  • Nameless2 30.06.2017 16:02
    Highlight Highlight Forscher nahmen lang an, es gebe ein „Homosexuellen-Gen“, das vererbt werden kann. Nur: eine entsprechende Erbanlage wurde nie gefunden. Auch gab es keine Erklärung dafür, warum gleichgeschlechtliche Liebe – wenn sie denn vererbbar ist, Homosexuelle sich aber seltener fortpflanzen – nicht im Lauf der Evolution verschwand
    • Aglaya 30.06.2017 19:56
      Highlight Highlight Die allermeisten Homosexuellen wurden von Heterosexuellen gezeugt und aufgezogen. Das spricht meines Erachtens gegen die Vererbung.
  • karima 30.06.2017 14:31
    Highlight Highlight was ich nicht verstehe ist, dass doch vor gesetz jeder gleich ist, egal welche ausrichtung er hat.

    warum kann es dann sein, dass jemand hinsichtlich ehe diskriminiert werden kann? - ist doch ein wiederspruch.

    wer erklärts mir?
    • Liselote Meier 30.06.2017 16:25
      Highlight Highlight Weil Gleichheit vor dem Recht nicht per se Gleichheit bedeutet.

      Sagt nur aus, dass alle nach dem Gesetz, gleich behandelt werden. Wenn das Recht besagt nur Frau und Mann dürfen heiraten, bedeutet die Gleichheit jede Frau darf einen Mann heiraten oder umgekehrt, aber kein Mann darf einen Mann heiraten.

      Das bedeutet Gleichheit vor dem Gesetz.



    • BigE 30.06.2017 16:25
      Highlight Highlight Warum bekommen Frauen immer noch weniger Lohn als Männer? Warum gibt es keinen gleich langen Vaterschaftsurlaub? Warum müssen Frauen nicht ins Militär?
    • E7#9 30.06.2017 17:10
      Highlight Highlight Ich versuchs Mal. In den Augen der Gegner sind alle Menschen (auch LGBT) gleichberechtigt eine Ehe zu schliessen. Dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann gehört dann eher in die Kathegorie "Definition einer Ehe" als in die Kathegorie "Diskriminierung von LGBT-Paaren". Diese Definition wurde in Deutschland nun geändert um eine Diskriminierung zu vermeiden. Vor dem Gesetz waren vorher schon alle gleich, was jedoch nicht sehr nützlich ist, wenn das Gesetz als solches schon diskriminierend ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • piedone lo sbirro 30.06.2017 14:03
    Highlight Highlight „jede zivilisation ist daran zu messen, wie sie mit ihren minderheiten umgeht.“ mahatma gandhi

    bei der gleichstellung hinkt die schweiz hinterher - schlechter als montenegro, albanien und bosnien.

    gleichstellung ist ein menschenrechtsgrundsatz.

  • Menel 30.06.2017 13:01
    Highlight Highlight Ich bin der Meinung, dass alle Menschen vor Recht und Gesetz gleich sein sollten. Dh. es dürfen alle Wirtschaftsverträge abschliessen. Ich gehe auch so weit, dass die Anzahl derer, die einem Wirtschaftsvertrag beitreten wollen, nicht limitiert sein sollte. Aber mir ist klar, dass für den letzten Punkt momentan noch kein Mehrheit gefunden werden kann.
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 30.06.2017 13:17
      Highlight Highlight Wären wir laut Verfassungsartikel 8 auch 🙂
      Ich verstehe nicht wieso das nicht Konsequent umgesetzt wird
  • The_ugly_truth 30.06.2017 12:59
    Highlight Highlight Es ist traurig zu sehen, wie wenig relevant das Thema in der Schweizer Politik ist. Einschränkungen aller Art der LGBT-Community sind eine Frechheit und nicht akzeptabel.

    Verkrustete, religiös geprägte Dinosaurier-Weltbilder gibt es insbesondere im rechten Spektrum zuhauf. Es gilt, diese blosszustellen. Zum Glück ist die jüngere CH-Generation da wesentlich offener.

    Übrigens: Im Gegensatz zu den Schweizer Parteien, die sich wieder mal im Tiefschlaf befinden, hat die Operation Libero die Situation geschickt genutzt und eine Kampagne gestartet. Weiter so!
  • Skip Bo 30.06.2017 12:58
    Highlight Highlight Der Begriff "Ehe" ist komplett von religiösen Ideologien abzukoppeln. Es ist ein juristischer Zustand zweier Personen mit definierten Rechten und Pflichten unabhängig vom Geschlecht.
    An sich kein komplexes Diskussionsthema, in einem säkularen Staatsgebilde sollte sowas einfach umsetzbar sein.
  • trio 30.06.2017 12:33
    Highlight Highlight 11% homophobe auf Watson?! 😲😰
    • Asmodeus 30.06.2017 13:05
      Highlight Highlight Kommt etwa hin ja.

      Ich dachte es wären mehr.
    • Vorname Nachname 30.06.2017 13:35
      Highlight Highlight Homophobie gibt es garnicht... Das sind einfach alles nur A*********r
    • Schnudergoof 30.06.2017 14:04
      Highlight Highlight Darf man etwa keine eigene Meinung mehr haben? Muss man denn dem Mainstream folgen? Ich bin nicht homophob trotzdem befürworte ich Honosexualität nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chrigi-B 30.06.2017 12:32
    Highlight Highlight An ein paar Turbos hier: Ja klar, als hätten wir keine wichtigeren Probleme. Kann dieses LGBTQXYZQA+ Gesülze nicht mehr hören! Als wäre ein Grossteil der Bevölkerung betroffen. Parteifinanzen, Zuwanderung in die Sozialwerke aka "Asyl"sumpf, Digitalisierung, Arbeitslosigkeit bei Ü50, AHV,Steigende KK Prämien, Auslagerung ins Ausland, Rahmenabkommen, erbärmliches EU Waffenrecht etc. Das sind Themen die wir disskutieren sollten. Die Gleichstellung ist wichtig, gar längst überfällig! Es ist hängig in Bern und wird bearbeitet. Somit erübrigt sich jegliche Disskusion bis es auf dem Tisch liegt.
    • Asmodeus 30.06.2017 13:06
      Highlight Highlight Lieber Chrigi.

      Im Gegensatz zu den "wichtigeren" Problemen ist es aber bei der Homo-Ehe nicht wirklich kompliziert.

      "Sollen homosexuelle Paare genauso heiraten dürfen wie heterosexuelle Paare und rechtlich gleichgestellt sein?"
      - "Ja"
      "Gut. Mittagessen".
    • Chrigi-B 30.06.2017 13:16
      Highlight Highlight Liebe/r Asmodeus,

      Ja es ist überfällig! Eine Mehrheit der CH Bevölkerung sieht das auch so. Darum ist ja auch die GLP aktiv im Bundeshaus und bringt es unter Dach und Fach! Es müssen Dutzende Gesetze angepasst werden, also nicht sooo einfach. Also einfach den Ball flach halten und über die wichtigeren, da immer noch ungelöst, Dinge disskutieren!
    • Asmodeus 30.06.2017 13:23
      Highlight Highlight Ach die GLP bringt es unter Dach und Fach? Und wieso wird immer noch darüber diskutiert?

      Wieso wurde das Ganze bis 2019 verschoben?

      Wieso gibt es noch immer kein klares offizielles Bekenntniss zur Sache?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Agakami 30.06.2017 12:00
    Highlight Highlight Wie kann man überhaupt ein Problem damit haben das 2 Menschen mit denen man nichts zu tun hat heiraten wollen?
  • fifiquatro 30.06.2017 11:48
    Highlight Highlight Traurig eigentlich dass Madame Merkel Nein gestimmt hat....:-/
    • purzelifyable 30.06.2017 13:03
      Highlight Highlight Hast du was anderes erwartet?
    • fifiquatro 30.06.2017 13:11
      Highlight Highlight Ahand der Blitzer muss ich entnehmen dass man es für gut empfindet, dass die Merkel Nein gestimmt hat...Verkehrte Welt...
    • Fabio74 30.06.2017 18:45
      Highlight Highlight Sie hat ihren Überzeugungen entsprechend gestimmt. Das find ich in Ordnung.
      Auch wenn ich glücklich bin, dass die Entscheidung so gefallen ist wie sie ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • NWO Schwanzus Longus 30.06.2017 11:47
    Highlight Highlight Während Ehe für Alle beschlossen wird was medial hochgepuscht wird, werden auch Zensurgesetze beschlossen wovon nicht berichtet wird. Oder das man Fahrverbote kriegt auch für Straftaten die ausserhalb des Verkehrs sind. Das die Medien die Ehe für Alle hochkochen ist klar warum, um diese anderen Gesetze zu verschleiern. Ganz klare Ablenkunstaktik
    • Asmodeus 30.06.2017 13:06
      Highlight Highlight Brauchst Du Politur für den Aluhut?
  • Posersalami 30.06.2017 11:42
    Highlight Highlight Mir ist nicht ganz klar, was das Parlament diskutieren muss. Die könnten morgen über folgenden Satz abstimmen:

    Gleichstellung für LGBT Menschen, Ja oder nein

    Keine Diskussion über Ehe, Adoption oder irgend eine verkalkte Tradition. Entweder stellen wir endlich alle Menschen rechtlich auf die selbe Stufe oder das Parlament soll dazu stehen, dass es nicht im 21. Jahrhundert ankommen will und lieber weiter gegen Menschenrechte verstösst.
  • paco95 30.06.2017 11:35
    Highlight Highlight Wieso sollen Homosexuelle Menschen ein Zeugnis vor Gott ablegen, wenn ihre Haltung Gott widerspricht?
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 30.06.2017 11:57
      Highlight Highlight Bitte zeigen Sie mir eine Stelle von Christus seinen Aussagen, Achtung, in den Evangelien, die sich gegen Homosexuelle ausspricht?

      Oder sind Sie Jüdisch Orthodox und beziehen sich darum auf das Alte Testament?

      Sagte nicht Christus: "Liebe Deinen nächsten", "Was Du willst, das andere Dir tun das tue ihnen auch"?
      Also ich weiss nicht, wenn man die Ehe für Homosexuelle usw. verbietet müsste man dann im Umkehrschluss sie nicht für alle Verbieten?

      Zumal im Artikel 8 unserer Verfassung ganz klar steht: "Vor dem Gesetz sind alle Gleich".
      Rechtlich gesehen muss man die Ehe für alle Öffnen!
    • Agakami 30.06.2017 11:58
      Highlight Highlight Wo genau wiederspricht Ihre Haltung gegen "Gott" ?
      Bevor Sie etwas Antworten sollten sie wissen, dass es auch in der Natur(Tierreich) Homosexualität gibt. Falls es einen Gott gibt und falls er der Bibel entsprechend Allmächtig ist, ist doch klar das er die Homosexualität ganz bewusst "erschaffen" hat?
    • MrXanyde 30.06.2017 12:03
      Highlight Highlight Nur weil dein sogenannter "Gott" dies sagt, dürfen LGBT's nicht heiraten?! Schliifts? Dies ist ein Rassendenken, diskriminierend und rassistisch! Stell dich in eine Ecke und spiel Baum.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wolfsangel 30.06.2017 11:33
    Highlight Highlight Danke, verzichte
    • Asmodeus 30.06.2017 13:08
      Highlight Highlight Flug schon nach Abu Dhabi gebucht?
    • Fabio74 30.06.2017 13:11
      Highlight Highlight Auf was?
  • Ottokar Mettler 30.06.2017 11:27
    Highlight Highlight In der Schweiz verschoben auf frühestens 2019. Hinterwäldlerisch, peinlich und beschämend. Mached mal vorwärts.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 30.06.2017 11:23
    Highlight Highlight Warum öffnet man die Ehe nicht einfach und dann ist gut?

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Die umstrittene deutsche AfD-Politikerin lebt mit ihrer Partnerin in der Zentralschweiz – und hofft, dass es nicht wie in Biel endet.

Plötzlich schlug ihr in der Schweiz Feindseligkeit entgegen. Weil Alice Weidel, die Politikerin der Alternative für Deutschland (AfD), angeblich nicht in eine links geprägte Stadt wie Biel passe.

Weil Alice Weidel, die im Deutschen Bundestag sitzt, Sätze von sich gibt wie: «Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.» Gleichzeitig knüpfte sie aber in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel