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Die US-Navy feuert 59 Tomahawk Raketen auf einen syrischen Stützpunkt ab.  Bild: AP/U.S. Navy

Wie die SNB 4 Millionen Dollar mit dem US-Angriff auf Syrien verdiente

Letzte Woche feuerte die US-Navy 59 Tomahawk-Raketen auf Syrien. Die Aktien der Rüstungsfirma, die die Raketen herstellt, schossen in die Höhe. Ein Investor, der davon profitierte, ist die Schweizer Nationalbank. Darf die SNB aber überhaupt in Rüstungsfirmen investieren?

11.04.17, 16:25 11.04.17, 18:23

Vergangene Woche feuerten zwei Navy-Zerstörer im Mittelmeer 59 Tomahawk-Raketen auf eine syrische Luftwaffenbasis. Kurz darauf schossen auch die Aktien der US-Rüstungsfirma Raytheon in die Höhe. Die Firma ist der grösste Produzent von ferngelenkten Raketen und stellt ebenfalls die abgefeuerten Tomahakws her. Ein Investor der Rüstungsfirma ist die Schweizer Nationalbank (SNB) mit knapp 140 Millionen Dollar.

Am frühen Morgen des 7. Aprils ging die Meldung der Bombardierung des syrischen Stützpunktes ein. Kurze Augenblicke später stiegen Raytheons Aktien von 150 Dollar auf 155 Dollar das Stück, berichtet RTS. Das erhöhte das Investment der SNB um 4 Millionen Dollar auf total 145 Millionen Dollar.

Investition in Rüstungsfirma – ethisch Vertretbar?

939'745 Anteile hat die SNB an Raytheon – eine Tatsache, die für Diskussionen und Kritik sorgt. Die Frage kommt auf, ob die SNB überhaupt in eine Rüstungsfirma investieren darf?

Drei ethische Kriterien muss die SNB einhalten, bevor sie in eine Rüstungsfirma investieren kann:

Keine Investition in Firmen, die:

1. International geächtete Waffen produzieren

2. Gundlegende Menschenrechte massiv verletzen

3. Systematisch gravierende Umweltschäden verursachen

Auf Anfrage teilt die SNB nur mit, dass sie ihre Investitionen in Aktien nicht kommentieren und ihre Aktienportfolios passiv verwalten: «Was wir zu unseren Aktienportfolios sagen können, ist dass sie möglichst neutral und damit passiv verwaltet werden. Wir bilden mit unseren Aktienanlagen eine Kombination bestehender Marktindizes ab.»

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Gemäss der SNB entspricht Raytheon also sämtlichen Kriterien. Das sieht Lewin Lempert, Sekretär von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GsoA) anders: «Dass eine Firma den ethischen Kriterien entspricht, behauptet die SNB immer. Wie aber diese ‹ethischen Kriterien› ermittelt werden, weiss niemand. Die SNB ist diesbezüglich überhaupt nicht transparent.»

Ein bekanntes No-Go für die SNB ist Streumunition, da es als «geächtete Waffe» angesehen wird. «Bis vor ein paar Jahren produzierte Raytheon aber Streumunition. Worauf stützt die SNB also ihre ethischen Kriterien?», fragt Lempert. (sem)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 12.04.2017 07:30
    Highlight Pervers, aber offenbar rentabel!
    Ich werde das alles nie verstehen...
    8 1 Melden
  • Matrixx 11.04.2017 21:58
    Highlight Heute wurde übrigens eine Unterschriftensammlung zur Lancierung einer Initiative, die solche Finanzierungen unterstützt, gestartet. Es wurden bisher über 6000 Unterschriften in weniger als 24 Stunden gesammelt.
    10 4 Melden
  • LeCorbusier 11.04.2017 21:29
    Highlight 2. Gundlegende Menschenrechte massiv verletze

    "MASSIV", so ein bisschen oder schwer verletzen ist Oke?

    Sollte doch heissen:
    2. Gundlegende Menschenrechte verletze

    Oder übersehe ich etwas?
    7 5 Melden
  • MacB 11.04.2017 20:41
    Highlight Heute waffenproduzenten, morgen fleischproduzenten, übermorgen maisplantagen.

    Man findet immer einen, dem was nicht passt. Ich akzeptiere den entscheid der snb.
    22 21 Melden
  • DocM 11.04.2017 20:21
    Highlight Keine Investition in Edelmetalle, da nicht sauber abgebaut; keine in Diamanten, da Blut; keine in Grundnahrunsmittel, da spekultativ, dito Wasser; keine in Immobilien, da künstlich überbewertet; keine in Fremdwährungen, da Nutzung nicht klar; keine in Genussmittel, da Sucht fördend; keine in Drittweltländer, da korrupt (nicht nur dort); keine in Waffen, da kriegsfördernd; keine in Farben, da damit Banken beschmutzt werden; etc. etc. Den Gedanken konsequent zu Ende gedacht: Brauchen wir aufgrund von moralischen etc. Bedenken überhaupt noch eine SNB oder andere Bank??
    32 6 Melden
  • luchs der alte hat das pw vergessen 11.04.2017 20:16
    Highlight also, ehrlich? Was die CH verdient an Aktien der Rüstungsfirmen?
    Wer bezahlt den unsern Luxus?
    Glencore?
    Oder ist es Novartis?
    Wo hat deine Pensionskasse Aktien eingekauft?
    Soll die nächste CH- Banknote nicht rot sein?
    Gibt es eigentlich eine Witschaftsglobalskalverei?


    6 9 Melden
  • Oberon 11.04.2017 19:54
    Highlight Eher sinnvolle, wäre es Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln weltweit zu verbieten.

    Sonst würde es nur sinn machen, alle Investitionen für alle Rüstungsfirmen zu untersagen. Da eh niemand sagen kann was mit den Waffen schlussendlich angestellt wird.
    25 7 Melden
    • luchs der alte hat das pw vergessen 11.04.2017 20:18
      Highlight Genau, alles was man mit Nahrungsmittel tut, ausser sie zu produzieren und zu Essen und zu teilen, SOLLTE VERBOTEN WERDEN.
      6 7 Melden
    • R. Peter 12.04.2017 01:34
      Highlight Was man ihr nicht alles verbieten wollt...
      4 2 Melden
    • luchs der alte hat das pw vergessen 12.04.2017 21:25
      Highlight Ah demfall frisst du dem Wesfall zum Frühstück, kannst dich ganz klar artikulieren.
      und andere denunzieren.
      wenn das Götte noch erleben durfte,
      so wäre diesem mann,
      so die Schrift erfunden,
      das Kotzen auf des Duden Grunde.

      0 2 Melden
    • R. Peter 13.04.2017 10:06
      Highlight Streich das man weg, das hat sich dazwischen gemogelt. Es werden mir trotzdem zu Viele Verbote gefordert hier.
      1 0 Melden
    • luchs der alte hat das pw vergessen 15.04.2017 16:51
      Highlight also mann, als mann lass ich den mann drin: "hei man" sonst verliert das Gedicht sein Rythmus, man kann und soll so schreiben wie einmannen den Schnabel gewachsen ist.
      0 1 Melden
  • 7immi 11.04.2017 19:17
    Highlight wie genau wird da abgegrenzt? so haben viele grossunternehmen rüstungssparten oder sind zulieferer: airbus, mercedes, abb, steyr, thyssen-krupp, man, boeing, volvo, saab, mtu, ibm, liebherr, siemens, aeg, uvm.
    41 1 Melden
  • Ken Hurt 11.04.2017 19:13
    Highlight Ich vermute (teilweise höchstwahrscheinlich auch erwiesen), dass schon die eine oder andere Bank mit Kriegen oder bewaffneten Konflikten den einen oder anderen Boni einstreichen konnten.
    29 9 Melden
  • Karl33 11.04.2017 19:08
    Highlight Im Kapitalismus verdient immer jemand an Dingen, die passieren oder getan werden. Auch wenn jemand Krebs diagnostiziert bekommt und dann noch ein paar Jahre überlebt: Jemand profitiert. Auch am Krieg.
    45 2 Melden
  • who cares? 11.04.2017 18:49
    Highlight Und dann wundert man sich wieder, dass Flüchtlinge kommen, nachdem man im Krieg abkassiert hat.
    39 17 Melden
    • R. Peter 12.04.2017 01:35
      Highlight Deine Welt ist sehr einfach gestrickt, zu einfach.
      5 6 Melden
  • ströfzgi 11.04.2017 18:35
    Highlight Keine Investition in Firmen, die:

    1. International geächtete Waffen produzieren

    2. Gundlegende Menschenrechte massiv verletzen

    3. Systematisch gravierende Umweltschäden verursachen

    4. Waffen produzieren, welche hin und wieder Schulen, Krankenhäuser, Hochzeitsfeste etc. treffen sind hingehen ok.

    5. Waffen produzieren die in jedem Fall Tod und Elend mit sich bringen sind auch ok.

    6. Waffen produzieren, die man atomar bestücken kann, sind ebenso ok.

    Ethik?

    Wie wäre es mit: Wer Waffen herstellt oder verkauft, wird mit dem Tod durch eine Kugel bestraft. Ethisch hergestellte natürlich.
    41 16 Melden
    • Maett 11.04.2017 19:18
      Highlight @ströfzgi: wieso nicht (ernst gemeinte Frage)?

      Krieg, Tod und Gewalt ist Teil dieser Welt. Beteiligt man sich nicht daran, wird man selbst Opfer davon.

      Ich kann in solchen Investments deshalb wirklich nichts verwerfliches sehen.

      Aber ich versuche die Welt auch als das zu sehen, was sie ist. Und baue mir nicht eine Realität in Gedanken zusammen, die nie eintreten wird.

      Aus Naivität auf Gewinne zu verzichten, die sowieso gemacht werden, mag moralische Befriedigung verschaffen, sehr Weise ist es aber nicht.

      Denn dann verdient das Geld halt einfach jemand anderes.
      20 34 Melden
    • Firefly 11.04.2017 19:37
      Highlight @Maett, das hat der Sklavenhändler im 18.Jarhundert auch gemeint, dass Gewalt, Unterdrückung und Sklavenhandel nun mal zu dieser Welt gehört und dass wenn er es nicht tut, tut es eben ein anderer. Jedes Gesetz gegen Gewalt, Unterdrückung und Unrecht wurde errungen von Menschen wie mit Idelalen wie strofzgi, gegen die Meinung von Menschen wie Maett
      37 8 Melden
    • Maett 11.04.2017 22:06
      Highlight @Firefly: Sie verstehen nicht. Ich spreche darüber, dass sich Säugetiere aus evolutionstechnischer Sicht seit je her bekämpfen, da hat der Mensch nie eine Ausnahme gemacht.

      Noch nie gab es so viele Kriege wie heute. Noch nie so viele Tote. Nie so viele Hungernde. Nie so viele Kranke. Und auch noch nie so viele Sklaven, nebenbei erwähnt.

      Die zerbrechliche Stabilität die wir uns durch Nationalstaaten geschaffen haben, illusionieren Menschen oberflächlich tlw. ein anderes Bild dieser Welt - dass Sie nicht in der Lage sind, das Gesamtbild zu sehen, macht die Handlung der SNB aber nicht schlecht.
      3 9 Melden
    • Firefly 11.04.2017 22:34
      Highlight "Noch nie gab es so viele Kriege wie heute. Noch nie so viele Tote. Nie so viele Hungernde"

      Das stimmt nicht, im Verhältniss zur Anzahl Menschen.
      Übrigens geht ihre Theorie mit den Säugetieren nicht auf. Wölfe reissen keine Wölfe, sie reissen Schafe.
      Der Mensch ist ein Kutlurelles Wesen und in seiner Natur liegt es zu erschaffen oder/und zu vernichten jedoch hat er stehts (von neuem) die Wahl für was er sich entscheidet.
      Und manche schaffen Gesetze und Institutionen diese durchzusetzen. Das nennt man Zivilisation.
      10 3 Melden
  • Thinktank 11.04.2017 18:03
    Highlight Wozu braucht man Waffen, es reicht doch, wenn Nordkorea welche hat. Man sollte mehr Forschungsgelder für die Bekämpfung von Naivität einsetzen.
    23 35 Melden
  • LeChef 11.04.2017 17:27
    Highlight Tranzparenz? Die drei Kriterien stehen ja im Artikel. Die Rüstungsfirma verstösst gegen keines davon. Sturm im Wasserglas. Haben wir keine Probleme, dann machen wir halt eins.
    31 70 Melden
  • dommen 11.04.2017 17:24
    Highlight Johann König: "Mir ist ganz wichtig, dass Fonds nicht an Rüstungsfirmen beteiligt sind. Sollte doch mal eine Rüstungsfirma beteiligt sein, dann ist mir wichtig, dass diese keine Waffen ausliefert. Sollten doch mal, entgegen den Erwartungen, Waffen verkauft werden, dann bitte nicht in ein Kriegsgebiet. Sollten doch mal ausnahmsweise Waffen in ein Kriegsgebiet gelangen, ist mir wichtig, dass keine Streubomben zum Einsatz kommen. Sollten doch mal Streubomben eingesetzt werden, dann bitte so, dass der Abwurfwinkel, der sog. Streuwinkel, ein fairer Winkel ist. Wenn man richtig steht natürlich."
    76 10 Melden
  • boi08 11.04.2017 16:49
    Highlight die "neutrale" schweiz hat wieder zugeschlagen lmao
    62 33 Melden
    • Karl33 11.04.2017 19:10
      Highlight Solange wir selbst eine Armee haben und Männer in den Dienst zwingen, müssen wir glaube ich anderen nichts vorhalten.
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